Konzerte im März: Frauen an die Macht!

Konzerte im März: Frauen an die Macht!

Musikalische Rebellion zum Weltfrauentag, Franz Ferdinand entpuppen sich als Indie-Rock-Götter und die Metal-Institution Heaven Shall Burn macht Front gegen Rechts

SOPHIA

Die textliche Stärke von SOPHIA: große Gefühle in klare, nahbare Worten zu fassen. Musikalisch? Großer Pop, eh klar! Ihr Geheimnis: Irgendwo zwischen Verletzlichkeit und Aufbruch trifft sie einen Ton, der vielen aus der Seele spricht. Nach erfolgreichen Alben und ausverkauften Shows schlägt sie nun das nächste Kapitel auf: Die „Durch die Blume“-Tour führt sie nun auch zu uns und verspricht einen Abend voller Emotionen und dieser besonderen Nähe, die ihre Konzerte so besonders macht. (11.3. TonHalle)


Uli Sailor

Danger Dan hat’s vorgemacht, vom HipHop zum Piano. Jetzt zieht Uli Sailor von der Terrorgruppe nach und macht vom Punk ausgehend zum Klavier rüber. Aber: Punk, nur mit Piano? Ganz ohne Stromgitarren? Yep, funktioniert! Kann man nachhören und zwar auf der EP „Für immer jung“. Mit maximaler Intensität bringt Sailor eine ganze Szene in Bewegung und rockt mit seinen Mitgrölsongs über Liebe, Verlust und Haltung vom Jugendzentrum bis – zum ebenfalls nicht sehr frauenfreundlichen – Rock am Ring. Live garantiert kein gediegener Klavierabend, sondern eher purer Punkismus – halt auf Tasten, statt auf Saiten. (11.3. Backstage Club)


Leech

Wer es mit instrumentalen, jederzeit progressiv aufrockenden Klangwelten jenseits gängiger Hörgewohnheiten hat, die/der kommt dieser Tage nicht an Leech vorbei: Tanzbare Rhythmen und eingängige Melodielinien treffen auf detailreiche Soundscapes und exzentrische Klangteppiche. Live verschmelzen dabei treibende Songs und perfekt abgestimmte Visuals zu einem audiovisuellen Sog von epischer Wucht. Special Guests: Lucid Void. (11.3. Kranhalle)


UB40

Seit über vier Jahrzehnten liefern UB40 nun schon den Soundtrack für entspannte Sommerabende. Ihre Mischung aus Reggae und Pop, stets durchdrungen von einem radikal politischen Unterton – immerhin so will es die Legende, wurden UB40 aufgrund ihrer linken Gesinnung jahrelang vom MI5 überwacht – machte die Band aus Birmingham zu einer der prägenden britischen Formationen der 80er. Spätestens mit „Red Red Wine“, „Kingston Town“ oder „(I Can’t Help) Falling In Love With You“ wurden sie weltweit zu Dauerbrennern im Radio. Doch UB40 waren nie nur Hitlieferanten, sondern immer auch Chronisten ihrer Herkunft zwischen Working-Class und Multikultti. Absoluter Pflichttermin! (12.3. TonHalle)


Samantha Fish

Samantha Fish spielt längst in ihrer eigenen Liga: eine Gitarristin mit technischer Finesse ist sie, zudem mit phänomenaler Bühnenpräsenz. Spätestens seit „Death Wish Blues“ – Grammy-nominiert und gemeinsam mit Jesse Dayton aufgenommen – ist klar, dass hier kein biederes Blues-Revival betrieben wird, sondern bluesige Rockmusik mit Biss entsteht. Mit „Paper Doll“, erstmals mit ihrer perfekt eingespielten Touring Band aufgenommen, dreht sie nun den Energieregler weiter auf Maximum. Support: The Zac Schulze Gang (15.3. Technikum)


Eileen Alister

„Sie hat gesungen, seit sie sprechen kann“, behaupten zumindest Menschen, die der 23-jährigen Schweizer Sängerin und Songwriterin Eileen Alister nahestehen. Mit 13 Jahren begann sie, Covers auf Social Media zu posten, und auch ihre Leidenschaft fürs Komponieren zeigte sich schon früh: Mit nur acht Jahren schrieb sie ihren ersten eigenen Song. In Sachen Pop ist der jungen Frau aus Zürich nichts fremd: Electro, Gitarren, House – egal, Hauptsache es funkt. (15.3. Strom)


Angus McSix

Angus McSix schlagen wieder zu: Nach Chart-Erfolg und Festivalabriss liefern die Hero-Metal-Helden nun noch eine Nummer epischer ab: Einhörner, Goblins, tanzende Dinos. Irgendwo zwischen Manowar, Modern Talking und komplettem Irrsinn. Pflichttermin für humorvolle Power-Metal-Fans. Special Guests: Bloodbound und Brainstorm. (15.3. Backstage Halle)


The Academic

Aus der irischen Provinz direkt ins internationale Indie-Rampenlicht: The Academic sind der beste Beweis dafür, dass große Gitarrenhymnen keine urbanen Metropolen brauchen um ihr Publikum anzusprechen. Mit knackigen Riffs, euphorischen Refrains und sympathischer Bodenhaftung hat sich das Quartett von der Schülerband zum Festival-Favoriten hochgespielt. Ihr Sound ist dabei ebenso melodisch wie energetisch und stets offen für Einflüsse von New Wave bis Classic Indie – ohne freilich je die eigene Handschrift zu verlieren. (16.3. Technikum)


Austra

Mit ihrem aktuellen Domino-Release „Chin Up Buttercup“ brachte die Kanadierin Katie Stelmanis alias Austra 2025 endlich wieder ihre Version des erfrischenden Synthpop irgendwo zwischen Herzschmerz, Katharsis und 90s-Eurodance-Vibe zu Gehör. Nach sage und schreibe fünf Jahren Kreativpause treffen nun wieder Clubbeats auf das ganze große Opern-Drama, Melancholie auf Euphorie – persönlich, tanzbar, intensiv. Ein Mini-Comeback, das glitzert und trotzdem ein klein bisschen wehtut. So muss das…! (17.3. Technikum)


Deadletter

Man nehme die spleenige Wucht von The Fall und paare sie mit der motorischen Dringlichkeit von LCD Soundsystem, schwupps, da sind sie auch schon: Deadletter. Es treibt, es kratzt und es tanzt – und das zu oftmals recht düsteren Themen, die hier zwar in aller Nachdrücklichkeit, niemals aber bleischwer verhandelt werden, sondern vielmehr mit erzählerischer Leichtigkeit und trockenem Humor ironisch aufbereitet daherkommen. (18.3. Strom)


Black Sea Dahu

Zwischen Indie-Folk, Chamber-Pop und Art-Rock entzieht sich die Musik von Black Sea Dahu wahrlich jeder Schublade. Ihr Sound will nicht beeindrucken, eher will er verbinden, tragen, überleben. In einer dröhnenden Welt schenken Black Sea Dahu etwas sehr Seltenes: stille Wahrhaftigkeit. Support: Solong. (18.3. Muffathalle)


Navacha

Navacha verbindet HipHop und Cloud-Rap mit tiefen, oft introspektiven Texten und atmosphärischen Beats. Auf seiner „Überlebt Tour“ lotet der bärtige Wortakrobat mit gefühlvollen Tracks die Spannweite zwischen verletzlicher Sensibilität und rebellischer Energie aus und lädt dazu ein, einfach mal gemeinsam das Leben zu feiern. Gute Idee! (19.3. Hansa 39)


Spidergawd

Aus Trondheim kommen Spidergawd mit druckvolle Gitarren, wuchtigem Schlagzeug und einem Saxophon daher, das mehr nach Straße als nach Jazzclub klingt. Was als Nebenprojekt begann, wuchs sich über die Jahre zu einer eigenständigen Marke aus. Seit Kurzem, mit zusätzlicher Gitarre zur ohnehin massiven Besetzung, verdichtete sich ihr Klangspektrum zuletzt zu einem nahezu physisch spürbaren Wall of Sound, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. (19.3. Strom)


Youn Sun Nah

Bei Youn Sun Nah wird der Jazz immer ein bisschen weitergefasst und -dacht. Seit nun auch schon 25 Jahren lotet die koreanische Star-Sängerin musikalische Freiheit, Experimentierfreude und Emotionen neu aus. Soeben erschien ihr 13. Album, diesmal wieder mit dem ganz klaren Fokus auf das eigene Songwriting. Atmosphärisch, reduziert und überraschend zugleich begegnet sie darauf der geneigten Hörerschaft, die sich schon sehr auf die elegante Grenzüberschreitungen bei ihrem Konzert freuen darf. (20.3. Alte Kongresshalle)


David Orlowsky

Muss man sich jetzt, wo Giora Feidman stramm auf seinen 90. Geburtstag zusteuert (am 25.3. ist es soweit) und voraussichtlich nicht mehr so oft live auftreten wird, um die Klezmer-Musik sorgen? Nicht wirklich, denn mit David Orlowsky ist da ein Klarinettist der jungen Generation, der sein Instrument zuweilen wie eine menschliche Stimme singen lässt. Gemeinsam mit den CHAARTS – Chamber Artists widmet er sich nun in seinem Programm „The Soul of Klezmer“ hingebungsvoll der jüdischen Musik, wobei dann erwartungsgemäß Tradition auf Gegenwart und Klassiker auf Eigenkompositionen treffen. (21.3. Prinzregententheater)


Heaven Shall Burn

Nach einer schweißtreibenden Festivalsaison ziehen Heaven Shall Burn nun wieder zurück in die Hallen, wo es – so deren überlieferter subjektiver Eindruck – sich noch etwas intensiver anfühlt. Mit im Gepäck: „Heimat“, ein Album, das europaweit die Charts aufmischte und live nun seine volle Wucht entfalten wird. Die Thüringer Metal-Institution steht für Härte und Herzblut aber auch für Haltung, vor allem gegen Rechts, man höre nur ihre Antifa-Hymne „Keinen Schritt zurück“ feat. Donots. Mit am Start sind: The Halo Effect, The Black Dahlia Murder und Frozen Souls. (21.3. Zenith)


Sprints

Und auch Sprints melden sich wieder zurück: Lauter, schärfer und mit deutlich gespitzteren Ellbogen als bisher, sofern das überhaupt möglich ist… Das Dubliner Quartett um Karla Chubb nutzt Umbrüche, Reibung und Weltchaos als Treibstoff und gießt all das in aufrüttelnde Songs, die gleichermaßen drängen und nachhallen. Punk-Energie trifft auf kantigen Rock, rohe Wucht auf überraschende Tiefe. Wer wissen will, wie sich musikalische Gegenwart anfühlt, sollte das hier nicht verpassen. Special Guest: Marathon. (22.3. Strom)


French Police

French Police aus Chicago mischt Alternative, Indie, Post-Punk und Darkwave zu einem rhythmisch dichten, melancholischen Sound. Ihre Musik kombiniert Gitarren- und Synthklänge zu tanzbaren, zugleich emotional aufgeladenen Stücken – perfekt für Fans von dunkleren, introspektiven Indie-Vibes. (23.3. Hansa 39)


Dekker

Der US-amerikanische Singer/Songwriter Brookln Dekker erlangte bereits gemeinsam mit seiner Ehefrau Ruth mit der Indie-Folk-Formation Rue Royale Kultstatus, legt nun aber mit seinem aktuellen Album „Neither Up Nor Down“ sein bislang ambitioniertestes (Solo-)Werk vor. Der exzellente Singer/Songwriter mit dem überdimensionierten Sonnenhut auf dem Kopf steht für mutiges, dennoch aber auch immer klar strukturiertes Songwriting. Muss ich hin! (24.3. Muffathalle)


Ian Fisher

Ian Fisher verließ bereits mit 21 Jahren seine Heimat Missouri, um 15 Jahre lang durch Europa zu tingeln. Sein Folk-Rock verbindet die ländliche Prägung des Mittleren Westens mit dunkler, kontemplativer Feinheit, die er auf seinem Europa-Trip entwickelt hat. Einfach, aber tiefgründig: Früh-Jeff-Tweedy-Vibes treffen auf Townes-Van-Zandt-Sentimentalität und Billy-Bragg-Reflexionen. Fast zweitausend Songs später tourt er durch drei Kontinente, während seine Alben die Kritik, etwa im Rolling Stone überzeugen. Und falls es jemanden interessiert: Wenn Fisher nicht auf der Bühne steht, arbeitet er in seinem Wiener Studio oder auf der Familienfarm in Missouri. Support: Rosalie und Wanda. (27.3. Heppel & Ettlich)


Antifuchs

Scheiß Leben, gute Songs … so lässt sich Antifuchs‘ Attitüde vielleicht am besten zusammenfassen. „Ich hasse Menschen…, die Menschen hassen!“, schallt es zudem aus den Lautsprechern und alle, die zuhören, atmen erleichtert auf und nicken zustimmend: Die Grande Dame des ebenso feministischen wie antifaschistischen Rap trifft mit ihren aufrüttelnden Texten und einem Sound irgendwo zwischen Kool Savas, Limp Bizkit und Girl Gang im Skate-Park oftmals den Nagel auf den Kopf. Unverzichtbar, dieser Tage! (28.3. Strom)


Franz Ferdinand

Franz Ferdinand sind längst mehr als nur eine Band. „Bewegungsgenerator für Generationen“ stand irgendwo zu lesen. Haha. Okay, schöner Versuch, merke ich mir. Seit ihrem Durchbruch beliefern die Indie-Rock-Götter nämlich gleichermaßen Hirn und Hüften der anspruchsvollen Indie-Crowd mit dem besten Stoff, den man kriegen kann. Statt Nostalgie gibt’s bei ihnen aber stets neue Ideen, dazu ebenso innovative wie scharfkantige Riffs und immer wieder auch diesen unverkennbaren, ja einzigartigen Sinn fürs ganz große Drama auf der Tanzfläche. Support: Irnini Mons. Opener: The Great Leslie. (31.3. Zenith)