Unser Filmtipp des Monats, Ryan Gosling entdeckt neues Leben, ein rührender Kinderfilm aus den Alpen und vieles mehr… in den Filmstarts der Woche.
IN München stellt die spannendsten Kinostarts der Woche vor.
Die wilde Nordsee
R: Mark Verkerk. NL.
Ein atemberaubender Blick unter eine bislang verborgene Oberfläche: Diese Doku entführt das Publikum auf eine spektakuläre Reise durch eines der unerforschtesten, rauesten und zugleich faszinierendsten Meere Europas. Zwischen tosenden Wellen und geheimnisvollen Tiefen entfaltet sich das verborgene Leben der Nordsee – mit eindrucksvollen Bildern, seltenen Tierbegegnungen und berührenden Geschichten aus einer Welt im Wandel. Ein visuell überwältigendes Naturerlebnis, das Staunen weckt – und zum Nachdenken anregt.
Für Unterwasserabenteurer*innen und solche, die es werden wollen.
La Grazia
R: Paolo Sorrentino. IT.
La Grazia ist unser Filmtipp des Monats. Eine ausführliche Besprechung gibt es hier zu lesen.
Mein Freund Barry
R: Markus Welter. CH, D.
Auf der Suche nach einem besseren Leben wagen die Brüder Georg und Alfons den beschwerlichen Weg über die Alpen mit dem Ziel Italien. Doch als der zwölfjährige Georg erkrankt, bleibt Alfons nichts anderes übrig, als ihn in einem Kloster zurückzulassen. Im Schutz der alten Mauern findet Georg sich in einer fremden Welt wieder. Vor allem Célestin, der Anführer der Klosterschüler, macht ihm das Leben schwer. Doch in Resi, der lebhaften Tochter des Lawinenhundeführers, findet Georg eine Freundin – und durch sie begegnet er dem jungen Bernhardiner Barry. Heimlich kümmert sich Georg um den schwachen Welpen, den er gegen alle Widerstände aufpäppelt.
Für Fans bildgewaltiger Hundegeschichten vor alpiner Kulisse.
DJ Ahmet
R: Georgi M. Unkovski. NMK.
Beats vom Traktor: Wenn der 15-Jährige Schafhirte Ahmet durch die nordmazedonische Hügellandschaft tuckert, wummern basslastige Songs aus seiner selbstgebastelten Soundanlage. Die elektronischen Klänge verheißen einen Ausweg aus der konservativen Dorfgemeinschaft. Leider ist die nächste Disco unerreichbar weit entfernt, die örtliche Download-Geschwindigkeit katastrophal und sein strenger Vater versucht alles, um ihm die Liebe zur Musik auszutreiben. Einzig sein stummer Bruder Naim teilt seine Begeisterung – bis die wunderschöne Aya auf Heimaturlaub aus dem fernen Deutschland und mit ihr ein handy mit unbegrenztem Datenvolumen bei den Nachbarn einzieht.
Für Fans von Musik, schwarzem Humor und liebevoller Figurenzeichung.
Is This Thing on?
R: Bradley Cooper. USA.
Während ihre Ehe still und leise zerbricht, stehen Alex (Will Arnett) und Tess (Laura Dern) vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen: Alex kämpft mit dem Älterwerden sowie der bevorstehenden Scheidung und sucht in der New Yorker Comedy-Szene nach einem neuen Lebenssinn. Tess hingegen stellt sich den persönlichen Entbehrungen, die sie ihrer Familie zuliebe in Kauf genommen hat. Beide müssen sich mit Themen wie Co-Parenting, Identität und der Frage auseinandersetzen, ob Liebe eine neue Form annehmen kann.
Für Fans der wunderbaren Laura Dern, die man viel zu selten in Hauptrollen sieht.
Der Astronaut – Project Hail Mary
R: Phil Lord, Christopher Miller. USA.
Der Naturwissenschaftslehrer Ryland Grace (Ryan Gosling) wacht eines Tages auf einem Raumschiff auf – Lichtjahre von zu Hause entfernt und ohne Erinnerung daran, wer er ist oder wie er dorthin gekommen ist. Als sein Gedächtnis nach und nach zurückkehrt, findet er heraus, was seine Mission ist: Er soll das Rätsel um eine mysteriöse Substanz lösen, die dazu führt, dass die Sonne erlischt. Dabei führt eine unerwartete Freundschaft dazu, dass er all dies vielleicht nicht ganz allein tun muss…
Für Fans sogenannter „First Contact“-Stories
Die Filmstarts vom 12. März
Good Luck, Have Fun, Don’t Die
R: Gore Verbinski. USA.
Ein mysteriöser „Mann aus der Zukunft“(Sam Rockwell) betritt ein unscheinbares Diner in Los Angeles. Dort trifft er auf eine bunte Mischung von Gästen. Doch diese scheinbar gewöhnliche Begegnung entpuppt sich schnell als alles andere als zufällig. Der Mann aus der Zukunft enthüllt, dass er dringend eine Gruppe von Menschen braucht, um an einer nächtlichen Mission teilzunehmen, die das Schicksal der Welt entscheiden könnte.
Für Fans dreckig-verschrobener Science-Fiction á la 12 Monkeys.
Nouvelle Vague
R: Richard Linklater. FR.
Die Nostalgiewelle erreicht das Arthouse-Kino: Paris, Ende der 1950er-Jahre: Der 28-jährige Jean-Luc Godard hat als Einziger in seinem Freundeskreis noch keinen eigenen Film gemacht. Mit einem verrückten Team, einem amerikanischen Filmstar und wenig Geld gelingt ihm schließlich unter abenteuerlichen Umständen mit „Außer Atem“ ein Meisterwerk, das in die Filmgeschichte eingehen und das Kino für immer verändern wird.
Für Fans von Godard, Truffaut, Rohmer, Rivette, Malle, Chabrol, Varda u.a.
The Testament of Ann Lee
R: Mona Fastvold. USA, UK u.a.
England, 18. Jahrhundert. Ann Lee (Amanda Seyfried) gründet eine Glaubensgemeinschaft, die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern predigt und deren Gottesdienste rhythmische Tanzeinlagen sind. Als die Anfeindungen zunehmen, führt Ann Lee ihre kleine Schar Gläubiger*innen über den Atlantik, um eine neue Utopie zu errichten. Doch der Preis ihrer Vision ist hoch. Im Vorfeld überschlägt sich die Kritik nahezu.
Für die, die nach Hamnet und „Wuthering Heights“ noch mehr Lust auf Kostümdramen haben.
Die Filmstarts vom 5. März
Hoppers
R: Daniel Chong. USA.
Biber sind grad in: WissenschaftlerInnen haben entdeckt, wie das menschliche Bewusstsein in lebensechte Robotertiere „hoppen“ kann, was es Menschen erlaubt, mit Tieren als Tiere zu kommunizieren! Große Neuigkeiten für Mabel, eine Tierfreundin, die die Gelegenheit ergreift, die Technologie zu nutzen, wobei sie Mysterien des Tierreichs enthüllt, die weit über das hinausgehen, was sie sich je erträumt hätte. Der neueste Streich des Studios Pixar (Toy Story, Findet Nemo etc.), das verlässlich schlaue Kinderfilme produziert.
Für jene, die sich nach „Hundreds of Beavers“ die Rache der lieben Nager wünschen.
Monsieur Robert kennt kein Pardon
R: Pierre-François Martin-Laval. F.
Endlich kann Robert Poutifard in Rente gehen. Nach über 30 Jahren treuer Dienste als Lehrer an einer Grundschule könnte er nun seinen verdienten Ruhestand genießen. Aber er hat da noch drei Rechnungen mit ehemaligen Schülern offen, die ihm besonders übel mitgespielt haben. Sie waren es, die ihn um die Liebe seines Lebens zu einer Kollegin aus Québec gebracht haben. Und Robert Poutifard will keine süße Rache, sondern den kleinen vorlauten Gören von damals die Karriere und ihr erfolgreiches Leben zerstören. So hat er den erfolgreichen Chefkoch Anthony, die inzwischen populären Influencer-Zwillinge und Audrey, eine Pop-Diva im Visier.
Für Freund*innen schwarzen Humors mit einer Messerspitze Savoir Vivre beigemengt.
The Bride! – Es lebe die Braut
R: Maggie Gyllenhaal. USA.
Frankensteins einsames Monster (Christian Bale) reist ins Chicago der 1930er-Jahre, um die geniale Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (Annette Bening) zu bitten, eine Gefährtin für ihn zu erschaffen. Die beiden reanimieren eine ermordete junge Frau – „die Braut“ (Jessie Buckley) ist geboren. Doch was sich daraufhin entfaltet, sprengt all ihre Erwartungen: Mord! Besessenheit! Eine entfesselte, radikale Kulturbewegung! Und mitten in diesem Strudel ein geächtetes Paar, verstrickt in eine Romanze, deren heiße Glut zugleich entflammt und zerstört.
Für jene, die sich bei „Wuthering Heights“ mehr Untote gewünscht haben.
Jeunes mères – Junge Mütter
R: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne. FR.
Zwei alte weiße Männer drehen einen Film über eine Gruppe junger Mütter: Jessica, Perla, Julie, Ariane und Naïma leben in einem Heim für junge Mütter. Fünf Teenagerinnen, die auf ein besseres Leben für sich und ihre Babys hoffen. Die Regie führenden Dardenne-Brüder stehen für empathisches Kino jenseits identitärer Diskurse und haben in dieser Rolle schon oft bewiesen, dass es möglich ist engagiert Geschichten außerhalb des eigenen Erfahrungshorizonts zu erzählen ohne, dass es zum bloßen „Virtue Signalling“ verkommt.
Für Fans bedächtig-wuchtigen Erzählkinos.
Gelbe Briefe
R: İlker Çatak. D, FR, T.
Derya und Aziz, ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara, führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben – bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul, wo sie vorläufig bei der Mutter von Aziz unterkommen. Während sich Aziz mit Gelegenheitsjobs durchschlägt und an seinen Überzeugungen festhält, sucht Derya nach einem Ausweg, der sie finanziell unabhängig macht. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.
Nicht nur für Fans von Çataks 2023er Hit „Das Lehrerzimmer“.
Die Filmstarts vom 26.2.
Father Mother Sister Brother
R: Jim Jarmusch. USA
Der Meister der Coolness und Zwischentöne mit einem Spielfilm als Triptychon. Die drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: Im Nordosten der USA; in Dublin und in Paris. In den ruhigen Charakterstudien treten unter anderen Tom Waits, Adam Driver, Charlotte Rampling, Cate Blanchett auf.
Für Fans von Filmen in denen beinahe nichts passiert.
Marty Supreme
R: Josh Safdie. USA
Schuhverkäufer Marty (Timothée Chalamet) hat nur ein Ziel im Leben: Weltmeister im Tischtennis zu werden und somit in den Olymp der gefeierten Athleten aufzusteigen, zu denen er sich selbst ohnehin schon lange zählt. Um an einem Turnier in London teilnehmen zu können, setzt der junge New Yorker alles auf eine Karte, muss sich im nervenaufreibenden Finale aber dem japanischen Sportstar Endo geschlagen geben. Doch das ist erst der Anfang der Odyssee eines Mannes, der bereit ist, für Ruhm und Erfolg alles zu riskieren.
Für Fans des zumindest auf der Leinwand erlebbaren amerikanischen Traums
Night Stage
R: Filipe Matzembacher & Marcio Reolon. BRA
Dem aufstrebenden Schauspieler Matias gefällt es, angeschaut zu werden – sei es auf der Bühne oder beim nächtlichen Sex in der Öffentlichkeit mit dem Politiker Rafael. Letzterer will Bürgermeister von Porto Alegre werden, und beiden liegt viel daran, ihre Beziehung zugunsten ihrer jeweiligen Karriere geheim zu halten. Trotzdem probieren sie immer wieder aus, wie weit sie bei ihren gemeinsamen Abenteuern gehen können: im Park, im Auto, im Büro oder im Hinterhof. Wohl wissend, dass Rafaels Geldgeber zu allen Mitteln greifen würden, um dieser Affäre ein Ende zu setzen.
Für Fans schwitzender Körper in blau-rotem Neonlicht
