Neue Gesichter und altbekannte Publikumslieblinge sorgen für ein abwechslungsreiches Konzertprogramm im April.
Bach: Johannes-Passion im Prinzregententheater
Osterzeit bleibt Bach-Zeit. Sei es in den Münchner Konzertsälen, oder in den zahlreichen Kirchen der Stadt. Und wie immer stehen Musikfans hierbei vor der Qual der Wahl. Zwischen prominenten Gästen und Lokalgrößen. Zwischen Originalklang oder historisch informierter Aufführungspraxis. Ein Fixpunkt ist die „Matthäuspassion“ natürlich vor allem für das nach dem Meister selbst benannten Kollektiv aus Bach-Chor und Bach-Orchester. Hier widmet sich die künstlerische Leiterin Johanna Soller nun ein letztes Mal dem Oster-Klassiker, ehe sie das Ensemble demnächst in Richtung Amsterdam verlässt. Solistisch mit von der Partie ist dabei neben Flore van Meerssche, Sarah Romberger und Ludwig Mittel- hammer ebenfalls Daniel Behle, der neben den Tenor-Arien zusätzlich noch den Evangelisten gibt. Die Christus-Worte singt Gerrit Illenberger. (3.4. Prinzregententheater)
Matthäus-Passion – Chor der Arcis Vocalisten und Orchester L’Arpa festante
In der Residenz wird nahezu zeitgleich auch Thomas Gropper den Taktstock heben. Denn auch die von ihm geleiteten Arcis-Vocalisten und das auf Originalinstrumenten spielende Barockorchester „L’Arpa festante“ werden natürlich weiter an ihrer Interpretation der „Matthäuspassion“ feilen. Wie bei der Konkurrenz, ist neben Alban Lenzen als Christus auch hier Tenor Nikolaus Pfankuch im Doppeleinsatz, während sich Claudia Reinhard, Hanna Roos und Thomas Schnarr ganz auf ihre jeweiligen Arien konzentrieren dürfen. Zusätzliche Unterstützung kommt von einer Delegation der Regensburger Domspatzen. (3.4. Herkulessaal)
Johann Sebastian Bach: Matthäus Passion
Wer Bachs Musik lieber – so wie vom Komponisten vorgesehen – im Kirchenraum genießen möchte, kann sich unter anderem auf den Motettenchor verlassen, der in seiner Heimat in St. Matthäus zur Passionsgeschichte einlädt. Die musikalische Leitung liegt hier in den bewährten Händen von Benedikt Haag, für den Bachs Werke zum Pflichtprogramm seines Ensembles zählen. Er hat diesmal ein Solo-Quartett versammelt, das sich aus Julia Duscher, Alice Lackner, Taro Takagi und Andreas Burkhart rekrutiert. Als Christus ist Bariton Jakob Schad zu erleben, den Part des Evangelisten übernimmt mit Eric Price ein weiterer ausgewiesener Bach-Spezialist. (3.4. St. Matthäus)
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz: Haydn & Bahms
Am Gärtnerplatztheater ist man rund um Ostern dagegen ganz in Operettenlaune. Doch nach den Feiertagen wird auch das Orchester des Hauses wieder einmal ins Rampenlicht rücken. Für das nächste Sinfoniekonzert seines Klangkörpers stellt Chefdirigent Rubén Dubrovsky dabei diesmal Werke von Joseph Haydn und Johannes Brahms einander gegenüber. Um den Übergang vom Theateralltag in sinfonische Gefilde gemütlich zu gestalten, beginnt man zunächst mit der Ouvertüre zu Haydns komischer Oper „L’isola disabitata“. Danach folgt mit der „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ ein absoluter Dauerbrenner aus dem Werkverzeichnis des Komponisten. Während man hier bei Haydn ganze 107 Sinfonien zählt, brachte es Johannes Brahms in dieser Gattung lediglich auf vier. Und auch seine Solo-Konzerte lassen sich jeweils bequem an einer Hand abzählen. Dies allein ist freilich kein Maßstab. Denn obwohl er im Fall der Violine lediglich ein Konzert vollendete, erfreut sich das Werk bis heute ungebrochener Beliebtheit bei Publikum und Geigen-Größen. So natürlich auch bei Antje Weithaas die am Gärtnerplatz nun ihre Lesart vorstellen wird. (14.4. Staatstheater am Gärtnerplatz)
MKO: Donderer / Anderszewski / Nieder, Mozart, Montgomery, Prokofiev
Alt und Neu trifft wie so oft beim Münchener Kammerorchester aufeinander, das getreu dem Saisonmotto „Wonderland“ nun seine musikalische Entdeckungsreise durch die Epochen fortsetzt. Und dies in teilweise durchaus ungewöhnlicher Besetzung. So verfasste etwa der deutsch-italienische Kom- ponist Fabio Nieder seinen „Erntegesang der rumänischen Bäuerinnen aus der Maramureş“ für ein Orchester aus elf Violinen. Ein Auftragswerk des MKO, das den Abend eröffnet, ehe man mit dem Klavierkonzert KV 491 einen Sprung zurück zu Mozart macht. Hierbei darf sich das Publikum auf die Rückkehr von Piotr Anderszewski freuen, der schon mehrfach sein besonderes Händchen für die Werke des Salzburger Wunderkinds unter Beweis gestellt hat. Ein wohl ebenso großer Bewunderer war einst auch Sergei Prokofjew, der sich mit seiner „Symphonie classique“ ehrfurchtsvoll vor großen Vorbildern wie Haydn, Mozart und Tschaikowsky verneigte. Die Wechselwirkung zwischen Original und Hommage zu beobachten dürfte dabei ähnlich spannend werden wie die Begegnung mit Jessie Montgomerys „Storm“, das von traditionellen Melodien ihrer amerikanischen Heimat inspiriert wurde und so gemeinsam mit Nieders Stück den Abend einrahmt. Die Gesamtleitung liegt bei Florian Donder von der Kam- merphilharmonie Bremen, die hier als Gast die Position des Konzertmeisters übernimmt. (16.4. Prinzregententheater)
5. Akademiekonzert: Pablo Heras-Casado
Ein mit großer Spannung erwartetes Debüt steht im April auch dem Bayerischen Staatsorchester ins Haus. Um den gefeierten Operndirigenten Pablo Heras-Casado am Nationaltheater kennenzulernen, müssen wir uns zwar weiterhin gedulden. Aber um die Wartezeit zumindest ein wenig zu versüßen, wird der Spanier nun zumindest schon einmal im Rahmen der Akademiekonzerte eine erste Visitenkarte abgeben. Ausgewählt hat er sich dafür unter anderem „Les Nuits d’été“. Den wehmütig-romantischen Liederzyklus aus der Feder von Hector Berlioz, der hier wieder einmal als Meister der Instrumen tationskunst profilierte. Den Gesangspart übernimmt dabei niemand geringeres als Christian Gerhaher, der sich seiner Münchner Fangemeinde da – mit endlich auch einmal wieder im französischen Fach präsentiert. Auf abendfüllende Länge kommt das Akademiekonzert schließlich noch mit der Sinfonie Nr. 1 von Johannes Brahms. (17./18.4. Staatsoper)
Münchner Rundfunkorchester: 4. Sonntagskonzert – Simon Boccanegra
Die Kolleginnen und Kollegen des Rundfunkorchesters dürften zur selben Zeit bereits für ihr nächstes Sonntagskonzert proben, bei dem für das Ensemble wieder einmal ein Ausflug in die italienische Oper wartet. Die Geschichte des Dogen „Simon Boccanegra“, mit dem der scheidende Chefdirigent Ivan Repušić seinen viel gepriesenen Verdi-Zyklus weiterführt. In der Titelpartie darf man sich dabei auf Bariton George Petean freuen. Als seine Tochter ist Sopranistin Eleonora Buratto zu hören, die gefeierte Premieren-Tosca der Bayerischen Staatsoper. (26.4. Prinzregententheater)
