Wer hier Kraft und Wärme nachtankt, kommt besser durch unruhige Wochen.
Cabaret
„Willkommen, bienvenue, welcome, Fremder, étranger, stranger“: Einfach mal hin- und zurückspazieren in die schillernd freizügige Welt des Berliner Kit-Kat-Clubs der 1930er Jahre. Ja, es wird schon auf dem Vulkankraterrand getanzt. Draußen toben die SA-Schlägerbanden. Im schwülen Schutzraum wird die Atemluft langsam knapp. Der junge Amerikaner Clifford Bradshaw lässt sich nicht beirren. Er hängt an den Lippen der Sängerin Sally Bowles. „Life is a Cabaret“. Der Titelsong trägt noch einmal durch die berühmten Erinnerungen von Christopher Isherwood, die ja auch zum Kino-Welterfolg wurden.
My Fair Lady
Spiel’s noch einmal! Mit ein wenig sprachlichem Feinschliff lässt sich doch auch aus dem Blumenmädchen mit der Gossen-Aussprache eine elegante junge Dame machen, oder etwa nicht? Phonetik-Professor Henry Higgins ist von seinen patriarchalischen Zauberkräften überzeugt. Womit er nicht gerechnet hat: dem charmanten Eigensinn von Eliza Doolittle. Auch wenn sich bei der Männerfantasie einer radikalen Umerziehung natürlich alle Katzenhaare aufstellen, muss man doch zugestehen: George Bernard Shaws Anverwandlung des antiken „Pygmalion“-Stoffs hat Schmiss. Und das Musical dazu ist nicht ohne Grund einer der zeitlosen Klassiker des Genres und eines der meistgespielten Stücke.
Italia Con Amore
Was nicht passt, wird passend gemacht: Eigentlich hatten sich die zwei Schauspieler, die für das „Ristorante Azzurro“ gebucht sind, ja auf den geplanten Shakespeare-Abend eingestellt. Doch dann werden plötzlich Italo-Hits eingefordert. Nun gut: „Romeo und Julia“ spielt ja immerhin in Verona. Und die Songs passen überraschend gut. Warum nicht einfach mal wieder genüsslich dahinschmachten?
Schlager Mia
Unterwegs im „knallroten Gummiboot“, selbstverständlich mit „zwei kleinen Italienern“ oder mit „Micaela“. Immerhin war es die Zeit, als man „mit 17 noch Träume“ hatte, „griechischen Wein“ ganz lecker fand und nach der Devise feierte: „Samba die ganze Nacht“. Danach ging’s frivol weiter, selbstverständlich im „Bett im Kornfeld“. Melina Schmoll und die Musical-Darstellerin Hanni Bogner vom Duo Schlagerperlen lassen die großen Hits und die schönsten Posen, Szenen sowie das Herzklopfen der 60er und 70er Jahre wieder auferstehen.
La Cage aux Folles
Heiterkeit, bitte! Im Nachtclub in St. Tropez führen Georges und Albin ein glückliches schwules Pärchenleben. Bis zu dem Tag, als Georges’ Sohn seine Heiratspläne bekannt gibt. Er will sich doch tatsächlich mit der Tochter eines stockkonservativen Politikers vermählen. Willkommen im Narrenkäfig. Man bemüht sich darum, „Normalität“ zu heucheln – und scheitert daran köstlich unterhaltsam.
Der König der Löwen
Schon seit knapp 30 Jahren trägt die Musik von Oscar-Preisträger Hans Zimmer das Afrikafamilienabenteuer vom Machtkampf in der Savanne. Hinzu kommen unvergessliche Musical-Hits wie „Hakuna Matata“, „Circle of Life“ oder „Can You Feel the Love Tonight“, die man einfach immer wieder genießen kann. Im Februar kommt das große multisensorische Klangbad in die Stadt – mit den Cinema Festival Symphonics aus London. Rechtzeitig Karten sichern!
Die Cher Show
„If I Could Turn Back Time“: Eigentlich hat sie ja gar keinen Ritt in der Zeitmaschine nötig, weil Cher, die Grand Dame der Charts, es bekanntlich immer wieder schafft, sich komplett neu zu erfinden. Und selbst von Thomas Gottschalk lässt sie sich auf der Bühne nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Trotzdem lohnt es sich natürlich, glamourös zu würdigen, was in ihrem Leben schon alles passiert ist – rechtzeitig zum 60. Bühnenjubiläum und zum 50. Geburtstag ihrer gleichnamigen TV-Sendung „Die Cher Show“. Das glanzvolle Broadway-Musical mit den beeindruckenden Kostümen von Emmy-Preisträger Bob Mackie erzählt ihre Geschichte und rühmt ihre Erfolge – darunter über 200 Millionen verkaufte Platten.
SUSI oder So – Kaiserin von Österreich
Laut Programmzettel sollte auf einer Hotelbühne ja das übliche Konzert mit Austropop-Hits stattfinden. Doch die Termine wurden vertauscht. Auf dem Programm steht „Sissi“ – und genau das will das Publikum hören. Also baut die Band kurzfristig um und steigt in die Reifröcke. Immerhin passen die Songs von Reinhard Fendrich, EAV, STS und Falco überraschend gut zum Kaiserinnenschmarrn.
Circus Krone Winterprogramm
150 Minuten voller Staunen, Lachen und Gänsehaut. Die ganze Familie freut sich auf Clowns, Tiere, Artisten, große Dressurkunst, poetische Momente – und Zuckerwatte.
Hot Spot
Vielleicht sind es Nelson Cavalcante und Bruno Fratani aus Brasilien, die genau auf den Punkt bringen, wofür man diese Varieté-Shows so lieben muss? Die Mustache Brothers schaffen es, ihr Publikum komplett von den Stühlen zu holen – mit hochanspruchsvoller Akrobatik, aber auch mit irrwitziger, selbstironischer Comedy, die gerne mal in lustiges Chaos abgleitet. Oder Andreas Wessels, der Herr der fliegenden Gegenstände, der eben auch beides kann (und noch viel mehr): beeindruckendes Jonglieren – und nebenbei cool moderiert. Dabei behält er sechs Bälle im Blick, lässt eine Zigarette lässig durch die Luft schweben und springt einfach so neben- bei auch noch Seil. Mit neuer Magie-Energie ins neue Jahr!
Dragademy
Was nun tun mit dem mehr oder weniger wohlgeformten Körper auf der Bühne? Wie verwandelt man auch im grauen Büroalltag Schüchternheit in glanzvolle Eleganz? Von Hendrik „Bibi“ Lebon kann man viel lernen. Er ist ein Bühnenprofi, der es schafft, im Nu viel Leichtigkeit, sogar Lässigkeit in knorrige Gestelle fahren zu lassen. Dabei helfen erst einmal Aufwärmübungen, dann Einführungen in die tänzerischen Grundschritte, Improvisationen und schließlich das erste Bühnenerobern. Hier kann man eine Eintrittskarte in die Welt der Transformation lösen – im Workshop-Programm.
Austrofred
Gänsehaut, Verzeihung: „Ganserlhaut“, wie der Fred sagen würde, garantiert: Die fescheste Antwort auf Freddie Mercury verwandelt den Saal mal wieder in ein Tanz-Tollhaus, eine Beinahe-Wembley-Bühne – und in eine Achterbahn. Roter Faden des Show-Vergnügens sind amüsante Backstage-Berichte des „Champions“, der von gesammelten Skurrilitäten seines ausufernden Tourneelebens erzählt. So kommt es zu UFO-Begegnungen, mehr oder weniger real werdenden Urban Legends auf dem flachen Land der Provinz sowie Geisterbeschwörungen im Burgenland. Man nimmt mit jeder Pore auf genau wie der Austrofred selbst –, dass hier ein Genie am Werk ist. „Ich meine, ich habe meinen IQ noch nicht messen lassen, aber so etwas spürst du einfach“, sagt er. Passt! Diesmal liest er sich quer durchs mehr oder weniger literatische Werk. Aber auch die Musik – und natürlich der ganz raffinierte Schmäh – kommen nicht zu kurz.
Cabaret con Carne
Ein Soulfood-Showeintopf der guten Laune: Daraus schöpfen Markus Laymann, Vicky Voyage und Ruby Tuesday. Und sie teilen tüchtig aus.
Helge Thun
Er ist wirklich „nah dran“, wie er auch selbst über sein neues Solo-Programm sagt. Thun ist nah dran am Publikum, noch näher an sich selbst. Nah dran am perfekten Trick. Und nah dran am Scheitern, was einfach zur großen Magie passt. Der siebenfache Deutsche Meister der Karten-, Comedy- und Close-up-Zauberei spielt nicht auf Sicherheit, sondern mit Sicherheit auf Risiko. Näher dran am Adrenalinrausch!
Gloria Gray
Schön, dass auch sie für München Zeit gefunden hat: Immerhin ist Gloria Gray vielbeschäftigt – als Künstlerin, Autorin, Unternehmerin und nicht zuletzt Kreisrätin. Jetzt wird gefeiert, beim 40-jährigen Bühnenjubiläum. Da kommt was z‘sam!
Rumours of Fleetwood Mac
Eine Hommage an unvergessliche Zeiten: Es war 1969, als Fleetwood Mac mehr Schallplatten als die Beatles und die Rolling Stones veröffentlichten. Und ihr 1977 erschienenes Album „Rumours“ gehört noch immer zu den erfolgreichsten Alben der Musikgeschichte, mit rund 19 Millionen Verkäufen. Doch was machte die Gruppe so un- vergleichlich, so richtig, so gut, dass man sich immer wieder gern an sie erinnert? Die Tribute-Truppe hilft den Fans auf die Sprünge.
Munich Kyiv Cabaret
Anlachen und Anflirten gegen den Terror: München und Kyiv verbindet eine langejährige Städtepartnerschaft, die längst zur engen Freund- schaft wurde. Der gemeinsame Abend von Künstlern, moderiert vom Conférencier und „Wirklichkeitsverkäufer“ Markus Laymann, sammelt Geld für die wichtige Arbeit, die „Munich Kyiv Queer“ für queere, vom Krieg in der Ukraine betroffene Menschen leistet. Drag, Musik, Burlesque, Magie, Comedy – und leider auch bitterer Ernst!
Chris Kolonko
Es funkelt und glitzert ganz herrlich im Silbersaal, wenn ganz langsam ein Geheimnis nach dem anderen hervorgeholt wird – aus dem „Koffer voll Marlene“.
