Freitag, 27. Januar 2012
ALLE VERANSTALTUNGEN
für 14 Tage & Nächte in München

The Meteors: Gar schröcklicher Rockabilly

Heute im Backstage... mehr
uploads/tx_mmpf/tpo-27-1-the-meteors_mucportal.de.jpg

Comicstrip-beeinflusster Horror-Rockabilly aus der Londoner Club-Szenerie. Special Guest: The Strapones

 

Chris Barber Band: Memories of my Trip

Heute im Prinzregententheater... mehr
uploads/tx_mmpf/tpo-27-1-ChrisBarber-SoloOnStage.jpg

»Memories of my Trip« ­ - Jazz-Klassiker und gehaltvolle Covers von Eric Clapton, Mark Knopfler, Van Morrison, Muddy Waters, Jeff Healy, Alexis Korner u.a. mit dem Posaunisten und Bandleader Chris Barber und seinem Orchester.

 

Don Giovanni: Unverbesserlich

Heute in der Pasinger Fabrik... mehr
uploads/tx_mmpf/Don_Giovanni_01.jpg

Latent teuflische Züge trägt ja bekanntlich Don Giovanni, der uns häufig augenzwinkernd als unverbesserlicher Frauenverführer untergejubelt wird.  Julia Dippel verwandelt Mozarts wahnwitziges „Dramma giocoso“ mit dem mitreißend minimalistischen Profi-Ensemble „Münchens Kleinstes Opernhaus“  in ein Pflichtprogramm!

 

Arirang: Reflektierte Depression

Heute im Werkstattkino... mehr
uploads/tx_mmpf/Arirang_1.jpg

Bei den Dreharbeiten seines jüngsten Films kommt eine Darstellerin beinahe ums Leben. Regisseur Kim Ki-Duk, völlig schockiert, gerät in eine tiefe Krise. Er zieht sich völlig zurück, hinterfragt seine künstlerischen Prinzipien, trinkt – und dreht dann doch, einen schonungslosen (und ironischen) Monolog über und mit sich selbst. 

 

Angst: Selbstgezimmerte Lügengebäude

Heute in den Kammerspielen ... mehr
uploads/tx_mmpf/Angst_3_01.jpg

Stefan Zweig, der Meistererzähler und Weltbürger, wirft in seiner Novelle einen hellen Blick auf die Pathologien einer Gesellschaft, die nur den verlogenen Umgang mit der Dialektik von Lüge und Wahrheit kennt. Mit feinem psychologischem Spürsinn leuchtet er die Innenwelt einer Frau aus, die in einer nicht unglücklichen, aber "trägen, windstillen" Ehe lebt.

 

BASE: Wilde Artistik

Heute im GOP... mehr
uploads/tx_mmpf/Base.jpg

Akrobatisch gestärkt und frisch begeistert geht es mit dem neuen BASE-Programm in die nächste Varieté-Runde. Die junge Berliner Kreativtrupppe mischt HipHop-Styles mit seriösen Opern-Einflüssen zu einem sehenswerten Spektakel.

 

Jack und Jill: Purer Unfug

Jetzt im Kino... mehr
uploads/tx_mmpf/Jack_und_Jill.jpg

Jack Sadelstein (Adam Sandler) führt ein angenehmes Leben mit Frau, Kindern, schönem Haus... Einmal im Jahr allerdings, an Thanksgiving, bricht Jacks haarsträubend kracherte Zwillingsschwester Jill (auch Adam Sandler)  über das traute Familienglück herein – und ist nur schwer wieder loszukriegen. Raus kommt dabei ein haarsträubende Bäumchen-Wechsle-Dich-Komödie. 

 

Die Dreigroschenoper: Und der Haifisch...

Heute im Volkstheater... mehr
uploads/tx_mmpf/Dreigroschenoper.jpg

Unterstützt von einem großen Volksblasorchester inszeniert Christian Stückl Bertolt Brechts Meisterwerk rund um die Machenschaffen von Bettlerkönig Peachum. Die Generalabrechnung mit allen gesellschaftlichen Verlogenheiten hätte nicht besser ins Heute passen können. Ein Pflichttermin!

 
Tagestipp Freitag 27.01.2012
Blake Baxter Am 28.1. Rote Sonne

Es gibt Leute hier bei uns, ohne die unserer Stadt nicht das wäre, was sie ist. Einer davon: Peter Wacha aka Upstart. Dieser gründete einst das Technolabel Disko B, das es mittlerweile auch schon weit über 20 Jahre gibt. Neben Force Inc und Tresor sorgte Disko B schon in den frühen 90er Jahren für exzellenten Output, was den elektronischen Underground bzw. den Original-Street-Techno betraf. Große Künstler wie DJ Hell, Richard Bartz, Patrick Pulsinger, Robert Görl, Dakar & Grinser und nicht zuletzt Blake Baxter, von dem das Münchner Label zwei sagenhafte Alben veröffentlicht hat, verdanken Disko B ihren späteren kometenhaften Aufstieg. Grund genug, letztgenannten mal wieder hierher einzuladen. Baxter ist seit gut und gerne 25 Jahren in der Technoszene aktiv und derzeit aufgrund diverser Kollaborationen mit Ben Sims, Abe Duque, Marc Romboy und/oder Black Art präsent wie lange nicht mehr. Unterstützt wird der Detroiter „Prince Of Techno“ von Electric Indigo, jener DJane also, die mit ihrer Plattform female:pressure vergleichbar ist mit Ani DiFranco und deren Righteous-Babe-Label und so mit ihrem Namen mehr als irgendjemand sonst für musikalische Gleichberechtigung steht. Support: Helene Hauff

Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys Am 29.1. im Prinzregententheater

Ulrich Tukur ist ein Universalkünstler, wie es sonst wohl kaum keinen gibt in diesem Lande; er gehört zu den besten Schauspielern und feiert auch international Erfolge. Mit seiner 1995 gegründeten Formation veröffentlichte er mittlerweile fünf Alben, allesamt durchwegs gelungen. Die „älteste Boygroup der Welt“, bestehend aus Tukur, Kalle Mews, Ulrich Mayer und Günther Märtens, spielt eigene Stücke und Evergreens zwischen Chanson, Schlager und Jazz und auf dem aktuellen Album „Musik für schwache Stunden“ sind auch verstärkt italienische Songs aus Tukurs Wahlheimat versammelt. Wem Max Raabe in seiner Interpretation dann doch etwas zu steif ist, der ist bei Tukur gerade richtig.

The Descendants Jetzt im Kino

Hawaii, das ist ja bekanntlich das Paradies auf Erden ... Für Anwalt und Familienvater Matt King (George Clooney) jedoch droht eine tragische Wende, als seine Frau beim Surfen verunglückt, ins Koma fällt und er auch noch erfährt, dass sie einen Liebhaber hatte. Nebenbei gilt es, den Alltag allein zu meistern, die Töchter zu versorgen, nebenbei ein Sahne-Grundstück zu verkaufen, mit dem nervenden Schwiegervater, dem besagten Liebhaber seiner Frau und dem schrägen Freund seiner Tochter zurechtzukommen ... Alexander Payne inszenierte eine ganz auf Clooney zugeschnittene Tragikomödie als dichtes Zusammenspiel von komischen, innigen und schmerzlichen Momenten. Kein großes Wunder also, das sowohl  Alexander Payne für die beste Regie und George Clooney als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert wurden.

 

Trailer

Box Poetry Slam mit Frank Klötgen u.a. Am 28.1. in der Muffathalle

Frank Klötgen kann austeilen. Gefürchtete Punches hat er schon mit seiner Schülerzeitung „The Monats­blutung“ platziert – und zwar ziemlich frontal. Mit der wenig zimperlichen Rotzpunk-Truppe Saccharine Smile mischt er die Clubs auf und nimmt als Mitglied von „Agrar Berlin“ kein Blatt vor den Mund. Ein wilder Bursche, fürwahr. Und trotzdem hat er von der Studienrat-Postille „Zeit“ einen Literaturpreis bekommen. Jetzt streift der amtierende Champion wieder das Oberhemd ab und steigt zum Projekt Titelverteidigung bei der Deutschen Box Poetry Slam Meisterschaft 2012 in den Ring. Dort textet er mit Herausforderern wie Julian Heun, dem „bayerischen Eminem“ Bumillo oder dem deutsch-japanischen Kampfpoeten Ken Yamamoto um die Wette. Als Ringsprecher peitscht beim wohl ungewöhnlichsten Szene-Slam Ko Bylanzky die Massen hoch. Und Rayl Patzak schreddert Gedichte der Weltliteratur so zwischen Box-Hymnen, dass man klasse tanzen kann. Float like a Butterfly, Sting like Bee!

Drive Jetzt im Kino

Fahren mit Stil. Er hat keinen Namen. Nennt sich nur Driver. Tagsüber arbeitet er als Stuntman, nachts fährt er, bei riskanten Einbrüchen, die Fluchtfahrzeuge. Halsbrecherisch. Aber er kann’s, weiß, was er tut. Ist ein einsamer, schweigsamer Außenseiter. Verliebt sich in seine schöne Nachbarin Irene. Die hat einen kleinen Sohn, ist alleinerziehend. Als ihr Mann Standard aus dem Gefängnis heimkommt, Schulden bei seinen Knastbrüdern bezahlen muss und dafür einen Raubüberfall plant, erklärt sich Driver bereit, ihm zu helfen. Die Sache geht schief, Standard erwischt’s, Driver wird zum blutigen Rächer und Retter. Der unscheinbar daherkommende Ryan Gosling ist die Idealbesetzung in dem wirklich faszinierenden, absolut stilsicheren Thriller – nach dem viel gepriesenen und mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten Roman von James Sallis. Der Däne Nicolas Winding Refn („Pusher“, „Bronson“, Walhalla Rising“) inszenierte einen künftigen Klassiker, in Cannes gab es dafür die Goldene Palme für die beste Regie!

 

Trailer

The Artist Jetzt im Kino

Kino, Kino, Kino!!! Kann man mit einem (nagelneuen) Stummfilm, in Schwarz-Weiß, im Jahre 2012, noch irgendwen begeistern?! Aber ja! Regisseur Michel Hazanavicius und seine Darsteller haben bei den Golden Globes heftig abgeräumt und zehn Oscarnominierungen sind ja auch nicht von schlechten Eltern. Der schöne George (Jean Dujardin), mit Pomadenfrisur und Menjou-Bärtchen, ist ein Stummfilm-Star. Bei der Premiere seines neuesten Abenteuer-Schinkens schafft es Peppy Miller (Bérénice Bejo), eine Verehrerin, mit ihm auf ein Foto, das in allen Zeitungen erscheint – und beschließt, berauscht, gleich selbst zum Film zu gehen. Die beiden verbindet alsbald eine zarte Liebelei. Peppy arbeitet sich, zuerst in Nebenrollen, beim gerade aufkommenden Tonfilm allmählich nach oben. George, der die Zeichen der Zeit verkennt und die Warnungen des Hollywood-Produzenten Zimmer (John Goodman) ignoriert, dreht weiter Stummfilme, bis die keiner mehr sehen will und er in tiefster Depression versinkt. Sehr komisch, sehr tragisch, sehr melo, sehr charmant – eine wunderbare Liebeserklärung an das Kino. Und das Hunderl, das hier eine herzigfreche Nebenrolle spielt, erhielt auch noch einen Preis in Cannes.

 

Trailer

Kriegerin Jetzt im Kino

Der alltägliche Rassismus. Marisa (Alina Levshin) ist rechtsradikal, Anfang 20, lebt in einem Kaff im Osten, ist wütend, gewaltbereit: Eltern, Ausländer, Politiker, Polizisten, einfach alle sind ihre Feinde. Ihr Freund Sandro sitzt im Knast. Die jüngere Svenja macht ihr den Platz in der Clique streitig, der afghanische Flüchtling Rasul glaubt im Ernst, er könne an ihrem Baggersee zum Schwimmen gehen. Gewalt bricht aus – und Marisas starres Weltbild gerät ins Wanken. Fast dokumentarisch mutet David Wnendts schonungslose und ungemein kraftvolle Milieustudie an, sein Abschlussfilm an der HFF Potsdam. Für sein Drehbuch erhielt Wendt in München den Förderpreis Deutscher Film. Alina Levshin, von der man noch viel hören wird, wurde als beste Darstellerin ausgezeichnet.

 

Trailer

J. Edgar Jetzt im Kino

Nichts als die Wahrheit. John Edgar Hoover war sagenhafte 50 – fünfzig (!) – Jahre lang der Chef beim FBI, und damit einer der mächtigsten und einflussreichsten Männer in den USA. Im Job das wandelnde Pflichtbewusstsein, ein Alpha-Tier, das niemandem wirklich vertraute, privat – wer weiß das schon? Um sein Land zu schützen, schreckte er vor
nichts zurück. Er überlebte die Regierungen von acht Präsidenten und drei Kriege, er kämpfte gegen reale und eingebildete Bedrohungen, wobei er die Gesetze oft - freundlich gesagt - recht eigenwillig auslegte. Seine Methoden waren ebenso heroisch wie skrupellos, und all das diente nur dem einen Ziel, das er nie erreichte: Er wollte von der Welt bewundert werden. In seinem großen Biopic zeichnet Clint Eastwood den Konflikt zwischen öffentlichem Auftritt und Privatleben, liefert nebenbei eine spannende Lektion in amerikanischer Geschichte. Ein hochpräziser Leonardo DiCaprio spielt diese fast schon mythische Figur mit Tiefgang.

 

Trailer

Erpressung Im Residenztheater

"Ich lebe in einem korrupten, verwundeten Land, in abgrundtiefe Rohheit herabgesunken. Seit langer Zeit erstarrt dieses Land in der immer gleichen theatralischen Darstellung, bestehend aus stillschweigend hingenommenen Lügen, Machtmissbräuchen und Erpressungen." Alles andere als vorbildlich, dafür mit Sicherheit sehr theatralisch war der Lebenswandel des Signore Berlusconi, von dem im vergangenen Jahr hoffentlich das letzte Kapitel geschrieben wurde. Der italienische Regisseur Pippo ­Delbono hat lange genug an den Lügen, krassen Machtmissbräuchen und Liederlichkeiten des gar nicht ritterlichen Cavaliere gelitten. In seiner Theatermeditation setzt er sich mit den Mächtigen, ihren verzweifelten Intrigen und gewissenlosen Strategien auseinander und erzählt, beeinflusst von asiatischen Körper- und Schauspieltechniken, eindrucksvoll vom Scheitern.

William S. Burroughs - A Man Within Jetzt im Kino

Der Gegen-Papst! Beatnik William S. Burroughs (1914 bis 1997) kämpfte gegen das System, gegen seine Drogenprobleme, sein verwirrtes Ich, erschoss im Rausch versehentlich seine Frau, musste mit all‘ diesen Krisen fertig werden und wurde, spätestens mit seinem, von der noch in ihren Anfängen steckenden Schwulenbewegung als Befreiungsschlag verstandenen Roman „Naked Lunch“ zu einem legendären Autor der Beat Generation, der Übervater für Jack Kerouac, Allen Ginsberg und wie die verehrten Größen alle hießen.  Der junge Dokumentarist Yony Leyser begibt sich auf eine zugeneigt forschende Spurensuche, in der sich Fans, Zeitzeugen, Kritiker erinnern - unter ihnen Patti Smith, Iggy Pop, Gus Van Sant, John Waters, Laurie Anderson, Genesis P-Orridge, David Cronenberg u.v.a.m. Die Musik zum Film liefern Patti Smith und Sonic Youth.

 

Trailer

Offroad Jetzt im Kino

Aus dem Ruder. Meike (Nora Tschirner) ist gerade fertig mit dem Studium, soll den väterlichen Betrieb übernehmen, die Hochzeit mit dem Liebsten ist schon fest geplant – da erwischt sie den biederen Hallodri mit ihrer besten Freundin in flagranti. Bleibt der tolle, beim Zoll ersteigerte Jeep. Der hat es in sich: 50 Kilo Kokain, im Kofferraum versteckt. Seine alten Besitzer, drei arg überforderte Berliner Unternehmer, tauchen auf. Mit dem Dealen ist es auch nicht ganz so einfach. Meikes Retter in der Not heißt Salim („Türkisch für Anfänger“-Beau Elyas M’Barek), sieht unverschämt gut aus und ist in jeder Hinsicht Gentleman. Elmar Fischers Komödie ist gut gemachte deutsche Unterhaltung, eine turbulente Komödie, die nach den unvermeidlichen Umwegen schnurstracks zur wahren Liebe führt.

 

Trailer

Der nackte Wahnsinn Im Lustspielhaus

Constanze  Lindner und Michi Altinger von den Komikern des BR, die Lach- und Schieß-Haudegen Sonja Kling und Thomas Wenke sowie Gabi Rothmüller - die auch Regie führt -  und Alex Liegl stehen neben den Schauspielern Norbert Heckner, Julia Urban und Ferdinand Schmidt Modrow auf den Brettern, die den „Nackten Wahnsinn“ bedeuten. Es ist kurz nach Mitternacht, die Generalprobe von „Spaß muss sein“ läuft. Die Nerven liegen blank: Texthänger, Requisitenchaos, volltrunkene Schauspieler. Das Stück tritt schnell in den Hintergrund und macht Liebesverwirrungen und privaten Katastrophen Platz. Was für die Beteiligten ein Albtraum ist, wird für den Zuschauer zum durchgedrehten, turbulenten und rabenschwarzen Komödienchaos.

 

Ziemlich beste Freunde Jetzt im Kino

Es gibt nicht mehr oft Komödien über gesellschaftliche Gegensätze, die ohne plumpe Klischees und Pathos auskommen und gleichzeitig erfrischenden Optimismus samt jeder Menge scharfem Witz verbreiten. . Wie Upper Class und Unterschicht aufeinanderprallen und über Schranken hinweg einander näherkommen, davon erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Zwei Männer, die sich normalerweise nie auf Augenhöhe begegnen würden: Der eine, Aristokrat im Rollstuhl, weiß und reich, residiert in einem vornehmen Pariser Stadtpalais. Der andere, schwarz und ohne Perspektive, kommt aus der Trabantenstadt, den Banlieues. Eigentlich braucht Driss (Omar Sy) nur einen Stempel für die Arbeitslosenunterstützung. Pro forma bewirbt er sich deshalb als Pfleger beim adeligen Philippe (François Cluzet), der vom Hals ab gelähmt ist. Doch der Grandseigneur findet Gefallen an dem unbefangenen, charmant-frechen Hochstapler und bietet ihm den Rund-um-die-Uhr-Job an. Nicht gerade begeistert, willigt der frisch aus dem Knast Entlassene ein. Unbekümmert bewegt sich Driss lässig in der ihm ungewohnten Welt. Mit der Zeit stellt er sich den Anforderungen seines Pflegejobs. „Wir machen uns Sorgen. Gerade du müsstest vorsichtig sein“, warnt freilich Philippes Anwalt. „Die Jungs aus der Vorstadt kennen kein Mitleid“, glaubt er. „Das ist genau das, was ich will“, herrscht Philippe ihn an, „kein Mitleid“. Denn gerade Driss‘ unorthodoxe Art bringt den arrivierten Zyniker zurück ins Leben und verschafft ihm wieder mehr Würde. Zwei kraftvolle Schauspieler tragen diese anarchische Sozialkomödie und dem Regie-Duo Eric Toledano und Olivier Nakache glückt mit seiner furiosen Tragikomödie eine unwiderstehliche Hymne auf die Lust am Leben, humorvoll und unsentimental inszeniert.

 

Trailer

Blutzbrüdaz Jetzt im Kino

„Auch wenn Du KEIN Rapper bist, sondern nur ein lauer Kinofetischist, bringt’s dieses Teil doch viel mehr, als all der andere Leinwandmist“ – sagt Rapper-Star Sido. Der spielt, erfrischend selbstironisch, die Hauptrolle in Özgür Yildirims HipHop-Komödie, heißt da Otis, ist ein Checker, hängt seid Kindheitstagen mit seinem Kumpel Eddy (B-Tight) ab. Harte Jugend, is ja klar, Kreuzberg statt Grunewald, dann steht das pekuniäre Glück vor der Tür, erst ein Demotape, schließlich ein richtiger Plattenvertrag. Aber: Otis weiß, dann ist es aus mit der künstlerischen Freiheit. Nun müssen sich die zwei entscheiden, und ihre Freundschaft wird natürlich auf eine harte, ach was, die härteste Probe gestellt.

 

Trailer

Gyges und sein Ring Im Residenztheater

Rein in die untergegangene Welt der Göttergläubigen: Die wunderschöne, aber ebenfall streng verschleierte Rhodope, Gattin des mythischen Königs Kandaules, zieht große Männer-Neugierde auf sich. Alle wollen wissen, wie sie unverhüllt aussieht. Einer könnte den Augenmenschen weiterhelfen: Gyges und sein Ring. Gemeint ist ein Zauberring, der seinem Träger die magische Kraft verleiht, sich unsichtbar zu machen. Unbemerkt schleicht sich der Eindringling in Rhodopes Schlafzimmer. Friedrich Hebbel lässt sich in seinem selten gespielten Drama, das Nora Schlocker neu inszenierte, auf eine spannende Frage ein – den Kontrast zwischen alter Glaubenskraft und dem zerstörerischen Drang der Aufklärer, auch noch das letzte Geheimnis zu enträtseln.

The Ides Of March - Tage des Verrats Jetzt im Kino

Blinder Ehrgeiz schadet nur. Stephen Myers (Ryan Gosling), Berater des auf den ersten Blick rührend integren Gouverneurs und demokratischen Präsidentschaftsanwärters Morris (George Clooney), hält sich für ziemlich gerissen, traut sich was, nimmt Kontakt mit dem Wahlkampfchef des Gegners auf und scheut, mitten im Vorwahlkampf, auch vor sexuellen Eskapaden mit seiner jungen, hübschen Praktikantin nicht zurück. Klar, dass da die Politprofis auf der Gegenseite mit größtem Vergnügen an einer satten Intrige arbeiten. Und Stephen Myers, der einst ganz idealistisch antrat, um die Welt zu retten, verwandelt sich, wie all‘ die anderen zynischen Gestalten auf der Politbühne, in einen „ehrenwerten Mann“. George Clooney inszenierte ein packendes, gleichwohl etwas konventionelles Wahlkampfdrama.

 

Trailer

Atropa. Die Rache des Friedens. Der Fall Trojas In den Kammerspielen

Martialische Rhetorik und das Aufeinanderprallen unvereinbarer Gesinnungen steht im Zentrum von Tom Lanoyes packender Antiken-Bearbeitung. Dabei nimmt er die Geschichten um den trojanischen Krieg zum Anlass, die Stimmen auf beiden Seiten zu hören und zu untersuchen, wie die zynische Kriegs­logik den Alltag von Griechen und Trojanern gleichermaßen zerstörte. Wenn der Feldherr Agamemnon den Krieg rechtfertigt, hat das Individuum keinen Platz, es geht um Größeres: um Vaterland, kulturelles Erbe und Wertesysteme. Gegen Agamemnon treten die Frauen an, deren Leben diese Kriegslogik im Namen der Freiheit zerstört: Troerinnen und Griechinnen gleichermaßen. Lanoye interessiert die Frage, warum es immer neue Kriege gibt und wie sie begründet werden. „Das wirkliche Drama“, sagt er, „ist Gerechtigkeit gegen Gerechtigkeit.“

RubbeldieKatz Jetzt im Kino

What a Woman! Schauspieler Alexander (Matthias Schweighöfer) lebt mehr schlecht als recht vom Tingeltangel. Da kommt das Casting für eine US-Nazifilm-Produktion in Babelsberg wie gerufen: Die suchen ein deutsches Mädel, Alexander verwandelt sich in Alexandra, stöckelt auf High Heels ins Studio, bekommt den gut bezahlten Job, verliebt sich unsterblich in die schöne Starschauspielerin Sarah (Alexandra Maria Lara) – und kämpft schwer mit seiner Busen-Rolle, die dauernd aufzufliegen droht. Neben einer Männer-WG gibt es einen schwer durchgeknallten US-Regisseur (Joachim Meyerhoff), einen Hitlerdarsteller (Max Giermann), der auch nach dem Dreh nicht mehr aus seiner Rolle findet, eine schnöselige Agentin (Sunnyi Melles), einen schwulen Kostümdesigner (Milan Peschel) ... ein breites Repertoire liebevoll ausgemalter und prima besetzter Nebenfiguren. Das tolle Drehbuch stammt von Anika Decker („Keinohrhasen“, „Zweiohrkücken“), der ausgesucht schöne Soundtrack voller Evergreens à la „Touch Me Tiger“ oder „Strangers in the Night“ ist noch das Sahnehäubchen obendrauf. Detlev Buck inszenierte eine rundum gelungene Romantikkomödie.

 

Trailer

Das Interview Im Marstall

Und wieder eine Paraderolle für Birgit Minichmayr: Diesmal spielt die rotblonde Staatsschauspiel-Diva eine zickig-ordinäre Soap-Darstellerin. Nur zu gut weiß sie, wie sie Männerphantasien am Köcheln hält und was man für den Glamour-Marktwert tun muss. Doch auch der abgerockte Polit-Redakteur Pierre ist ein Vollprofi. Als Kriegsberichterstatter hat er dem Schrecken ins Angesicht gestarrt und dabei aber gelernt, seine Gegner nie zu unterschätzen. Das Interview bringt beide in Katjas Wohnung zusammen. Und der Wille, sich gegenseitig nichts zu schenken und die Verteidigungslinien mit aller Gewalt zu halten, ist riesengroß. Aggressivität und Verletzlichkeit, Verachtung und Anflirten wechseln sich beim zynischen Wortgefecht ab, bei dem keiner verlieren möchte. Neu-Intendant Martin Kušej hat den Text von Theo van Gogh selbst in Zürich inszeniert und dafür viel Kritikerlob eingeheimst. Der streitbare, oft sehr umstrittene niederländische Publizist und Filmemacher inszenierte seine eigene TV-Sendungen wie Schlachten und liebte die Provokation. 2004 wurde er von einem islamistischen Fanatiker ermordet.

AKTUELLES HEFT
Do 26. Januar -
Mi 8. Februar 2012
MODIMIDOFRSASO
   26272829
30310102030405
060708    
VERLOSUNGEN
Bayerisches Staatsballett - 2.2. Prinzregententheater
Das Bayerische Staatsballett lädt zu „Reaktion auf Inspir... MEHR
IN MÜNCHEN TICKET
Nada Surf • 25.02.2012 • Im Backstage