Montag, 28. Juli 2014
ALLE VERANSTALTUNGEN
für 14 Tage & Nächte in München

Mad Caddies: Mit höllischem Drive

Heute im Backstage Werk... mehr
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Teuflischer Ska und Punkrock trifft auf Rockabilly, Swing und Country. Supports: The Prosecution, Destination Failure

 

Stromberg - Der Film: Gemeiner Hund

Heute Seebühne Westpark... mehr
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Eine fachliche und soziale Niete: Christoph Maria Herbst tobt sich in seiner Paraderolle als Bürotyrann Bernd Stromberg mächtig aus. Ein hundsgemeine Realsatire, gespickt mit pechschwarzem Humor und bitterbösem Sarkasmus.

 

Benefiz - Jeder rettet einen Afrikaner

Heute im Metropoltheater... mehr
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Ins Minenfeld hinaus wagt sich Ercan Karacayli mit seiner Adaption des Stücks von Ingrid Lausund. Darin steht die bizarre Frage im Raum, in wie weit tatsächlich alle Menschen gleich viel wert sind – in Zeiten, in denen sich viele lieber einen weiteren Cocktail leisten, als Geld für ein Kinderleben in Afrika zu spenden. Erzählt wird von den Vorbereitugen für ein großes Benefiz-Ereignis, bei dem Mittel für ein Schulprojekt in Guinea-Bissau zusammenkommen sollen. Wie lassen sich Herzen und Geldbeutel am Effektivsten öffnen?

 

Fack Ju Göhte: Gelernt ist gelernt

Heute Kino am Olympiasee... mehr
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Uschi Glas (!) stürzt sich als Lehrerin mit Burnout-Syndrom gleich mal vom Dach der Schule. Zum Einsatz kommt Aushilfslehrer Zeki Müller (Elyas M’Barek), der sogar die Horrorklasse 10b in den Griff bekommt. Was keiner weiß: Zeki kommt aus dem Knast und will ran an seine alte Beute, die er dort vergraben hat, wo heute die neue Turnhalle steht... Das neue Werk von „Türkisch für Anfänger“-Erfolgsregisseur Bora Dagtekin, ein Selbstläufer mit Comedy, Slapstick, kruden Sprüchen und coolem Soundtrack.

 

Max Uthoff: Oben bleiben

Heute in der Lach & Schieß... mehr
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Kabarett ist unanständig. Denn es bedeutet, sich in aller Öffentlichkeit über sein Personal lustig zu machen. So etwas tut man nicht. Max Uthoff weiß das. Er tut es trotzdem. Max Uthoff ist oben. Als Mann, Weißer, Westeuropäer. Da heißt es, die Pfründe zu sichern gegen die Hungrigen, die ihr Stück vom Kuchen abhaben wollen: Migranten, Arme, Frauen.

 

Will Samson: Freaky Folk-Experimente

Heute im Heppel & Ettlich... mehr
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Experimenteller Freak-Folk trifft bei dem kauzigen Pop-Weirdo auf effektvolle Ambient-Electronics.

 

Feuerwerk am hellichten Tage: Blutiges Geheimnis

Jetzt im Kino... mehr
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Im Kohlerevier im Norden Chinas finden sich überall Leichenteile. Das Opfer, ein einfacher Arbeiter, scheinbar glücklich verheiratet mit der Angestellten in einer Wäscherei, ist bald gefunden. Zwei Verdächtige werden aufgespürt. Ihre Verhaftung jedoch endet in einem Blutbad. Polizist Zhang, von Schuldgefühlen geplagt, quittiert den Dienst, verfällt dem Alkohol. Fünf Jahre später, Zhang hat sich in ein Wrack verwandelt, tauchen wieder Leichenteile auf. Und die Ermordeten standen in enger Beziehung zur Witwe des ersten Opfers. Zhang ermittelt auf eigene Faust... Yi’nan Diao inszenierte einen meisterhaften Neo-Noir-Thriller.

 

The Raid II: Schlachtfest

Jetzt im Kino... mehr
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Jungpolizist Rama erfährt von seinem Chef, dass sein Gangster-Bruder ermordet wurde. Er lässt sich überreden, als Undercover-Agent gegen die Mafia in Jakarta und ihre Verbindungen in die höchsten Kreise vorzugehen. Das fulminante Sequel des von Martial-Art-Fans gefeierten ersten Teils, wieder unter der Regie und nach einem Buch von Regisseur Gareth Evans, der seit einigen Jahren in Indonesien lebt und sich besonders für den Kampfstil Pencak Silat begeistert, den sein Hauptdarsteller Iko Uwais sagenhaft beherrscht. Die 150 Filmminuten vergehen wie im Flug.

 
Tagestipp Montag 28.07.2014
Express Brass Band & Ringsgwandl Am 31.7. Theatron Olympiapark

Der diesjährige Musiksommer im Theatron geht gleich mächtig los. Das Münchner Kollektiv Express Brass Band zelebriert einen unverwechselbaren Brass-Band-Stil, tief verwurzelt im Jazz, Soul, Afrobeat, mit Einflüssen orientalischer Musik vom Maghreb bis Afghanistan. Die brodelnde subkulturelle Ursuppe ist ein musikalisch-soziales Experiment ohne ideologischen Hintergrund, ohne Hierarchie und ohne Doktrin.

Zum "Multidilettanten" Ringsgwandl kann man nicht mehr viel sagen, er kann das besser: „Ich bin ein gesamtgesellschaftliches Seismometer und meine Nadel schreibt die Songs. Mein Hirn ist ein Radiowellenempfänger und mein Maul der Lautsprecher, der die empfangenen Strahlen in Geschichten verwandelt.“

 

Gernot Hassknecht Am 28.7. im Lustspielhaus

Sich aufregen kann man nicht den Amateuren überlassen! Hans-Joachim Heist alias Gernot Hassknecht hat als festes Ensemblemitglied der „Heute Show“ mittlerweile Kultstatus erreicht. Für seine ständig wachsende Fangemeinde ist er das Sprachrohr, wenn es darum geht, Frust und Ärger auf Missstände in unserem Land lautstark auf den Punkt zu bringen. In dem Programm „Das Hassknecht Prinzip” – in zwölf Schritten zum Choleriker“ wird er  dem Publikum in einfachen Schritten den Weg zum echten Choleriker weisen. Er nimmt die Leute bei der Hand, er weist ihnen den Weg und wenn die Trottel dann immer noch nicht verstanden haben, wie es geht, gibt’s Ärger mit dem Meister selbst!

The Underachievers Am 30.7. im Ampere

Von wegen Eastcoast gegen Westcoast: Der kalifornische Produzent Flying Lotus hat wieder zugeschlagen und sich dieses New Yorker Rap-Duo  für sein Label "Brainfeeder" unter den Nagel gerissen. Issa Dash und AK heißen die Burschen, die als Vorreiter einer neuen psychedelischen Rap-Welle aus Brooklyn gelten. Mit ihrem siebzehn Tracks starken Debütalbum „Indigoism“ bringen sie frischen Wind in die Szene. Trotz jeder Menge abgehackter Hooks und Beats, bemerkt man an ihrem psychedelischen Stil, dass sie gerne mit ihren Kollegen, den Flatbush Zombies, abhängen.

 

Wacken 3D Jetzt im Kino

Full Metal Village. Vor sieben Jahren, als Sung Hyung Cho in einer sehr kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein das abgefahrene Heavy-Metal-Festival dokumentierte, war Wacken schon ziemlich groß. Inzwischen ist das Wacken Open Air (zu einem viertägigen musikalischen Superevent geworden, bei dem sich, 2013, zur 25 Jahr-Feier Bands wie Rammstein, Deep Purple, Annihilator oder Motörhead ein Stelldichein gaben und 75.000 Fans begeisterten. Für seine unterhaltsame Dokumentation war Regisseur Norbert Heitker mit sechs Teams und 18 3D-Kameras dabei, vor der Bühne, hinter der Bühne, auf dem Campingplatz, wo sich die aus der ganzen Welt angereisten Fans, am letzten Tag, als Dauerregen einsetzt, die obligatorische Schlammschlacht liefern. Riesen-Show und Abenteuer. Super-Stimmung. Super-laut!

 

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Monsieur Claude und seine Töchter Jetzt im Kino

In Frankreich avancierte sie zum Publikumshit: Die Familienkomödie über einen bourgeoisen Vater am Rande des Nervenzusammenbruchs, den seine Töchter Toleranz lehren. Kein Wunder, denn Regisseur Philippe de Chauveron zündet mit seinem turbulenten Culture-Clash-Streifen ein Feuerwerk an pointiertem Witz und erfrischender, schonungsloser Provokation. Damit knüpft der 49-Jährige ziemlich nahtlos an den Erfolg des französischen Kinohighlights „Ziemlich beste Freunde“ an. Hauptdarsteller und Publikumsliebling Christian Clavier („Asterix & Obelix gegen Cäsar“) als „Old School“-Repräsentant zwischen Zynismus und Lebenslust, bestens besetzte Nebenrollen, genaues Timing und eine verblüffende Leichtigkeit trotz des brisanten Themas machen diese charmant-bissige gesellschaftliche Gratwanderung zum idealen „Gute-Laune-Film“ des Sommers.

 

Claude (Christian Clavier) und Marie Verneuil (Chantal Lauby) können sich eigentlich über nichts beschweren: sie haben vier attraktive Töchter und führen ein beschauliches Leben in der französischen Provinz. Doch das ändert sich schlagartig. Als drei ihrer Töchter heiraten, kommt es in der herrschaftlichen Loire-Villa des großbürgerlichen Notars zum multikulturellen Super-GAU. Jegliche Liberalität scheint perdu als Globalisierung samt unterschwelligem Rassismus in Form einer auserlesenen Schar internationaler Schwiegersöhne ins bürgerliche Wohnzimmer einbricht. Ihre Zweitjüngste wählt mit Rachid, einen Muslim als Ehemann, Odile will einen Juden ehelichen, und die Älteste, Ségolène hat sich in den Chinesen Chao verliebt. Das lokalpatriotische Familienoberhaupt kann es nicht fassen. „Stell Dir vor wie unsere Enkel aussehen, was haben wir nur getan, Claude?“, jammert auch Gattin Marie. Da werden Familientreffen zu interkulturellen Minenfeldern. Sticheleien und Reibereien während des Essens sind an der Tagesordnung. Handgreiflichkeiten: nicht ausgeschlossen. Jede Hochzeit bringt das Weltbild aufs Neue ins Wanken. Alle Hoffnungen der Eltern ruhen nun auf Nesthäkchen Laure. „Zehn Minuten zu spät, Chinese kann er nicht sein“, freuen sich die beiden auf ein Treffen mit ihrem künftigen Schwiegersohn Charles. Doch sie sind wie vom Donner gerührt, als sie sehen, dass der Verlobte ihrer Tochter schwarz ist. „Drei Kanaken und ein Schwarzer, für deine Eltern ist das Fukushima“, weiß dann selbst Rachid. Aber auch Charles‘ Familie überschlägt sich nicht vor Begeisterung über die neue Schwiegertochter. Charles‘ Vater André steht dem Patriarchen in nichts nach, was Vorurteile und Klischees betrifft. Unverblümt fordert er ein traditionell afrikanisches Hochzeitsdinner, kündigt an, 400 Gäste einzuladen und macht klar, dass er nicht vorhat, sich an den Kosten zu beteiligen, sozusagen als persönliche Reparationszahlung für jahrhundertelange Kolonisierung. In einem sind sich die Sturköpfe jedoch völlig einig: Diese Hochzeit muss verhindert werden.

Lustvoll lässt Regisseur Philippe de Chauveron seine Charaktere aufeinanderprallen. Vor allem Pascal Nzonzi, der Charles‘ Vater André spielt, verbindet virtuos hammerharten Machismo mit überschäumendem Temperament. Der kongolesische Schauspieler zeigt sich dabei als grandioser Komödiant, der vor nichts zurückschreckt und sich somit zum idealen Gegenspieler für Christian Clavier entwickelt. Dem gelingt es in vielen Szenen, über sich hinauszuwachsen, ohne dabei zur Karikatur zu werden. „Solange es Liebe gibt“, so das Fazit des 62-jährigen Hauptdarstellers, „ist immer noch alles möglich“.

Luitgard Koch

 

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Orestes Im Innenhof der Glyptothek

Schlimmster Familienhorror spielte sich ja gerne in der gar nicht so „Edle Einfalt, stille Größe“-­Antike ab. Hart getroffen vom Schicksal war bekanntlich der Clan aus Theben. Besonders drastisch zur Sache geht es in dieser Tragödie von Euripides, die einst zu den beliebtesten Stücken Griechenlands zählte, heute aber nicht mehr ganz so oft aufgeführt wird. Darin erfährt man mehr vom ­Prozess gegen den Titelhelden, der ­wegen des Mords an seiner Mutter Klytämnestra vor Gericht steht. Orest und seine Schwester Elektra werden zum Tode verurteilt, doch dann dreht der junge Mann durch: Er schnappt sich eine Geisel, die Tochter seines Onkels, und hält ihr auf dem Dach ein Messer an die Kehle. Ein Moment wie aus ­einem Psychothriller – nur dass dort selten die Götter ins Geschehen ­eingreifen.

Wir sind die Neuen Jetzt im Kino

„Wir sind die Neuen!“ Freudig erregt stellen sich Anne, Eddi und Johannes ihrer neuen Hausgemeinschaft vor. Nach fast 40 Jahren haben sich die Biologin, der Rechtsanwalt und der hauptberufliche Revoluzzer entschlossen, erneut eine WG zu gründen – explodierende Münchner Mietpreise, finanzielle Klammheit und die neu erwachte Lust an Gemeinschaft machen's möglich und nötig. Endlich wieder nächtelang am Küchentisch sitzen, Wein trinken, über die großen Themen des Lebens diskutieren, alles teilen und alles mitteilen: Das ist vor allem Annes Traum. Ihr bisheriges Leben widmete sie hauptsächlich dem Schutz der Schleiereule, was als Konzept besser aufging als ihre Ehe – ihr Mann hat sie wegen einer Jüngeren verlassen. Früher war sie ein so genannter „heißer Feger“, heute geht ihr alles viel zu schnell, daher plädiert sie gegen einen Internetanschluss in der WG. Den braucht Johannes allerdings dringend, da er als Anwalt seit Jahrzehnten Klienten vertritt, die allein auf weiter Flur stehen. Er übt Yoga, trägt Stirnbänder und ist sowohl stilistisch als auch mit seinen Idealen in den 1970ern stehengeblieben. Ex-Frauenheld Eddi ist nicht ganz so sympathisch und kämpft nach wie vor verbissen gegen das „System“.

 

Fassungslos müssen die agilen Herrschaften um die 60 erkennen, dass dieses System genau ein Stockwerk höher wohnt: Die Studenten Katharina, Barbara und Thorsten – zweimal Jura, einmal Kunstgeschichte – sind hundertprozentig auf Effektivität getrimmt, lernen, bis der Kopf raucht, kontrollieren mehrmals täglich die Herdplatten und träumen von Ehe und Eigenheim. Die fidele Alters-WG ist ihnen zu laut, zu lässig und überhaupt schuld an der Rentenmisere, als deren Opfer sie sich bereits jetzt empfinden. Gemeinsam feiern, die Nacht zum Tag machen oder gar kiffen? Vom Erfahrungsreichtum der Älteren profitieren? „Revolutionierung des Alltags“, wie es Rainer Langhans nannte? Keine Zeit, denn jetzt müssen erstmal Jura-Scheine her.

 

Mit seinen Porträts einsamer Großstädter, die das Projekt „Beziehung“ angehen („Shoppen“) oder bereits leben („Der letzte schöne Herbsttag“), hat der Münchner Regisseur Ralf Westhoff bereits zwei wunderbare Momentaufnahmen seiner eigenen Altersgenossen zwischen 30 und 40 ins Kino gebracht. Nun widmet er sich dem Generationen-Clash. In der gleichzeitig nachdenklichen und rundum unterhaltsamen Komödie „Wir sind die Neuen“ gelingt dies besonders beim Blick auf die Älteren. Das aus Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach und Michael Wittenborn bestehende Ensemble ist ein echter Besetzungs-Coup. Man merkt, wie die Schauspieler, die diesem Projekt „aufgrund des Buches, nicht haufenweise Geld“ (Westhoff) zustimmten, ihre gesamte Lebenserfahrung in diese Rollen bringen. Dabei schwankt man besonders als zusehende „Zwischengeneration“ zwischen Respekt, Rührung und einem unbestimmten Gefühl von Dankbarkeit. Das Alter ist nun mal die Zukunft, und wenn sie bereits eingetreten ist, zählt der Moment. Emotional eher außen vor bleiben überraschenderweise die Jungen. Die Studenten hat Ralf Westhoff starrer gezeichnet, sie haben immer Druck und sind dem Karrieredenken verpflichtet. So birgt das Aufeinandertreffen der Lebensmodelle so manche Melancholie und so manchen Slapstick. Die besten Momente hat der Film, wenn sich anhand der Traditions-WG die Frage stellt, was der Begriff „alt“ überhaupt bedeutet.  

Christina Raftery

 

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Kinder des Olymp Im Garten der Mohr-Villa

Paris im Jahre 1827 in der Welt der Künstler und Gaukler: Viele Männer sind der schönen Garance verfallen, auch der sensible Mime Baptiste. Garance und Baptiste lieben sich und dennoch trennt sich Baptiste von ihr, er vertraut ihrer Liebe nicht. Jahre später ist er ein gefeierter Bühnenstar und es kommt zu einer erneuten Begegnung. Doch die Lebensumstände haben sich verändert. Eine gemeinsame Zukunft scheint kaum mehr möglich...
Dieses melancholische Liebesdrama war unter der Regie von Marcel Carné einer der größten Kinoerfolge der Nachkriegszeit. In poetischen Bildern wird nun das Theater in einer Inszenierung von Jochen Schölch mit den Schauspielern Butz Buse, Marc-Philipp Kochendörfer, Philipp Moschitz, Hubert Schedlbauer, Judith Toth, Eli Wasserscheid und Ulrich Zentner zum Schauplatz des Lebens und zum Spiegel großer Emotionen. Bei Regen finden die Vorstellungen im Metropoltheater statt.

Die Karte meiner Träume Jetzt im Kino

Pop-up. Der junge T.S. (Tecumseh Sparrow) Spivet lebt mit seinen Eltern, seinem Zwillingsbruder Layton und seiner älteren Schwester auf einer herrlichen Farm in Montana. Die hysterische Schwester träumt davon, Miss Montana zu werden, die Mutter (Helena Bonham Carter) ist obsessive Insektenforscherin, der Vater ein schweigsamer Cowboy vom alten Schlag, der Bruder ballert gern mit seinem Gewehr herum – und der blitzgescheite T.S. stürzt sich auf die Naturwissenschaften, ohne dass das irgendjemand weiters interessiert. Layton stirbt bei einem tragischen Unfall, T.S. macht sich Vorwürfe. Als ihn das berühmte Smithonian Institute in Washington, in Unkenntnis seines jugendlichen Alters, mit einem Innovationspreis auszeichnen will, hält ihn nichts mehr zuhause. Heimlich macht er sich auf den Weg quer durch Amerika, um schließlich die vom Ehrgeiz zerfressene Smithonian-Kuratorin (Judy Davis) und die Gäste der Preisverleihung mit einer klugen und persönlichen Rede zu verblüffen. Der neue Film von Jean-Pierre Jeunet (auf ewig verbunden mit „Die fabelhafte Welt der Amélie“), beruht auf einem nur bedingt originellen Creative-Writing-Roman von Reif Larsen, den er in ein klügeres, eleganteres, Jeunet-typisches Drehbuch verwandelt hat. Wirklich sehr schöne, liebevoll ausgedachte 3D-Effekte, aufwändige Ausstattung, tolle U.S.-(Stadt-)Landschaften, dazu die gewohnt vielfältigen, kleinen, bunten, schrägen Momente beim Erzählen, und, mit Kyle Catlett, ein toller, junger Darsteller – als Subtext aber eine eigenartige, schier verzweifelte Grundstimmung. Bis auf T.S., der sich dazu durchringt, von seinem Trauma zu erzählen, gelingt es keiner der Figuren, das Kreisen ums eigene Selbst auf Dauer zu durchbrechen. Ein Film über die Unfähigkeit zu lieben – so traurig war’s wohl nicht geplant.

 

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Die große Versuchung Jetzt im Kino

Solidargemeinschaft. Wird Zeit, dass mal was passiert hier auf der kleinen Insel vor Neufundland, bevor alle arbeitshalber aufs Festland ziehen. Ein Ölkonzern würde hier gerne eine große Fabrik aufziehen, sofern es einen praktischen Arzt auf der Insel gäbe. Also lassen sich die Ex-Fischer was einfallen, bringen einen jungen Schönheitschirurgen (Taylor Kitsch) mit einem kleinen, fiesen Trick für einen Monat auf die Insel, und arbeiten hart daran, ihm den Aufenthalt auf Dauer schmackhaft zu machen. Dazu gehören eine lokale Cricketmannschaft (obwohl die Eishockeyfans nicht die geringste Ahnung von diesem hehren Hobby haben), zahlreiche interessante Krankheitsfälle, das erotische Interesse einer schönen Frau, die hohe Kunst des Angelns toller Fische ... Ortsvorsteher Murray (Brendan Gleeson) und seine Dörfler-Truppe übertreffen sich beim Organisieren der paradiesischen Idylle selbst, bis die allzu schöne Fassade allmählich Risse zeigt. Don McKellar inszenierte ein charmantes Sozialmärchen mit liebenswerten Charakteren (übrigens ein Remake einer vor zehn Jahren sehr erfolgreichen frankokanadischen Produktion) – zum Schmunzeln und Mitfiebern!

 

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Die Zirkusprinzessin Im Circus Krone

Eine große Portion Sommerlaune verbreitet die Zirkusprinzessin aus der gleichnamigen Operette von Julias Brammer und Alfred Grünwald nach der Musik von Emmerich Kálmán. Für die charmante Gärtnerplatz-Produktion, die in einem feinen Zirkusrund in Sankt Petersburg, in fürstlichen Palais und Wiener Grandhotels spielt, hat ­Regisseur Josef E. Köpplinger eine kongeniale Spielstätte gefunden – die Manege an der Marsstraße. Dort schwelgt die feine Gesellschaft im Liebestaumel, verschanzt sich hinter ausgefallenen Masken, schwarwenzelt um einander herum und bewegt doch bange Fragen: Kann Fürstin Feodora Palinska dem mysteriösen Artisten Mister X wirklich über den Weg trauen?

Beste Chance Jetzt im Kino

Beste Freundinnen. In „Beste Zeit“ gingen Kati und Jo noch zur Schule. In „Beste Gegend“ machten sie Abitur, jetzt, fünf Jahre später, büffelt Kati für ihr Diplom an der Münchner Uni, während Jo scheinbar in einem indischen Ashram hängenbleibt. Nach einem Hilferuf auf dem AB bricht Kati nach Indien auf, um ihrer Freundin beizustehen. Die ist aber schon wieder auf dem Weg ins heimatliche Dorf in der Nähe von Dachau, wo sie, wie gewohnt, alles durcheinanderwirbelt. Marcus H. Rosenmüllers sympathische Heimat-Komödie versammelt das bekannte Darsteller-Team, allen voran Rosalie Thomass (Jo) und Anna Maria Sturm (Kati), erwachsener sind sie geworden, um die Liebe geht’s, den Sinn des Lebens, die Heimat, ein bissl Culture Clash gibt’s auch  – ein Film zum Wohlfühlen: im weißblauen Rosi-Universum.

 

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La Bohéme In der Pasinger Fabrik

Nach „Tosca“, der ersten Puccini-Inszenierung in der Pasinger
Fabrik, freuen sich die Opernmacher nun auf das wohl bedeutendste Werk Puccinis. Doris Sophia Heinrichsen wird nach „Die Hochzeit des Figaro“ und „Cosi fan tutte“ nun zum dritten Mal Regie führen, wieder mit Andreas Heinzmann als musikalischer Leiter. „La Bohème“ wurde 1896 in Turin knapp vor der Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert, einem Zeitalter der Technisierung, Industrialisierung und Urbanisierung uraufgeführt. Die Bohèmiens Puccinis unterscheidet nicht viel von den zahlreichen brotlosen Künstlern unserer Zeit, die von der Hand in den Mund leben, um ihr Leben einzig in den Dienst der Kunst zu stellen. Ein immer noch höchst modernes Werk im aktuellen Gewand.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter Jetzt im Kino

Verfasste man eine Liste der schönsten Grabreden im Film, läge „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ weit vorn. Hier gibt es nicht nur eine ungewöhnliche Menge solcher Reden, sondern darunter eine ziemlich lustige, eine unerhört traurige, und außerdem werden beide vorgetragen, bevor überhaupt jemand tot ist. Denn derjenige, dem sie gelten, hat sich eine Art Probe-Beerdigung arrangiert. Er will hören, was seine Freunde über ihn sagen, solange er noch lebt, damit er notfalls daran herummeckern kann. Das erklärt uns zweierlei: Sehr alt kann der Betreffende nicht sein, sonst wäre sein Interesse an dem, was passieren wird, wenn er schon im Grab liegt, nicht so groß. Und er hat ein recht pragmatisches Verhältnis zum Tod, obwohl er sich sicher ist, bald zu sterben.

 

Die Helden in Josh Boones Film sind siebzehn. Augustus hat nur noch ein Bein, Hazels Lunge funktioniert über eine Sauerstoff-Flasche, Isaac wurden die Augen wegoperiert: alle haben Krebs. Was ihnen dagegen fehlt, ist das Pathos, das sonst gern mit Todgeweihten einhergeht. Sie tun einfach, was Teenager immer tun: Sie dödeln am Computer, sie verlieben sich, sie denken über das Leben nach. Vielleicht etwas mehr als durchschnittliche Teenager auch über das Sterben, zugegeben, vielleicht näher am Sarkasmus, aber sie sträuben sich konsequent gegen das übliche Erwachsenengefasel, das derart dramatische Krankheiten entweder beschönigen oder sentimentalisieren will.

 

Also ist es nicht erstaunlich, dass Augustus von Hazel hingerissen ist, wenn sie ihm bei ihrem ersten Zusammentreffen trocken erklärt, dass Tod und Vergessen jedem bevorstehen, nicht nur Krebskranken mit Selbstmitleid. Von dem Moment an beginnt er, sie langsam aber sicher zu erobern. Er tauscht mit ihr Lieblingsbücher, zeigt ihr DVDs, er bringt es zuwege, dass sie nach Amsterdam fliegen dürfen, wo ein von ihr verehrter Autor lebt, und er verführt sie mit seinem Überschwang zum Lachen, bis sie merkt, dass genau so das Glück aussieht. Die beiden schaffen es, das ganze Amüsement einer RomCom einzufangen, und gleichzeitig die ganze Größe einer ersten Liebe, ohne dass man sie bedauern muss. Ihre Geschichte erzählt - mit allen Ausflügen zur Selbsthilfegruppe, allen Intermezzi im Krankenhaus, allen Schmerzen, die nicht verborgen werden - mehr über Teenager als über Krebs.

 

Natürlich muss man trotzdem weinen. Weil man bei jedem Witz weiß, das er vergeblich zündet; weil der Kampfgeist, der hier demonstriert wird, zwar unbeirrbar ist, die Krankheit aber auch. Andererseits ist das Weinen im Teenagerfilm zu Unrecht untergegangen. Die ganzen Liebes- und Erfolgs-Schmonzetten Hollywoods haben vergessen, dass der natürliche Zustand des Teenagers kein glücklicher ist. „To be young is to be sad“ wurde früher gesungen, und hier wird diese diffuse Teen-Sadness mit einem realen Grund versehen, der die Traurigkeit erlaubt. Das wiederum ist das Verdienst von John Green, dem Autor der Buchvorlage, und überhaupt Autor etlicher Jugendbücher, die ihm weltweit eine so große Fangemeinde geschaffen haben, dass man ihn schon den Teenage-Whisperer nennt. Green, der in seinen You-Tube-Blogs aussieht wie ein evangelischer Jugendgruppenleiter, schreibt über Kummer. Nicht immer in Verbindung mit Tod, aber immer ist Schmerz ein Teil seiner Geschichten. Und den beschreibt er so wirklichkeitsnah in Ursache und Wirkung, dass jeder unter 20 sich erkannt fühlt, und jeder über 20 sich daran erinnert.

Doris Kuhn

 

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Boyhood Jetzt im Kino

Das gab’s noch nie: einen Spielfilm, der über einen Zeitraum von zwölf Jahren hinweg gedreht wurde! Regie-Pionier Richard Linklater, der schon mit seiner bezaubernden „Before Sunrise/Sunset/Midnight“-Trilogie einen langen Atem bewiesen hatte, präsentiert nun sein Opus magnum: Er erzählt er auf einzigartige Weise vom Heranwachsen eines Jungen – von der Einschulung bis zur Immatrikulation. Dazu traf er sich ab 2002 einmal pro Jahr mit denselben Darstellern zu intensiven Proben und dreitägigen Dreharbeiten. Ein tollkühnes Experiment: Was tun, wenn mittendrin das Geld ausgeht? Oder wenn ein Schauspieler plötzlich nicht mehr weitermachen kann oder will? Es ist schon ein Wunder, dass es diesen Film überhaupt gibt – und ein noch größeres Wunder, dass er so hinreißend geglückt ist.

 

Fesselnd, wie der sagenhaft talentierte Ellar Coltrane in der Hauptrolle des texanischen Knaben Mason von einem aufgeweckten Sechsjährigen zu einem höchst interessanten jungen Mann heranreift. Ebenfalls eine wahre Wonne: Linklaters Tochter Lorelei als Masons rotzfreche, dickköpfige Schwester und Linklaters langjähriger Weggefährte Ethan Hawke als geschiedener Papa, der sich von einem Musiker-Luftikus langsam in einen verantwortungsvollen Vater verwandelt. Besonders packend: Patricia Arquette als charmant-chaotische Alleinerziehende, die immer wieder an die falschen Männer gerät, aber trotzdem für ihre beiden Kinder eine fabelhafte, löwenmutige Mutter ist. Alle diese Figuren zeichnet Linklater so liebevoll, dass wir sie mitsamt ihren Fehlern und Macken fest ins Herz schließen: Wir fiebern und leiden und lachen leidenschaftlich mit ihnen mit – und ertappen uns am Ende dabei, dass wir sehnsüchtig auf eine Fortsetzung hoffen.

Linklater erzählt locker, leicht und lebensnah, ganz ungekünstelt, ohne aufgesetzte Dramatik: Er protzt nicht mit Spektakulärem, sondern punktet mit wahrhaftigen Details. Anstatt die üblichen Stationen eines 08/15-Coming-of-Age-Films abzuhandeln (der erste Kuss, der erste Sex usw.), schildert er scheinbar „kleine“, aber umso prägendere Momente, die sich zu einem präzisen Puzzle-Bild formen, zum prototypischen Panorama einer Patchwork-Familie in den USA. So erleben wir etwa, wie Mason mit seinem Vater ein Lagerfeuer „auf Indianer-Art“ löscht, wie sein Stief-Opa ihm in bester texanischer Tradition zum Geburtstag eine Schrotflinte und eine Bibel mit goldener Namensprägung schenkt, oder wie ein inspirierender Lehrer, der Masons künstlerische Begabung erkannt hat, ihm verbal den nötigen Tritt in den Hintern verpasst. Herzzerreißende Szenen (wenn beispielsweise Masons Mutter in einem verzweifelten Ausbruch der verlorenen Zeit nachtrauert) werden sofort mit herzerfrischendem Humor gebrochen, bevor sie ins Pathetische abgleiten können. Mit feinem Gespür für authentische Dialoge und für die Poesie im Alltäglichen gelingt Linklater ein faszinierendes filmisches Familienalbum: eine Apotheose des Augenblicks – und eine Hymne auf das Leben.

Gebannt verfolgen wir, wie die umwerfend natürlich agierenden Darsteller vor unseren Augen auf eine Weise älter werden, die kein Maskenbildner jemals hinbekäme: Selten war es derart spannend, dem Leben bei der Arbeit zuzuschauen. So entpuppt sich dieser Meilenstein der Filmgeschichte als Kino-Wundertüte voller magischer Momente, die Publikum und Kritiker gleichermaßen begeistert: Auf der diesjährigen Berlinale gab es Jubelstürme wie sonst nur bei einem Rockkonzert.

Marco Schmidt

 

TRAILER

Kino am Olympiasee Jetzt im Olympiapark

Auch im sechsten Jahr seines Bestehens wartet Kino am Olympiasee mit einer Menge Neuerungen auf: Auf der festinstallierten tageslichtfähigen Leinwand werden täglich bereits ab 19 Uhr Kurzfilme gezeigt, bevor sich um 21.15 Uhr die Riesenleinwand auch für Filme in 3 D hebt. Zur Fußball-WM findet auf dieser Screen auch das Premium Public Viewing statt. Die neue Film-Bar direkt vor der Leinwand bietet ein umfangreiches Bier-, Wein- und Cocktailangebot, zwei Biergärten locken mit Bio-Food vom Grill, thailändische Curries und Biergartenspezialitäten. Nach wie vor der Renner sind die „Love-Seats“, superbequemen Doppel-Liegestühle, auf denen die Film-Highlights ganz kuschelig genossen werden können.   Alle  Infos unter: www.kinoamolympiasee.de

Die Zeltdach-Tour Im Olympiapark

Eine unvergleichliche Attraktion: Rauf auf das Dach des Olympiastadions in München. Alles was man brauchtn, ist ein wenig Mut, denn Seil und Karabiner bekommt man gestellt. In einer kleinen Gruppe steigt man auf zu schwindelerregenden Höhen. 120 aufregende Minuten ist man unterwegs und die Tourguides erklären die Architektur und Konstruktion des weltberühmten Olympiastadions aus nächster Nähe. Man genießt  den Blick von oben auf die Stadtkulisse Münchens mit ihrem Wahrzeichen, den Türmen der Frauenkirche. Und man bestaunt – vor allem bei gutem Wetter – die endlosen bayerischen Voralpen bis hin zu Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze! Alle Informationen - auch für die weiteren Touren - auf: www.olympiapark.de

 

 

 

 

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