Jodie Foster löst einen Kriminalfall in Paris, die Verfilmung eines Kultbuchs der letzten Jahre, Tragikomisches aus Österreich und mehr… in den Filmstarts der Woche.
IN München stellt die spannendsten Kinostarts der Woche vor.
Paris Murder Mystery
R: Rebecca Zlotowski. F.
Krimi in leichtfüßig: Die Amerikanerin Lilian Steiner (Jodie Foster) lebt seit Jahren in Paris und hat sich dort einen Namen als brillante Therapeutin gemacht. Als ihre Patientin Paula (Virginie Efira) unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, ist sie fassungslos. War es wirklich Selbstmord, wie die Polizei rasch annimmt? Oder hat jemand sehr geschickt nachgeholfen? Zusammen mit ihrem Ex-Mann Gabriel (Daniel Auteuil), der noch immer nicht von ihr lassen kann, begibt sich Lilian auf eine turbulente Spurensuche, um dem Geheimnis von Paula auf die Spur zu kommen.
Für jene, die Jodie Foster Französisch sprechen hören und darob bass erstaunen wollen.
Allegro Pastell
R: Anna Roller. D.
Sommer in Berlin, 2018: Tanja und Jerome, eine Autorin und ein Webdesigner Anfang dreißig, führen eine scheinbar perfekte Fernbeziehung. Zwischen schlaflosen Nächten in der Großstadt und Entschleunigung im beschaulichen Maintal tarieren die beiden immer wieder Nähe und Distanz. An ihrem 34. Geburtstag überkommt Tanja eine Ahnung der gemeinsamen Zukunft – eine, die geordnet und verlässlich wirkt. Aber ist es wirklich das, wonach sie sucht?
Für Fans des gleichnamigen Bestsellers aus dem Jahr 2020
Vier Minus Drei
R: Adrian Goiginger. Ö.
Barbara (Valerie Pachner) und ihr Partner Heli (Robert Stadlober) führen mit ihren beiden Kindern Fini und Thimo ein glückliches und liebevolles Familienleben. Als professionelle Clowns nehmen sie das Leben nicht zu ernst und wissen, dass man auch über das lachen kann, was misslingt. Als Barbara wie aus dem Nichts durch einen Unfall ihre Familie verliert, bricht eine Welt für sie zusammen. Der Verlust lässt sie am Clownsein und dem eigenen Lebenssinn zweifeln. Doch Barbara stellt sich ihrem Schicksal. Mutig und unkonventionell findet sie ihren Weg, mit der Trauer umzugehen.
Für Freund*innen bittersüßer Leinwanderzählungen.
Friedas Fall
R: Maria Brendle. CH.
Im Jahr 1904 steht der Fall der jungen Näherin Frieda Keller im Brennpunkt einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung über Recht und Gerechtigkeit. Staatsanwalt Walter Gmür und Verteidiger Arnold Janggen sehen sich nicht nur mit beruflichen, sondern auch persönlichen Herausforderungen konfrontiert, die ihre Auffassung von Moral und Gleichheit hinterfragen. Erna Gmür, die Ehefrau des Staatsanwalts, entdeckt in ihrer Zuneigung zu Frieda die Wahrheit über Ungerechtigkeiten, die Frauen zu ertragen haben. Gesine Janggen, die Frau des Verteidigers, setzt sich entschlossen für Friedas Rechte ein und drängt ihren Ehemann, für Gleichstellung vor Gericht zu kämpfen.
Für… Frieda Keller, die durch den Film nach 120 Jahren gehört und gesehen werden kann.
Die Filmstarts vom 9. April
Der Magier im Kreml
R: Olivier Assayas. USA, UK.
Hinter den Kulissen der Macht: Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wird der ehemalige Künstler und Reality-TV-Produzent Vadim Baranov (Paul Dano) zum Spindoktor eines aufstrebenden KGB-Agenten, Wladimir Putin (Jude Law). Jahre später bricht er schließlich sein Schweigen und enthüllt die Machtmaschinerie, die er selbst mitgeschaffen hat. Ein spannendes politisches Intrigenspiel, das vor dem Hintergrund aktueller politischer Spannungen und medialer Manipulation besondere Brisanz gewinnt und dessen Auswirkungen bis in die heutige Zeit spürbar sind.
Für alle, die wissen wollen, wie wir hinkamen, wo wir heute sind.
The History of Sound
R: Oliver Hermanus. USA.
Im Jahr 1917 verschlägt es den zurückhaltenden Musikstudenten Lionel (Paul Mescal) vom ländlichen Kentucky an die Ostküste, wo er am Boston Conservatory seinen selbstbewussten Kommilitonen David (Josh O’Connor) kennenlernt. Über ihre gemeinsame Liebe zu traditioneller Folk-Musik kommen sich die beiden näher, doch dann wird David als Soldat eingezogen. Einige Jahre später erreicht Lionel ein Brief, in dem David seinen Freund bittet, ihn auf einer Reise durch die Wälder von Maine zu begleiten. Die beiden Männer teilen nicht nur Momente inniger Zweisamkeit, sondern entdecken in ländlichen Gemeinden auch fast in Vergessenheit geratene Folk-Musik.
Für Fans der beiden Darsteller, die gerade in Cineast*innen-Kreisen everybody’s Darlings sind.
Skunk
R: Koen Mortier. NL.
Ein Kessel Dunkles: Liam wächst in einer Familie auf, in der Gewalt, Drogenexzesse und
Missbrauch herrschen. Als er der Hölle seiner Eltern entrissen wird und in die Obhut einer staatlichen Einrichtung für traumatisierte Jugendliche gerät, stellt sich die Frage, ob Liam seiner
Vergangenheit entkommen kann. Ein Tauchgang in die menschlichen Abgründe und das unbewältigte Trauma einer zerstörten Kindheit, gnadenlos, verstörend und unfassbar intensiv gespielt von Thibaud Doom.
Für „Fans“ von Mortiers Ex-Drummer (2007), der unter unerschrockenen Kinogänger*innen als Kultfilm gilt.
Arco
R: Ugo Bienvenue. F.
Beeindruckender Animationsfilm: Arco, ein Junge aus einer fernen Zukunft, wächst hoch über den Wolken in einer Welt auf, in der Menschen fliegen und Zeitreisen möglich sind. Bei seinem ersten heimlichen Flug in einem schillernden Regenbogenmantel verliert er die Kontrolle und stürzt in die Vergangenheit – direkt in die Welt der zehnjährigen Iris aus dem Jahr 2075, die auf einer von Umweltkatastrophen geprägten Erde lebt. Mit Einfallsreichtum, Mut und Hilfe ihres treuen Haushaltsroboters versucht Iris, Arco wieder zurück in seine Zeit zu bringen.
Für die, die wissen wollen, was Natalie Portman so beeindruckt hat, dass sie den Film kurzerhand produzierte.
Die Starts vom 2. April
Das Drama – Noch Mal auf Anfang
R: Kristoffer Borgli. USA.
Ein glücklich verlobtes Paar, Emma Harwood (Zendaya) und Charlie Thompson (Robert Pattinson), steht mit ihrer Fotografin (Zoë Winters) kurz vor der Traumhochzeit – doch in den Tagen vor dem Ja-Wort bröckelt die Fassade. Eine unerwartete Enthüllung wirft nicht nur die Hochzeitsplanung aus der Bahn, sondern alles, was sie übereinander zu wissen glauben. Der Regisseur hat bislang mit zwei eher abgründigen Komödien Furore gemacht. Fans bösen Humors dürfen gespannt sein.
Für Fans von „Das Fest“, nicht nur aufgrund seines ebenso minimalistischen Titels.
Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean
R: Éric Besnard. F.
Ein großer Klassiker in neuem Gewand: Wir schreiben das Jahr 1815: Nach neunzehn Jahren harter Arbeit, Gewalt und Leid für den Diebstahl eines Brotes wird Jean Valjean aus dem Gefängnis entlassen. Erfüllt von Wut und einem tiefen Gefühl der Ungerechtigkeit, ist er zu einem gefährlichen Mann geworden, der niemandem traut. Er irrt verzweifelt durch den Süden Frankreichs und sucht Unterschlupf in einem kleinen Dorf, wird aber immer wieder abgewiesen. Unwissentlich findet Jean Valjean Zuflucht und Gastfreundschaft im Haus von Bischof Bienvenu, der mit seiner Schwester und seiner Magd ein einfaches Leben führt. Doch die Rachegefühle und die Vorurteile der Dorfbewohner lassen ihn nicht los.
Für Fans angenehm bescheidener Historienfilme, die das ganze große Besteck in der Schublade lassen.
Siri Hustvedt – Dance Around the Self
R: Sabine Lidl. D.
Porträt einer großen Schriftstellerin: Jung, neugierig und voller Tatendrang verlässt Siri Hustvedt ihre Heimat Minnesota und stürzt sich mitten hinein ins pulsierende New York. Auf der Suche nach der Hauptfigur ihres ersten Romans beginnt eine Reise, die sie nicht nur zur Schriftstellerin macht, sondern zu einer der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Der Film öffnet einen Blick weit über Siri Hustvedt hinaus und feiert die kämpferische Kreativität von Künstlerinnen, denen die Autorin sich verbunden fühlt.
(Bei weitem nicht nur) für Fans einer der größten Schrifsteller*innen unserer Zeit
Enzo
R: Laurent Cantet. F, BE, IT.
Hochsommer an der Côte d’Azur, ein Haus mit Pool und Meerblick. Eigentlich soll der sechzehnjährige Enzo die Schule beenden und studieren, wie es sich gehört. Doch im stillen Protest gegen die eigene Bourgeoisie fängt er auf einer Baustelle an – zum Missfallen seiner Familie. Aber auch sein neuer Boss ist unzufrieden mit Enzo, weil dieser selbst mit den einfachsten handwerklichen Aufgaben Probleme bekommt. Viel wohler fühlt sich der Junge bei seinem älteren Kollegen Vlad aus der Ukraine, der Enzo gerne Fotos seiner weiblichen Eroberungen auf dem Telefon zeigt…
Für Fans von jugendlichem Unbehagen
Alpha
R: Julia Ducournau. F.
Die aktuelle Body Horror-Welle ist nicht aufzuhalten: Alpha (Mélissa Boros) ist 13 Jahre alt und muss große Teil ihres Alltags in der französischen Hafenstadt Le Havre alleine bestreiten. Denn ihre alleinerziehende Mutter (Golshifteh Farahani) hat als Ärztin im örtlichen Krankenhaus alle Hände voll zu tun. Neuerdings macht nämlich eine geheimnisvolle Krankheit die Runde, die Infizierte Stück für Stück zu Marmor werden lässt. Währenddessen macht Alpha ihre eigenen Erfahrungen und lotet ihre Grenzen aus – unter anderem auf Partys, wo sie sich letztlich völlig zugedröhnt ein Tattoo auf den Arm stechen lässt…
Für Fans von The Substance, The Ugly Stepsister und dem Gesamtwerk David Cronenbergs
Die Filmstarts vom 26.3.
Horst Schlämmer sucht das Glück
R: Sven Unterwaldt Jr. D.
Horst Schlämmer hat die Faxen dicke: Die Preise steigen, die Stimmung sinkt, die Kneipen schließen. Kurzum: Deutschland hat Rücken! Und zwar im Gesicht. Also geht der stellvertretende Chefredakteur vom „Grevenbroicher Tagblatt“ auf eine große Reise mit noch größerem Ziel: Er will den Leuten ihr Lächeln zurückbringen! Doch wie wird man glücklich? Schwere Zeiten verlangen nach klaren Antworten – und weil man die in Grevenbroich nicht finden kann, begibt sich Horst Schlämmer auf die Reise seines Lebens: Von Süddeutschland bis Sylt.
Für Fans der Schlagersängerin Uschi Blum, des Tollpatsches Siegfried Schwäbli und nicht zuletzt der Königin Beatrix
Blue Moon
R: Richard Linklater. USA.
Der zweite Linklater-Film diesen Monat: Das Leben des legendären Songwriters Lorenz Hart (Ethan Hawke) gerät während der Premierenfeier für das Musical „Oklahoma!“, mit dem sein ehemaliger Partner, der Komponist Richard Rodgers, einen großen Erfolg feiert, ins Wanken. Mit einer Vielzahl an Freund*innen, Protegés und Künstler*innen jeder Couleur – eine Parade der Berühmten und derer, die es werden wollen –, werden über 100 Minuten in Echtzeit die Ereignisse in der Bar Sardi’s am Abend des 31. März 1943 geschildert.
Für Fans von „Cabaret“, „Sweet & Lowdown“ oder „Me and Orson Welles“.
Pillion
R: Harry Lighton. GB.
Als der schüchterne Colin (Harry Melling) in einer Bar auf den charismatischen Ray (Alexander Skarsgård) trifft, ist es sofort um ihn geschehen. Dass der attraktive Biker ausgerechnet ihn zu seinem neuen Gefährten erwählt, kann er kaum fassen. Ray fordert absolute Unterwerfung, zu der Colin nur allzu gern bereit ist. Er putzt, kocht, kauft ein und schläft anstandslos auf dem Bettvorleger. Im Gegenzug öffnet ihm Ray die Tür zu einer aufregenden Welt wilder Abenteuer und sexueller Ekstase. Während sich seine Eltern zunehmend Sorgen machen, genießt Colin sein neues Leben in vollen Zügen. Doch langsam erwacht in ihm eine leise Sehnsucht nach etwas, das Ray ihm vielleicht niemals geben kann.
Für Fans verschwitzter nordischer Schauspielschönlinge in ledriger Bikerkluft.
A Useful Ghost
R: Ratchapoom Boonbunchachoke. TH, FR u.a.
March liebt einen Staubsauger. Aber nicht irgendeinen. Im Inneren des saugstarken Haushaltsgeräts hat die Seele seiner an Luftverschmutzung verstorbenen Frau Nat Zuflucht gefunden. Das ungleiche Liebespaar kämpft gegen besessene Kühlschränke, hilft einem akademischen Ladyboy und dessen Liebhaber im Kampf gegen skrupellose Politiker und genießt die Möglichkeiten der wiedergefundenen Zweisamkeit – auch im Bett. Die konservative Verwandtschaft ist entsetzt, die buddhistischen Gelehrten pikiert und Marchs pragmatische Mutter tut alles, um der schon zu Lebzeiten ungeliebten Schwiegertochter endgültig den Stecker zu ziehen.
Für jene Unerschrockenen, die zwischendrin auch mal eine thailändische Gesellschaftssatirenromanzenfabel über überholte Geschlechterrollen sehen wollen
