Cabaret
Residenztheater

Cabaret

Donnerstag, 15.10.2026
19:30 Uhr – 21:30 Uhr

Residenztheater, Max-Joseph-Platz 1, 80539 MĂŒnchen
Musicals

Cabaret

Musical von Joe Masteroff (Buch), John Kander (Musik) und Fred Ebb (Gesangstexte)

nach dem StĂŒck «Ich bin eine Kamera» von John van Druten und ErzĂ€hlungen von Christopher Isherwood

aus dem Englischen von Robert Gilbert


Premiere 12. Dezember 2025



Das legendĂ€re Musical «Cabaret» fĂŒhrt uns in die schillernde Welt des Kit-Kat-Clubs der 1930er-Jahre. Jeden Abend begeistert die enigmatische KĂŒnstlerin Sally Bowles mit ihrem berĂŒhmten Song «Life is a Cabaret» das Publikum, das Dekadenz und DiversitĂ€t feiert. Der junge Amerikaner Clifford Bradshaw verfĂ€llt diesem sinnlich aufgeladenen Kosmos. Doch gleichzeitig zieht etwas Dunkles herauf, das sich immer stĂ€rker in den Alltag der lebenslustigen LebenskĂŒnstler*innen einschleicht.


«Willkommen, bienvenue, welcome … Fremder, Ă©tranger, stranger  » So beginnt das legendĂ€re Musical «Cabaret» – mit der lockenden Einladung des ConfĂ©renciers, die schillernde Welt des Kit-Kat-Clubs zu betreten, in dem die enigmatische KĂŒnstlerin Sally Bowles jeden Abend ihren berĂŒhmten Song «Life is a Cabaret» zum Besten gibt. Dieser Einladung folgt auch der junge amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw. Als Fremder ist er nach Berlin gekommen, um keine Sekunde von dem zu verpassen, was in dieser pulsierenden Stadt hier vor sich geht. «Ich bin eine Kamera mit offenem Verschluss, ganz passiv, ich nehme auf, ich denke nicht.» Cliff, zunĂ€chst nur neugieriger Beobachter, verfĂ€llt zunehmend diesem sinnlich aufgeladenen Kosmos. Gleichzeitig zieht etwas Dunkles herauf – politisch und gesellschaftlich –, das sich immer stĂ€rker in den Alltag der Lebenslustigen einschleicht. Doch im Zustand des großen «Davor» wird gefeiert, getanzt und gesungen – ausgelassen, jubelnd und 
 irrsinnig!


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Alle Bilder: © Residenztheater


FĂŒr den britisch-amerikanischen Autor Christopher Isherwood (1904–1986), dessen zwei autobiografische Berlin-Romane als Vorlage fĂŒr «Cabaret» dienten, war sein erster Besuch in dieser Stadt eines der einschneidendsten Erlebnisse seines Lebens. Hielt er «Berlin-Babylon» zunĂ€chst noch fĂŒr einen «Reklamespruch» im Wettbewerb mit dem mythischen Paris, erlebt er in Berlin einen «gewaltigen Mummenschanz der Perversionen» und eine nie gekannte Freiheit. Als die politische Lage immer bedrohlicher wird, verlĂ€sst er schließlich Deutschland Richtung Griechenland: Als Homosexueller weiß er, dass er in Gefahr ist.


Der international gefragte Opernregisseur Claus Guth nĂ€hert sich dem «Cabaret» – die legendĂ€re Verfilmung entstand in MĂŒnchen – aus seiner ganz eigenen Perspektive. Das detailliert-dokumentarische Zeitbild der 1930er-Jahre in Berlin wird fĂŒr ihn zu einer Forschungsreise ins Innere. Ein unsicherer junger Mann, ein Schriftsteller, der noch nicht viel erlebt hat, probiert sich in allen Facetten seiner Möglichkeiten aus und findet – in der Konfrontation mit der grĂ¶ĂŸtmöglichen IntensitĂ€t von Wirklichkeit – zu sich selbst und seiner IdentitĂ€t.


KĂŒnstlerische Leitung

Inszenierung: Claus Guth

Musikalische Leitung: Stephen Delaney

BĂŒhne: Étienne Pluss

KostĂŒme: Bianca Deigner

Soundkomposition: Mathis Nitschke

Licht: Gerrit Jurda

Choreografie: Sommer Ulrickson

Dramaturgie: Yvonne Gebauer, Almut Wagner


Besetzung

Emcee, Conférencier: Vincent Glander

Sally Bowles: Vassilissa Reznikoff

Clifford Bradshaw: Thomas Hauser

Clifford Bradshaw: Michael Goldberg

FrÀulein Schneider: Cathrin Störmer

Herr Schultz: Robert Dölle

Ernst Ludwig: Vincent zur Linden

FrÀulein Kost: Myriam Schröder

Kit Kat Girl: Stephanie Marin

Kit Kat Girl: Julia Taschler

Kit Kat Girl: Sophie Mefan

Kit Kat Girl: Hannah Chioma Ekezie

Kit Kat Boy: Simone Centonze

Kit Kat Boy: Edward Serban

Kit Kat Boy: Luca Skupin


Die Besprechung unseres Theaterexperten Peter Eidenberger:


Auch das Residenztheater macht etwas mit Musik. LegendĂ€re Musik, denn etliche Nummern aus dem 1966 uraufgefĂŒhrten Musical „Cabaret“ sind lĂ€ngst Hits, die nicht zuletzt Liza Minnelli zu ihrer Weltkarriere verholfen haben (durch die Verfilmung des Stoffes von Bob Fosse 1972).

Am Resi inszeniert nun Opernspezialist Claus Guth, er zeigt die Geschichte um ein Glamour-Girl aus dem Berlin der frĂŒhen 1930er Jahre als Erinnerungsreigen. Ein Hotelzimmer, Clifford, ein alter amerikanischer Schriftsteller (Michael Goldberg) – der Stoff basiert auf ErzĂ€hlungen von Christopher Isherwood – erinnert sich, weil Musik im Radio lĂ€uft. Sein Alter Ego in jung kommt hinzu (Thomas Hauser), gleicher Mantel, gleicher Schal. Und schon vermischen sich die Zeitebenen.


Aus dem Hotelzimmer wird immer wieder ein Hotelflur, aus VorhĂ€ngen und TĂŒren kommt das hervor, was Clifford in den Bann zieht: der Kit Kat Klub mit seinem lasziv-knapp bekleideten Dance-Line-Up, der ConfĂ©rencier im Glitzeranzug und der Star, die SĂ€ngerin Sally Bowles. Eine schillernde Gegenwelt fĂŒr den biederen Amerikaner, aber auch zum Berlin am Ende der Weimarer Republik. Im Hotel wird getanzt und geliebt, auch schon mal zu mehreren im Bett, es wird zart geflirtet und dabei gezaubert. Bis die neue Zeit einzieht: ein eher unscheinbarer Junge mit Fahne singt naiv zart: „Der morgige Tag ist mein“.


Der Tanz auf dem Vulkan endet: Die BĂŒhne öffnet sich bis zur Brandmauer, nur noch Hotel-Rudimente, beschĂ€digt, es wird kalt, Schnee, Nebel, Naziuniformen. Und Vincent Glander, brillant als ConfĂ©rencier und Kommentator, wird zum Horrorclown – der Albtraum hat begonnen. Das Haus tobt nach gut zweieinhalb Stunden fĂŒr einen besonderen Abend: kluges Konzept, ĂŒberzeugende Regie in den Textszenen (selten genug im Musical), starke Ensembleleistung (auch wenn manche Singstimme Grenzen kennt), tolle VarietĂ©-Choreographien, das Orchester schmal besetzt, aber fulminant (nur manchmal zu laut, Leitung: Stephen Delaney). Herausragend natĂŒrlich Vassilissa Reznikoff als Sally: angeschickerte Kindfrau, dauerrauchend, neben SĂ€ngerin auch Pole-Dancerin, mit Star-Bewusstsein, fĂŒr die dauerhafte Zweisamkeit aber nicht gemacht: Ihr „Life is a cabaret“ demonstriert sie direkt vor der ersten Reihe im Parkett und singt und windet sich Schmerz, Lust und Seele aus dem Leib.

Der Blick geht an diesem Abend aber nicht nur zurĂŒck. Wenn Cathrin Strömers FrĂ€ulein Schneider an der Rampe steht und sich rechtfertigt fĂŒr ihr MitlĂ€ufertum, keine Verlobung mit einem Juden (Robert Dölle): „Was bleibt mir denn fĂŒr eine andere Wahl?“ – dann leuchtet das Saallicht auf uns alle. Dann geht‘s um die Wahl, die wir jetzt noch haben.

Termine & Tickets

Donnerstag, 15.10.2026 19:30 Uhr – 21:30 Uhr Tickets
Freitag, 16.10.2026 19:30 Uhr – 21:30 Uhr Tickets
Samstag, 17.10.2026 19:30 Uhr – 21:30 Uhr Tickets
+ weitere Termine

Veranstaltungsort / Karte

Residenztheater
Adresse: Max-Joseph-Platz 1, 80539 MĂŒnchen

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