

Das Fastfood-Theater: Der Impro-Klassiker
Aus der hiesigen Theaterszene ist das Fastfood Theater schon lange nicht mehr wegzudenken. Mit ihrem Improklassiker, der Montagsshow, begeistern die Schauspieler Publikum und Kritiker seit 16 Jahren immer wieder aufs Neue. Eine bunte Mischung aus Spielen, Songs, leisen und lauten Szenen unterhalten hier mit Schmackes.

Asleigh Flynn: Americana-Soul
Bluegrass trifft bei der aus Kentucky stammenden Singer/Songwriterin mit der rauchig-souligen Stimme auf Americana und Pop. Für Freunde von Norah Jones u.a.

The Bony King Of Nowhere: Königlicher Folk
TBKON aka Bram Vanpary ist ein belgischer Singer/Songwriter, der sich auf die Spuren von Nick Drake, Bob Dylan, Tim Buckley, Devendra Banhart, Will Oldham u.a. begibt.

Jolly Goods: Female Indietrash
Zwei Indie-Damen aus dem gut sortierten Louisville Records-Stall zwischen Electro-Clash, Garage-Beat und Punk-Trash. Special Guest: Elcassette

Sex On The Beach: Suff und Sex
„The Inbetweeners“ ist eine sehr erfolgreiche britische Sitcom über vier Jungs in der Pubertät und hier kommt die noch viel erfolgreichere Kinoversion: Die Schule ist aus, die vier fahren nach Kreta, traümen von tollem Strand, tollem Suff, tollem Sex – und werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bis sich vier sehr liebe Girls ihrer erbarmen – und aus wilden Fantasien sehr romantische Liebesabenteuer werden.
Megafaun
Am 8.2. im Provisorium
Brad Cook, Phil Cook und Joe Westerlund waren früher mit einem gewissen Justin Vernon musikalisch unterwegs und dieser machte dann unter dem Namen Bon Iver eine gewisse Karriere. Die Ex-Kollegen veröffentlichen nun als Megafaun mit einem selbstbetitelten Album bereits ihre dritte Studioplatte, die deutlich bluesiger als die Vorgänger ausgefallen ist. Bluegrass, Countryrock und Folk wird von den bärtigen Zauseln mit stimmig gerittenen Harmoniegesängen aufgezogen. Wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis man von den Herren auch hierzulande noch mahr auf die Ohren bekommt. Einer dieser Geheimtipps, sozusagen.
Wassa
In den Kammerspielen
Bei Familie Schelesnowa hängt der Haussegen schief. Die titelgebende Geschäftsfrau Wassa aus Maxim Gorkis 1905 enstandenem russischen Sozialdrama sträubt sich mit Händen und Füßen gegen den Untergang ihrer Sippe. Wie ein Bärenmama kämpft sie für ihre Familie, die sie mit groteskem Materialismus, aber auch viel ehrlicher Mutterliebe zusammenzuhalten versucht. Doch ihre Kinder sind nicht nur moralisch verkommen, unfähig, sondern gelegentlich auch einfach nur so todunglücklich. „Wenn unser ganze Zivilisation zusammenbricht“, so der lettische Regisseur Alvis Hermanis, „ist die einzige Hoffnung, dass zumindest eine schwangere Frau übrig bleibt, mit der alles von vorn beginnen kann. Es gibt wenige Dinge, die in unserer heutigen Welt noch stabil und unstreibar sind. Die Liebe einer Mutter ist real.“ So ist es wohl.
The Bony King Of Nowhere
Am 6.2. im Feierwerk
Tja, was für Namen man sich ausdenken kann. Aber egal. The Bony King Of Nowhere nennt jedenfalls sich der 24jährige belgische Singer/Songwriter Bram Vanparys. Charakteristisch für seine ebenso eingängige wie eigenwillige Musik sind Brams unverwechselbare Stimme, die unkonventionellen Sounds und die prägnanten Texte. Beatles-Anleihen treten da ebenfalls in Erscheinung wie eine gewisse stimmliche Nähe zu Roy Orbison. Bereits das erste Album „Alas My Love“ fand bei Publikum wie Presse Anklang und zu den Fans des jungen Belgiers gehört zum Beispiel der amerikanische Psychedelic-Folk-Sänger und Songwriter Devendra Banhart. „Eleonore“ heißt nun das aktuelle Album, das auch über weite Strecken überzeugen kann. Den Opener gibt Jason Serious, der mit seinem "Undercover Folk" voll auf Linie liegt.
Dame, König, As, Spion
Jetzt im Kino
Diese Herren im grauen Zwirn, mit grauen Gesichtern, die sich da am Konferenztisch versammeln, wirken wie Buchhalter. Sind sie aber nicht. Sie gehören zur crème de la crème des MI6, dem berühmten Secret Service Ihrer Majestät, und sollen Great Britain vor äußerer Gefahr schützen. Wir schreiben das Jahr 1973: der kommunistische Feind kennt im Kalten Krieg kein Pardon. Als durch einen Doppelagenten brisante Informationen aus dem Herzen des Geheimdienstes beim sowjetischen KGB landen, wird Top-Spion George Smiley (Gary Oldman) aus dem Ruhestand geholt. Er soll den Maulwurf enttarnen, auf dessen Konto eine blutige Geheimdienstaktion in Budapest geht. Bevor aber die Wahrheit ans Licht kommt, eskaliert die Situation. In ruhigen Kamerafahrten, in kühlen, trostlosen und braunstichigen Bildern, in pointierter Sprache und einer Ausstattung vom Feinsten - da stimmt alles vom Feuerzeug bis zur Lampe aus den 1970er Jahren, von den furchtbaren Tapeten ganz zu schweigen - kreiert der Film eine klaustrophobisch dichte, von Paranoia und tief sitzendem Misstrauen geprägte Atmosphäre. Die Helden sind einsame Typen in Trenchcoats, die ständig Whiskey kippen, eine Zigarette nach der anderen paffen und sich gegenseitig kritisch beäugen. Verwundete Wölfe im Schafspelz, die weder Glück noch Gefühl kennen. Es interessiert nicht die große Politik, sondern das komplizierte Innenleben der Männer, die alle etwas zu verbergen haben und verdächtig scheinen. Thomas Alfredsons undurchschaubares und intensives Puzzle in der Tradition der feinsinnigen Agentenfilme der 1960er und 1970er Jahre und ohne das klassische „Whodunit“ beweist, dass Spannung auch ohne bombastische und laute Action funktionieren kann. Allein der umwerfende Gary Oldman mit großer Hornbrille ist als meisterliches Ass den Kinobesuch wert.
Zettl
Jetzt im Kino
Hoch hinaus. Max Zettl (Michael Bully Herbig), einst bloß Chauffeur vom (verstorbenen) Münchner Klatsch-Reporter Baby Schimmerlos, hat’s nach Berlin verschlagen. Da wird er Chefredakteur eines neuen Online-Magazins, kommt einem Skandal auf die Spur. Ein stets überschnappender Bundeskanzler, eine Bürgermeisterin, die eigentlich ein Mann ist, ein Schweizer Milliardär ... das eitle, verkommene, völlig kaputte Personal lässt nichts zu wünschen übrig. Helmut Dietls krasse Politsatire ist eine gewollt bitterböse Abrechnung mit dem politischen Intrigantenstadel, nicht nur in der Hauptstadt, voller sagenhafter Dialoge, verzweifelnd schier an diesen Typen. Das passt: wie die Faust aufs Auge. Die Kritiken? Sie reichen, wie oft bei Dietl, von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt.
Münchener Bachchor
Am 8.2. im Prinzregententheater
Der Münchener Bachchor, 1954 von der Bachikone Karl Richter gegründet, ist seit zwei Generationen Legende und Institution des Münchner Musiklebens und der Bachinterpretation. In allen Musikmetropolen der Weltfeierte der Chor Triumphe. Nach Hanns-Martin Schneidt waren Barockspezialisten wie Peter Schreier und Bruno Weil Maestri am Pult und – wie Leonard Bernstein – gefeierte Gastdirigenten. Seit der Saison 2005/2006 gelang mit dem jungen, musikalisch inspirierenden Dirigenten Hansjörg Albrecht „ein Glücksfall für den Münchener Bachchor“. So notierte die Süddeutsche Zeitung zu Recht An diesem Abend gastiert man mit dem Programm „Hymne an Beethoven“. Im Mittelpunkt steht Beethovens „Chorfantasie“, die zu Unrecht im Schatten der ähnlich angelegten 9. Symphonie steht und ziemlich unbekannt ist, obwohl es eines der interessantesten Werke Beethovens ist. Ein weiterer Grund, warum es selten in Aufführungen zu hören ist, liegt in der unkonventionellen Besetzung mit Chor, Orchester, Gesangssolisten und Klavier.
Bastian Sick
Am 6.2. im Prinzregententheater
Aus der Bildungsecke kommt ja bekanntlich Bastian Sick, der mit seinen Schlauberger-Rechtschreib-Programmen nicht nur Aufklärerisches bewirkt, sondern zunächst überraschend im Handstreich die großen Hallen füllt. Mit seiner aktuellen Tour „Nur aus Jux und Toleranz“ hält er den SMS-Schnelltippern, Quasselstrippen und Memo-Schreibern mal wieder den Hohlspiegel vor. Und dass sein Programm nutzwertig ist, hat noch niemand bestritten. Wie sonst könnte man ergründen, warum sich das annoncierte „Hundefutter mit Vollkotzbrocken“ so schlecht verkauft? Der höllische Spaß bei Sick ist jedenfalls „gratiniert“.
The Descendants
Jetzt im Kino
Hawaii, das ist ja bekanntlich das Paradies auf Erden ... Für Anwalt und Familienvater Matt King (George Clooney) jedoch droht eine tragische Wende, als seine Frau beim Surfen verunglückt, ins Koma fällt und er auch noch erfährt, dass sie einen Liebhaber hatte. Nebenbei gilt es, den Alltag allein zu meistern, die Töchter zu versorgen, nebenbei ein Sahne-Grundstück zu verkaufen, mit dem nervenden Schwiegervater, dem besagten Liebhaber seiner Frau und dem schrägen Freund seiner Tochter zurechtzukommen ... Alexander Payne inszenierte eine ganz auf Clooney zugeschnittene Tragikomödie als dichtes Zusammenspiel von komischen, innigen und schmerzlichen Momenten. Kein großes Wunder also, das sowohl Alexander Payne für die beste Regie und George Clooney als bester Hauptdarsteller für den Oscar nominiert wurden.
Drive
Jetzt im Kino
Fahren mit Stil. Er hat keinen Namen. Nennt sich nur Driver. Tagsüber arbeitet er als Stuntman, nachts fährt er, bei riskanten Einbrüchen, die Fluchtfahrzeuge. Halsbrecherisch. Aber er kann’s, weiß, was er tut. Ist ein einsamer, schweigsamer Außenseiter. Verliebt sich in seine schöne Nachbarin Irene. Die hat einen kleinen Sohn, ist alleinerziehend. Als ihr Mann Standard aus dem Gefängnis heimkommt, Schulden bei seinen Knastbrüdern bezahlen muss und dafür einen Raubüberfall plant, erklärt sich Driver bereit, ihm zu helfen. Die Sache geht schief, Standard erwischt’s, Driver wird zum blutigen Rächer und Retter. Der unscheinbar daherkommende Ryan Gosling ist die Idealbesetzung in dem wirklich faszinierenden, absolut stilsicheren Thriller – nach dem viel gepriesenen und mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten Roman von James Sallis. Der Däne Nicolas Winding Refn („Pusher“, „Bronson“, Walhalla Rising“) inszenierte einen künftigen Klassiker, in Cannes gab es dafür die Goldene Palme für die beste Regie!
The Artist
Jetzt im Kino
Kino, Kino, Kino!!! Kann man mit einem (nagelneuen) Stummfilm, in Schwarz-Weiß, im Jahre 2012, noch irgendwen begeistern?! Aber ja! Regisseur Michel Hazanavicius und seine Darsteller haben bei den Golden Globes heftig abgeräumt und zehn Oscarnominierungen sind ja auch nicht von schlechten Eltern. Der schöne George (Jean Dujardin), mit Pomadenfrisur und Menjou-Bärtchen, ist ein Stummfilm-Star. Bei der Premiere seines neuesten Abenteuer-Schinkens schafft es Peppy Miller (Bérénice Bejo), eine Verehrerin, mit ihm auf ein Foto, das in allen Zeitungen erscheint – und beschließt, berauscht, gleich selbst zum Film zu gehen. Die beiden verbindet alsbald eine zarte Liebelei. Peppy arbeitet sich, zuerst in Nebenrollen, beim gerade aufkommenden Tonfilm allmählich nach oben. George, der die Zeichen der Zeit verkennt und die Warnungen des Hollywood-Produzenten Zimmer (John Goodman) ignoriert, dreht weiter Stummfilme, bis die keiner mehr sehen will und er in tiefster Depression versinkt. Sehr komisch, sehr tragisch, sehr melo, sehr charmant – eine wunderbare Liebeserklärung an das Kino. Und das Hunderl, das hier eine herzigfreche Nebenrolle spielt, erhielt auch noch einen Preis in Cannes.
Erpressung
Im Residenztheater
"Ich lebe in einem korrupten, verwundeten Land, in abgrundtiefe Rohheit herabgesunken. Seit langer Zeit erstarrt dieses Land in der immer gleichen theatralischen Darstellung, bestehend aus stillschweigend hingenommenen Lügen, Machtmissbräuchen und Erpressungen." Alles andere als vorbildlich, dafür mit Sicherheit sehr theatralisch war der Lebenswandel des Signore Berlusconi, von dem im vergangenen Jahr hoffentlich das letzte Kapitel geschrieben wurde. Der italienische Regisseur Pippo Delbono hat lange genug an den Lügen, krassen Machtmissbräuchen und Liederlichkeiten des gar nicht ritterlichen Cavaliere gelitten. In seiner Theatermeditation setzt er sich mit den Mächtigen, ihren verzweifelten Intrigen und gewissenlosen Strategien auseinander und erzählt, beeinflusst von asiatischen Körper- und Schauspieltechniken, eindrucksvoll vom Scheitern.
Der nackte Wahnsinn
Im Lustspielhaus
Constanze Lindner und Michi Altinger von den Komikern des BR, die Lach- und Schieß-Haudegen Sonja Kling und Thomas Wenke sowie Gabi Rothmüller - die auch Regie führt - und Alex Liegl stehen neben den Schauspielern Norbert Heckner, Julia Urban und Ferdinand Schmidt Modrow auf den Brettern, die den „Nackten Wahnsinn“ bedeuten. Es ist kurz nach Mitternacht, die Generalprobe von „Spaß muss sein“ läuft. Die Nerven liegen blank: Texthänger, Requisitenchaos, volltrunkene Schauspieler. Das Stück tritt schnell in den Hintergrund und macht Liebesverwirrungen und privaten Katastrophen Platz. Was für die Beteiligten ein Albtraum ist, wird für den Zuschauer zum durchgedrehten, turbulenten und rabenschwarzen Komödienchaos.

