Musikalische Rebellion zum Weltfrauentag, Franz Ferdinand entpuppen sich als Indie-Rock-Götter und die Metal-Institution Heaven Shall Burn macht Front gegen Rechts
Sigrid
Zeit wird’s, dass die norwegische Electropop-Prinzessin Sigrid ihr drittes Album „There’s Always More That I Could Say“ endlich auch live zu Gehör bringt. Zwischen Verliebtheit, Herzschmerz und Selbstfindung klingt ihre Popvariante dermaßen hymnisch, ehrlich und befreit, dass es nur sehr schwer ist hierbei nicht mit zu wippen. Nach einer bewussten Auszeit vom „Content“-Dauerrauschen wirken die neuen Songs kraftvoll und verletzlich zugleich. Support: Nell Mescal. (4.3. Muffathalle)
Doctor Krápula
Rock-Klassiker im Cumbia-Gewand? Latin-Evergreens als schweißtreibender Punk-Rock? Die herrlich unkonventionelle Latin-Rock-Institution Doctor Krápula ist bekannt für seine energiegeladenen Shows, die gelegentlich mehr einer musikalischen Revolution gleichen als einem klassischen Konzertevent. Neben ihren größten Hits und der gewohnt explosiven Bühnenpräsenz liefert die Band aus Kolumbien ein interaktives Extra, bei dem das Publikum mitentscheidet was auf der Bühne gespielt wird. Dabei ist alles möglich – Hauptsache, es knallt und niemand bleibt still stehen. (7.3. Ampere)
Internationalen Frauentag im Import Export
Vor ein paar Tagen wurden wieder ein paar Festival-Line Ups auf ihre Frauenquote überprüft. Das Ergebnis? Nach wie vor unbefriedigend! Beim kalifornischen Coachella lediglich 27% und beim New Yorker Governor’s Ball gerade mal 28. Und die beiden waren noch die besseren, von den größeren… Zeit, mal wieder auf Gleichberechtigung zu pochen. Zeit für den Internationalen Frauentag, in dessen Rahmen am 8. März musikalisch einiges geboten ist: Das Import Export etwa spannt mit zwei Veranstaltungen einen musikalischen Bogen von roher Energie und tanzbarer Wut bis hin zu konzentriertem Zuhören und experimenteller Intimität. Los geht’s bereits am 6. mit den Art-Punks von Lemongrab, der Münchner Italo-Pop-Institution Principess und der Disco-House-EBM-Künstlerin Lily Lillemor. Dann am 8. treten schließlich an: Die Noise- und Improvisationskünstlerin Farida Amadou, die Multiinstrumentalistin und Komponistin Marja Burchard (Embryo), die gemeinsam mit Simon Popp am experimentellen World-Jazz feilt und Fallwander, der seit jeher für großartigen Ambient-Chamber-Pop steht.
Internationalen Frauentag im Milla
Und auch die Milla positioniert sich klar zum, wie er mancher Orts auch heißt: „Feministischen Kampftag“. Für Frauenrechte, Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung werden Rike van Kleef, Laura Lee & The Jettes, Frachild und Pillbert an den Start gehen. Geboten wird dann ab 16 Uhr eine Autorenlesung zu van Kleefs Buch „Billige Plätze – Gender, Macht und Diskriminierung in der Musikbranche“ und zwar im Milla Café im FatCat. Abends aber wird dann im Club am Glockenbach auch kräftig Krach gemacht, wenn Kraut- auf Indierock und Slowcore auf Folk treffen. (8.3. ebenda)
„We Won’t Shut Up!“
Und wenn wir grad schon dabei sind. Den gesamten März geht’s unter dem Motto „We Won’t Shut Up!“ auch in der Glockenbachwerkstatt ums weibliche Ganze. Geht ruhig mal auf die Seite wewontshutup.org, Höhepunkt ist freilich der Konzertabend mit Vandalisbin, Kokonelle & ROPA., Berivan Kaya und Güner Künier. (8.3. ebenda)
Alice Merton
„No Roots“, wir erinnern uns gerne, war seinerzeit der Megahit von Alice Merton. In ihren Songs erzählt die in Deutschland geborene, in Kanada und England aufgewachsene Singer/Songwriterin von Selbstfindung, Freiheit und dem puren Lebensgefühl. Live setzt sie diese Energie mit ihrer Band in mitreißende Momente um. Vielseitige Songs treffen auf melodischen Rock und eingängigen Indie-Pop, der sofort im Ohr bleibt. Support: Lias. (9.3. Technikum)
Fuzzman
20 Jahre Fuzzman – 20 Jahre wild-eklektischer Stil-Mixmax aus Soul-Pop, Indie-Disco, Noise-Folk, Kärntnerlied und Schlager, der sein Schaffen prägt. Auf der Jubiläumstour gibt’s nun ein Potpourri aus Klassikern, Hits und Obskuritäten. Danach wartet die Zukunft… (9.3. Milla)
bar italia
Zwei hochgelobte Matador-Alben in wenigen Monaten – „Tracey Denim“ und „The Twits“, dazu über 160 Shows weltweit: Das Londoner Trio bar italia hat die letzten Jahre im Eiltempo durchschritten. Von Istanbul bis Tokio, ausverkaufte Mehrfach-Abende in New York und L.A., Festivals wie Glastonbury oder Coachella. Live inzwischen als fünfköpfige Wucht – zwischen rockiger Eskalation und intimer Gänsehaut. (9.3. Ampere)
The Tazers
Die südafrikanische Psychedelic-Rock-Band The Tazers setzt auf fuzzige Gitarren, mehrstimmigen Gesang und treibende Rhythmen. Mit Einflüssen aus klassischem Rock und modernen Klangstrukturen bringen sie energiegeladene Shows auf die Bühnenbretter, die gleichermaßen Retro-Vibes wie zeitgenössische Grooves vereinen. (10.3. Kranhalle)
