Musicals und Shows im April: Sehnsucht nach Auferstehung

Musicals und Shows im April: Sehnsucht nach Auferstehung

Auf den Bühnen wird möglich, was sonst nur Träume zulassen.

Elvis – Das Musical“ im Deutschen Theater

Er war nie wirklich weg, jetzt ist der Mann mit dem berühmtesten Hüftschwung der Musikgeschichte wieder da. Mit einer Milliarde verkaufter Tonträger, angefangen mit der Single „Heartbreak Hotel“, zählt er noch immer zu den erfolgreichsten Solomusikern aller Zeiten. Die große Musical-Biografie ermöglicht eine Zeitreise durch sein Leben und sein Schaffen – mit Stationen in Memphis, Las Vegas, auf Hawaii und in Good Old Germany.


Lady Hotdog“ im Hofspielhaus

„So wie Cats, nur mit mehr Wau“: Christiane Brammer, Theaterchefin und Regisseurin des neuen Hunde-Musicals, beweist Humor. Sie scheucht einen Königspudel, der aussehen soll wie Sonnenkönig Ludwig XIV, eine Pinscherdame (eigentlich: eine verkleidete Katze) und eine bayerische Bulldogge über die kleine Bühne. Es geht darum, seine Träume auszuleben – ohne Maulkorbzwang. Brammer hat zudem auch ein weites Herz: Sie widmet ihr Musical allen Tieren weltweit. Wie schön.


Jesus Christ Superstar“ im Deutschen Theater

Es wird Ostern. Höchste Zeit, sich mal wieder in die legendär schmissige Rockoper von Andrew Lloyd Webber, des vielleicht größten Musicalkomponisten aller Zeiten, zu versenken. Sein Wille geschehe.


Cabaret“ im Residenztheater

In die schillernd freizügige Welt des Berliner Kit-Kat-Clubs der 1930er Jahre. Ja, es wird schon auf dem Vulkankraterrand getanzt. Draußen toben die SA-Schlägerbanden. Im schwülen Schutzraum wird die Atemluft langsam knapp. Der junge Amerikaner Clifford Bradshaw lässt sich nicht beirren. Er hängt der Sängerin Sally Bowles an den Lippen.


Simply the Best – Die Tina Turner Story“ im Deutschen Theater

Es ist ein Programm, deren Rekordzahlen noch immer verblüffen: 1986 brachte Tina Turner, vor der sich diese Revue verneigt, ihr Album „Break Every Rule“ heraus, das in Windeseile Nummer-eins-Status erreichte. 14-mal gab’s dafür Platin, sieben Mal Gold, einmal Silber – und ihr Auftritt vor mehr als 180.000 Zuschauern in Rio de Janeiro brachte Tina einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde ein. „Simply the Best“ blickt auf ein einzigartigesLebenswerk einer Ausnahmekünstlerin zurück mit ganz viel Glanz und Glamour sowie einigen traurigen Schattenseiten.


Dracula – Das Musical“ im Deutschen Theater

Selten war Blutrünstigkeit so sinnlich: Die Broadway-Erfolgsproduktion rollt die Ge- schichte des jungen britischen Anwalts Jonathan Harker nach Transsilvanien noch einmal auf. Dort kommt er bei Graf Dracula unter, der sich schlagartig verändert, als er ein Bild von Jonathans schöner Verlobten Mina entdeckt. Dracula verlässt sein entlegenes Schloss und macht sich auf in die Millionenstadt – getrieben von einer dunklen Leidenschaft, gegen die selbst der legendäre Vampirjäger Van Helsing machtlos ist. Bibber!


Schlager Mia“ in der Drehleier

Es war die Zeit, in der man „mit 17 noch Träume“ hatte – fast so wie „Micaela“ mit „zwei kleine Italiener“ im „knallroten Gummiboot“. Mit dem Duo Schlagerperlen taucht man ein in eine heile Musikwelt, in der es gilt Samba zu tanzen „die ganze Nacht“. Darauf dann noch ein schönes Gläschen „Griechischer Wein“. Hossa!


Der Da Vinci Code – Sakrileg“ im Deutschen Theater

Harvard-Professor Robert Langdon wird in den Louvre gerufen, um den Tatort eines schauerlichen Mordes zu begutachten. Er findet geheime Hinweise vor, die immer stärker in eine Richtung deu- ten – eine Kirchen-Verschwörung, bei der es um die größten Mysterien geht. Und in den Kunstwerken von Leonardo finden sich die entscheidenden Codes. Der Klassiker von Dan Brown – verfilmt einst mit Tom Hanks in der Hauptrolle – kommt mit einem großartigen Soundtrack auf die Musicalbühne.


Life is a Musical“ in der Drehleier

Drei Stimmen – eine Show: Die Musicaldarstellerinnen Jasmin, Verena und Yvonne drehen kess lächelnde Pirouetten, mit denen sie durch die „Cabaret“-, „Chicago“-, „42nd Street“-, „Sound of Music“-, „Rocky Horror Show“-, „Fame“, „Wicked“- und „Hamilton“-Galaxie tänzeln. Unglaublich charmant.


Italia Con Amore“ in der Drehleier

Was nicht passt, wird passend gemacht: Eigentlich hatten sich die zwei Schauspieler, die für das „Ristorante Azzuro“ gebucht sind, ja auf den geplanten Shakespeare-Abend eingestellt. Doch dann werden plötzlich Italo-Hits eingefordert. Nun gut: „Romeo und Julia“ spielt ja immerhin in Verona. Und die Songs passen überraschend gut. Warum nicht einfach mal wieder genüsslich dahinschmachten?


Shows

Hier holt man sich die Extraportion Beschwingtheit.

Susanne Wendel im Schlachthof

Ohren und Augen auf: Hier kann man viel lernen: Susanne Wendel nimmt ihr aufgeschlos- senes Publikum im Programm „Sex meets Wi senschaft“ durch 150 Jahre Geistesgeschichte – von Sigmund Freud, über Alfred Kinsey und Beate Uhse bis hin zum Alltagsratgeber ChatGPT. Hier findet man noch mal bestätigt, warum Sex natürlich die schönste Nebensache der Welt, gelegentlich aber auch eine durchaus komplexe Angelegenheit ist. Außerdem füllt man seinen persönlichen Erfahrungsschatz mit nützlichen Hintergrundinfos rund um verrückte Vorlieben und pikante Tabus.


Gina de L’Amore im Deutschen Theater

Wirklich: „(K)eine Frau für eine Nacht. Sie ist die bislang erste und einzige deutsche Live- Variete-Künstlerin, die 2024 mit ihrer eigene Show am Off-Broadway und in Las Vegas die Fans begeisterte und mit Standing Ovations gefeiert wurde. Ein Show-Erlebnis, das lange nachhallt.


Stomp im Prinzregententheater

Auf welchen Gegenständen man doch nicht alles toll Krach, sorry: Rhythmusfeuerwerk, entfachen kann. Die schon 1991 über das Edinburgh Festival berühmt gewordene Truppe hat weltweit bereits mehr als 15 Millionen Menschen in den Adrenalinrausch geschickt – und das durch das Klopfen mit Besenstielen, das Trommeln mit Mülltonnendeckeln, das Hämmern mit Rohrzangen oder auch nur ganz poetisch durch koordiniertes Fingerschnippen. Wer sich hier auf dem Stuhl hält, hat kein Herz.


Del Plata Gran Milonga im Deutschen Theater

Ganz tief eintauchen in den Tango: Vor der Gran Milonga kann man sich im Tango-Argentino-Workshop noch mal auf Trab bringen lassen. Dann wird’s nur noch rauschhaft festlich.


Metamorkid im Schlachthof

„The Eternal Diva“: Vielleicht ist schon mal ein Schlüssel der Name, der sich aus den Komponenten Metamorphose, Orchidee und Club-Kid-Kultur zusammensetzt. Und dann kommen noch die Sachen dazu, die Metamorkid brennend interessieren: Performance, Mode, Comedy und Kunst – sowie natürlich Travestie. Die Reise begann im ländlichen Oberösterreich, wo schon als Kind heimlich mit Make-up experimentiert wurde. Schnell ging’s nach Wien – und dann hinaus in die weite Welt. Respekt!


Hot Spot im GOP Theater

Vielleicht sind es Nelson Cavalcante und Bruno Fratani aus Brasilien, die genau auf den Punkt bringen, wofür man diese Varieté-Shows so lieben muss? Die Mustache Brothers schaffen es, ihr Publikum komplett von den Stühlen zu holen – mit hochanspruchsvoller Akro- batik, aber auch mit irrwitziger, selbstironischer Comedy, die gerne mal in lustiges Chaos abgleitet. Oder Andreas Wessels, der Herr der fliegenden Gegenstände, der eben auch beides kann (und noch viel mehr): beeindruckendes Jonglieren – und nebenbei cool moderiert. Dabei behält er sechs Bälle im Blick, lässt eine Zigarette lässig durch die Luft schweben und springt einfach so auch nebenbei auch noch Seil. Ebenfalls immer ein Hingucker: Muskel-Schnuckel Danilo Ma- der, dreimaliger Deutscher Meister der Sportakrobatik, mit seiner atemberaubenden Handstandkunst.


Cabaret con Carne in der Drehleier

Einen Show-Eintopf der guten Laune kredenzen Markus Laymann, Vicky Voyage und Ruby Tuesday. Sie haben die Zutaten Burlesque, Drag, Magie und Comedy fein geschnippelt, pikant gewürzt und mit viel Liebe abgeschmeckt.


Seasons im GOP Theater

Von einer Jahreszeit in die nächste: Die kanadische Compagnie Flip Fabrique lässt die Zeit wie im Flug vergehen. Und dann kann man auch mal romantisch im Regen tanzen oder Flirten im Schneegestöber. Es wird jongliert, getanzt, gesprungen und abgehoben. Ein Fest der Schwerelosigkeit!

Marcel Kösling in der Drehleier

Lachen, Staunen, Innehalten: „Moment mal!“, das neueste Programm des Spitzenmagiers bringt Comedy, Zauberei, Show und Ka- barett zusammen. Dargeboten mit einem sympathisch unernsten Augenzwinkern.

Magie & Illusionen in der Fat Cat Philharmonie

Eigentlich ist Alexander Krist, der Magier mit den flinken Fingern und der unwiderstehlichen guten Laune, ja ein Charmeur, der den allerengsten Publikumskontakt schätzt. Und in seinem schmucken Innenstadttheater kann man tatsächlich mit ihm am grünen Zaubertisch sitzen und ganz genau beobachten – wenn man sich nicht von seinem ansteckenden Lächeln ablenken lässt. Und doch muss es ab und an die ganz große Bühne sein. Die Egos in der magischen Welt sind groß, die Verführungskraft größer. Im ehemaligen Konzertsaal konzentriert sich der Münchner auf die ersten elf Reihen, die er mit teilweise noch nie gezeigten Illusionen begeistert. Die Aufmerksamkeit hat er sicher.

Mario Basler im Schlachthof

Kippe ausdrücken, Bier zu Seite stellen – und Klartext sprechen. Der Kultfußballer, Freistoßkünstler und Trainingsverächter „ballert“ wieder. Schön selbstironisch, versteht sich.

Wild West Girls and Boys – and Friends“ in der Drehleier

Willkommen im Abenteuerland, in dem Boogie, Clogging, Showtanz und Operette sich die Hände reichen. Mit ganz viel sexy Körperkunst.

… efa Improtheater im Fraunhofer Theater

Ein Gag nach dem anderen. Einfach so rausgehaut. Seit mehr als 25 Jahren stellt sich das Impro-Ensemble in seinen Shows den Zurufen aus dem Publikum und verwandelt sie in pures Humor-Gold. Die Sy- napsen knistern und singen. Immer wieder toll.