Dienstag, 30. Juni 2015
ALLE VERANSTALTUNGEN
für 14 Tage & Nächte in München

Strange Magic: Sommernachtstraum

Jetzt im Kino... mehr
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Hier die bunte Welt der Feen, dort die düstere des dunklen Waldes, wo König Bog so gar keine Freude aufkommen lässt. Der lässt an der Grenze der magischen Königreiche die Primeln vernichten, aus denen sich ein Liebestrank herstellen lässt – und sperrt Sugar Plum Fairy ein, die als einzige das Rezept kennt. Dennoch gelangt ein solcher Trank ins Feenreich – mit chaotischen Folgen. Bog lässt die liebestolle Feen-Prinzessin Dawn entführen. Dawns große Schwester Marianne wird sie retten. Ein Animationsfilm-Musical aus dem Hause Disney, nach einem Drehbuch von George Lucas.

 

Susana Sawoff: Vocal-Jazz

Heute im Jazzclub Unterfahrt... mehr
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»Bathtub Rituals« ­ Vocal-Jazz mit der Sängerin und Pianistin und ihren Begleitern Christian Wendt (b, voc) und Jörg Haberl (dr, voc).

 

Caveman: Auf der Jagd

Heute Theaterzelt Das Schloss... mehr
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Seitdem Karsten Kaie die Botschaft »Männer sind Jäger, Frauen sind Sammlerinnen« vor zehn Jahren von seinem Steinzeit-Urahn empfangen hat, ist er unermüdlich unterwegs, um sein Wissen mit allen Menschen zu teilen. Ein Theater-Comedy-Phänomen, das Tränen in die Augen treibt.

 

The Hooters: Mainstream-Rock

Heute in der Muffathalle... mehr
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Eine freundliche, zudem griffige Mischung aus Rock, Folk, Pop & Country mit der altgedienten Kultband.

 

Jackson Browne: Westcoast-Legende

Heute in der Tollwood Musik-Arena... mehr
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Der Sänger, Pianist, Gitarrist und Songwriter mit poetischen Balladen, locker arrangierten Rocksongs und zeitlos schönen Melodien.

 

Only Lovers Left Alive: Für alle Ewigkeit

Heute im Viehhof-Kino... mehr
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Kultregissieur Jim Jarmusch inszenierte diese überbordende Fantasie: Für eine unsterbliche Liebe ist die Welt nicht einmal mehr für Vampire lebenstauglich. In den Hauptrollen: Tom Hiddleston und Tilda Swinton.

 

Täterätää: Die Kirche bleibt im Dorf

Jetzt im Kino... mehr
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Heidenei. Die Rieslinger Kirche harrt der Renovierung. Die Unterrieslinger Rockband und die Oberrieslinger Bläser raufen sich zusammen und fahren in einem klapprigen Bus nach Hamburg – in der Hoffnung, dort bei einem Musikwettbewerb das große Preisgeld zu gewinnen. Hier tummelt sich die würdige Fortsetzung der urigen schwäbischen Dorfkomödie von Ulrike Grote, die nach dem großen Erfolg des ersten Kinofilms 2012 inzwischen ja auch zu einer TV-Serie geführt hat. Mit dabei sind allen voran die drei Schwestern (Natalia Wörner, Karoline Eichhorn, Julia Nachtmann), und gestritten wird wie gewohnt deftig zwischen den Unter- und Oberrieslingern, Musikeinlagen inklusive.

 

 

Bartleby, der Schreiber: Ich möchte lieber nicht

Heute im Metropoltheater... mehr
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Gut gehende Geschäfte veranlassen den Anwalt einer Kanzlei an der Wall Street dazu, den Kreis seiner Angestellten zu erweitern. Als auf seine Anzeige hin ein junger Mann von ausnehmend ruhigem Äußeren vorstellig wird, sieht er in ihm eine vorteilhafte Ergänzung. Bartleby legt in den ersten Tagen ungemein großen Fleiß an den Tag und erledigt eine außerordentliche Menge an stupiden Kopierarbeiten. Alles scheint seinen Gang zu gehen, bis Bartleby der Bitte des Anwalts, ihm bei einer kleinen Sache zur Hand zu gehen, sanft und entschieden entgegnet: „Ich möchte lieber nicht".

 
Tagestipp Dienstag 30.06.2015
Orquesta Buena Vista Social Club Am 1.7. Tollwood Musik-Arena

Alles Son! Seit fast 17 Jahren ist der Orquesta Buena Vista Social Club der Inbegriff kubanischer Kultur und Lebensfreude. In dieser Zeit waren die kubanischen Legenden schon zwei Mal auf Tollwood zu Gast und diesmal kommen sie mit der "Adios-Tour" in die Musik-Arena. Diese Tour ist nicht nur eine Referenz an das einstige großartige Experiment, nicht nur eine große Huldigung an die klassischen karibischen Stile von Son über Guajira, Danzon, Bolero, Cha-cha-cha bis Rumba, nein: es ist vor allem eine Feier des ewigen Jungbrunnens Musik. Vergangenheit und Gegenwart treffen aufeinander, und mit Sicherheit taucht zwischen all den scheinbar bekannten Lieder immer wieder die Zukunft auf. Denn die kubanische Musik endet nicht mit den Musikern des Buena Vista Social Club. Aber sie steht auf ihren Schultern. Auf den Schultern von Giganten. Adiós!

 

The Hooters Am 30.6. Muffathalle

"35 Years Live".  Von Mitte der Achtziger bis Anfang der Neunziger brachten diese Männer einen Hit nach dem anderen heraus: „Day by Day“, „And We Danced“, „All You Zombies“, „500 Miles“, „Satellite“ und natürlich „Johnny B“, nur um ein paar zu nennen. Hinter all diesen Songs standen die genialen Musiker Eric Bazilian und Rob Hyman. Die begannen dann, Hits für andere zu schreiben: „Time After Time“ und „She's So Unusual“ für Cyndi Lauper oder „One of Us“ für Joan Osborne. Im neuen Jahrtausend war die Zeit dann wieder reif, The Hooters erneut zusammenzutrommeln. Seit 2001 ist die Band aus Philadelphia wieder auf den Bühnen der Welt unterwegs.

 

Jackson Browne Am 30.6. Tollwood Musik-Arena

Einer der bedeutendsten Songwriter Amerikas gibt sich auf der Tollwood-Bühne ein Stelldichein: Nach sechs Jahren meldet sich Jackson Browne mit seinem neuen Programm  zurück. 2014 feierte die US-Folkrocklegende mit dem Album "Standing In The Breach" ihr Comeback. 1948 geboren im baden-württembergischen Heidelberg, beginnt der junge Browne mit zwölf Jahren eigene Songs zu schreiben. Mittlerweile kann das Folkrock-Urgestein auf 14 Studio- und vier Live-Alben zurückblicken. Darunter natürlich das meisterliche "Running On Empty" mit echten Song-Klassikern wie  "You Love The Thunder", "The Load Out" und "Stay".  Nicht nur in seinen Songs beschäftigt sich Browne mit sozialen und politischen Themen: Auch abseits der Bühne setzt er sich zum Beispiel aktiv für ein Ende der Atomkraft ein. Ein aufrechter Mann.

 

Ulan & Bator Bis 3.7. in der Lach & Schieß

Auf eine Neues.  Deutschlands feinste Absurdisten präsentieren nach ihrer preisgekrönten "Wirrklichkeit" ein neues Programm. In "Irreparabeln" zelebrieren Sebastian Rüger und Frank Smilgies wieder ihren einzigartigen Stil zwischen Theater, Comedy, Impro, Dada Acapella und hoher Kunst.. und alle Freunde des abseitigen Humors strahlen selig.  Noch immer passen sie in keine Schublade, gibt es keinen Genre-Begriff, mit dem sich die Form von Ulan & Bators Schaffen umfassend und griffig beschreiben ließe. Erneut sind die Strickmützen Auslöser einer "Wirrklichkeit" die in "Irreparabeln" eine verfeinerte, verdichtete Fortsetzung erfährt, aber dabei mit neuen Szenen, Sketchen, Liedern und Tänzen aufwartet, die es in sich haben: da gibt es zum Beispiel die Pina Bausch-Hommage zweier Fabrik-Arbeiter, eine dystopische Suite über eine Familie, die die Namen ihrer Kinder gegen Markennamen austauscht und das Lemmingkai-Lied, das beim Lemming-Ritual gesungen wird. Da muss man dabei sein.

Michl Müller Am 2.7. Tollwood Musk-Arena

Bereits mit blutjungen 15 Jahren präsntierte dieser Mann sein erstes Kabarett- Programm. Da hatte er die wichtigsten Dinge des Lebens hinter sich gebracht und musste das bisher Erlebte irgendwie verarbeiten. Andere gehen zum Psychiater, er ging auf die Bühne! Die Idee ging erfolgreich auf. Seitdem steht er mit wechselnden Programmen landauf, landab vor begeisterten Publikum auf den Bühnen. Sein aktuelles Programm heißt „Ausfahrt freihalten!“ Und da hat sich der Müller viel vorgenommen. Er will der Welt die Welt erklären, nicht mehr aber auch nicht weniger. Klar, eigentlich ist es nur seine eigene fränkische Welt, die aber erstaunlich international aufgestellt ist. Und so ist Nichts und Niemand aus Politik, Boulevard und Gesellschaft vor seinem erfrischend respektlosen Mundwerk sicher, wenn er pointenreich durch seine Welt reist. Also, Ausfahrt freihalten!

Filmfest München Bis 4.7. an diversen Orten

Filme, Stars, Premieren, Partys und laue Sommerabende – was braucht es mehr, um Filmfans glücklich zu machen? Regisseure und Schauspieler aus aller Welt kommen in die Stadt und präsentieren rund 200 Filme in den Festivalkinos Gasteig, Rio Filmpalast, City Kinos, Filmmuseum, Filmtheater Sendlinger Tor, HFF, ARRI Kino und Kinos Münchner Freiheit. Unter anderem ist in diesem Jahr eine Retrospektive des Regisseurs Alexander Payne („The Descendants“, „Sideways“) zu sehen, der Cinemerit-Preis geht an den französischen Regisseur Jean-Jacques Arnaud. Eröffnet wird der cineastische Reigen mit dem Film „Den Menschen so fern“ von David Oelhoffen mit Viggo Mortensen in der Hauptrolle.

Das komplette Programm unter www.filmfest-muenchen.de.

Ted II Jetzt im Kino

Auch Teddybären sind bloß Menschen. Der rauhbeinige, sprechende Teddy Ted hat seine Freundin Tami-Lynn (Jessica Barth) geheiratet. Weil das mit dem gemeinsamen Kinderzeugen biologisch nicht so recht klappt, soll Teds bester Freund John Bennett (Mark Wahlberg) mit einer Samenspende helfen. Damit Ted Vater werden kann, verlangen die Behörden aber den Nachweis, dass auch er ein Mensch ist. Anwältin Samantha Jackson (Amanda Seyfried) und Menschenrechtsanwalt Meighan (Morgan Freeman) helfen ihnen beim Marsch durch die Institutionen. Seth MacFarlanesF ortsetzung dürfte, in der Begegnung von Hollywood-Stars und Stoffbär, wie schon der erste Film von 2012, ein Kinovergnügen werden.

 

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Atlantic. Jetzt im Kino

Ein Sehnsuchtstraum. Der junge Fischer Fettah hat unter den Touristen, die jedes Jahr zum Surfen an die marokkanische Atlantikküste kommen, viele Freunde. Auch er ist ein fantastischer Wellenreiter. Fettah verliebt sich in Alexandra, die Freundin eines holländischen Surffreunds. Im Herbst, als alle abgereist sind, hält er es nicht mehr aus, packt seinen Rucksack, nimmt sein Surfbrett und macht sich auf eine Reise Richtung Europa. Der niederländische Regisseur Jan-Willem van Ewijk kennt sich bestens aus in der Surferszene, in Marokko. Die Hauptrolle hat er mit dem charismatischen Fettah Lamara besetzt. Die Aufnahmen auf See faszinieren. „Ein Arthouse-Stück mit Ecken und Kanten und Handschrift“ notiert Reinhard Kleber im Filmecho.

 

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Manolo Alcántara „Rudo“ Bis 30.6. Tollwood Theaterzelt

Gewagter „Nouveau Cirque“ aus Katalonien: Ein Mann alleine im Raum. Um ihn herum zwei Musikerinnen mit Geige und Cello und das Publikum, ganz nah und voller Erwartungen auf das, was dieser Künstler zu bieten hat. Die Zuschauer erleben in diesem Theater den Artisten ohne Distanz, sie fiebern mit ihm, sehen ihn schwitzen und stöhnen  und freuen sich für ihn, wenn wieder einer seiner unfassbaren Balanceakte auf  Säulen aus wackeligen Holzquadern gelungen ist. In „Rudo“ (dt. „rau“) nimmt der Artist Manolo Alcántara seinen Zuschauern die Gegenwart und schickt sie in die Zeitlosigkeit eines Traums, in dem die Schwerkraft keine Rolle zu spielen scheint.

Pavol Breslik Am 30.6. im Prinzregententheater

Auf der Opernbühne gehört Pavol Breslik schon seit Längerem zu den international begehrtesten Tenören im lyrischen Fach, ohne dabei den Konzert- und Liedgesang zu vernachlässigen. Mit seinem jugendlichen und zugleich männlichen, mit der Klarheit jedes Tones für sich einnehmenden und weder übertrieben hellen noch baritonal abgedunkelten Timbre überzeugt er die Klassik-Liebhaber weltweit. Im Rahmen der Münchner Opernfestspiele präsentiert er sich als feinfühliger Liedinterpret. Am Flügel unterstützt von seinem bereits mehrfach bewährten Partner Amir Katz und widmet sich ausgewählten Vertonungen von Tschaikowsky und Rachmaninow, zeigt mit Richard Strauss und Franz Schubert aber ebenso seine Liebe zum deutschen Kunstlied.

Monty Python's Spamalot Bis 12.7. Deutsches Theater

And Now for Something Completely Different: Es fliegen die Kühe, das mordende Kaninchen geht um. Raubritter werden bis auf den blutigen Rumpf zusammengestutzt. Und um die Ecke biegt die irre Truppe mit den klappernden Nussschalen. Monty Python’s Spamalot lehnt sich natürlich an die weltberühmten grotesken Gags aus dem Kultfilm „Die Ritter der Kokosnuss“ an. König Artus und seine Tafelrundenrabauken suchen den Heiligen Gral. Auf dem Weg dorthin geht so ziemlich alles schief. Eric Idle und John Du Prez haben die Kinoschatzkammer geplündert und präsentieren ihre Raubstücke nun als Musical mit schröcklicher Ohrwurm-Gefahr.

 

Welcome To Paradise Bis 1.7. St. Matthäus

Von der Grausamkeit, der Hartherzigkeit im Umgang mit den Fremden berichtet diese Spurensuche, die auf Interviews mit Münchner Asylanten und denjenigen beruht, die über ihr Lebensglück und Bleiberecht entscheiden müssen. Wie gehen Länder und Kommunen „in unserer Namen“ mit den Hilfesuchenden, mit den Flüchtlingsströmen, um? Wer darf bleiben, wer muss wieder gehen? Auf welcher Grundlage – und mit welchem Gewissen – entscheiden die Schreibtischtäter aus den Ämtern und Regierungen? Die neueste Volkstheaterproduktion hat sich mit der evangelischen St. Matthäus Kirche einen besonderen, einen symbolhaften Ort mitten in der Stadt gewählt. Am Sendlinger-Tor-Platz – einen Hilferuf von der IN München-Redaktion entfernt – kamen zuletzt Hungerstreikende, Anti-Ausländer-Hetzer und die vielen aufrechten Gegendemonstranten zusammen.

Trash Jetzt im Kino

Vinceremos! Raphael, Gardo und Rato leben in einem Armenviertel am Rande Rio de Janeiros. Raphael findet auf der Mülldeponie ein Portemonnaie. Das enthält Geld, einen Lottoschein, ein Foto von einem kleinen Mädchen, einen seltsamen Schlüssel – und die drei beschließen, auf Spurensuche zu gehen, mitten hinein in die Großstadt. Schon bald werden sie von der Polizei verfolgt. Der britische Starregisseur Stephen Daldry hat mit dem bewegenden, dramatischen Abenteuerfilm den gleichnamigen Roman von Andy Mulligan verfilmt. Der Film erinnert an „Slumdog Millionaire“, zeigt eindrücklich die Perspektive der drei sympathischen Jungs, und feiert das Leben.

 

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Die Lügen der Sieger Jetzt im Kino

Schon lange vor Whistleblower Snowdens Enthüllungen, vor Sony Hack oder der Ausweitung der brisanten BND-Affäre entwickelte Christoph Hochhäusler die Idee zu dieser Abrechnung mit der Arbeit von Lobbyisten.

In seinem exquisit gefilmten und sehr modernen Polit-Thriller sind es die Herren im feinen Zwirn und Damen in teuren Kostümchen fernab jeder Kontrolle, die die Fäden ziehen, während Fabian Groys, ein renommierter und nicht gerade uneitler investigativer Star-Reporter eines politischen Hauptstadt-Magazins felsenfest glaubt, selbst ein paar faulen Dingen auf der Spur zu sein. Erst einmal nervt er seine junge Kollegin mit Chauvi-Sprüchen und setzt sie dann an die Recherche über den Selbstmord eines ehemaligen Bundeswehr-Soldaten, der sich nicht gerade appetitlich in einen Löwenkäfig stürzte. Als herauskommt, dass der wie andere Ex-Soldaten aus der gleichen Einheit in einer Recycling-Fabrik arbeitete und das Einatmen giftiger Stoffe womöglich psychische Störungen hervorruft, fährt Groys voll ab auf die heiße Story und verstrickt sich in ein Netz aus Macht und Manipulation, wird zum Spielball dunkler Interessen. Bald weiss er nicht mehr, wem er noch trauen kann, wer ihn lächelnd belügt oder knallhart für eigene Zwecke einspannt.

 

Hochhäusler kontrastiert Redaktionsalltag mit einem unsichtbaren Bereich, in dem dubiose  Akteure in Türmen aus Glas und Stahl an Strategien spinnen. „Geschichte wird von den Siegern geschrieben“ wusste schon Winston Churchill, der amerikanische Schriftsteller und  Poet der Beat-Generation Lawrence Ferlinghetti setzte mit dem Satz „Geschichte wird gemacht aus den Lügen der Sieger“ aus seinen „Beatstories“ noch eins drauf und liefert so den Titel für Hochhäuslers Ausflug in die korrupte Welt der Machteliten. Nach Investmentbanking in „Unter dir die Stadt“ steht hier das Mediengeschäft im Fokus, mit coolen Typen, die nicht merken, wie sie am moralischen Nasenring öffentlich vorgeführt werden, und Chefredakteuren, die in vorauseilendem Gehorsam hehre Grundsätze der Freien Presse, der „vierten Gewalt“, an den Nagel hängen.

Erneut setzt Hochhäusler auf feinziselierte Verschachtelungen, darf die Kamera mit Spiegelungen spielen, interessiert sie sich oft mehr für das Design als die Personen. Auch wenn manche Szenen bei diesem Mix aus Genrekonventionen sehr konstruiert wirken, folgt man den Protagonisten gerne auf ihrem Irrweg mit einer Abzweigung ins Romantische. Lilith Stangenberg punktet als scheinbar leicht naive Praktikantin, Florian David Fitz als Edelfeder mit Faible für einen 70er-Jahre-Porsche und illegalem Glücksspiel. Fitz, der als Zuckerkranker Insulin spritzen und für seine Spielsucht bitter büßen muss, meistert den Spagat zwischen charmantem Sunnyboy und in sich zerrissenem Selbstzweifler souverän, als ambivalent angelegte Figur macht er eine Entwicklung und Wandlung durch, kein strahlender Held, sondern ein Strauchelnder. Weit weg von der spröden  „Berliner Schule“ ist diese Geschichte des Scheiterns publikumsfreundlicher inszeniert und mit mehr „human touch“. Wenn Hochhäusler genüsslich die Rolle der Medienmacher relativiert und den Einfluss politischer Lobbyisten als bestimmendes Element der Politik entlarvt, deckt er die Wunden des Systems auf und ist voll in der Gegenwart angekommen.

Margret Köhler

 

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Antonius und Cleopatra Im Residenztheater

Eine Welt aus den Fugen. Es herrscht Krieg im römischen Imperium. Zwei Feldherren, zwei ganz un­terschiedliche Herrschertypen, ringen um die Macht. Der eine möchte das Reich unbedingt erhalten, der andere ist zumindest etwas abgelenkt – wegen Bettgeschichten von staatstragender Bedeutung. Octavian möchte bewahren, Marcus Antonius seine Beziehung zur Ägypter-Fürstin, die den gemeinen Römern als lasterhaftes Luder gilt, nicht gefährden. William Shakespeare erzählt von der Pflicht – in ganz unterschiedlicher Ausprägung. Letztlich wird es blutig, die entscheidenden Schlachten verliert der Liebende. Octavian lässt das west-östliche Paar zwar gemeinsam bestattet, ihre Kinder tötet er aber. Regie führte Thomas Dannemann. In den Hauptrollen: Manfred Zapatka und Hanna Scheibe.

3000 Euro In Münchner Volkstheater

3000 Euro: Das ist etwas mehr als der statistisch ermittelte Durchschnittslohn in Deutschland. Und für Banken und Politiker, die leichtfertig mit den Milliarden hantieren, natürlich ein Fliegenschiss. Und doch hat die vergleichsweise überschaubare Summe, die dem Stück von Thomas Melle den Titel gibt, mehr als nur symbolische, ja eine existenzielle Bedeutung. Anton will nicht wahrhaben, dass er sich auf dem direkten Weg in Richtung sozialer Abstieg befindet. Allzu blauäugig hat er darauf gehofft, dass er nach dem Studium den Weg in den Verdienstberuf findet. Stattdessen hat er den Sommer durchgefeiert – und sitzt nun auf einem Schuldenberg. Seine Gläubiger wollen unbedingt die bereits erwähnten 3000 Euro zurückhaben. Auf dieselbe Summe hofft auch Denise – zunehmend verzweifelt. Die Alleinerziehende kommt mit dem dürftigen Gehalt als Discounter-Kassiererin kaum über die Runden. Und ihre kleine Tochter erfordert viel Aufmerksamkeit und Geld, da sie an Wahrnehmungsstörungen leidet. Also hatte sich Denise zu einer verhängnisvollen Entscheidung durchgerungen – einem Porno-Dreh. Auf die Kohle dafür wartet sie noch immer. Brit Bartkowiak schneidet die beiden Schicksale hart gegeneinander

Victoria Jetzt im Kino

Atemlos. Vor einem Berliner Club lernt die Spanierin Victoria vier Jungs kennen – Sonne, Boxer, Blinker und Fuß. Zwischen Sonne und Victoria (Frederick Lau und Laia Costa) funkt’s sofort, sie setzen sich von der Gruppe ab – nur finden sie kaum Zeit füreinander. Denn die anderen haben noch was vor, müssen, um eine alte Schuld zu begleichen, ein Ding drehen. Und Victoria soll dabei als Fahrerin einspringen ... Regisseur Sebastian Schipper („Absolute Giganten“, „Ein Freund von mir“) ist spezialisiert auf Berlin, Männergruppen und Extreme. Das verblüffend intensive Drama Victoria treibt den Zuschauer hinein in die Perspektive seiner Helden – (vorgeblich) in einer einzigen Einstellung, einer absoluten Einheit von Raum und Zeit. Die Kamera führt souverän Sturla Brandth Grøvlen. Erst Party, dann Bankraub. Radikales, faszinierendes, deutsches Kino. Geht doch!

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Love & Mercy Jetzt im Kino

Good Vibrations. Man muss nicht jedes Musiker-Biopic sehen, das hier aber schon. Beach-Boys-Mastermind Brian Wilson hat es Mitte der Sechziger geschafft. Mit „Pet Sounds“ erfindet er die Popmusik neu – und stürzt, weil er dem Druck der Plattenfirma, der Band und seines tyrannischen Vaters nicht gewachsen ist, in eine jahrzehntelange Psychose. Bis Autoverkäuferin Melinda (Elizabeth Banks) sich in ihn verliebt und an seiner Rettung arbeitet ... Bill Pohlad inszeniert mit Love & Mercy unkonventionell, detailversessen, bewegend und angemessen Brian Wilsons Lebensgeschichte. Mit zwei wunderbaren Schauspielern: Paul Dano spielt den jungen Wilson der 60er, John Cusack den gereiften Musiker der 80er. Dazu ein sorgfältiges Drehbuch und eine kluge Montage, die zwischen den Zeiten hin- und herspringt, und, natürlich, die faszinierende Musik. Bei der Entstehung des Albums „Pet Sounds“ im Studio dabei zu sein, ist schlicht ein Erlebnis.

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Die Frau in Gold Jetzt im Kino

Unrecht Gut gedeiht nicht. Nach authentischen Ereignissen beschreibt Simon Curtis („My Week with Marilyn") – mit der stets überzeugenden Helen Mirren in der Hauptrolle – den wohl spektakulärsten Restitutionsfall in Sachen NS-Raubkunst. Ausstattung und Sets sind makellos, elegant ist die Kameraarbeit, schön anzusehen sind die Rückblenden ins mondäne Wien der Dreißigerjahre. Zum edlen Look passt das All-Star-Ensemble, zu dem Ryan Reynolds, Katie Holmes, Daniel Brühl und Moritz Bleibtreu als rauschbärtiger Gustav Klimt gehören.

 

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ICH ICH ICH Im Residenztheater

Martin Kušej, frisch verlängerter Chef am Bayerischen Staatsschauspiel, zeigt mal wieder, dass er auch ein inszenierender Intendant sein will. Etwas verblüffend hat er sich dafür ein sehr selten gespieltes Stück ausgewählt, das in der Tradition des französischen Boulevardtheaters des 19. Jahrhunderts steht. Die Handlung spielt sih in einem Pariser Salon, in dem es zugeht wie in einem Taubenschlag. Hier werden Intrigen eingefädelt, Ehen angebahnt und schamlos Geschäfte gemacht. Menschliche Nähe ist immer Mittel zum Zweck. Im Zentrum steht ein alternder Lustgreis, der Junggeselle geblieben ist, sich hauptsächlich um seine Immobiliendeals kümmert und die Leere in seinem Herzen mit einem üppig bestückten Weinkeller kompensiert. Ausgedacht hat sich das alles der Vielschreiber Eugène Labiche, der seinerzeit zusammen mit Georges Feydeau zu den Stars des Pariser Literaturbetriebs zählte und der teilweise bis zu zehn Komödien im Jahr auf den stückegierigen Markt warf. 

Mutter Courage und ihre Kinder In den Kammerspielen

Dass sich letztlich alles ums Geld dreht, das würde die Titelheldin aus Bert Brechts wohl bekanntestem Thesenstück jederzeit unterschreiben. Sie kommt in einer Inszenierung des umjubelten Schauspielers und TV-Stars Thomas Schmauser („Bamberger Reiter“), der die abgezockte Marketenderin aus dem 30-jährigen Krieg wieder auf die Bühnenbretter hievt. „Viel bequemer ist es natürlich, auf der sicheren Seite zu bleiben, nicht zu springen, weiter zu beobachten, weiter zu schauen und nicht zu traurig zu werden, bevor man stirbt“, sagt er zu seinem Interesse an dem Stück. „Das fasziniert mich bei Brecht, dass seine Texte diesen Vergegenwärtigungsmoment, diese Gegenüberstellung wagen und sich nicht in Poesie auflösen. In den Hauptrollen: Ursula Werner, Lena Lauzemis, Peter Brombacher und Christian Löber.

Praterstrand Auf der Praterinsel

Münchens schönster Beachclub holt seit 2013 den Sommer auf die Praterinsel. Entspannte Abende wechseln sich ab mit angesagten DJ Sessions, Firmenevents treffen auf Strandhochzeiten, Hipster auf Münchner Kindl. Ab 18. Mai gibt es auch heuer wieder bei kühlen Drinks bis September chilligen Beachclubsound auf die Ohren, für eine kulinarische Grundlage ist mit BBQ und leichter Sommerküche gesorgt. Die Betreiber der Praterinsel Eventräumlichkeiten knüpfen mit ihrem saisonalen Outdoor-Schmuckstück – einer gelungenen Mischung aus Genuss und Gespräch, Musik und Kultur für Einheimische und Touristen – an die Historie des einzigartigen Areals an. „Im 19. Jahrhundert feierten hier die Münchner in einem Tanzpavillion, später entstanden in den Gebäuden die legendären Spirituosen der Riemerschmid Schnapsfabrik. Da ist der Praterstrand nur die logische Fortführung“, schwärmt Chris Boehm-Tettelbach, der die denkmalgeschützten Gebäude mit seinem Event-Team seit Februar 2010 wieder erfolgreich mit Leben füllt. Alle Infos: www.praterstrand.de

 

Mad Max: Fury Road Jetzt im Kino

Postapokalypse. Max Rockatansky, besser bekannt als Mad Max (Tom Hardy) hat Frau und Kind verloren. Sucht Seelenfrieden. Und stößt auf die energische Furiosa (Charlize Theron), die am Steuer eines Kampfwagens durch die Wüste brettert. Sie und ihre Begleiterinnen, darunter Splendid (Rosie Huntington-Whiteley), sind dem Warlord Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) entkommen, der den begehrten Frauen nachstellt. Ein erbitterter Kampf auf der Straße entbrennt. AltmeisterGeorge Miller, der in den Achtziger Jahren mit der ersten "Mad Max"-Trilogie Filmgeschichte schrieb,  inszenierte dieses zügige Survivalspektakel.

 

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Caligula Im Münchner Volkstheater

Er ging als einer der fürchterlichsten Wüteriche in die Geschichte ein. Doch wer war Caligula wirklich? Zunächst hatte die Amtszeit des römischen Kaisers ja gut, geradezu beschaulich angefangen. Die Bürger liebten ihren jungen Herrscher. Doch nach dem überraschenden Tod seiner Schwester Drusilla verfinsterte sich sein Gemüt. Düstere Gedanken und brutaler Fatalismus bemächtigten sich ihm. „Die Menschen sterben und sie sind nicht glücklich“, lautete die Weltsicht von Caligula. Er hört nicht mehr auf seine klugen Einsager, Freunde wenden sich von ihm ab und werden von ihm grausam verfolgt. Albert Camus hat sich an dem Racheengel abgearbeitet, der mit Folterungen und Hinrichtungen eine Blutspur durchs alte Rom zog. In der Inszenierung von Lilja Rupprecht spielen Max Wagner, Constanze Wächter und Jean-Luc Bubert.

Camino Real In den Kammerspielen

Ein völlig weltentrückter Ort ist der staubige Camino Real, der in einen unbestimmten Süden führt. Links und rechts der Straße stehen heruntergekommene Absteigen, Bordelle, Buden, ein verlassenes Luxushotel. Die Grenzstadt ist ein Transitort, wie man ihn aus dem Western kennt. Jenseits beginnt eine fantastische Terra Incognita, diesseits herrscht ein starres Überwachungssystem. Wer hier ankommt, ist zum Blei-ben verdammt. „Tennessee Williams gelingt es auch in diesem Stück, dass sich konkrete politische Themen seiner (und unserer) Zeit in Alpträume verwandeln“, gibt Regisseur Sebastian Nübling seiner Inszenierung mit auf den Weg. In den Hauptrolllen: Jochen Noch, Sandra Hüller. Çiğdem Teke, Stefan Merki und Wiebke Puls.

Siegfried Im Münchner Volkstheater

Christian Stückl hat  wieder mal eine Premiere am Volkstheater. Von Ritterehre, höfischem Benehmen und edler Minne ist wenig zu finden in Feridun Zaimoglus und Günter Senkels Neubearbeitung der Siegfried-Sage. Dabei hält sich das Autorenteam durchaus an die historische Vorlage, die ja auch nicht gerade zimperlich mit Verrat, Vergewaltigung und Mord umgeht. Doch so schonungslos wie hier wurden die Protagonisten des größten deutschen Heldenepos wohl noch nie ihrer Vorbildfunktion entkleidet. Getrieben von Machtgier und Geltungssucht, morden, vögeln und fressen sie sich ihrem eigenen Untergang entgegen. Die Lichtgestalt Siegfried ist ein tumber – aber sehr viriler – Muskelprotz, sein Gegenstück Brunhild eine blutrünstige Barbarin. Von jeder Patina befreit, zeigt die Neufassung des Mythos eine von Rücksichtslosigkeit und Brutalität gezeichnete Gesellschaft. In den Hauptrollen: Jakob Geßner, Jona Bergander und
Magdalena Wiedenhofer.

Jagdszenen aus Niederbayern In den Kammerspielen

Man besucht sich, man pflegt den Austausch. Wie schön. Martin Kušej, seines Zeichens Hausherr am Bayerischen Staatstheater, wechselt die Straßenseite und inszeniert Martin Sperrs wüstes Bauerntheater.  Abram ist wieder zurück ins Dorf gekommen, nachdem er in der großen Stadt im Gefängnis war. Doch willkommen ist er nicht, das findet sogar seine Mutter. Nur Tonka, die alle die Dorfschlam­pe nennen, will, dass der bleibt. Denn sie ist schwanger. „Ich komme aus exakt einem solchen Dorf und kenne das alles zu genau“, so Kušej. „Ich habe diese drückende Atmosphäre mit der Milch mitbekommen: die bedrohliche Enge, die ewig gleichen Vorurteile, die korrupte Verlogenheit, die bigotte Frömmigkeit. Besonders spannend finde ich das Uneindeutige der Figuren“, sagt er über Sperrs einstiges Skandalstück. „Man versteht nie wirklich, wie sie eigentlich sind: schlampig oder brav, schwul oder nicht, anständig oder verräterisch.“ In den Hauptrollen: Katja Bürkle, Christian Löber, Silja Bächli und Michael Tregor.

Torquato Tasso Im im Residenztheater

Manchmal möchte man dem Antike-verliebten Dichter Torquato Tasso gerne über das staubige Haupt streicheln. Er machte sich das Leben am Hof des Fürsten von Ferrara auch gar zu schwer. Eben erst hat er sein Opus Magnum fertiggestellt, schon sticht ihn der Hafer. Er legt sich mit dem Diplomaten Antonio an und wird mit Hausarrest bestraft. Schlimmer noch: Plötzlich merkt der sensible Dichter, den Goethe so treffend traf, dass er doch nur ein Unterhaltungsdienstleister ist. Selbst wenn er zornig den Hof verlässt, erhält er sein Manuskript nicht mehr zurück. Das hat sich der Herrscher unter den Nagel gerissen. Menno! Regie führte Philipp Preuss. In den Hauptrollen: Valery Tscheplanowa, Sibylle Canonica, Nora Buzalka und Norman Hacker.

Maria Stuart In den Kammerspielen

Einen Klassiker nimmt sich Regie-Wüterich Andreas Kriegenburg mit Friedrich Schillers Drama vor. Darin lässt Herrscherin Elisabeth I, die sich von ihrer schottischen Gegenspielerin auf so vielen Ebenen – politisch, religiös, aber auch in ihrer Sexualität – herausgefordert fühlt, noch ein wenig zappeln. Aber dann setzt sie doch die Unterschrift unter das berüchtigte Dokument – und lässt Maria zum Schafott führen. "Man findet bei Maria Stuart fast keine wirkliche Nähe zwischen den Figuren. Wann immer scheinbar doch eine Nähe entsteht, geschieht dies im Zuge des Versuchs der Manipulation. Jeder versucht, den anderen in die eigenen Intrigen und in das Bild des eigenen Machtkampfes einzubauen", so Kriegenburg. In den Hauptrollen: Walter Hess, Brigitte Hobmeier, Annette Paulmann, Oliver Mallison und Jochen Noch. 

Nathan der Weise Im Münchner Volkstheater

Dieses Stück muss jetzt unbedingt gespielt werden. Weil so oft nur noch Märchen helfen, die hoch erhitzten Gemüter wieder runterzukühlen. Nathan der Weise weiß, wie man’s macht. Er erzählt einfach eine Geschichte – die weltberühmte Ringparabel – und zieht sich bei der immer schon bangen Frage, welche der Weltreligionen nun die vermeintlich „richtige“ ist, geschickt, aber sehr nachvollziehbar aus der Affäre. Intendant Christian Stückl hat den Verständnisklassiker von Gotthold Ephraim Lessing wieder aus dem Regel geholt und muss dabei gar nicht mal so viel Staub vom Reclam-Heftchen blasen. Man kann ihm dafür nur dankbar sein. In den Hauptrollen: Pascal Fligg,  Sohel Altan G.,  August Zirner und Constanze Wächter

Exiles In den Kammerspielen

James Joyce ist mit wuchtigen Wälzern wie „Ulysses“ und – noch furchterregender – „Finnegans ­Wake“ bekanntlich der Schrecken aller Englisch-Hauptseminare. Was nur wenige wissen: Der irische Schriftsteller, wichtigster Miterfinder der Moderne, schrieb aber auch dieses vergleichsweise klassische Theaterstück. Darin lernt man den Schriftsteller Richard kennen, der nach fünf Jahren in Rom wieder in seine Heimat nach Dublin zurückkehrt. Dort muss er feststellen, dass sein Jugendfreund Robert nicht nur zu Besuch kommt, sondern seiner Frau Bertha schon lange ziemlich nahe steht. Richard findet heraus, dass Robert über Jahre hinweg ziemlich intime Brief an Bertha geschrieben hat. Nun steht eine Entscheidung an. „Joyce thematisiert, was auf den ersten Blick banal erscheint“, sagt der Regisseur Luk Perceval zur letzten Kammerspiele-Premiere dieses Jahres. „Der Alltag verführt zum Machtspiel. Wie weit kann man gehen, ohne den Anderen allzu sehr zu verletzen? Wie groß ist die Angst, in der Suche nach Freiheit die erkämpfte Geborgenheit und Nähe zu verlieren? Das Stück regt an, darüber nachzudenken, wie man liebevoll zusammenleben kann.“ Was könnte schöner zu Weihnachten passen?

Kasimir und Karoline Im Münchner Volkstheater

Verhängnisvoll durcheinander geht es bekanntlich in diesem legendären Volksstück, das Ödön von Horváth vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise spielen ließ. Das junge Titel-Paar steht kurz davor, sich unglücklich zu machen. Ein gemeinsamer Wiesn-Besuch ist dabei wirklich nicht die beste Idee. Kasimir ist zudem selten schlecht drauf, hat er doch eben erst seine Arbeit verloren. Prompt kommt es, wie es kommen muss: Auf der Festwiese erkennt der Zuschneider Schürzinger seine Chance, sich an Karoline ranzuwanzen. Und Kasimir gerät an seinen Spezl Merkl Franz, der ihn zu einer Alternativ-Karriere auf der schiefen Bahn verführen. Regie führte Hakan Savaş Mican und in den Hauptrollen sind Jean-Luc Bubert, Xenia Tiling und Pascal Riedel zu sehen

Warum läuft Herr R. Amok? In den Kammerspielen

Alltag in der Hölle. Vom Ausbruch aus der geordneten Bürger-Spießigkeit, von der jähen Generalabrechnung mit dem immer brav Funktionieren, erzählte  Rainer Werner Fassbinder in seinem beklemmenden Filmklassiker. Darin lernt man einen Durchschnittsmann kennen, der immer nur versucht, den Ansprüchen an ihn gerecht zu werden und dadurch jäh in einen Abgrund von Leere stolpert. Am Schluss wird aus dem kleinen Menschen ein Monstrum, das zuerst seine Familie, dann sich selbst auslöscht. Die Regisseurin Susanne Kennedy hat den weiterhin stark irritierenden Stoff auf die Bühnenbretter gehievt.In den Hauptrollen:  Walter Hess, Christian Löber, Anna Maria Sturm und Çiğdem Teke.

Peer Gynt Im Residenztheater

Auf klassisches Bildungsgut greift Regisseur David Bösch in seiner Inszenierung zurück. Er lässt in dem Henrik-Ibsen-Stück den Sinnsucher seine norwegische Heimat verlassen, nach Amerika (wieder mal) aufbrechen, wo er Großreeder wird. Doch den Rastlosen hält es nicht lange. In Afrika träumt er von Wüstensiedlungen, er versteigt sich in Propheten-Anwandlungen – und endet schließlich in einer Irrenanstalt in Kairo. Wieder einmal war ein Kern-Forscher unterwegs. Peer Gynt will wissen, warum die Zwiebel, die so viele Schalen hat, nur aus Häuten, aber eben aus keinem Inneren besteht. Das erinnert an Goethes „Faust“ und ist nicht minder aufregend. Gespielt wird der Titelheld von Shenja Lacher – an seiner Seite unter anderem Sibylle Canonica und Michele Cuciuffo.

Woyzeck Im Münchner Volkstheater

Immer nur Erbsen essen. Dann auch noch herumgeschubst und erniedrigt werden. Der junge Franz Woyzeck, der eigentlich aufrichtig, geradlinig und ehrlich durchs Leben gehen wollte, hält sich und seine Freundin Marie mit diversen Jobs über Wasser. Am prekären Rand der Gesellschaft ist er dem ständigen Druck und Wohlwollen von Vorgesetzten und Bessergestellten ausgesetzt. Und dann bewahrheitet sich auch noch der schlimmste Albtraum: Das Testosteronmonster Tambourmajor hat doch tatsächlich Marie verführt. Kein Wunder, dass Woyzeck die Hutschnur platzt. Abdullah Kenan Karaca hat Georg Büchners schauerliches Kleiner-Mann-Drama neu aktualisiert. Schlimm bleibt alles. In den Hauptrollen: Sohel Altan G., Magdalena Wiedenhofer, Silas Breiding und Pascal Fligg.

 

Bernhard Ludwig Am 4.7. im Lustspielhaus

In seinem aktuellen Programm „Anleitung zum lustvoll Leben: Kung Fu“ verrät Bernhard Ludwig als Weiterführung seines 10in2 Konzept alles über Herzinfarkt, Übergewicht, Burn Out: Anliegen ist es Irrtürmer, falsche Annahmen, ungünstige Verhaltensweisen und den ganzen damit zusammenhängenden Wahnsinn aufzuklären. Und damit ihr Leben nicht nur länger, sondern auch besser wird, gibt es im zweiten Teil ein Sexprogramm mit vielen Schmunzlern und Aha-Erlebnissen! Wie in allen Seminarkabaretts alles 100% Wissenschaft und 100% Kabarett!

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Do 25. Juni 2015 -
Mi 8. Juli 2015
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Robert Plant • 11.08.2015 • Zenith