Get Adobe Flash player
 
Montag, 30. März 2015
ALLE VERANSTALTUNGEN
für 14 Tage & Nächte in München

Chuck Ragan & The Camaraderie: Folk & Indie

Heute im Backstage... mehr
uploads/tx_mmpf/tpo-30-3-Chuck_Ragan.jpg

Singer/Songwriter-Folk und akustischer Indierock mit dem Ex-Hot Water Music-Mann aus Kalifornien. Special Guest:Skinny Lister, Tim Vantol

 

We Are The Ocean: Post Hardcore

Heute im Feierwerk... mehr
uploads/tx_mmpf/tpo-30-3-We_are_the_ocean.jpg

Post Hardcore mit der Truppe, die ihr Können schon als Support von Bands wie The Used, Funeral For A Friend und Lostprophets unter Beweis stellte. Support: Lonely The Brave

 

Fast & Furious VII: Hohes Tempo

Jetzt im Kino.. mehr
uploads/tx_mmpf/Fast_Furious.jpg

Showdown. Dominic Toretto und seine Crew treffen in Tokio Drift-König Sean Boswell. Gemeinsam wollen sie sich für die Ermordung ihres Kumpels Hans rächen – und legen sich dafür mit Jan, dem Bruder ihres Erzfeindes Owen Shaw an. Das Action-Spektakel geht, mit der Stammbesetzung und, oh ja, Jason Staham als bösem Buben, in die nächste Runde.

 

Logic: HipHop mit Hirn

Heute im Ampere... mehr
uploads/tx_mmpf/tpo-30-3-logic.png

"The Under Pressure World Tour". Special Guest: Pimf

 

Elisabeth: Liebe, Macht und Mord

Heute Deutsches Theater... mehr
uploads/tx_mmpf/Elisabeth.jpg

Das erfolgreichste deutschsprachige Musical aller Zeiten! Kein Wunder, denn das Singspiel hat alles, was ein großes Drama braucht: Liebe, Macht, Ruhm und Schönheit, aber auch Verzweiflung und Mord. Die Autoren Michael Kunze und Sylvester Levay setzen der naiv-herzigen Sissi aus den Kitsch-Filmen eine starke, selbstbestimmte Frau entgegen, die eine sehnsuchtsvolle Liaison mit dem Tod führt. An der Seite von Mark Seibert als Tod schlüpft mit Roberta Valentini erstmals eine echte Bayerin in die Hauptrolle.

 

Der Nanny: Satansbraten

Jetzt im Kino... mehr
uploads/tx_mmpf/Der_Nanny.jpg

Bauunternehmer Clemens plant Großes, und vertreibt angestammte Mieter aus ihren Wohnungen. Rolf gehört zu seinen Opfern und schwört Rache. Dafür schleust er sich als Nanny in Clemens‘ Haushalt ein. Doch die Kinder Winnie und Theo haben noch jedes Kindermädchen binnen kurzem rausgeekelt. Die neue Mainstream-Komödie von und mit Matthias Schweighöfer und Milan Peschel.

 

Tobias Mann: Flinker Witz

Heute in der Lach & Schieß... mehr
uploads/tx_mmpf/Tobias_Mann_02.jpg

Deutschlands wohl flinkster Komiker rast im Schweinsgalopp und mit Gitarre, Klavier und Mundwerk im Anschlag mit seinem Programm "Verrückt in die Zukunft" durch den Irrgarten unserer Informationsgesellschaft. Nachhaltiger Humor paart sich hier mit alternativlosem Blödsinn.

 

À Corps Perdu: Thing We Lost In Fire

Heute Kammerspiele Werkraum... mehr
uploads/tx_mmpf/A_Corps_Perdu.jpg

Mit ihrem Musiktheaterstück "For Love" haben Sandra Hüller und Tom Schneider 2009 einen Theaterabend mit selbstkomponierten Songs, Tanz und Schauspiel über die Pop-Ikone Courtney Love kreiert. Gelegentlich spielen die beiden auch kleine Hauskonzerte „für alle Übriggebliebenen, Suchenden und Berührbaren“. Gemeinsam mit der Tänzerin Alice Gartenschläger begeben sie sich nun für ihr aktuelles Stück auf die Suche nach den verlorenen Dingen und Erinnerungen.

 
Tagestipp Montag 30.03.2015
Nico Semsrott Vom 31.3. bis 4.4. Lach & Schieß

Ziemlich ehrlich verkauft sich dieser Mann, der ja ein (staatlich nicht anerkannter) Meister des Demotivationstrainings ist. Er hat sich vorgenommen, die Zahl der Depressiven hierzulande zu verdoppeln, was ehrgeizig klingt, aber realistisch ist auf dem Wachstumsmarkt des Jammerns. Sein noch immer aktuelles Programm nennt er passend „Freude ist nur ein Mangel an Information“. Allerdings gibt es nun eine frische Fassung, die noch schonungsloser präsentiert wird. „Seit August 2014 gibt es das Update 1.5“, so Semsrott. „Die Hälfte der Inhalte hat sich seit der Premiere geändert, und das Programm ist eine aktualisiert Fassung, die sich immer weiter wandelt: Das Beste fliegt raus, die schlechteren Stellen bleiben. So versuche ich, das Programm kontinuierlich zu suboptimieren und die Leistungsgesellschaft zu beleidigen.“ Ein selbstentlarvend offener, allerdings sehr vielversprechender Ansatz.

Nneka Am 31.3. in der Muffathalle

Die ziemlich begnadete Sängerin kommt mit ihrer ausbalancierten Mischung aus HipHop-Beats, Reggae-Grooves, Bläsersätzen und afrikanischem Pop wieder auf die Bühne, um alle tanzen zu lassen und präsentiert dabei auch ihr neues Album. Natürlich steht sie immer noch auf der Seite der Unterdrückten, der ungerecht Behandelten, der Armen und Hungrigen. Wenn aus Nneka keine Musikerin geworden wäre, heute wäre sie Aktivistin. In den 90ern entdeckte sie wie so viele andere HipHop – insbesondere Mos Def, Talib Kweli und The Fugees – als musikalische Ausdrucksform ihrer Generation und begann, ihren kreativen Instinkten zu folgen und innovative Sounds zu erforschen, von Afro-Beat über Fela Kuti bis hin zu Nina Simone. Sie schreibt Stücke, die rau und unverwechselbar sind und dennoch so klingen, als hätte es sie irgendwie schon immer gegeben.

 

Camino Real In den Kammerspielen

Ein völlig weltentrückter Ort ist der staubige Camino Real, der in einen unbestimmten Süden führt. Links und rechts der Straße stehen heruntergekommene Absteigen, Bordelle, Buden, ein verlassenes Luxushotel. Die Grenzstadt ist ein Transitort, wie man ihn aus dem Western kennt. Jenseits beginnt eine fantastische Terra Incognita, diesseits herrscht ein starres Überwachungssystem. Wer hier ankommt, ist zum Blei-ben verdammt. „Tennessee Williams gelingt es auch in diesem Stück, dass sich konkrete politische Themen seiner (und unserer) Zeit in Alpträume verwandeln“, gibt Regisseur Sebastian Nübling seiner Inszenierung mit auf den Weg. In den Hauptrolllen: Jochen Noch, Sandra Hüller. Çiğdem Teke, Stefan Merki und Wiebke Puls.

Logic Am 30.3. im Ampere

Starker Rap! Als Zwangzigjähriger und unter seinem Künstlernamen Logic veröffentlichte der Amerikaner Sir Robert Bryson Hall II mit “Young, Broke and Infamous” sein erstes Mixtape. Seither ging es mit seiner Karriere steil nach oben. Das splash!Mag verglich ihn bereits im letzten Jahr mit Machine Gun Kelly, nur mit besseren Beats, und sagte dem Rapper aus Maryland auch hierzulande eine dann doch strahlende Zukunft voraus. Mit seinem Debütalbum „Under Pressure“ in der Tasche macht er die Prophezeiung wahr und legt jetzt auf seiner "The Under Pressure World Tour" auch einen Zwischenstopp in München ein.

 

Siegfried Im Münchner Volkstheater

Christian Stückl hat  wieder mal eine Premiere am Volkstheater. Von Ritterehre, höfischem Benehmen und edler Minne ist wenig zu finden in Feridun Zaimoglus und Günter Senkels Neubearbeitung der Siegfried-Sage. Dabei hält sich das Autorenteam durchaus an die historische Vorlage, die ja auch nicht gerade zimperlich mit Verrat, Vergewaltigung und Mord umgeht. Doch so schonungslos wie hier wurden die Protagonisten des größten deutschen Heldenepos wohl noch nie ihrer Vorbildfunktion entkleidet. Getrieben von Machtgier und Geltungssucht, morden, vögeln und fressen sie sich ihrem eigenen Untergang entgegen. Die Lichtgestalt Siegfried ist ein tumber – aber sehr viriler – Muskelprotz, sein Gegenstück Brunhild eine blutrünstige Barbarin. Von jeder Patina befreit, zeigt die Neufassung des Mythos eine von Rücksichtslosigkeit und Brutalität gezeichnete Gesellschaft. In den Hauptrollen: Jakob Geßner, Jona Bergander und
Magdalena Wiedenhofer.

Tod den Hippies!! Es lebe der Punk! Jetzt im Kino

Schön war die Zeit. Robert (Tom Schilling) zieht’s Anfang der 1980er Jahre aus der Provinz ins angesagte West-Berlin. Da verdingt er sich bei Schwarz (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) als Putzkraft in dessen Peepshow, verliebt sich, wie er meint, unsterblich in die schöne Sanja. Sex, Drugs, Pogo, Anarchy, Blixa Bargeld und Nick Cave ... Schwarz hat dann eine Idee, wie sich ihr Leben sehr viel leichter finanzieren ließe. Nicht gut. Allein der Titel von Oskar Roehlers wild-wüstem Schwelgen in den West-Berliner 1980ern ist schon ein Versprechen. Groteske, Trauer, Traumata und gerne mal Gelächter: Ein echter Roehler. Auf den ultimativen Neue Deutsche Welle-Film müssen die ihrer großen Anarcho-Jugend nachtrauernden Fifty-Somethings allerdings noch warten.

 

TRAILER

Eine neue Freundin Jetzt im Kino

Utopien. Ihre beste Freundin Laura ist gestorben, und Claire kümmert sich um Lauras Baby und den trauernden Witwer David. Der zieht sich gern heimlich Lauras Kleider an. Was Claire zunächst empört, dann immer mehr fasziniert, zumal ihr eigener Mann nicht gerade mit Exzentrik glänzt. Es dauert gar nicht lange, da gehen die beiden shoppen, David / Virginia genießt das Rollenspiel, die beiden fahren aufs Land, verstehen sich immer besser, so von Frau zu Frau. François Ozon zieht in seiner Tragikomödie wieder alle Register seines Könnens. Romain Duris und Anais Demoustier begleitet man gerne bei ihren Identitätswechseln, die bald schon ganz selbstverständlich scheinen. Gäbe es da nicht, jenseits der Liebe und des wachsenden Begehrens, die bürgerliche Welt.

 

TRAILER

Drei Schwestern Im Residenztheater

Sie hätten es schön haben können. Der verwunschene Garten der Prosorows ist eine Idylle, ein weltabgeschiedenes Paradies, in dem sich der Alltag ertragen lässt. Dummerweise steht das zugehörige Herrschaftshaus am falschen Ort – tief in der Provinz, wohin es den General mit seinen Sohn Andrej und den titelgebenden drei Schwestern verschlagen hat. Außer Militärischem hat das Nest nichts zu bieten. Und so wächst der Wunsch ein Jahr nach dem Tod des Patriarchen immer leidenschaftlicher: „Nach Moskau, nach Moskau!“, lautet die Sehnsucht. Doch dann kommt alles anders. Andrej verspielt Haus und Garten. Tina Lanik bringt Anton Tschechows Klassiker mal wieder auf die Bühne. In den Hauptrollen: Juliane Köhler, Hanna Scheibe, Valerie Pachner und Shenja Lacher.

Das ewige Leben Jetzt im Kino

„Ich hab grad beruflich a bissl a schlechte Phase“, windet sich der ehemalige Privatdetektiv Simon Brenner (Josef Hader) auf seinem harten Bürostuhl im Wiener Arbeitsamt. „Herr Brenner, Sie san ned krankenversichert, Sie san ned sozialversichert, Sie haben kein Bankkonto, das würde ich ned als schlechte berufliche Phase bezeichnen. Sie san a U-Boot“. Die Beamtin bringt es gnadenlos auf den Punkt. Tatsächlich steht der ewig sympathisch grantelnde Loser ziemlich abgebrannt am Abgrund. Sein steter Abstieg nimmt langsam dramatische Formen an. Zudem leidet der verkrachte Ex-Polizist unter infernalischen Kopfschmerzen.

 

Resigniert kehrt der stoische Einzelgänger nach Graz, in die verhasste Heimatstadt seiner Jugend zurück. Dort bietet ihm das Erbe seines Großvaters, ein abbruchreifes Einfamilienhaus, zumindest notdürftig Obdach. Aber auch die Phantome der Vergangenheit lauern ihm auf. „Heimat ist für jeden ein bisschen dings“, weiß der Brenner bei seinem Rückzug in die Steiermark. Offene Rechnungen wollen beglichen werden. Er begegnet alten Spezln und einem noch älteren Gspusi. Seine einst der freien Liebe frönende Maritschi klopft jetzt als Wirtin Schnitzel.

Und irgendwann landet er mit einer Kugel im Kopf im Krankenhaus. Gründe für einen Selbstmordversuch gäbe es genug, doch nur der Brenner weiß, dass es ganz anders war. Nach und nach lüftet sich freilich der Nebel, der den Blick zurück blockiert. Nicht zuletzt den auf die Hoffnungen und Träume, die mit dem Freiheitsdrang der 70er Jahre verknüpft waren. Sepiagefärbte Rückblenden im Super-8-Stil zeigen, wie vier junge Männer, es sind Polizeischüler, da ihren eigenen „Summer of Love“ erleben. Nicht umsonst eiert auf Brenners ausgeleiertem Plattenteller der großartige Hit „When I Was Young“ von Eric Burdon & the Animals.

Kaum einer scheitert so heroisch und dabei so uneitel wie der Kult-Kieberer Brenner alias Josef Hader. In seinem vierten Kino-Abenteuer als trauriger Sturschädel erinnert der geniale Kabarettist mehr denn je in jeder Nuance an die Anti-Helden aus den großen Tragödien. Gleichzeitig steckt in seinem Brenner, dem Scheitern zur zweiten Natur geworden ist, noch der Revoluzzer von damals. Nie wirkt er glücklicher, als wenn er mit dem alten hellblauen Puch-Moped seiner Jugendtage in Schlangenlinien durch das nächtliche Graz fährt.

Dazu liefert Regisseur Wolfgang Murnberger klassisches Noir-Feeling mit somnambulen regennassen Asphalt-Bildern. In seiner furios inszenierten Tragi-Komödie besticht neben Tobias Moretti als größenwahnsinnigem Polizeichef die Wahlberlinerin Nora von Waldstätten. Mit ihrer anregenden Mischung aus Leidenschaft und Präzision betört die Baronesse aus altem Wiener Adel als ebenso charismatische wie abgründige Psychologin. Last but not least glänzt Österreichs Provinzhauptstadt Graz in morbider Pracht. Die verwegene Verfolgungsjagd im Finale auf den Grazer Schlossberg wirkt jetzt schon legendär. Und wenn Brenner mit seiner Puch knapp zwischen einem LKW und Tunnelwand entlang schrammt, werden Actioneinlagen geboten, die es beinahe mit James Bond aufnehmen können. Hinterfotziger Humor paart sich mit bizarrem Sprachwitz und einer ins Aberwitzig-Surreale hinein gesteigerten Handlung. Gekonnt mischt die komplexe Dramaturgie Vergangenheit und Gegenwart. Die unwiderstehlich fatalistische Melange aus Satire, Groteske und sympathisch melancholischem Österreich-Schmäh ist dem kreativen Dreigestirn Murnberger, Hader und Autor Wolf Haas wieder einmal bravourös gelungen.

 

Luitgard Koch

 

TRAILER

3 Herzen Jetzt im Kino

Verwirrung der Gefühle. Marc hat auf dem Provinzbahnhof den letzten Zug nach Paris verpasst. Er trifft eine junge Frau, Sylvie, sie gehen durch die Nacht spazieren, verlieben sich – und verabreden sich zu einem Wiedersehen. Durch einen dummen Zufall kommt Marc zu spät. Seine Suche nach Sylvie ist vergeblich. Dafür lernt er Sophie kennen. Die beiden verlieben sich, heiraten. Marc entdeckt zu spät: Sylvie und Sophie sind Schwestern. Mit schlechtem Gewissen beginnen Marc und Sylvie eine Affäre ... Benoît Jacquot inszeniert ein kunstvolles, wunderbar altmodisches, fesselndes Melodram, bei dem Benoît Poelvoorde den Mann zwischen der hinreißend leidenden Charlotte Gainsbourg und der ahnungslosen Chiara Mastroianni gibt. Catherine Deneuve spielt das Muttertier der beiden. Würde Gustave Flaubert noch leben, so und nicht anders sähen seine Filme aus.

 

TRAILER

Kingsman: The Secret Service Jetzt im Kino

Gentleman-Schule. In der legendäre Geheimdienstkaderschmiede Kingsmen wird ein Posten frei. Und Harry Hart (Colin Firth) erinnert sich an Eggsy (New­comer Taron Egerton), einen begab­ten jungen Mann, der allerdings noch ziemlich viel zu lernen hat. Unter den höheren Töchtern und Söhnen und der Anleitung des ehrwürdigen Arthur (Michael Caine) hat es der prollige Eggsy anfangs schwer. Da aber gerade der Internet-Milliardär Valentine (Samuel L. Jackson als Superschurke) die Weltherrschaft erobern will, wird jetzt jedermann gebraucht, und Eggsy kann sich bewähren. Die tempo-, action- und ironiereiche Spionage-Komödie von Matthew Vaughn („Kick-Ass“) parodiert vergnügt bis bitterböse die Britishness früherer Geheimdienst-Thriller, macht zum Spaß auf James Bond, zeigt Colin Firth als makellosen Actionhelden und punktet mit elegant choreographierten Gemetzeln.

 

TRAILER

Still Alice Jetzt im Kino

Abschied vom Ich. Alice Howland (Julianne Moore) ist Linguistik-Professorin, glücklich verheiratet, gerade mal 50, und sieht sich, nach ein paar eklatanten Ausfällen (sie verliert bei einem Vortrag den Faden und beim Jogging die Orientierung), mit einer erschütternden Diagnose konfrontiert: Alzheimer – in einer besonders frühen Form. Ihr Ehemann (Alec Baldwin) zeigt sich bald überfordert. Die schwangere Tochter Anna sieht sich, weil die Rede von genetischer Vererbung ist, vor allem bedroht. Große Unterstützung erfährt Alice dagegen unerwartet von der jüngsten Tochter Lydia (Kristen Stewart), mit der sie bisher eher ein schwieriges Verhältnis hatte. Ein sehr realistisches, starkes Drama des Regieduos Richard Glatzer und Wash Westmoreland, eher konven­tionell erzählt, das aber dank des Ensembles (Golden Globe und Oscar für Julianne Moore!) emotional in die Tiefe geht.

 

TRAILER

Verstehen sie die Béliers? Jetzt im Kino

Jenseits der Stille. Die junge Paula kann hören und sprechen. Ihre Eltern und ihr kleiner Bruder können es nicht. Es gibt jede Menge Arbeit auf dem Hof der Familie. Paula hält den Kontakt zu den Normalos, übersetzt, verhandelt mit der Bank, holt den Tierarzt, verkauft Käse auf dem Markt ... Und nun kandidiert Paulas Vater auch noch für das Amt des Bürgermeisters. Paula dagegen sollte, meint ihr Musiklehrer, wegen ihrer tollen Stimme in Paris Gesang studieren, gerät also in einen heftigen Konflikt zwischen familiären Pflichten und den Träumen vom eigenen Glück. Eric Lartigau inszenierte einen zauberhaft berührenden Film voller Witz und Ernst mit einer fulminanten Hauptdarstellerin, die gerade den César gewonnen hat: Louane Emera ist eigentlich Sängerin. In Frankreich eroberte das Feel-Good-Movie in kürzester Zeit die Herzen von fünf Millionen Zuschauern.

 

TRAILER

 

American Sniper Jetzt im Kino

Kriegshandwerk. Navy Seal Chris Kyle (Bradley Cooper) ist ein exzellenter Scharfschütze. Im Irakkrieg rettet er durch seine Treffsicherheit unzähligen Kameraden das Leben. Die Berichte von seinen Taten sprechen sich herum. Allmählich wird er zur „Legende“. Seine Gegner kennen ihn inzwischen auch und setzen ein Kopfgeld auf ihn aus. Dreimal kehrt er ins Kriegsgebiet zurück, seine schwangere Frau kann ihn nicht davon abhalten. Clint Eastwoods patriotisches Kriegsdrama basiert auf Kyles‘ Autobiographie. Über die Ideologeme des perfekten Heldenepos lässt sich trefflich streiten. 

 

TRAILER

Unser Dorf soll schöner werden In den Kammerspielen

Wie wird die Welt von morgen aussehen? Eine enge Gemeinschaft, eine sehr bedrohte sogar: Die holländische Compagnie Wunderbaum, angeführt von Intendant Johan Simons, entwirft ein sehr beklemmendes, weil sehr reales Szenario. Es ist der Versuch, fehlerhaften gesellschaftlichen Strukturen und alten Routinen etwas entgegenzusetzen. Der heutige sich alternativlos gebende Kapitalismus erweist sich als fataler denn je. Weil der Klimawandel fast nicht mehr aufzuhalten ist, könnte es der Menschheit doch tatsächlich gelingen, sich selbst auszulöschen bzw. zu ertränken. Wenn die Meerespegel steigen, sind die Niederlande, wo man sich mit Deichen und Kanälen so gut auskennt, als erstes futsch. In den Hauptrollen: Walter Bart, Stefan Hunstein, Maartje Remmers, Steven Scharf, Marleen Scholten.

Jagdszenen aus Niederbayern In den Kammerspielen

Man besucht sich, man pflegt den Austausch. Wie schön. Martin Kušej, seines Zeichens Hausherr am Bayerischen Staatstheater, wechselt die Straßenseite und inszeniert Martin Sperrs wüstes Bauerntheater.  Abram ist wieder zurück ins Dorf gekommen, nachdem er in der großen Stadt im Gefängnis war. Doch willkommen ist er nicht, das findet sogar seine Mutter. Nur Tonka, die alle die Dorfschlam­pe nennen, will, dass der bleibt. Denn sie ist schwanger. „Ich komme aus exakt einem solchen Dorf und kenne das alles zu genau“, so Kušej. „Ich habe diese drückende Atmosphäre mit der Milch mitbekommen: die bedrohliche Enge, die ewig gleichen Vorurteile, die korrupte Verlogenheit, die bigotte Frömmigkeit. Besonders spannend finde ich das Uneindeutige der Figuren“, sagt er über Sperrs einstiges Skandalstück. „Man versteht nie wirklich, wie sie eigentlich sind: schlampig oder brav, schwul oder nicht, anständig oder verräterisch.“ In den Hauptrollen: Katja Bürkle, Christian Löber, Silja Bächli und Michael Tregor.

Torquato Tasso Im im Residenztheater

Manchmal möchte man dem Antike-verliebten Dichter Torquato Tasso gerne über das staubige Haupt streicheln. Er machte sich das Leben am Hof des Fürsten von Ferrara auch gar zu schwer. Eben erst hat er sein Opus Magnum fertiggestellt, schon sticht ihn der Hafer. Er legt sich mit dem Diplomaten Antonio an und wird mit Hausarrest bestraft. Schlimmer noch: Plötzlich merkt der sensible Dichter, den Goethe so treffend traf, dass er doch nur ein Unterhaltungsdienstleister ist. Selbst wenn er zornig den Hof verlässt, erhält er sein Manuskript nicht mehr zurück. Das hat sich der Herrscher unter den Nagel gerissen. Menno! Regie führte Philipp Preuss. In den Hauptrollen: Valery Tscheplanowa, Sibylle Canonica, Nora Buzalka und Norman Hacker.

Maria Stuart In den Kammerspielen

Einen Klassiker nimmt sich Regie-Wüterich Andreas Kriegenburg mit Friedrich Schillers Drama vor. Darin lässt Herrscherin Elisabeth I, die sich von ihrer schottischen Gegenspielerin auf so vielen Ebenen – politisch, religiös, aber auch in ihrer Sexualität – herausgefordert fühlt, noch ein wenig zappeln. Aber dann setzt sie doch die Unterschrift unter das berüchtigte Dokument – und lässt Maria zum Schafott führen. "Man findet bei Maria Stuart fast keine wirkliche Nähe zwischen den Figuren. Wann immer scheinbar doch eine Nähe entsteht, geschieht dies im Zuge des Versuchs der Manipulation. Jeder versucht, den anderen in die eigenen Intrigen und in das Bild des eigenen Machtkampfes einzubauen", so Kriegenburg. In den Hauptrollen: Walter Hess, Brigitte Hobmeier, Annette Paulmann, Oliver Mallison und Jochen Noch. 

Birdman Jetzt im Kino

Riesentheater. Riggan Thomson (Michael Keaton) war mal Darsteller des Superhelden „Birdman“. Jetzt will er, mit der Broadway-Inszenierung einer Raymond Carver Story, noch einmal seriöseren Ruhm ernten. Dazu muss er sein Haus verpfänden, sich mit seiner Ex-Frau, seiner Geliebten, seiner Tochter, einer Theaterkritikerin und dem neuen Hauptdarsteller (Edward Norton) herumschlagen, der sehr eigene Vorstellungen seiner Schauspielkunst entwickelt, und dann mischt sich auch noch Riggans altes „Birdman“-Alter-Ego immer wieder ein. Das neue Meisterwerk von Alejandro González Iñárritu („Amores Perros“, „Babel“) oszilliert zwischen Tragödie und schwarzer Komödie, springt munter und höchst elegant zwischen Fiktion und Realität, Krisen auf der Bühne und echten Beziehungs- und Schaffenskrisen hin und her, mal bissig, mal ernst, mal ziemlich schräg und funny. Gerade ausgezeichnet mit dem Oscar als bester Film.

 

TRAILER

 

Nathan der Weise Im Münchner Volkstheater

Dieses Stück muss jetzt unbedingt gespielt werden. Weil so oft nur noch Märchen helfen, die hoch erhitzten Gemüter wieder runterzukühlen. Nathan der Weise weiß, wie man’s macht. Er erzählt einfach eine Geschichte – die weltberühmte Ringparabel – und zieht sich bei der immer schon bangen Frage, welche der Weltreligionen nun die vermeintlich „richtige“ ist, geschickt, aber sehr nachvollziehbar aus der Affäre. Intendant Christian Stückl hat den Verständnisklassiker von Gotthold Ephraim Lessing wieder aus dem Regel geholt und muss dabei gar nicht mal so viel Staub vom Reclam-Heftchen blasen. Man kann ihm dafür nur dankbar sein. In den Hauptrollen: Pascal Fligg,  Sohel Altan G.,  August Zirner und Constanze Wächter

Und jetzt: Die Welt! Im Münchner Volkstheater

Ist der Furor längst verraucht? Nicht wirklich. Nur die Umstände haben sich geändert, wie Sibylle Berg klug bemerkt hat. Ihr aktuelles Stück erzählt von Akademikern, die in prekären Verhältnissen aufwachsen, weil schon wieder mal ein Praktikum nichts gebracht hat. Nun müssen die jungen Dinger selbstgekochte Drogen im Internet verkaufen, Mode-Blogs vollschreiben und ihren Marktwert im Fitnessstudio hochtreiben, obwohl ihnen doch der Hochleistungskapitalismus zuwider ist. Eine junge Frau bilanziert ihren Frust-Lebensweg – von der Jugend-Gang zum friedlichen Yoga, vom unbeholfenen Knutschen im Zeltlager hin zu den weiterhin unentschlossenen Sexperimenten mit Männern und Frauen, von den hochflie­genden Idealen zum furztrockenen ­Pragmatismus. Die Generation 20+ schwankt – zwischen Aggression und Apathie, zwischen Aufbrauch und Abgeklärtheit.

Exiles In den Kammerspielen

James Joyce ist mit wuchtigen Wälzern wie „Ulysses“ und – noch furchterregender – „Finnegans ­Wake“ bekanntlich der Schrecken aller Englisch-Hauptseminare. Was nur wenige wissen: Der irische Schriftsteller, wichtigster Miterfinder der Moderne, schrieb aber auch dieses vergleichsweise klassische Theaterstück. Darin lernt man den Schriftsteller Richard kennen, der nach fünf Jahren in Rom wieder in seine Heimat nach Dublin zurückkehrt. Dort muss er feststellen, dass sein Jugendfreund Robert nicht nur zu Besuch kommt, sondern seiner Frau Bertha schon lange ziemlich nahe steht. Richard findet heraus, dass Robert über Jahre hinweg ziemlich intime Brief an Bertha geschrieben hat. Nun steht eine Entscheidung an. „Joyce thematisiert, was auf den ersten Blick banal erscheint“, sagt der Regisseur Luk Perceval zur letzten Kammerspiele-Premiere dieses Jahres. „Der Alltag verführt zum Machtspiel. Wie weit kann man gehen, ohne den Anderen allzu sehr zu verletzen? Wie groß ist die Angst, in der Suche nach Freiheit die erkämpfte Geborgenheit und Nähe zu verlieren? Das Stück regt an, darüber nachzudenken, wie man liebevoll zusammenleben kann.“ Was könnte schöner zu Weihnachten passen?

Kasimir und Karoline Im Münchner Volkstheater

Verhängnisvoll durcheinander geht es bekanntlich in diesem legendären Volksstück, das Ödön von Horváth vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise spielen ließ. Das junge Titel-Paar steht kurz davor, sich unglücklich zu machen. Ein gemeinsamer Wiesn-Besuch ist dabei wirklich nicht die beste Idee. Kasimir ist zudem selten schlecht drauf, hat er doch eben erst seine Arbeit verloren. Prompt kommt es, wie es kommen muss: Auf der Festwiese erkennt der Zuschneider Schürzinger seine Chance, sich an Karoline ranzuwanzen. Und Kasimir gerät an seinen Spezl Merkl Franz, der ihn zu einer Alternativ-Karriere auf der schiefen Bahn verführen. Regie führte Hakan Savaş Mican und in den Hauptrollen sind Jean-Luc Bubert, Xenia Tiling und Pascal Riedel zu sehen

Warum läuft Herr R. Amok? In den Kammerspielen

Alltag in der Hölle. Vom Ausbruch aus der geordneten Bürger-Spießigkeit, von der jähen Generalabrechnung mit dem immer brav Funktionieren, erzählte  Rainer Werner Fassbinder in seinem beklemmenden Filmklassiker. Darin lernt man einen Durchschnittsmann kennen, der immer nur versucht, den Ansprüchen an ihn gerecht zu werden und dadurch jäh in einen Abgrund von Leere stolpert. Am Schluss wird aus dem kleinen Menschen ein Monstrum, das zuerst seine Familie, dann sich selbst auslöscht. Die Regisseurin Susanne Kennedy hat den weiterhin stark irritierenden Stoff auf die Bühnenbretter gehievt.In den Hauptrollen:  Walter Hess, Christian Löber, Anna Maria Sturm und Çiğdem Teke.

Peer Gynt Im Residenztheater

Auf klassisches Bildungsgut greift Regisseur David Bösch in seiner Inszenierung zurück. Er lässt in dem Henrik-Ibsen-Stück den Sinnsucher seine norwegische Heimat verlassen, nach Amerika (wieder mal) aufbrechen, wo er Großreeder wird. Doch den Rastlosen hält es nicht lange. In Afrika träumt er von Wüstensiedlungen, er versteigt sich in Propheten-Anwandlungen – und endet schließlich in einer Irrenanstalt in Kairo. Wieder einmal war ein Kern-Forscher unterwegs. Peer Gynt will wissen, warum die Zwiebel, die so viele Schalen hat, nur aus Häuten, aber eben aus keinem Inneren besteht. Das erinnert an Goethes „Faust“ und ist nicht minder aufregend. Gespielt wird der Titelheld von Shenja Lacher – an seiner Seite unter anderem Sibylle Canonica und Michele Cuciuffo.

Woyzeck Im Münchner Volkstheater

Immer nur Erbsen essen. Dann auch noch herumgeschubst und erniedrigt werden. Der junge Franz Woyzeck, der eigentlich aufrichtig, geradlinig und ehrlich durchs Leben gehen wollte, hält sich und seine Freundin Marie mit diversen Jobs über Wasser. Am prekären Rand der Gesellschaft ist er dem ständigen Druck und Wohlwollen von Vorgesetzten und Bessergestellten ausgesetzt. Und dann bewahrheitet sich auch noch der schlimmste Albtraum: Das Testosteronmonster Tambourmajor hat doch tatsächlich Marie verführt. Kein Wunder, dass Woyzeck die Hutschnur platzt. Abdullah Kenan Karaca hat Georg Büchners schauerliches Kleiner-Mann-Drama neu aktualisiert. Schlimm bleibt alles. In den Hauptrollen: Sohel Altan G., Magdalena Wiedenhofer, Silas Breiding und Pascal Fligg.

 

AKTUELLES HEFT
Do 19. März 2015 -
Mi 1. April 2015
MODIMIDOFRSASO
   19202122
23242526272829
303101    

VERLOSUNGEN
Electric Party meets Pistenspaß
An zwei Tagen im April (10. bis 11.4.) verwandelt sich Söld... MEHR
IN MÜNCHEN TICKET
Wu-Tang Clan • 15.06.2015 • Zenith