Samstag, 2. August 2014
ALLE VERANSTALTUNGEN
für 14 Tage & Nächte in München

Swan Lake Reloaded: Brücken schlagen

Heute im Prinzregententheater... mehr
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Fredrik Rydman, der sich völlig zu Recht als „Showmagier“ feiern lässt, greiftt auf das klassischste aller klassischen Ballette zurück – Tschaikowskys Meisterwerk „Schwanensee“ –, um den Tanz zeitgemäß neu zu befeuern. Er führt kühn die Hochkultur mit dem Streetdance zusammen und bindet den berühmten Schwanengesang in eine sehr großstädtische Erzählung ein.

 

Kulturfestival: Moop Mama u.a.

Heute im Stadtpark Gräfelfing... mehr
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Mit den Livebands: Mother’s Cake, Grand Slam, George Shearing Revival Band, Moop Mama, Das Getränk, Original Wiener Praterkasperl

 

22 Jump Street: Party, Spaß und gute Laune

Jetzt im Kino... mehr
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Weil’s beim ersten Mal gar so schön war, erfährt auch „21 Jump Street“ eine Fortsetzung. In der Action-Komödie müssen die beiden Officer Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) als verdeckte Ermittler nun aufs College, um einem Drogenring und einer neuen, lebensgefährlichen Designerdroge auf die Spur kommen... Der Plot allerdings ist ziemlich egal, hier geht’s um Slapstick, dumme Sprüche, grobe Späße, allerlei Substanzen – und Selbstironie ist dankenswerterweise die größte Tugend des erfolgsverwöhnten Regieduos Phil Lord und Chris Miller.

 

The Purge: Anarchy

Jetzt im Kino... mehr
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Freinacht. Einmal pro Jahr gibt’s das große Aufräumen, zwölf Stunden, in denen Mord und Totschlag ungesühnt bleiben. Weil James DeMonacos Horrorstreifen „The Purge – Die Säuberung“ so erfolgreich war, gibt es, kaum ein Jahr später, die Fortsetzung und man darf diesen deftigen Horror-Action-Trip auch als Kritik am US-Waffenfetischismus, am Abbau des Sozialstaats und der Dekadenz der Super-Reichen lesen.

 

Monika Roscher BigBand: Indie-Jazz

Heute im Olympiapark Theatron... mehr
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Die Gitarristin, Komponistin und BigBand-Leaderin bereichert ihre Jazznotes mit Indie, Elektro, Rock, Pop und TripHop.

 

12 Years A Slave: American History

Heute im Viehhof-Kino... mehr
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Ein höchst intensives Drama von "Shame"-Regisseur Steve McQueen über einen 30-jährigen Schwarzen, der 1840 versklavt wird und zwölf Jahre lang nie die Hoffnung verliert, wieder befreit zu werden. Eine unerbittliche und doch zutiefst menschliche Verfilmung von Solomon Northups Autobiographie aus dem Jahr 1853.

 

Faltsch Wagoni: Ladies first, Männer Förster

Heute in der Lach & Schieß... mehr
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Das Markenzeichen von Faltsch Wagoni ist Sprachartistik und Wortklauberei. Voller Witz und ohne Respekt reimen sie sich virtuos durchs Alphabet und bringen mit ihrer skurrilen Phantasie die Sprache zum Swingen, die Worte zum Tanzen und den Bauch zum Reden. Eine hinreißende und hochintelligente Sprach-Revue in Dada-Manier.

 

Solar Fake: Metal-Gedröhn

Heute im Backstage Werk... mehr
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Metallisch dröhnendes Sideprojekt von Zeraphine- und Dreadful Shadow-Sänger Sven Friedrich. Special Guest: .COM/KILL, E-Craft, Accessory

 
Tagestipp Samstag 02.08.2014
Der Watzmann ruft Bis 14.8. im Lustspielhaus

Hollaröhdulliöh! Sie ist wieder da - die am meisten gespielte Lustspielhausproduktion mit bisher über 200 Vorstellungen: Die Originalbühnenversion des Kultstücks „Der Watzmann ruft“ von und mit Manfred O. Tauchen präsenntiert sich auf vielfachen Wunsch auch diese Jahr wieder. Mit dabei im witzfesten "Rustical" sind diesmal Hagen Range, Paul Sedlmayr, Martin Mantel, Andrea Graf, Christina Miller, in der Band spielen Andy Kaufmann, Peter Oscar Kraus, Julia Hornung, Edi Kadlec und Jan Zerfeld. Die Presse jubilierte bereits in den Siebziger Jahren, als sich das Trio Tauchen, Joesi Prokopetz und Wolfgang Ambros die Geschichte vom Bauernbub und der verführerischen Gailtalerin bei einer feucht-fröhlichen Runde ausgedacht haben.

impark14 Sommerfestival Bis 24.8. im Olympiapark

Sommerfeeling pur! Der Olympiapark feiert die schönste Jahreszeit. Auf dem Programm steht so ziemlich alles, was im Sommer Spaß und Freude macht. Neue, attraktive Mitmachangebote wie Wave- und Wakeboarding, Buden zum Schlendern und Shoppen, Fahrgeschäfte, Schausteller und Chillout in der Beachbar. Besonders erwähnenswert ist hier die Feinschmeckergasse (tägl. 11 bis 1 Uhr) mit marokkanischen, asiatischen, spanischen, türkischen, amerikanischen und bayerischen Spezialitäten. Am 7. und 21. August kracht´s am Himmel über dem Olympiapark bei den grandiosen Feuerwerken und am 5., 12., und 19. August können sich die jüngsten Sommerfestbesucher über die großen Kindertage der Schausteller freuen. Und natürlich darf auch der Theatron MusikSommer nicht fehlen. Hier treten täglich - bei freiem Eintritt - Bands der unterschiedlichen Genres von Jazz, Klassik, Volksmusik, Folk, Reggae über HipHop und Funk bis zu Hard Rock und Indiepop auf. www.impark.de

Tour de France, Keller Revival Party & Gute Laune Hoch Zehn Am 1.8. und 2.8. Muffatwerk

Volle Partybrause am ersten August Wochenende im Muffatwerk. Los geht’s mit der 171 Etappe der Tour de France, bei der die beiden DJs Thomas Bohnet (Foto) und Mikael Bourdon mal wieder so ziemlich alles auflegen werden, was in den Bereichen Pop, Rock, HipHop, Electro, World, Indie und Chanson derzeit so angesagt ist bei unseren Lieblingsnachbarn. Nebenan derweilen die Keller Revival Party mit allen Resident-DJs von früher, die wie gehabt eine kracherte Mischung aus Rock, Alternative, Grunge, Indie, NuMetal, Crossover und Punk zum Besten geben. Weiter geht es tags d’rauf, wenn die Gute Laune Hoch Zehn-Jungs mit einem gewohnt eindringlich Mix aus Elektro, Techno und House ihr siebenjähriges Jubiläum begehen und der Starmelt Club mit den beiden DJs Whirlybird und Alex D’Espace an den Start geht.

Jersey Boys Jetzt im Kino

Big Boys Don’t Cry. Die Brüder Tommy und Nicky DeVito gründen mit ein paar Jungs eine Band. Nicht gerade ungewöhnlich für die 1950er, in New Jersey. Auch nicht ungewöhnlich, dass ihnen auf Jahre wenig Erfolg beschieden ist. Mit der Falsett-Stimme von Frankie Castelluccio, der sich später Frankie Valli nennt, ändert sich das. Songschreiber Bob Gaudio ist von der Stimme und dem zugehörigen jungen Mann sehr angetan, schreibt den Burschen Hits wie „Big Girls Don’t Cry“ oder „Oh, What A Night“ – die nennen sich fortan „The Four Seasons“, starten in den 1960ern durch, sind aber, hie und da, allzusehr mit der Mafia verbandelt. Clint Eastwood kümmerte sich um die Verfilmung des 2005 erst auf dem Broadway, dann weltweit erfolgreichen Jukebox-Musicals. Die Musical-Autoren haben das Drehbuch geschrieben, die jungen Darsteller wurden teilweise aus der Broadway-Inszenierung übernommen, es gibt jede Menge Italo-American-Klischees, und, für die Fans, jede Menge Doo-Wop-Songs.

 

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Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm Jetzt im Kino

Gift und Galle. Spucken die beiden seit 20 Jahren geschiedenen Ex-Eheleute Alain und Valérie, als sie sich, auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Tochter nach Griechenland, auf dem Flughafen in München begegnen. Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull hat sie zu Boden gezwungen. Und auf dem Landweg geht es nun weiter quer durch halb Europa, notgedrungen in einem Auto, über Österreich, Slowenien, Ex-Jugoslawien. Albanien Richtung Hellas ... Perfide Tricks, fiese Demütigungen, Wortgefechte, ein gefährlicher Psychopath, aufgebrachte Albaner, die Polizei auf den Fersen...  Das alles klingt nach argem Klamauk, wird aber, unter der Regie von Alexandre Coffre, mit Dany Boon („Willkommen bei den Schti’s“, „Nichtszu verzollen“) und Valérie Bonneton („Kleine wahre Lügen“) in den Hauptrollen, zu einer sehr unterhaltsamen, sehr französischen „antiromantischen“ Komödie mit trefflichen Streitereien, wilden Stunts, schönen Landschaften und durchaus rührenden, herzerwärmenden Momenten.

 

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Monika Roscher Big Band Am 2.8. im Theatron

Geboren wurde diese Big Band während eines Studienseminars an der Musikhochschule München. Für eine Eigenkomposition erhielt die Jazz-Gitarristin so viel Lob, dass sie beschloss, diesen Weg weiter zu verfolgen; mehr als erfolgreich. Wer traditionellen Swing erwartet, liegt falsch. Zwar sind die Kompositionen, was weiträumige Harmonik und ausgedehnte Soloparts angeht, dem Jazz verhaftet, aber das besondere Augenmerk auf – mitunter filmisch anmutende – Klangtexturen und die farbenreiche, emotional direkt zugängliche Bildhaftigkeit zeugen von einer großen geistigen Nähe zum zeitgenössischen Musikgeschehen von Indie bis Elektro und einer Synthese verschiedenster Stile, die weder konstruiert noch berechnend wirkt. Dafür wurde sie mit dem ECHO Jazz in der Kategorie „Newcomer des Jahres National“ ausgezeichnet.

 

Tanzwerkstatt Europa Bis 9.8. in der Muffathalle u.a.

Schon Sommer, Sommerloch vielleicht sogar? Von wegen, denn es ­tummeln sich mal wieder die weltbesten Choreographen und Tänzer an der Isar – für das ­alljährliche Tanzwerkstatt Europa-Festival. Los geht’s mit einem echten Kracher. Einer Wiederaufführung von What The Body Does Not Remember (Foto), einem Klassiker, mit dem der Belgier Wim Vandekeybus 1987 Publikum und Fachwelt in Atem hielt. Das Besondere dabei: Durch den Abend zieht sich eine knisternde Spannung aus Aggression, Furcht und gefährlicher Verführung. Die Tänzer gruppieren sich antagonistisch und spielen einen Reigen aus Anziehung und Zurückweisung durch. (Muffathalle, 30. und 31.7.)

Zwei Generationen prallen beim Tanzabend Bound zusammen: Darin meldet sich Steve Paxton, einer der Mitbegründer des Judson Dance Theaters, der 1961 die Szene auf neue Wege führte, zurück. Er studiert mit dem 40 Jahre jüngeren slowenischen Tänzer und Choreographen Jurij Konjar sein wegweisendes Stück neu ein – um spannende Blicke auf die Gegenwart zu finden. (Muffathalle, 2.8.)

Den Blick weitet auch die kanadische Performerin Stephanie Cumming, die sich der „sozialen Choreografie“ verschrieben hat. Soll heißen: Sie lotet die nicht immer unkomplizierten Verbindungen von Kunst und Öffentlichkeit, zwischen Demokratie und Artfiziell-Elitärem aus. Dafür tritt sie sprechend und tanzend vor ihre Publikum und bewegt sich assoziativ von einem expressiven Stil zum nächsten. „I Dance, Therefore I Talk“, lautet ihr Motto in ihrer Toxic Dreams-Production, die sie mit Yosi Wanunu zusammenbringt. (Muffathalle, 4.8.)

Das gesamte Programm unter: www.jointadventures.net

 

Die Echten Am 3.8. Theatron Olympiapark

Summa Hitz! Mit Österreichs stimmgewaltigster und verrücktester a cappella Gruppe durch den Sommer! Die Echten mögen‘s heiß … besonders im Sommer. Und weil sie das echte(n) Sommerfeeling teilen wollen, fordern sie ihr Publikum auf, gemeinsam ihre Hits zu summen … zu singen, zu schreien, zu tanzen und somit den Sommer mal echt zu feiern!! Mit Mitsinghymnen aus einem Jahrzehnt und kochend neuen Liedern bringen sie das Theatron zum Dampfen … und durch ihre ECHT „schwitzerdütschen“ Verhörer-Texte die Gehirnwindungen zum Transpirieren. Vorher präsentiert sich das One World Project mit acht jungen Sängern aus sechs Nationen.

 

Angelika Beier Bis 2.8. im Heppel & Ettlich

Angelika Beier spielt Fanny. Und Fanny ist eine Frau in den „Besten Jahren.“ Kein Wunder, sie ist in den besten, weil sie die Guten bereits hinter sich hat.Das meiste in ihrem Leben ist nur noch Second Hand: Second Hand-Gefühle, abgelegte Ehemänner, gebrauchte Leidenschaften, erprobte Gewohnheiten, liebgewordene Gewissheiten. Andere behaupten, sie sei inzwischen ein wenig verstockt; sie selbst findet, sie müsse nicht jede Diskussion zum 1000. Mal führen. Sie ist eine Second Hand-Life-Spezialistin. Konsequenterweise eröffnet Fanny einen Second Hand-Laden. Schließlich hat sich viel angesammelt in ihrem Bühnenleben: Klamotten, Requisiten, verrückte Geschichten. Als leidenschaftliche Kabarettistin serviert und verkauft sie nun die zahllosen Köstlich- und Peinlichkeiten ihres gebrauchten Lebens der fulminanten Bühnenshow "Zwischen Sex und 60 - Mit Vollgas in die zweite Lebenshälfte". 

 

Wacken 3D Jetzt im Kino

Full Metal Village. Vor sieben Jahren, als Sung Hyung Cho in einer sehr kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein das abgefahrene Heavy-Metal-Festival dokumentierte, war Wacken schon ziemlich groß. Inzwischen ist das Wacken Open Air (zu einem viertägigen musikalischen Superevent geworden, bei dem sich, 2013, zur 25 Jahr-Feier Bands wie Rammstein, Deep Purple, Annihilator oder Motörhead ein Stelldichein gaben und 75.000 Fans begeisterten. Für seine unterhaltsame Dokumentation war Regisseur Norbert Heitker mit sechs Teams und 18 3D-Kameras dabei, vor der Bühne, hinter der Bühne, auf dem Campingplatz, wo sich die aus der ganzen Welt angereisten Fans, am letzten Tag, als Dauerregen einsetzt, die obligatorische Schlammschlacht liefern. Riesen-Show und Abenteuer. Super-Stimmung. Super-laut!

 

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Monsieur Claude und seine Töchter Jetzt im Kino

In Frankreich avancierte sie zum Publikumshit: Die Familienkomödie über einen bourgeoisen Vater am Rande des Nervenzusammenbruchs, den seine Töchter Toleranz lehren. Kein Wunder, denn Regisseur Philippe de Chauveron zündet mit seinem turbulenten Culture-Clash-Streifen ein Feuerwerk an pointiertem Witz und erfrischender, schonungsloser Provokation. Damit knüpft der 49-Jährige ziemlich nahtlos an den Erfolg des französischen Kinohighlights „Ziemlich beste Freunde“ an. Hauptdarsteller und Publikumsliebling Christian Clavier („Asterix & Obelix gegen Cäsar“) als „Old School“-Repräsentant zwischen Zynismus und Lebenslust, bestens besetzte Nebenrollen, genaues Timing und eine verblüffende Leichtigkeit trotz des brisanten Themas machen diese charmant-bissige gesellschaftliche Gratwanderung zum idealen „Gute-Laune-Film“ des Sommers.

 

Claude (Christian Clavier) und Marie Verneuil (Chantal Lauby) können sich eigentlich über nichts beschweren: sie haben vier attraktive Töchter und führen ein beschauliches Leben in der französischen Provinz. Doch das ändert sich schlagartig. Als drei ihrer Töchter heiraten, kommt es in der herrschaftlichen Loire-Villa des großbürgerlichen Notars zum multikulturellen Super-GAU. Jegliche Liberalität scheint perdu als Globalisierung samt unterschwelligem Rassismus in Form einer auserlesenen Schar internationaler Schwiegersöhne ins bürgerliche Wohnzimmer einbricht. Ihre Zweitjüngste wählt mit Rachid, einen Muslim als Ehemann, Odile will einen Juden ehelichen, und die Älteste, Ségolène hat sich in den Chinesen Chao verliebt. Das lokalpatriotische Familienoberhaupt kann es nicht fassen. „Stell Dir vor wie unsere Enkel aussehen, was haben wir nur getan, Claude?“, jammert auch Gattin Marie. Da werden Familientreffen zu interkulturellen Minenfeldern. Sticheleien und Reibereien während des Essens sind an der Tagesordnung. Handgreiflichkeiten: nicht ausgeschlossen. Jede Hochzeit bringt das Weltbild aufs Neue ins Wanken. Alle Hoffnungen der Eltern ruhen nun auf Nesthäkchen Laure. „Zehn Minuten zu spät, Chinese kann er nicht sein“, freuen sich die beiden auf ein Treffen mit ihrem künftigen Schwiegersohn Charles. Doch sie sind wie vom Donner gerührt, als sie sehen, dass der Verlobte ihrer Tochter schwarz ist. „Drei Kanaken und ein Schwarzer, für deine Eltern ist das Fukushima“, weiß dann selbst Rachid. Aber auch Charles‘ Familie überschlägt sich nicht vor Begeisterung über die neue Schwiegertochter. Charles‘ Vater André steht dem Patriarchen in nichts nach, was Vorurteile und Klischees betrifft. Unverblümt fordert er ein traditionell afrikanisches Hochzeitsdinner, kündigt an, 400 Gäste einzuladen und macht klar, dass er nicht vorhat, sich an den Kosten zu beteiligen, sozusagen als persönliche Reparationszahlung für jahrhundertelange Kolonisierung. In einem sind sich die Sturköpfe jedoch völlig einig: Diese Hochzeit muss verhindert werden.

Lustvoll lässt Regisseur Philippe de Chauveron seine Charaktere aufeinanderprallen. Vor allem Pascal Nzonzi, der Charles‘ Vater André spielt, verbindet virtuos hammerharten Machismo mit überschäumendem Temperament. Der kongolesische Schauspieler zeigt sich dabei als grandioser Komödiant, der vor nichts zurückschreckt und sich somit zum idealen Gegenspieler für Christian Clavier entwickelt. Dem gelingt es in vielen Szenen, über sich hinauszuwachsen, ohne dabei zur Karikatur zu werden. „Solange es Liebe gibt“, so das Fazit des 62-jährigen Hauptdarstellers, „ist immer noch alles möglich“.

Luitgard Koch

 

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Orestes Im Innenhof der Glyptothek

Schlimmster Familienhorror spielte sich ja gerne in der gar nicht so „Edle Einfalt, stille Größe“-­Antike ab. Hart getroffen vom Schicksal war bekanntlich der Clan aus Theben. Besonders drastisch zur Sache geht es in dieser Tragödie von Euripides, die einst zu den beliebtesten Stücken Griechenlands zählte, heute aber nicht mehr ganz so oft aufgeführt wird. Darin erfährt man mehr vom ­Prozess gegen den Titelhelden, der ­wegen des Mords an seiner Mutter Klytämnestra vor Gericht steht. Orest und seine Schwester Elektra werden zum Tode verurteilt, doch dann dreht der junge Mann durch: Er schnappt sich eine Geisel, die Tochter seines Onkels, und hält ihr auf dem Dach ein Messer an die Kehle. Ein Moment wie aus ­einem Psychothriller – nur dass dort selten die Götter ins Geschehen ­eingreifen.

Wir sind die Neuen Jetzt im Kino

„Wir sind die Neuen!“ Freudig erregt stellen sich Anne, Eddi und Johannes ihrer neuen Hausgemeinschaft vor. Nach fast 40 Jahren haben sich die Biologin, der Rechtsanwalt und der hauptberufliche Revoluzzer entschlossen, erneut eine WG zu gründen – explodierende Münchner Mietpreise, finanzielle Klammheit und die neu erwachte Lust an Gemeinschaft machen's möglich und nötig. Endlich wieder nächtelang am Küchentisch sitzen, Wein trinken, über die großen Themen des Lebens diskutieren, alles teilen und alles mitteilen: Das ist vor allem Annes Traum. Ihr bisheriges Leben widmete sie hauptsächlich dem Schutz der Schleiereule, was als Konzept besser aufging als ihre Ehe – ihr Mann hat sie wegen einer Jüngeren verlassen. Früher war sie ein so genannter „heißer Feger“, heute geht ihr alles viel zu schnell, daher plädiert sie gegen einen Internetanschluss in der WG. Den braucht Johannes allerdings dringend, da er als Anwalt seit Jahrzehnten Klienten vertritt, die allein auf weiter Flur stehen. Er übt Yoga, trägt Stirnbänder und ist sowohl stilistisch als auch mit seinen Idealen in den 1970ern stehengeblieben. Ex-Frauenheld Eddi ist nicht ganz so sympathisch und kämpft nach wie vor verbissen gegen das „System“.

 

Fassungslos müssen die agilen Herrschaften um die 60 erkennen, dass dieses System genau ein Stockwerk höher wohnt: Die Studenten Katharina, Barbara und Thorsten – zweimal Jura, einmal Kunstgeschichte – sind hundertprozentig auf Effektivität getrimmt, lernen, bis der Kopf raucht, kontrollieren mehrmals täglich die Herdplatten und träumen von Ehe und Eigenheim. Die fidele Alters-WG ist ihnen zu laut, zu lässig und überhaupt schuld an der Rentenmisere, als deren Opfer sie sich bereits jetzt empfinden. Gemeinsam feiern, die Nacht zum Tag machen oder gar kiffen? Vom Erfahrungsreichtum der Älteren profitieren? „Revolutionierung des Alltags“, wie es Rainer Langhans nannte? Keine Zeit, denn jetzt müssen erstmal Jura-Scheine her.

 

Mit seinen Porträts einsamer Großstädter, die das Projekt „Beziehung“ angehen („Shoppen“) oder bereits leben („Der letzte schöne Herbsttag“), hat der Münchner Regisseur Ralf Westhoff bereits zwei wunderbare Momentaufnahmen seiner eigenen Altersgenossen zwischen 30 und 40 ins Kino gebracht. Nun widmet er sich dem Generationen-Clash. In der gleichzeitig nachdenklichen und rundum unterhaltsamen Komödie „Wir sind die Neuen“ gelingt dies besonders beim Blick auf die Älteren. Das aus Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach und Michael Wittenborn bestehende Ensemble ist ein echter Besetzungs-Coup. Man merkt, wie die Schauspieler, die diesem Projekt „aufgrund des Buches, nicht haufenweise Geld“ (Westhoff) zustimmten, ihre gesamte Lebenserfahrung in diese Rollen bringen. Dabei schwankt man besonders als zusehende „Zwischengeneration“ zwischen Respekt, Rührung und einem unbestimmten Gefühl von Dankbarkeit. Das Alter ist nun mal die Zukunft, und wenn sie bereits eingetreten ist, zählt der Moment. Emotional eher außen vor bleiben überraschenderweise die Jungen. Die Studenten hat Ralf Westhoff starrer gezeichnet, sie haben immer Druck und sind dem Karrieredenken verpflichtet. So birgt das Aufeinandertreffen der Lebensmodelle so manche Melancholie und so manchen Slapstick. Die besten Momente hat der Film, wenn sich anhand der Traditions-WG die Frage stellt, was der Begriff „alt“ überhaupt bedeutet.  

Christina Raftery

 

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Kinder des Olymp Im Garten der Mohr-Villa

Paris im Jahre 1827 in der Welt der Künstler und Gaukler: Viele Männer sind der schönen Garance verfallen, auch der sensible Mime Baptiste. Garance und Baptiste lieben sich und dennoch trennt sich Baptiste von ihr, er vertraut ihrer Liebe nicht. Jahre später ist er ein gefeierter Bühnenstar und es kommt zu einer erneuten Begegnung. Doch die Lebensumstände haben sich verändert. Eine gemeinsame Zukunft scheint kaum mehr möglich...
Dieses melancholische Liebesdrama war unter der Regie von Marcel Carné einer der größten Kinoerfolge der Nachkriegszeit. In poetischen Bildern wird nun das Theater in einer Inszenierung von Jochen Schölch mit den Schauspielern Butz Buse, Marc-Philipp Kochendörfer, Philipp Moschitz, Hubert Schedlbauer, Judith Toth, Eli Wasserscheid und Ulrich Zentner zum Schauplatz des Lebens und zum Spiegel großer Emotionen. Bei Regen finden die Vorstellungen im Metropoltheater statt.

Die Karte meiner Träume Jetzt im Kino

Pop-up. Der junge T.S. (Tecumseh Sparrow) Spivet lebt mit seinen Eltern, seinem Zwillingsbruder Layton und seiner älteren Schwester auf einer herrlichen Farm in Montana. Die hysterische Schwester träumt davon, Miss Montana zu werden, die Mutter (Helena Bonham Carter) ist obsessive Insektenforscherin, der Vater ein schweigsamer Cowboy vom alten Schlag, der Bruder ballert gern mit seinem Gewehr herum – und der blitzgescheite T.S. stürzt sich auf die Naturwissenschaften, ohne dass das irgendjemand weiters interessiert. Layton stirbt bei einem tragischen Unfall, T.S. macht sich Vorwürfe. Als ihn das berühmte Smithonian Institute in Washington, in Unkenntnis seines jugendlichen Alters, mit einem Innovationspreis auszeichnen will, hält ihn nichts mehr zuhause. Heimlich macht er sich auf den Weg quer durch Amerika, um schließlich die vom Ehrgeiz zerfressene Smithonian-Kuratorin (Judy Davis) und die Gäste der Preisverleihung mit einer klugen und persönlichen Rede zu verblüffen. Der neue Film von Jean-Pierre Jeunet (auf ewig verbunden mit „Die fabelhafte Welt der Amélie“), beruht auf einem nur bedingt originellen Creative-Writing-Roman von Reif Larsen, den er in ein klügeres, eleganteres, Jeunet-typisches Drehbuch verwandelt hat. Wirklich sehr schöne, liebevoll ausgedachte 3D-Effekte, aufwändige Ausstattung, tolle U.S.-(Stadt-)Landschaften, dazu die gewohnt vielfältigen, kleinen, bunten, schrägen Momente beim Erzählen, und, mit Kyle Catlett, ein toller, junger Darsteller – als Subtext aber eine eigenartige, schier verzweifelte Grundstimmung. Bis auf T.S., der sich dazu durchringt, von seinem Trauma zu erzählen, gelingt es keiner der Figuren, das Kreisen ums eigene Selbst auf Dauer zu durchbrechen. Ein Film über die Unfähigkeit zu lieben – so traurig war’s wohl nicht geplant.

 

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Die große Versuchung Jetzt im Kino

Solidargemeinschaft. Wird Zeit, dass mal was passiert hier auf der kleinen Insel vor Neufundland, bevor alle arbeitshalber aufs Festland ziehen. Ein Ölkonzern würde hier gerne eine große Fabrik aufziehen, sofern es einen praktischen Arzt auf der Insel gäbe. Also lassen sich die Ex-Fischer was einfallen, bringen einen jungen Schönheitschirurgen (Taylor Kitsch) mit einem kleinen, fiesen Trick für einen Monat auf die Insel, und arbeiten hart daran, ihm den Aufenthalt auf Dauer schmackhaft zu machen. Dazu gehören eine lokale Cricketmannschaft (obwohl die Eishockeyfans nicht die geringste Ahnung von diesem hehren Hobby haben), zahlreiche interessante Krankheitsfälle, das erotische Interesse einer schönen Frau, die hohe Kunst des Angelns toller Fische ... Ortsvorsteher Murray (Brendan Gleeson) und seine Dörfler-Truppe übertreffen sich beim Organisieren der paradiesischen Idylle selbst, bis die allzu schöne Fassade allmählich Risse zeigt. Don McKellar inszenierte ein charmantes Sozialmärchen mit liebenswerten Charakteren (übrigens ein Remake einer vor zehn Jahren sehr erfolgreichen frankokanadischen Produktion) – zum Schmunzeln und Mitfiebern!

 

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La Bohéme In der Pasinger Fabrik

Nach „Tosca“, der ersten Puccini-Inszenierung in der Pasinger
Fabrik, freuen sich die Opernmacher nun auf das wohl bedeutendste Werk Puccinis. Doris Sophia Heinrichsen wird nach „Die Hochzeit des Figaro“ und „Cosi fan tutte“ nun zum dritten Mal Regie führen, wieder mit Andreas Heinzmann als musikalischer Leiter. „La Bohème“ wurde 1896 in Turin knapp vor der Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert, einem Zeitalter der Technisierung, Industrialisierung und Urbanisierung uraufgeführt. Die Bohèmiens Puccinis unterscheidet nicht viel von den zahlreichen brotlosen Künstlern unserer Zeit, die von der Hand in den Mund leben, um ihr Leben einzig in den Dienst der Kunst zu stellen. Ein immer noch höchst modernes Werk im aktuellen Gewand.

Kino am Olympiasee Jetzt im Olympiapark

Auch im sechsten Jahr seines Bestehens wartet Kino am Olympiasee mit einer Menge Neuerungen auf: Auf der festinstallierten tageslichtfähigen Leinwand werden täglich bereits ab 19 Uhr Kurzfilme gezeigt, bevor sich um 21.15 Uhr die Riesenleinwand auch für Filme in 3 D hebt. Zur Fußball-WM findet auf dieser Screen auch das Premium Public Viewing statt. Die neue Film-Bar direkt vor der Leinwand bietet ein umfangreiches Bier-, Wein- und Cocktailangebot, zwei Biergärten locken mit Bio-Food vom Grill, thailändische Curries und Biergartenspezialitäten. Nach wie vor der Renner sind die „Love-Seats“, superbequemen Doppel-Liegestühle, auf denen die Film-Highlights ganz kuschelig genossen werden können.   Alle  Infos unter: www.kinoamolympiasee.de

Die Zeltdach-Tour Im Olympiapark

Eine unvergleichliche Attraktion: Rauf auf das Dach des Olympiastadions in München. Alles was man brauchtn, ist ein wenig Mut, denn Seil und Karabiner bekommt man gestellt. In einer kleinen Gruppe steigt man auf zu schwindelerregenden Höhen. 120 aufregende Minuten ist man unterwegs und die Tourguides erklären die Architektur und Konstruktion des weltberühmten Olympiastadions aus nächster Nähe. Man genießt  den Blick von oben auf die Stadtkulisse Münchens mit ihrem Wahrzeichen, den Türmen der Frauenkirche. Und man bestaunt – vor allem bei gutem Wetter – die endlosen bayerischen Voralpen bis hin zu Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze! Alle Informationen - auch für die weiteren Touren - auf: www.olympiapark.de

 

 

 

 

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