Von neuen Ausstellungen in großen Museen bis zu Vernissagen in kleinen Galerien gibt es viel zu entdecken… bei den neuen Ausstellungen im Juli
IN München präsentiert die Ausstellungs-Highlights des Monats.
Neue Ausstellungen im Juli
„Chaos oder Struktur?“ in der Sendlinger Kulturschmiede e.V
Support your local artists! Die Ausstellung versammelt Positionen von Künstler*innen, die in Sendling leben oder arbeiten – von engagierten Hobbykünstler*innen bis hin zu freien Kunstschaffenden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht ein einheitlicher künstlerischer Anspruch, sondern die Vielfalt der Perspektiven und der Austausch im Stadtteil. Aus den einzelnen Beiträgen entsteht ein gemeinsamer Bilderfries. Die Arbeiten – höchstens 60 × 40 cm groß – reichen von Malerei und Zeichnung bis zu experimentellen Ansätzen und spiegeln eine große stilistische Bandbreite wider.
Ab 2. – 30.7.
„Yellow Line – Fotografien von Michael Nischke“ in der Galerie arToxin
In seiner aktuellen Ausstellung greift der Münchner Fotokünstler auf eine in Japan um zirka 1860 bis 1910 (Edo- und Meiji-Zeit) verbreitete fotografische Praxis zurück: von Hand kolorierte Schwarzweißfotografien. Das Besondere dabei: Heute nutzt Nischke diese besondere Kombination aus fotografischer Genauigkeit und malerischer Interpretation für seine auf vielen Reisen in Japan in den Jahren 2019 bis 2025 entstandenen Motive. Dabei setzt er transparente Wasserfarben (Lasuren) ein und erzeugt so eine Art Holzschnitt-Ästhetik (Ukiyo-e). Das Besondere: Seine aktuelle Motivauswahl, die einen vielfältigen Einblick in das Leben und die Kultur Japans bietet.
Bis 30.7.
„Schöne Aussichten?“ in der Villa Waldberta
Die Villa Waldberta liegt auf einem Hügel über dem Starnberger See. Der Blick ist weit und ruhig. Was einst ein Ort für das Großbürgertum war, wurde während des Zweiten Weltkriegs zu einem Lazarett. Später wurde die Villa zu einem Zufluchts- und Übergangsort für Displaced Persons. Heute ist sie ein Ort für Künstlerinnen und Künstler zum Denken, Reflektieren und Arbeiten. Studierende der Fakultät für Design der Hochschule München haben für die Ausstellung neue konzeptionelle und visuelle Arbeiten entwickelt, die den historischen Kontext aufgreifen und neu interpretieren.
Vernissage: 2.7. 18:00 Uhr. Ausstellung: 3. bis 5.7.
„Ragnar Axelsson: Greenland“ im Kunstfoyer
Seit über vierzig Jahren bereist der Fotograf Ragnar Axelsson die gefrorene Wildnis Grönlands und dokumentiert das Leben der Inuit – von Jägern und Familien, die am Rande der bewohnten Welt leben. Freundschaft und Vertrauen sind der Schlüssel, um ihr Leben zu dokumentieren. Was dabei entsteht, ist ein intimes Portrait einer Welt, die nur wenige Außenstehende jemals von innen gesehen haben. In Schwarz-Weiß-Bildern destilliert Ragnar die Arktis auf ihre rohe Essenz: Eis, Wind, Dunkelheit, Tiere, Berge und Portraits. Seine Fotografien vermitteln sowohl Schönheit als auch Bedrohung.
Ab 24.7. bis 1.11.2026
„Between & Beyond. Zwischenräume und Übergänge. Kunst und Raum seit 1960“ in der Pinakothek der Moderne
Gezeigt werden Gemälde, Objekte und installative Arbeiten von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart, welche die Beziehung zwischen Werk, Raum und Betrachter*in benennen. So Dan Flavins Lichtinstallation „untitled (to you Heiner, with admiration and affection)“, 1973, die den Ausstellungsraum in farbiges Neonlicht taucht und eine visuelle Entgrenzung des realen Raumes ermöglicht. Dazu Installationen von Fred Sandback und Mary Miss. Auch in der Malerei wurde die traditionelle Bildfläche nach Ende des Zweiten Weltkrieges radikal infrage gestellt: Werke von Lucio Fontana, Ida Applebroog oder Imi Knoebel überwinden dimensionale Beschränkungen der Malerei. Schwebezustände, Übergangs- und Schwellenmomente laden ein zu einer veränderten Art der Auseinandersetzung – mit sonst Verdrängtem oder Übersehenem.
Ab 2.7. 2026 bis 29.8.2027
„Laurie Simmons: Dollhouse Photographs“ im Deutschen Theatermuseum
Die US-amerikanische Künstlerin ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Exemplarisch für ihr Werk ist die 1978/79 entstandene Serie „In and Around the House“ mit 56 Schwarz-Weiß-Fotografien, auf denen eine Puppenfrau bei unterschiedlichen Tätigkeiten in ihrem trauten Puppenheim zu sehen ist. Doch die Idylle trügt, denn hinter der bürgerlichen Fassade eröffnen sich verborgene Geschichten. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren. Anlässlich des Filmfests ist in der Ausstellung auch Simmons erstes filmisches Werk „Music of Regret“ (2006) mit Meryl Streep zu sehen, ein dreiteiliges Musical, in denen sie ihre Objekte zum Leben erweckt.
Bis 30.8.2026
„Kunst ist gut für die Seele!“ in der Galerie Bezirk Oberbayern
Die Ausstellung versammelt die Werke der ersten 16 Preisträger*innen des Kunstförderpreises SeelenART. In Malerei, Grafik und Objektkunst eröffnet sie eindrucksvolle, sehr persönliche Bildwelten. Sie zeigt Werke zwischen Fantasie und Abgründigkeit, Leichtigkeit und Schmerz, die berühren, irritieren und neue Perspektiven auf das Menschsein eröffnen. Der oberbayerische Kunstförderpreis SeelenART wird im zweijährigen Turnus vergeben. Er stärkt künstlerische Ausdrucksformen im Kontext seelischer Gesundheit und fördert die Teilhabe am kulturellen Leben.
Ab 8.7. bis 2.9.2026
