Cabaret
Residenztheater

Cabaret

Sonntag, 01.02.2026
16:00 Uhr

Residenztheater, Max-Joseph-Platz 1, 80539 München
Musicals

Cabaret

Musical von Joe Masteroff (Buch), John Kander (Musik) und Fred Ebb (Gesangstexte)

nach dem Stück «Ich bin eine Kamera» von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood

aus dem Englischen von Robert Gilbert

Premiere 12. Dezember 2025

Das legendäre Musical «Cabaret» führt uns in die schillernde Welt des Kit-Kat-Clubs der 1930er-Jahre. Jeden Abend begeistert die enigmatische Künstlerin Sally Bowles mit ihrem berühmten Song «Life is a Cabaret» das Publikum, das Dekadenz und Diversität feiert. Der junge Amerikaner Clifford Bradshaw verfällt diesem sinnlich aufgeladenen Kosmos. Doch gleichzeitig zieht etwas Dunkles herauf, das sich immer stärker in den Alltag der lebenslustigen Lebenskünstler*innen einschleicht.

«Willkommen, bienvenue, welcome … Fremder, étranger, stranger …» So beginnt das legendäre Musical «Cabaret» – mit der lockenden Einladung des Conférenciers, die schillernde Welt des Kit-Kat-Clubs zu betreten, in dem die enigmatische Künstlerin Sally Bowles jeden Abend ihren berühmten Song «Life is a Cabaret» zum Besten gibt. Dieser Einladung folgt auch der junge amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw. Als Fremder ist er nach Berlin gekommen, um keine Sekunde von dem zu verpassen, was in dieser pulsierenden Stadt hier vor sich geht. «Ich bin eine Kamera mit offenem Verschluss, ganz passiv, ich nehme auf, ich denke nicht.» Cliff, zunächst nur neugieriger Beobachter, verfällt zunehmend diesem sinnlich aufgeladenen Kosmos. Gleichzeitig zieht etwas Dunkles herauf – politisch und gesellschaftlich –, das sich immer stärker in den Alltag der Lebenslustigen einschleicht. Doch im Zustand des großen «Davor» wird gefeiert, getanzt und gesungen – ausgelassen, jubelnd und … irrsinnig!

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Alle Bilder: © Residenztheater

Für den britisch-amerikanischen Autor Christopher Isherwood (1904–1986), dessen zwei autobiografische Berlin-Romane als Vorlage für «Cabaret» dienten, war sein erster Besuch in dieser Stadt eines der einschneidendsten Erlebnisse seines Lebens. Hielt er «Berlin-Babylon» zunächst noch für einen «Reklamespruch» im Wettbewerb mit dem mythischen Paris, erlebt er in Berlin einen «gewaltigen Mummenschanz der Perversionen» und eine nie gekannte Freiheit. Als die politische Lage immer bedrohlicher wird, verlässt er schließlich Deutschland Richtung Griechenland: Als Homosexueller weiß er, dass er in Gefahr ist.

Der international gefragte Opernregisseur Claus Guth nähert sich dem «Cabaret» – die legendäre Verfilmung entstand in München – aus seiner ganz eigenen Perspektive. Das detailliert-dokumentarische Zeitbild der 1930er-Jahre in Berlin wird für ihn zu einer Forschungsreise ins Innere. Ein unsicherer junger Mann, ein Schriftsteller, der noch nicht viel erlebt hat, probiert sich in allen Facetten seiner Möglichkeiten aus und findet – in der Konfrontation mit der größtmöglichen Intensität von Wirklichkeit – zu sich selbst und seiner Identität.

Künstlerische Leitung

Inszenierung: Claus Guth

Musikalische Leitung: Stephen Delaney

Bühne: Étienne Pluss

Kostüme: Bianca Deigner

Soundkomposition: Mathis Nitschke

Licht: Gerrit Jurda

Choreografie: Sommer Ulrickson

Dramaturgie: Yvonne Gebauer, Almut Wagner

Besetzung

Emcee, Conférencier: Vincent Glander

Sally Bowles: Vassilissa Reznikoff

Clifford Bradshaw: Thomas Hauser

Clifford Bradshaw: Michael Goldberg

Fräulein Schneider: Cathrin Störmer

Herr Schultz: Robert Dölle

Ernst Ludwig: Vincent zur Linden

Fräulein Kost: Myriam Schröder

Kit Kat Girl: Stephanie Marin

Kit Kat Girl: Julia Taschler

Kit Kat Girl: Sophie Mefan

Kit Kat Girl: Hannah Chioma Ekezie

Kit Kat Boy: Simone Centonze

Kit Kat Boy: Edward Serban

Kit Kat Boy: Luca Skupin

Die Besprechung unseres Theaterexperten Peter Eidenberger:

Auch das Residenztheater macht etwas mit Musik. Legendäre Musik, denn etliche Nummern aus dem 1966 uraufgeführten Musical „Cabaret“ sind längst Hits, die nicht zuletzt Liza Minnelli zu ihrer Weltkarriere verholfen haben (durch die Verfilmung des Stoffes von Bob Fosse 1972).

Am Resi inszeniert nun Opernspezialist Claus Guth, er zeigt die Geschichte um ein Glamour-Girl aus dem Berlin der frühen 1930er Jahre als Erinnerungsreigen. Ein Hotelzimmer, Clifford, ein alter amerikanischer Schriftsteller (Michael Goldberg) – der Stoff basiert auf Erzählungen von Christopher Isherwood – erinnert sich, weil Musik im Radio läuft. Sein Alter Ego in jung kommt hinzu (Thomas Hauser), gleicher Mantel, gleicher Schal. Und schon vermischen sich die Zeitebenen.

Aus dem Hotelzimmer wird immer wieder ein Hotelflur, aus Vorhängen und Türen kommt das hervor, was Clifford in den Bann zieht: der Kit Kat Klub mit seinem lasziv-knapp bekleideten Dance-Line-Up, der Conférencier im Glitzeranzug und der Star, die Sängerin Sally Bowles. Eine schillernde Gegenwelt für den biederen Amerikaner, aber auch zum Berlin am Ende der Weimarer Republik. Im Hotel wird getanzt und geliebt, auch schon mal zu mehreren im Bett, es wird zart geflirtet und dabei gezaubert. Bis die neue Zeit einzieht: ein eher unscheinbarer Junge mit Fahne singt naiv zart: „Der morgige Tag ist mein“.

Der Tanz auf dem Vulkan endet: Die Bühne öffnet sich bis zur Brandmauer, nur noch Hotel-Rudimente, beschädigt, es wird kalt, Schnee, Nebel, Naziuniformen. Und Vincent Glander, brillant als Conférencier und Kommentator, wird zum Horrorclown – der Albtraum hat begonnen. Das Haus tobt nach gut zweieinhalb Stunden für einen besonderen Abend: kluges Konzept, überzeugende Regie in den Textszenen (selten genug im Musical), starke Ensembleleistung (auch wenn manche Singstimme Grenzen kennt), tolle Varieté-Choreographien, das Orchester schmal besetzt, aber fulminant (nur manchmal zu laut, Leitung: Stephen Delaney). Herausragend natürlich Vassilissa Reznikoff als Sally: angeschickerte Kindfrau, dauerrauchend, neben Sängerin auch Pole-Dancerin, mit Star-Bewusstsein, für die dauerhafte Zweisamkeit aber nicht gemacht: Ihr „Life is a cabaret“ demonstriert sie direkt vor der ersten Reihe im Parkett und singt und windet sich Schmerz, Lust und Seele aus dem Leib.

Der Blick geht an diesem Abend aber nicht nur zurück. Wenn Cathrin Strömers Fräulein Schneider an der Rampe steht und sich rechtfertigt für ihr Mitläufertum, keine Verlobung mit einem Juden (Robert Dölle): „Was bleibt mir denn für eine andere Wahl?“ – dann leuchtet das Saallicht auf uns alle. Dann geht‘s um die Wahl, die wir jetzt noch haben.

Termine & Tickets

Sonntag, 01.02.2026 16:00 Uhr – w/ English surtitles ausverkauft
Samstag, 07.02.2026 19:30 Uhr – w/ English surtitles ausverkauft
Samstag, 21.02.2026 19:30 Uhr – w/ English surtitles ausverkauft
+ weitere Termine

Veranstaltungsort / Karte

Residenztheater
Adresse: Max-Joseph-Platz 1, 80539 München

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