Sonntag, 21. Dezember 2014
ALLE VERANSTALTUNGEN
für 14 Tage & Nächte in München

Katie Smokers Wedding Party: Indierock

Heute im Cafe Hüller... mehr
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Der ehemalige Resonanz-Chefe Markus Rhein und seine Mitstreiter mit einer rumpeligen Oldschool-Indierock-Packung irgendwo zwischen Sebadoh, Pavement und Quasi. (Eduard-Schmid-Str. 8)

 

Faltsch Wagoni: Ladies first, Männer Förster

Heute in der Lach & Schieß... mehr
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Das Markenzeichen von Faltsch Wagoni ist Sprachartistik und Wortklauberei. Voller Witz und ohne Respekt reimen sie sich virtuos durchs Alphabet und bringen mit ihrer skurrilen Phantasie die Sprache zum Swingen, die Worte zum Tanzen und den Bauch zum Reden. Eine hinreißende und hochintelligente Sprach-Revue in Dada-Manier.

 

MoZuluArt: World-Jazz meets Afro-Classic

Heute Bayerischer Hof Night Club... mehr
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Klassik trifft Afro und Worldmusic trifft Jazz: Drei afrikanische Stimmen werden kongenial von einem Pianisten und dem Ambassade Streichquartett begleitet.

 

Back To Base: Bretter des Ungewöhnlichen

Heute im GOP Varieté... mehr
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Hier kommt das Feinste aus der Berliner Talentschmiede BASE. Frech, unkonventionell und artistisch verdammt gut. Nach den großen Publikumserfolgen „Made in Germany“ und „Base – die Show“, betritt nun mit „Back to Base“ die dritte Generation die Bretter des gewöhnlich Ungewöhnlichen! Durch die Show führt der „ernste“ Comedy Zauberer Hieronymus, der mit der Anmut einer Brechstange die sonst so galanten Gepflogenheiten seines Metiers selbstironisch ins Gegenteil kehrt und das Publikum mit erstaunlichen Illusionen verblüfft.

 

Tatwort: Die ImproShow

Heute in der Drehleier... mehr
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Jeden Sonntagabend zaubert Tatwort aus den Vorgaben des Publikums ein einzigartiges Comedy-Feuerwerk auf die Bühne. Dabei achten die Meister des Spiel- und Wortwitzes darauf, dass sie von den Einwürfen des Publikums auch wirklich gefordert werden. So entsteht von Anfang an die Tatwort-gewitzte Hochspannung.

 

Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal

Jetzt im Kino... mehr
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Museums-Nachtwächter Larry (Ben Stiller) bekommt wieder ziemlich viel zu tun. Die magische Tafel des Pharao Akhmenrah droht, ihre Zauberkräfte zu verlieren. Abhilfe verschafft ein Besuch in London, im British Museum, wo sie, wie gewohnt, das Museumsinventar zum Leben erweckt. Ziemlich munter werden dabei auch Ritter Lancelot (Dan Stevens) und ein zweiter ägyptischer Pharao (Ben Kingsley), aber nicht alle Ausstellungsstücke können sich für den neuen Nachtwächter begeistern. Eine weitere Abenteuerkomödie aus der „Museums“-Franchise-Welt, wild, wüst, mit spektakulären Effekten

 

1001 Gramm: Von Gewicht

Jetzt im Kino... mehr
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Marie konzentriert sich ganz auf ihre wissenschaftliche Arbeit. Für das norwegische Eichamt überprüft sie Maße und Gewichte. Sie fährt nach Paris, um das norwegische Referenz-Kilogramm mit dem Ur-Kilogramm im internationalen Bureau des Poids et des Mesures abzugleichen. Dort lernt sie den charmanten Franzosen Pi kennen. Ganz allmählich lernt sie von ihm, dass es mehr gibt als spröde Wissenschaft ... Bent Hamer inszenierte eine meisterhafte Komödie mit skurril-lakonischem Humor. Ane Dahl Torp brilliert in der Hauptrolle der verletzlichen Marie. Und: Wie viel wiegt ein Kilo wohl genau? Und wie viel wiegt die Seele?

 

Chakuza: Keine Kompromisse

Heute im Backstage... mehr
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HipHop-Grooves und kompromisslose Raps aus dem Bushido-Umfeld. Special Guest: Maxat

 
Tagestipp Sonntag 21.12.2014
Hundreds Am 22.12. im Ampere

Nimm mich mit. Kapitän... Zwei Geschwister erobern von Hamburg aus die Welt – Eva und Philipp Milner ist etwas gelungen, das selten ist: mit englischen Texten auf dem internationalen Markt erfolgreich sein. Dabei – und das ist wahrscheinlich das Geheimnis dahinter – nahmen die beiden bei sich daheim ihr erstes Album mit Elementen aus Post Rock, Folk und Elektronik hauptsächlich für sich selbst auf. Die Produktion wurde aber zum Selbstläufer und schickte die beiden erstmal um den Globus. Das Nachfolgealbum „Aftermath“ klingt nun, als wären die Milners durch diese Erfahrungen wieder zuhause angekommen.

 

Exiles In den Kammerspielen

James Joyce ist mit wuchtigen Wälzern wie „Ulysses“ und – noch furchterregender – „Finnegans ­Wake“ bekanntlich der Schrecken aller Englisch-Hauptseminare. Was nur wenige wissen: Der irische Schriftsteller, wichtigster Miterfinder der Moderne, schrieb aber auch dieses vergleichsweise klassische Theaterstück. Darin lernt man den Schriftsteller Richard kennen, der nach fünf Jahren in Rom wieder in seine Heimat nach Dublin zurückkehrt. Dort muss er feststellen, dass sein Jugendfreund Robert nicht nur zu Besuch kommt, sondern seiner Frau Bertha schon lange ziemlich nahe steht. Richard findet heraus, dass Robert über Jahre hinweg ziemlich intime Brief an Bertha geschrieben hat. Nun steht eine Entscheidung an. „Joyce thematisiert, was auf den ersten Blick banal erscheint“, sagt der Regisseur Luk Perceval zur letzten Kammerspiele-Premiere dieses Jahres. „Der Alltag verführt zum Machtspiel. Wie weit kann man gehen, ohne den Anderen allzu sehr zu verletzen? Wie groß ist die Angst, in der Suche nach Freiheit die erkämpfte Geborgenheit und Nähe zu verlieren? Das Stück regt an, darüber nachzudenken, wie man liebevoll zusammenleben kann.“ Was könnte schöner zu Weihnachten passen?

The Homesman Jetzt im Kino

Pionierin. Die toughe, gottesfürchtige Mary Bee Cuddy findet an der Frontier im Wilden Westen keinen Mann –  so übernimmt sie den gefährlichen Auftrag, drei hier draußen verrückt gewordene Farmersfrauen zurück nach Iowa zu bringen, wo eine Methodistengemeinde sie aufnehmen wird. Die Reise wird schwierig, Mary Bee kann eine helfende Hand gebrauchen. Sie rettet den Outlaw Briggs davor, gelyncht zu werden. Gemeinsam überstehen sie Schneestürmen und Begegnungen mit Indianern, gewinnen widerwillig Respekt vor einander – dann spitzt sich die Lage zu, und das seltsame Gespann hat große Mühen, in die zivilisierte Welt zurückzukehren. Tommy Lee Jones hat sich, für seinen zweiten Spielfilm die Rolle des Vagabunden auf den Leib geschrieben. In diesem kraftvollen, gradlinigen Neo-Western, nach einem Buch von Glendown Swarthout („The Shootist”) liefert er sich heftige Wortgefechte mit Hilary Swank. Rodrigo Pietro (Kamera schon für „Brokeback Mountain“ fasziniert mit exquisiten Bildern in Cinemascope.

 

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Die Wolken von Sils Maria Jetzt im Kino

Das Kino und die Phänomene, die es umgeben, sind eine infektiöse Angelegenheit und zugleich ein magisches Ereignis - so wie jenes „Wolken-Phänomen von Maloja“, dem Bergfilmer Arnold Fanck 1924 einen Kurzfilm gewidmet hat. Man sollte ihn sich auf You Tube ansehen: Wie ein riesiger Lindwurm schiebt sich darin eine Wolke minutenschnell vors Alpensonnenpanorama. Dieser 90 Jahre alte Film bildet die Referenz von Olivier Assayas' neuem Werk: Die Wolken, die die Schönheit verhüllen, sind heute die Blitzlichtgewitter der Paparazzi. Aber sie sind es auch, die der Klarheit ihr Geheimnis zurückgeben könnten. Verlust der Aura, Versprechen und Trug der gegenwärtigen PR-Gesellschaft - es sind gegenwärtige Themen, die Assayas hier brillant durchdekliniert.

 

Kristin Stewart, großartig und facettenreich wie noch nie und einer wunderbaren Juliette Binoche begegnet man, dazu noch einer ganzen Handvoll bekannter deutscher Darsteller, darunter Angela Winkler und der schillernden Catwoman Nora von Waldstätten. Die Binoche spielt Maria Enders, eine berühmte Schauspielerin. Sie und ihre Assistentin Val (Stewart) sind ein perfektes Paar. Immerzu mit dem Blackberry in der einen, dem iPhone in der anderen Hand koordiniert Val die Termine des kapriziösem Weltstars, wimmelt Presseanfragen ab und verfasst PR-Mitteilungen. Das Stück, mit dem sie einst berühmt wurde, soll nun erstmals mit Maria neu inszeniert werden. Darin geht es um das Verhältnis zwischen einer älteren Diva, und einer jüngeren, ihre Karriere und ihr Leben erst findenden Frau, das zwischen Freundschaft und Konkurrenz, Anziehung und Rivalität schwankt. Einst spielte Maria die Junge, nun soll sie die Rolle der Älteren spielen. Widerwillig hat sie den Part angenommen, nun bereitet sich in einem Chalet im Engadin auf diese Rolle vor.

Auch für Maria und Val vermischen sich dort Kunst und Leben zusehends. Denn während die beiden bei Bergwanderungen Erholung suchen, und den Text proben, kommt noch eine dritte Frau in den Blick: Das Starlet Joe-Ann, das in der Neuauflage die jüngere Frau spielen und damit Marias alte Rolle übernehmen soll. Sie ist absolut modern, und wird auf Schritt und Tritt von Paparazzi verfolgt.

Fast wirkt diese Joe-Ann (gespielt von Chloe Grace Moretz) wie eine Kinokopie von Kristin Stewart, was den Charme der Konstellation noch zusätzlich erhöht. Die Stewart ist die Überraschung dieses Films: Sie spielt ausgezeichnet, intensiv, und man erwischt sich dabei, melancholisch zu werden ob der hunderten von Chancen, die das amerikanische Kino jährlich verschenkt.

„Sils Maria“ ist ein erstaunlicher Film: Gelassen, ruhig, ohne abgeklärt zu sein, sinnlich und schön. Eine witzig-tolle Reflexion über das Kino. Der Film ist auch klug, ironisch und strotzt nur so von scharfsinnigen, sarkastischen Sottisen. Dies ist ebensogut ein Film über den Boulevard, den Starbetrieb, der auch von seinen Feinden noch zu ernst genommen wird. Er handelt von Fragen, wie sie Godard und Cronenberg in ihren letzten Werken aufgreifen, und steht damit auch dem mit Sils Maria untrennbar verknüpften Dekadenzphilosophen Friedrich Nietzsche nahe.

 Wie bei Nietzsche gilt das Hohngelächter Ernstem: Der Gegenwart, dem Altern, dem Generationskonflikt zwischen den Frauen. Um Frauen überhaupt.

"Die Wolken von Sils Maria" zeigt, in was für einer Welt wir eigentlich leben, wie Boulevardjournalismus und der alltägliche Medien-Tsunami uns dumm machen, und worauf es im Leben stattdessen wirklich ankommt.

Rüdiger Suchsland

 

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Der Stein Im Marstall

Deutsche Geschichte, abgründiges deutsches Durcheinander. Wenn man sich erst einmal eine Heldenlegende zurechtgebogen hat, fällt es schwer, nicht mehr weiter zu lügen. So halten es Mutter, Tochter und Enkelin in ihrem Haus seit Jahren. Da passt eben der angeblich mutige Großvater, der in der Nazizeit eine jüdische Familie gerettet haben soll, sehr gut ins Konzept. Doch die Nachmieterin Stefanie gräbt tiefer und legt Schichten von Verdrängtem frei. Das Drama von Marius von Mayenburg erzählt von einem Haus in Dresden und seinen Eigentümern. Wer darf wirklich Ansprüche darauf haben – die jüdische Familie, die es erbaut hat? Die arische Familie, die es 1935 „übernahm“? Oder eine der Familien, die seit DDR-Zeiten dort wohnt? Knifflige Frage. Regie führt Sarantos Zervoulakos und in den Hauptrollen sind Juliane Köhler,  Hedi Kriegeskotte, Nora Buzalka und Katrin Röver zu sehen.

Pinchas Zukerman Am 22.12. in der Philharmonie

Nicht unbedingt auf die Adventszeit abonniert, aber auch dort immer wieder gern aufgeführt, sind die beiden Werke, die Maestro Daniele Gatti für die diesjährige „Festliche Weihnachtsgala“ der Bamberger Symphoniker ausgewählt hat. Der gerade beim Concertgebouworchester in Amsterdam zum Nachfolger von Mariss Jansons gekürte Italiener interpretiert n der Philharmonie unter anderem Beethovens „Pastorale“, während im ersten Teil des Abends beim Violinkonzert von Johannes Brahms der Stargeiger Pinchas Zukerman im Zentrum des Interesses steht.

12 Cellisten Am 21.12. Prinzregententheater

„Was die 12 Cellisten machen, ist einfach wunderbar.“, so Sir Simon Rattle über die Musiker der Berliner Philharmoniker. Die „12 Cellisten“ sind eines der erfolgreichsten Ensembles der internationalen Musikszene. Vor mehr als 30 Jahren starteten sie ihre Weltkarriere, inspiriert von Herbert von Karajan. Sie faszinieren mit neuen Arrangements bekannter Weihnachts-Klassiker und intelligenten Klassik- und Jazz-Ohrwürmern: von Johann Sebastian Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 6, Robert Schumanns „Winterzeit“, Sofia Gubaidulinas großartigen „Labyrinth“, Rachmaninoffs „ Musical Moment“ über den Alltime-Klassiker „Stille Nacht“ und Chansons wie Legrands „Windmills of your mind“ bis hin zu George Shearings „Lullaby of Birdland" und Duke Ellingtons „Caravan“. Ganz großes Musikkino vorm Fest.

Jammin' for Children Am 21.12. im Ampere

Jammin’ for Children – das ist die Benefizparty, über die sich nicht nur die Schule in Nepal freut, der die Erlöse zu Gute kommen – sondern auch jeder, der nur einen Funken Feierlust in sich spürt.  Jammin’ for Children bedeutet: Eine Nacht, ein Club, zwei schweißtreibende Konzerte, zwei DJs.  Den ersten Teil der Live-Beschallung übernimmt dieses Jahr der Münchner Kneipenchor, als Vorspiel für das zwölfköpfige Münchner Funk-und Soul-Orchester Flow. Bevor dann die DJs Dusty und Der Mayer Hand an- und Platten auflegen, begibt sich eine Überraschungsband mit ihren Blasinstrumenten auf die Bühne. Nur so viel sei verraten: Sie dürfte Fans von Bands wie La Brassbanda oder Kofelgschroa gefallen.
Der gesamte Erlös der Veranstaltung geht an die Nepalhilfe Starnberg e.V. Die Nepalhilfe Starnberg hat die Maya Children School in Nepal gegründet und ausgebaut. Die Schule umfasst fünf Jahrgangsstufen, in denen derzeit circa 130 Schüler unterrichtet werden.

Schlagobers Bis 21.12. in der Reithalle

Zuckerzeug ist etwas Wunderbares! Ein verlockendes Prickeln auf der Lippe, ein zartes Schmelzen auf der Zunge, eine fantastische Geschmacksexplosion am Gaumen. Märchenhafte Verwandlungen treiben diese Gute-Laune-Ballett von Karl Alfred Schreiner zur Musik von Richard Strauss an. Nicht zu Unrecht trägt es „Ein Tanzkonfekt“ im Untertitel. Darin erlaubten sich die Macher, nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg doch noch einmal von der „Guten alten Zeit“ zu schwärmen. Die Zuschauer geraten in eine sinnenfrohe, aber nicht süßliche Welt, in der Knallbonbons, Weihnachtsstollen, der Gugelhupf und die Schmalznudel gemeinsame tanzen – und zwar Landler, Polka und Walzer. Süß macht glücklich!

Winterschlaf Jetzt im Kino

Entfremdung. Der ehemalige Schauspieler Aydin betreibt ein kleines Hotel in den Bergen. Kümmert sich kaum um seine junge Frau Nihal. Interessiert sich nicht für die Menschen im Dorf. Gefällt sich als Autor von Kolumnen in der Lokalzeitung. Will ein Buch über die Geschichte des türkischen Theaters schreiben. Führt allabendlich lange Gespräche mit seiner geschiedenen Schwester Necla. Nuri Bilge Ceylans episch angelegtes Beziehungsdram spielt im winterlich abgeschiedenen Anatolien, erzählt von inneren Konflikten, von den extremen Gegensätzen zwischen Arm und Reich. Goldene Palme in Cannes!

 

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#Zeitgeist Jetzt im Kino

Am Ende steht Adam Sandler nach einer eher traurigen Nacht in der Küche und schlägt Eier in eine Schüssel. Seine Frau, Rosemarie DeWitt, kommt dazu, sie war die Nacht auswärts, vermittelt durch Ashley Madison – die bekannte Internet-Agentur für Seitensprünge. Wir müssen reden, sagt sie, die Ehe der beiden ist in den letzten Wochen ziemlich zerbröselt, aber er winkt ab ...

 

Nein, das ist kein Film übers Internet und über unsere neue Kommunikationskultur, sagt der Regisseur Jason Reitman – zu seinen Erfolgen zählen unter anderen „Juno“, „Up in the Air“ und zuletzt „Labor Day“ –, und er hat natürlich recht. Obwohl so irrwitzig getextet und platziert wird in diesem Film wie selten zuvor – die Probleme, mit der die Kids und ihre Eltern sich hier konfrontiert sehen, sind die gleichen wie in den (un)moralischen Erzählungen im Kino und in der Literatur des letzten halben Jahrhunderts.

 

  Es geht also um: die ganz alltägliche Sexversessenheit der Amerikaner – am Anfang setzt sich Sandler, um sich einen runterzuholen, an den Computer seines Teenagersohns, der einfach die besseren Webseiten hat –, um die Versunkenheit in Online-Spielforen, um Scheidung und Sichverlieben, um Intimität und Arroganz, um Ehrgeiz und Selbsttäuschung, Kontrolle und Lebenslust, es gibt eine Fehlgeburt und eine Menge Gemeinheiten, die überprotektive Eltern ihren Kindern antun – immer zu ihrem Besten natürlich! Man folgt den alltäglichen kleinen Komplotten, mit denen das eigene Glück herbeiintrigiert werden soll, mit allen Mitteln, bis man am Ende nicht mehr weiß, was wahr ist und was falsch. Ein junges Paar liegt nebeneinander an einem See, in freier Natur, unterm Nachthimmel, aber die beiden Wasserfälle im Hintergrund schauen so fake aus wie wenig sonst in dem Film.

 

Es ist absurd und grotesk und herzzerreißend, was in diesem Film passiert, aber eingebettet ist das alles in eine interstellare Gleichgültigkeit – die von Voyager, den man gelassen seine Bahn ziehen sieht durchs Weltall: die Raumsonde, die 1977 gestartet wurde und die Kontakt aufnehmen soll zu fremden Lebensformen, sie versammelt auf vergoldeten Kupferplatten Grüße in 55 Sprachen und Geräusche der Erde, den Wind und den Donner, dazu Musik von Bach und Beethoven und Louis Armstrong. Emma Thompson leiht ihm – im Original – ihre Stimme. „Ich habe mir immer vorgestellt“, sagt Jason Reitman, „dass Emma Thompson irgendwie die Stimme von Voyager ist, der mit einem fossilen Auge zurückblickt auf die Menschheit, versucht herauszufinden, wie wir funktionieren. Ich wollte einen Blick in die Köpfe der Figuren und ich wollte, dass er kalt und urteilsfrei sei. Es ist so leicht, menschliche Verletzlichkeit zu verurteilen ...“

 

Im Blick des ewigen Wanderers wandeln sich auch die Dimensionen der Beziehungskisten und Dysfunktionalitätsdesaster auf dem blassen blauen Punkt im Weltraum. Das Netz reduziert die Vielfalt der menschlichen Kommunikation brutal, es löscht all die kleinen Zeichen, die man beim unmittelbaren Gegenüber mitkriegt, das Spiel der Augen und der Hände. Die nackten Sätze öffnen sich weit den schlimmsten Lügen. Wir müssen reden, meint Adam Sandlers Frau, aber er winkt ab. Wie magst du deine Eier zum Frühstück, fragt er nur. Das ist alles, was im Moment wichtig ist. Ein Happy End im Ashley-Madison-Zeitalter.

Fritz Göttler

 

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Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere Jetzt im Kino

Der Kampf um Mittelerde geht weiter. Drache Smaug wird zwar besiegt, aber Thorin (Richard Armitage) verlässt die Truppe – selbst Hobbit Bilbo (Martin Freeman) und Gandalf (Ian McKellen) können nichts mehr ausrichten. Nun geht es also in den Krieg. Allein: Sauron ist zurückgekehrt, sendet eine Legion Orks zum Einsamen Berg. Zwerge, Elben, Menschen müssen sich vereinen, um ihrer Vernichtung zu entgehen ... In seiner zweiten, auf den Büchern von J.R.R. Tolkien basierenden Filmtrilogie setzt Peter Jackson jetzt einen wuchtigen und fulminanten Schlusspunkt.

 

Magic In The Moonlight Jetzt im Kino

Über-sinnlich. 1920er Jahre. Der arrogante Engländer Stanley Crawford (Colin Firth) tritt mit großem Erfolg als chinesischer Zauberkünstler auf. Sein Freund Howard nimmt ihn mit an die Côte d’Azur, wo Familie Catledge in illustrem Ambiente residiert. Zu Gast ist auch die junge Sophie Baker (Emma Stone), eine Wahrsagerin mit telepathischen Fähigkeiten. Miss Catledge will mit ihrer Hilfe Kontakt zu ihrem verstorbenen Gatten aufnehmen. Der allem Spirituellen gänzlich abgeneigte Stanley soll den Humbug rasch entlarven, entwickelt aber unversehens Sympathien für die junge, gewiefte und sehr verführerische Dame ... Das neueste Produkt aus dem immer weiter wachsenden Woody-Allen-Universum. Die Zutaten sind bekannt, die Ausstattung fulminant, das Ergebnis charmant, die Schauspieler brillieren.

 

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Kasimir und Karoline Im Münchner Volkstheater

Verhängnisvoll durcheinander geht es bekanntlich in diesem legendären Volksstück, das Ödön von Horváth vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise spielen ließ. Das junge Titel-Paar steht kurz davor, sich unglücklich zu machen. Ein gemeinsamer Wiesn-Besuch ist dabei wirklich nicht die beste Idee. Kasimir ist zudem selten schlecht drauf, hat er doch eben erst seine Arbeit verloren. Prompt kommt es, wie es kommen muss: Auf der Festwiese erkennt der Zuschneider Schürzinger seine Chance, sich an Karoline ranzuwanzen. Und Kasimir gerät an seinen Spezl Merkl Franz, der ihn zu einer Alternativ-Karriere auf der schiefen Bahn verführen. Regie führte Hakan Savaş Mican und in den Hauptrollen sind Jean-Luc Bubert, Xenia Tiling und Pascal Riedel zu sehen

Warum läuft Herr R. Amok? In den Kammerspielen

Alltag in der Hölle. Vom Ausbruch aus der geordneten Bürger-Spießigkeit, von der jähen Generalabrechnung mit dem immer brav Funktionieren, erzählte  Rainer Werner Fassbinder in seinem beklemmenden Filmklassiker. Darin lernt man einen Durchschnittsmann kennen, der immer nur versucht, den Ansprüchen an ihn gerecht zu werden und dadurch jäh in einen Abgrund von Leere stolpert. Am Schluss wird aus dem kleinen Menschen ein Monstrum, das zuerst seine Familie, dann sich selbst auslöscht. Die Regisseurin Susanne Kennedy hat den weiterhin stark irritierenden Stoff auf die Bühnenbretter gehievt.In den Hauptrollen:  Walter Hess, Christian Löber, Anna Maria Sturm und Çiğdem Teke.

Peer Gynt Im Residenztheater

Auf klassisches Bildungsgut greift Regisseur David Bösch in seiner Inszenierung zurück. Er lässt in dem Henrik-Ibsen-Stück den Sinnsucher seine norwegische Heimat verlassen, nach Amerika (wieder mal) aufbrechen, wo er Großreeder wird. Doch den Rastlosen hält es nicht lange. In Afrika träumt er von Wüstensiedlungen, er versteigt sich in Propheten-Anwandlungen – und endet schließlich in einer Irrenanstalt in Kairo. Wieder einmal war ein Kern-Forscher unterwegs. Peer Gynt will wissen, warum die Zwiebel, die so viele Schalen hat, nur aus Häuten, aber eben aus keinem Inneren besteht. Das erinnert an Goethes „Faust“ und ist nicht minder aufregend. Gespielt wird der Titelheld von Shenja Lacher – an seiner Seite unter anderem Sibylle Canonica und Michele Cuciuffo.

Die Mannschaft Jetzt im Kino

Sommermärchen 2. „Brasilien hat Neymar. Argentinien hat Messi. Portugal Ronaldo. Deutschland hat eine Mannschaft!“ twitterte Steven Gerrard, Ex-Kapitän der englischen Nationalmannschaft, nach Deutschlands fulminanten Halbfinalsieg gegen Brasilien. Diese offizielle Dokumentation der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien 2014, zeigt die sportlichen Ereignisse auf dem Platz und blickt hinter die Kulissen, zeigt witzige, dramatische, einzigartige Momente in den Trainingslagern in Südtirol, im Campo Bahia und schließlich natürlich in der Kabine nach dem Sieg.

 

TRAILER

Woyzeck Im Münchner Volkstheater

Immer nur Erbsen essen. Dann auch noch herumgeschubst und erniedrigt werden. Der junge Franz Woyzeck, der eigentlich aufrichtig, geradlinig und ehrlich durchs Leben gehen wollte, hält sich und seine Freundin Marie mit diversen Jobs über Wasser. Am prekären Rand der Gesellschaft ist er dem ständigen Druck und Wohlwollen von Vorgesetzten und Bessergestellten ausgesetzt. Und dann bewahrheitet sich auch noch der schlimmste Albtraum: Das Testosteronmonster Tambourmajor hat doch tatsächlich Marie verführt. Kein Wunder, dass Woyzeck die Hutschnur platzt. Abdullah Kenan Karaca hat Georg Büchners schauerliches Kleiner-Mann-Drama neu aktualisiert. Schlimm bleibt alles. In den Hauptrollen: Sohel Altan G., Magdalena Wiedenhofer, Silas Breiding und Pascal Fligg.

 

Die Neger In den Kammerspielen

So langsam wird jede letzte Inszenierung des scheidenden Kammerspiele-Intendanten Johan Simons gewollt oder nicht zu einer Art Hinterlassenschaft. Mit Jean Genets Stück hat er mal wieder starken Tobak in die Pfeife gestopft. Beklemmend dürfte es in jedem Fall werden. In dem einstigen Skandalstück stellt bekanntlich eine Gruppe Schwarzer einen Lustmord an einer weißen Frau nach – worauf eine groteske Strafexpedition folgt. Geschrieben wurde das unter dem Eindruck der blutigen letzten Kolonialwirren und befeuert von Genets flammende Sympathie für die Befreiungsbewegung der PLO und der Black Panthers. Jeder Außenseiter, der unterdrückt und diskriminiert wird, war und ist hier ein „Neger“. Nur so liest sich auch das Vorwort, in der Genet die provokante Frage aufwarf: „Was ist eigentlich ein Schwarzer? Und vor allem welche Farbe hat er?“.

Hoppla, wir leben! Im Cuvilliéstheater

Die ganz wilden Tage hat München bekanntlich schon hinter sich. Umso mehr lohnt es sich, in die bewegte Räte-Zeit zurückzublenden. Hier ist Ernst Tollers tragikomisches Gesellschaftspanorama der Weimarer Republik angesiedelt, mit dem sich Anne Lenk am Bayerischen Staatsschauspiel zurückmeldet. Erzählt wird vom „Gefühlsrevolutionär, Träumer und Phantasten“ Karl Thomas, der nach einer niedergeschlagenen Revolution verhaftet und in die Psychiatrie geworfen wird. Dort bekommt er den steilen Karriereweg seines einstigen Genossen Wilhelm Kilman nicht mit. Der wird Minister und Realpolitiker. In seinem Vorzimmer gehen die Bonzen ein und aus. Doch dann wird Thomas doch entlassen – und schlägt sich als eisig dauerlächelnder Kellner durch. Eines Tages wird ausgerechnet vor seinen Augen Minister Kilman Opfer eines Mordanschlags. In den Hauptrollen: Franz Pätzold, Oliver Nägele und Valerie Pachner.

Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Im Residenztheater

Auf geht’s wieder. Und das nicht nur auf der Wiesn. Auch die Theater kehren aus der Sommerpause zurück, die für viele kaum Ruhe und schon gar keinen Sommer mit sich gebracht hatte. Besonders gespannt sein darf man auf den Aufschlag, den Martin Kušej wagt. Zuletzt hatte der Resi-Intendant das Bürgertum mit einer sehr eigenwilligen, drastischen „Faust“-Neuinterpretation gefordert, nun legt er eine Schippe nach. Der Klassiker von Edward Albee – berüchtigt geworden durch die Film-Version mit der unglaublich ordinär auftrumpfenden Liz Taylor und ihrem damaligen Gatten Richard Burton – hat auch heute noch das Zeug zum Aufregerstück. Erzählt wird von einer Afterparty, zu der Martha – ohne Wissen ihres Ehemanns George – den Biologieprofessor Nick und seine Frau Honey nach einem offiziellen Fest in ihrer Villa eingeladen hat. Schon bald fliegen die Fetzen. Martha steuert die perfiden Gesellschaftsspiele radikal gegen die Wand. Sie liebt es, mit den Gefühlen der Anderen Schindluder zu treiben. Und Eskalation ist nur eine der ersten Stufen vor dem großen Zerstörungsdrama.

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Do 18. Dezember 2014 -
Mi 7. Januar 2015
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