Die `Rock Meets Classic´-Reihe hört auf, Johannes Oerding hat eine „Kehle aus Gold“, ENNIO spendiert der Isar einen Song und Kapa Tult fordern Lecktücher im Supermarkt
Dekker
Der US-amerikanische Singer/Songwriter Brookln Dekker erlangte bereits gemeinsam mit seiner Ehefrau Ruth mit der Indie-Folk-Formation Rue Royale Kultstatus, legt nun aber mit seinem aktuellen Album „Neither Up Nor Down“ sein bislang ambitioniertestes (Solo-)Werk vor. Der exzellente Singer/Songwriter mit dem überdimensionierten Sonnenhut auf dem Kopf steht für mutiges, dennoch aber auch immer klar strukturiertes Songwriting. Muss ich hin! (24.3. Muffathalle)
Ian Fisher
Ian Fisher verließ bereits mit 21 Jahren seine Heimat Missouri, um 15 Jahre lang durch Europa zu tingeln. Sein Folk-Rock verbindet die ländliche Prägung des Mittleren Westens mit dunkler, kontemplativer Feinheit, die er auf seinem Europa-Trip entwickelt hat. Einfach, aber tiefgründig: Früh-Jeff-Tweedy-Vibes treffen auf Townes-Van-Zandt-Sentimentalität und Billy-Bragg-Reflexionen. Fast zweitausend Songs später tourt er durch drei Kontinente, während seine Alben die Kritik, etwa im Rolling Stone überzeugen. Und falls es jemanden interessiert: Wenn Fisher nicht auf der Bühne steht, arbeitet er in seinem Wiener Studio oder auf der Familienfarm in Missouri. Support: Rosalie und Wanda. (27.3. Heppel & Ettlich)
Antifuchs
Scheiß Leben, gute Songs … so lässt sich Antifuchs‘ Attitüde vielleicht am besten zusammenfassen. „Ich hasse Menschen…, die Menschen hassen!“, schallt es zudem aus den Lautsprechern und alle, die zuhören, atmen erleichtert auf und nicken zustimmend: Die Grande Dame des ebenso feministischen wie antifaschistischen Rap trifft mit ihren aufrüttelnden Texten und einem Sound irgendwo zwischen Kool Savas, Limp Bizkit und Girl Gang im Skate-Park oftmals den Nagel auf den Kopf. Unverzichtbar, dieser Tage! (28.3. Strom)
Franz Ferdinand
Franz Ferdinand sind längst mehr als nur eine Band. „Bewegungsgenerator für Generationen“ stand irgendwo zu lesen. Haha. Okay, schöner Versuch, merke ich mir. Seit ihrem Durchbruch beliefern die Indie-Rock-Götter nämlich gleichermaßen Hirn und Hüften der anspruchsvollen Indie-Crowd mit dem besten Stoff, den man kriegen kann. Statt Nostalgie gibt’s bei ihnen aber stets neue Ideen, dazu ebenso innovative wie scharfkantige Riffs und immer wieder auch diesen unverkennbaren, ja einzigartigen Sinn fürs ganz große Drama auf der Tanzfläche. Support: Irnini Mons. Opener: The Great Leslie. (31.3. Zenith)
Bella Wakame
Andi Haberl und Florian Zimmer betreten als Bella Wakame Klangwelten, die nicht zwingend auf ihre anderen Projekte (The Notwist, SUN, Saroos, Driftmachine) schließen lassen. Dabei erwartet die geneigte Hörerschaft explosive Texturen, die sich unruhig bewegen zwischen Motorik-Club, elektroakustischen Jazz-Experimenten, Ambient-Exkursionen und rasanten Instrumental-Hymnen, die aus allen Nähten zu platzen scheinen. Special Guest: da pöschl. (1.4. Import Export)
SIND
Mit dem Album „Erstmal für immer“ spielten sich SIND mit ihrem locker-lässigen Deutschpop einst quer durch Deutschland und in die Herzen ihres Publikums. Songs aus gut zehn Jahren Bandgeschichte plus frisches Material, erwartet nun all jene, die sich die Stippvisite der drei Berliner in München nicht entgehen lassen. (1.4. Hansa39)
Taxi Salon
Mit fünf Konzerten internationaler Künstler:innen, Verfremdung, Umdeutung und radikale Klangexperimenten, setzt der Taxi Salon ein weiteres starkes Zeichen gegen kommerzialisierte Hörkultur – Mit dabei sind noisiger Rap-Metal aus Kenia von Lord Spikeheart, das argentinisch-japanische Klangkunst-Duo Lolo & Sosaku, die deutsch-chinesische Spielvereinigung su dance110, Talpah aus Italien und last but not least Gertie Adelaido, die Noise, Hardcore und Elektronik zu einer rohen, politischen Klangexplosion mischt. (3.4. Import Export)
The Aristocrats
Virtuose Finger, schräger Humor: The Aristocrats zählen seit vielen Jahren zu den originellsten Formationen der Instrumental-Rock-Szene. Gitarrist Guthrie Govan, Bassist Bryan Beller und Ex-Freaky Fukin’ Weirdoz- und H-Blockz-Drummer Marco Minnemann mischen Rock, Jazz, Metal und alles dazwischen und außerhalb zu einem ebenso virtuosen wie herrlich respektlosen Sound. Live stets ein höchst ambitionierter Drahtseilakt zwischen mörderischen Improvisation, höchster Präzision und maximalem Spaßfaktor. (7.4. Technikum)
Kapa Tult
Inga, Robin, Angi und Neu-Bandmitglied Raphael, besser bekannt als Kapa Tult, prangern die banalen Missstände unserer Zeit an: Zu viele schlechte Hollywoodfilme und Serien, zu wenig Therapieplätze, zu viel Druck und Stress aller Orten und zu jeder Zeit, und alles in allem viel zu wenig Mensch- und Freundlichkeit. Eines der Problem: Keine Lecktücher in Supermärkten. Die Lösung: Mal humorvoller, mal bittersüßer, immer aber auch zumindest situationsverbessernder, überaus sympathischer und stets nach vorne drängender Indie-Pop für all jene, die nicht zu den „Cool-Kids“ gehören (wollen). (8.4. Strom).
Klangkarussell
Mit ihrer Debütsingle „Sonnentanz“ landeten Klangkarussell bereits 2012 einen ebenso veritablen wie globalen Electro-Hit: Warme Synths + hypnotischer Groove = Millionen Plays. Über Nacht war das österreichische Duo ganz oben. Ihr melodischer Deep-House, zugleich emotional und zugänglich, ist bis heute ihr Markenzeichen. Mit dem aktuellen Album „Petrichor“ knüpfen sie nun nahtlos an ihr legendäres Debütalbum an, klingen dabei aber etwas gereift, ruhiger, weiterhin aber genauso betörend. Elektronischer Eskapismus mit Herz und Fernweh. (9.4. Muffathalle)
skuth
Alles beginnt mit einem MP3-Player: Die Hälfte des Speichers füllt 50 Cent, die andere sein Vater – mit Joe Jackson, The Police und Queen. Gegensätze, die skuth bis heute prägen. Geboren als Niklas Skutta in Nordhorn, produziert er schon mit zwölf Jahren eigene Tracks. 2019 geht’s an die Herman Brood Academie und schließlich geht dann auch noch ein TikTok-Video zusammen mit Paula Hartmann viral und bringt schließlich den finalen Push: Heute verbindet skuth Urban Pop, Singer/Songwriter und Experimentierfreude zu schmerzhaft schönen Pop-Chansons.(9.4. Kranhalle)
Gisbert zu Knyphausen & Kai Schumacher
„Lass irre Hunde heulen: Gisbert singt Schubert“ – Wenn Gisbert zu Knyphausen seine Songs neben die Lieder von Franz Schubert stellt, hört man sofort eine dringliche Verbundenheit in Sachen Melancholie, Schönheit, Herzschmerz, Lebenshunger, Freundschaft und Liebe. Über all dem oszillierend: Ein kleines bisschen Rausch. Am Flügel begleitet Kai Schumacher, seines Zeichens Klassik-Rebell mit Popfeeling. Gemeinsam verweben sie Schuberts „Winterreise“ und „Schwanengesang“ mit Knyphausens Indie-Folk zu feinen Kammer-Pop-Arrangements. (10.4. Muffathalle)
Kreator
Vier Jahrzehnte Thrash as Thrash can: Kreator melden sich mit ihrem 16. Studioalbum „Krushers of the World“ zurück. Nach Dokumentation und Autobiografie von Frontmann Mille Petrozza folgt damit also der nächste Schlag aus dem Metal-Bauch des Ruhrgebiet. Maximaler Riff-Druck allenthalben, auch was das Vorprogramm anbelangt, in dem Carcass, Exodus und Nails zu hören sein werden. (11.4. Zenith)
Rock Meets Classic
Es wird die letzte Runde, die große Verbeugung vor einer einzigartigen Erfolgsgeschichte: Rock Meets Classic sagt dieses Jahr: Servus! Produzent Manfred Hertlein bringt für die Farewell-Tour noch einmal ein spektakuläres Line-up auf die Bühne – mit Legenden, Klassikern und Gänsehautmomenten. Mit dabei sind zum großen Finale: Joey Tempest (Europe), Michael Schenker (Scorpions, UFO), Tarja Turunen (ex-Nightwish), Eric Martin (Mr. Big), Ronnie Atkins (Pretty Maids) und Robert Hart (Manfred Mann’s Earth Band). Begleitet von Band und Symphony Orchestra wird die Abschiedstour zu einer Reise durch fünf Jahrzehnte Rockgeschichte: voller Emotion, Power und unvergesslicher Songs. Thank you for the music! (12.4. Olympiahalle)
