Neue Bar im früheren Bau

Neue Bar Trisoux: 3,4 Kilometer Holz verbaut

Holzkontruktion in der Bar Trisoux

Der ehemalige Schwulen-Treff Bau verwandelt sich in den nächsten Tagen endgültig in eine stilvolle Cocktailbar mit einer spektakulären, wellenförmigen Deckenkonstruktion.

Auf dem Bau muss man ja immer mit Verzögerungen rechnen. Im Bau aber auch, genauer gesagt in der früheren Schwulenkneipe Bau in der Müllerstraße. Nach monatelangem Umbau sehen die vier Betreiber Benjamin Bauer, Gustav Großmann, Philipp Fröhlich und Max Braunmiller nun aber Licht am Ende des Tunnels.

Ihre neue Dépendance des Fine Drinking hört auf den Namen Trisoux, hat etwa 40 Sitzplätze und wird voraussichtlich am mittleren Oktober-Wochenende in Betrieb genommen. Großmann und Fröhlich kümmern sich um das tagtägliche Geschäft, zeigen als Inhaber also auch Präsenz am Tresen.

Philipp Fröhlich, Gustav Großmann, Benjamin Bauer

Die Location wurde den Sommer über komplett entkernt, renoviert und schallschutzisoliert. Ums neue Interior Design hat sich Martino Hutz, der Cousin von Benjamin Bauer, gekümmert. Nach seinen Vorgaben sind die Bodenfliesen lackiertem Beton gewichen, zwei Wände wurden komplett mit Moos begrünt, und beim Blick nach oben könnte so manchem leicht schwindelig werden. Denn aus der Decke „wachsen“ insgesamt 7.500 unterschiedlich lange Vierkant-Holzstäbe und vermitteln latent den Eindruck von starkem Wellengang auf hoher See. Um dieses Stalaktiten-Meer in zwei Räumen zu konstruieren, mussten Fichtenholzstangen in einer Gesamtlänge von 3,4 Kilometern gegen die Säge den Kürzeren ziehen.

An die sagenumwobene Vergangenheit des Bau erinnert also optisch praktisch nichts mehr. Einzige Ausnahme: das „Glory Hole“ in Hüfthöhe in der Tür zur Kellerbar, eine Reminiszenz an die schwule Vergangenheit des Lokals. Das Untergeschoss soll grundsätzlich am Wochenende im Trisoux „dazugeschaltet“ werden, wie uns Barchef Philipp Fröhlich erklärte. „Die dortige zweite Bar wird freitags und samstags ein weiterer Barkeeper bespielen. Größere Gruppen können den Raum aber gern auch unter der Woche mieten.“

Das Getränkekonzept hat Fröhlich mit André Riedel, seinem Kollegen aus gemeinsamen Tagen im Bar-Restaurant Herzog, ausgetüftelt. Auf der Karte stehen elf Cocktail-Eigenkreationen, einmal querbeet durch die Spirituosen-Palette, aber stets mit eigenen Infusionen, Sirups und Geschmacksideen durchsetzt. Wer einen Drink-Klassiker bevorzugt, bekommt den aber natürlich auch, solange alle Zutaten vorhanden sind. Eine Spezialität des Hauses sind außerdem Portweine, Wermuts und Sherrys. Gäste, die normalen Wein bevorzugen, werden mit Tropfen aus biodynamischem Anbau verwöhnt. Und Bierfreunde bekommen ein Löwenbräu Urtyp frisch aus dem Fass gezapft.

Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt‘s wechselndes Barfood, darunter zwei saisonale Signature Dishes. Falls der Magen mal nach Mitternacht knurrt, bereiten die Jungs in ihren schicken Whiskey-Union-Jacketts gerne noch ein Sandwich auf die Schnelle zu. Musikalisch geht‘s übrigens zurückhaltender zu als in der Vergangenheit. Beiläufige Hintergrundmusik, die zur Atmosphäre passt, aber niemals kalkulierbar sein soll – das ist die Maxime.

Trisoux, Müllerstr. 41
Di-Do 18-01 Uhr, Fr/Sa 18-03 Uhr, www.trisoux.com

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