Event & Interview

7 Jahre Bob Beaman: Niels Jäger im Interview

Bob Beaman-Inhaber Niels Jäger

Diesen Freitag feiert man mit Monika Kruse am Pult den 7. Geburtstag des Bob. Inhaber Niels Jäger hat uns unsere Fragen zu Vergangenheit und Zukunft beantwortet.

Das „verflixte“ 7. Jahr kam an der Gabelsbergerstraße schon etwas früher – in den letzten anderthalb Jahren hat sich im Bob Beaman einiges getan und verändert, nun feiert man diesen Freitag den 7. Geburtstag mit Monica Kruse und allen Freunden und Bekannten des Hauses. Über die Entwicklung, die Neuerfindung und die Zukunft des Bob hat uns Inhaber Niels Jäger Antwort gestanden.

In den vergangenen anderthalb Jahren hat sich das Bob einem Wandel unterzogen – u.A. weil der langjährige Booker sowie einige Resident DJs den Club verlassen haben. Was hat dieser Wandel für euch bedeutet?
Ach Antje, immer mit der Tür ins Haus fallen, ok, ok, kein Problem. Persönlich empfand ich der Weggang von David Muallem und Sascha Sibler als bedauerlich. Vor allem weil wir die daraus resultierenden Engpässe im Sommer 2016 quasi von einem Tag auf den nächsten auffangen mussten. Keine einfache Zeit. Auch weil der ein oder andere ahnungslose „Szene-Blog“ seinen frei erfundenen Senf bzgl. der angeblichen Schließung des Clubs dazu servieren musste. Inzwischen ist etwas Gras über die Sache gewachsen und ich wünsche allen ehemaligen Mannschaftskameraden viel Glück im neuen Team.

Im Rückblick war es sicherlich eine gesunde Entwicklung sich neu aufzustellen. Festgefahrenes konnte aufgelöst werden und wir haben uns weiterentwickeln bzw. neu erfinden dürfen. Das hat dann auch richtig Spaß gemacht. Vor allem, weil ich meine Passion für Hip-Hop wieder ausleben konnte. Wir sind der “Bob Beaman Music Club”, ich habe keine Lust den Laden streng auf House und Techno zu limitieren, auch wenn gekonnt selektierte, elektronische Musik natürlich unseren „claim to fame” begründet. Seit einem Jahr spielen wir freitags elektronisch und samstags Hip-Hop. Dieser Ansatz ist wunderbar abwechslungsreich – unsere Gäste sind musikalisch offen und nicht zwingend auf ein Genre festgefahren. Mit erstklassigen Abenden wie „Bamba plays Hip-Hop“, „Pretty Girls Like Rap“, „332-Neighbors of God“, „SMN“, „Bang Bang“, „100BlackDolphins“ etc. konnte das Bob Beaman durch eine weitere sehr lebhafte Facette bereichert werden. So oder so lautet die Devise: never not dancing.

Wie bedient ihr den für das Bob so wichtigen Bereich der elektronischen Musik inzwischen?
Techno und House sind für das Bob Beaman nach wie vor sehr wichtig, daher kommt unsere DNA und die prägende Identität des Ladens. Wir hatten 2016 und Anfang 2017 eine Phase in welcher wir viel freestylen und improvisieren mussten. Es hat dem Club dadurch sicherlich etwas an Linie gefehlt. Inzwischen haben wir längst wieder einige sehr starke Reihen bei uns, „Amus3”, „Motion” oder „Club Autonomica” zum Beispiel. Im November und Dezember spielen im Bob u.a. Rob Birch & DJ Hell, Gary Beck, Victor Ruiz, ANNA – und natürlich Monika Kruse an diesem Freitag. Der Winter kann kommen.

Es hat sich auch personaltechnisch einiges im Club verändert, wie empfindest du den Wandel hier?
Ich glaube, ein guter Club muss immer familiär sein, daher versuchen wir den Club nach wie vor so intim wir möglich zu gestalten. Eine überschaubare Truppe, eine verlässliche Crew mit Persönlichkeit Lust auf Mehr. Meiner Meinung nach ist es wichtig den Gästen bekannte, idealerweise sogar befreundete Personen an die Hand zu geben. Aber auch immer wieder mal neue Gesichter und damit frischen Wind einzubauen. Da haben wir gerade eine super Mischung an alten und neuen Mitarbeitern an Tür und Bar. Durch neues Personal verjüngt sich das Team und die Bob Beaman Family erweitert sich – und das ist mit Sicherheit gut so.

Wenn ich mich in Sachen Club ausschließlich auf die Kollegen aus meiner Generation – zwischen Mitte 30 und Mitte 40 - verlassen würde, stünde ich wahrscheinlich oft alleine da. The kids want Techno. The kids want Hip-Hop. The Mamis & Papis want eine Zigarette am Fenster und dann Netflix. Naja, meistens jedenfalls. Ich bin mit der aktuellen Gästestruktur des Bob sehr zufrieden, weil sie abwechslungsreich und tanzwütig ist.

Welche neuen musikalischen Genres sind durch die angepasste Ausrichtung des Bob hinzugekommen?
Naja Hip-Hop, wie erwähnt. Ein neues Genre, welches wir aufgenommen haben, ist Drum’n’Bass. Das kommt über meinen alten Kumpel Andrew Sinnamon aka DJ Sinnamix, mit dem ich auf der Schule war und der auf ego.fm die D’nB Radioshow EgoSelekta! mit Tobestar moderiert (Unbedingt reinhören: z.B. diesen Freitag von 22 bis 23 Uhr). Die zwei Jungs bewegen in München sehr viel in der Szene, und bespielen mit Hilfe von Flo Sustain immer wieder mal Events bei uns.

Die zwei Veranstaltungen, mit denen wir kürzlich gestartet haben, waren top – da war schon direkt ab dem ersten Track Alarm auf der Tanzfläche. Persönlich gefallen mir dabei auch die MCs aus UK besonders gut. Sie animieren die Crowd mit Freetyle-Raps und bringen eine unheimliche Energie mit. Letztes Mal saß ich den ganzen Abend ganz fasziniert im Pult als MC DRS den Laden zerlegt hat – „Muniiiich, on your tip-toes…!"

Klassikkonzerte waren von Anbeginn des Bob Beaman auch ein Teil des Programms – nicht zuletzt, da die Holzverschalung des Innenraums ja die optimalen, akustischen Voraussetzungen bietet – verfolgt ihr diese Richtung noch?
Klassik gibt es nach wie vor sporadisch im Bob – die letzte Veranstaltung war im Frühjahr. Wir machen das in Verbindung mit dem Harry Klein und zum Teil auch der Roten Sonne. Von der Organisation ist es nicht ganz so einfach Termine zu finden, mit drei Clubs und zwei Orchestern, die allen passen. Klassik bieten wir demnächst wieder bei den BMW Clubkonzerten – am 03.03. in der Roten Sonne und am 30.04. bei uns im Bob Beaman

Für neue Konzepte bin ich immer zu haben. Früher hatte ich mehr Bedenken, dass bestimmte Inhalte evtl. unser Stammpublikum verprellen könnten, aber inzwischen sehe ich das lockerer. Sofern die inhaltliche Qualität stimmt bzw. neue Inhalte von Freunden herangetragen werden. 2017 hatten wir zum Beispiel auch mehrere Lesungen im Club.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Roten Sonne und dem Harry Klein aus? Ihr kooperiert ja öfter, wie z.B. beim PAVA-Festival im Oktober?
Die Dynamik ist immer hier unterschiedlich – bei der Klassik Clubkonzerten ist Peter Flemming vom Harry Klein immer wieder mit viel Elan dahinter; beim PAVA-Festival wurde ich von den Organisatoren angesprochen, und aufgrund der intimen Größe des Bob hat sich dann wieder der Zusammenschluss von uns mit Harry und der Roter Sonne angeboten, um genug Platz für alle Gäste zu haben. Weil wir z.T. inhaltlich ähnliche Konzepte anbieten und die drei Läden relativ nah beieinanderliegen, macht das manchmal Sinn.

Zum Abschluss, wie feiert das Bob seinen siebten Geburtstag?
Wir haben uns für ein großartiges Booking mit Monika Kruse entschieden. Sie hat schon drei oder vier Mal bei uns gespielt und hat jedes Mal voll begeistert. Das ist auch eigentlich alles was wir wollen – 1A Sound, volle Hüte, alle am tanzen - everybody goes home happy. Es gibt noch einige wenige Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse. Bis Freitag!

Interview: Antje Seidel

7 Years Bob Beaman w/ Monika Kruse, Gabelsbergerstraße 4
Fr., den 10.11, ab 23.30 Uhr

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