Chutney on Top: Indische Küche von Tollwood nach Pasing
Tollwood, Foodtruck und ein eigenes Lokal in Pasing: Munjal und Anar Mehta servieren im Chutney on Top indische Küche mit einigen Specials.
Auf die Schnelle:
| Küche | Indisch · Currys, Thalis, Dosa, Street Food | |
| Öffnungszeiten | täglich 11.30–14.30 und 17.30–22 Uhr | |
| Adresse | Landsberger Straße 437, 81241 München-Pasing | |
| Telefon | 089 75075058 | |
| Website | chutneyontop.de | |
| Preisniveau | €€ | |
| Preiszusatz | Etwa 20–30 € pro Person | |
| Reservierung | online über die Website oder telefonisch unter 089 75075058 |
Das Haus
Von Tollwood nach Pasing
Hier war der Autor eher selten beim Essen: Mit dem Roller ist er zusammen mit seiner Partnerin gen Pasing gefahren, rund 25 Minuten die Landsberger Straße entlang vorbei an Autohäusern, Fitnessstudios und Fastfood-Läden, bis die Hausnummern dreistellig mit einer vier vorweg wurden. Recht unscheinbar in einem Wohnhaus gelegen dann das Chutney on Top – die Räumlichkeiten verströmen trotz schwarzgestrichener Decke und Lüftungsrohren wenig Industrial-Chic und erinnern mit den großen Fensterfronten zur stark befahrenen Straße und dem Fliesenboden eher an ein ehemaliges Sportgeschäft oder einen kleinen Drogeriemarkt.
Mit viel Fantasie und Folklore-Elementen, modernen Sitz- und Tischmöbeln und einer hübschen Bar hat das Inhaberpaar Munjal und Anar Mehta die Räume in ein Restaurant verwandelt. Im August 2025 war Munjal bereits seit fast 25 Jahren in Deutschland, studierte Maschinenbau, arbeitete als Ingenieur, holte seine Frau nach; 2019 bekamen die beiden, die die Küche ihrer Heimat Gujarat vermissten, die Chance, einen Stand auf dem Tollwood Sommerfestival zu eröffnen, den sie auch 2025 noch betrieben.
Bar und offene Küche im Chutney on Top. © Rainer Germann
Außerdem stand ein Foodtruck vor der Tür, mit diesem versorgen sie hungrige Mitarbeiter diverser Firmen, aber auch das Konzertpublikum vor dem Olympiastadion – ein Höhepunkt wären die Shows von Taylor Swift gewesen, erzählen die beiden aufgeregt, auch bei Robbie Williams waren sie 2025 vor Ort. Seit März 2025 führen sie nun auch das Restaurant in der Landsberger Straße – hier gibt es nordindische Küche, wie man sie bereits zu kennen glaubt, mit einigen Specials. Zum Beispiel südindische Spezialitäten wie Dosa, die damals mittags angeboten wurden. Oder einmal im Monat das Gujarati-Dinner, das Anar eigenhändig mithilfe ihres nordindischen Kochs zubereitet – hier müsste man unbedingt reservieren, meist sind die rund fünfzig Plätze im Restaurant schnell ausgebucht (damals nächste Termine: 22./23. September 2025 ab 11.30 Uhr).
Gerahmte Bilder und runde Spiegel an der Wand. © Rainer Germann
Die Küche
Ein Thali für zwei
Auf Einladung hatten wir die Möglichkeit, uns praktisch einmal quer durch die Karte zu schlemmen – allerdings in Form von einem Thali für zwei Personen, das es auch ganz regulär gibt (sechs verschiedene Gerichte in kleinen Schälchen; Raita, Salat, Papadam und Basmatireis, 34,90 Euro). Natürlich haben wir uns auf Empfehlungen des Hauses verlassen, dummerweise aber auch ein paar Sachen selbst gewählt. Diese haben sich als am wenigsten spannend erwiesen.
Chaat, Papadam und Tawa Sabji
Als Vorspeisen wurde uns ein Delhi Paapdi Chaat (6,90 Euro) empfohlen, ein Straßenküchengericht: knusprige Chips, die eher an Cracker erinnern, werden mit Kartoffeln, Kichererbsen, Käsebällchen, Tomatenstückchen, Puffreis, Joghurt, Chutneys und Koriander angerichtet – Bollywood-bunt schaut das aus und schmeckt auch irgendwie pfiffig. Dazu gesellte sich Masala Papadam, hauchdünne Linsencracker, garniert mit kleinen Stückchen würziger Tomaten-Zwiebel-Mischung. So auch noch nicht gegessen, ein guter Start. Auch die Empfehlung des Hauses, Tawa Sabji, gemischtes Gemüse auf einer heißen Platte serviert mit Tomaten, Gewürzen und Masalasoße (14,90 Euro), war ein Genuss.
Daal, Kofta und Vindaloo
Wir entschieden uns für vier Fleisch- und drei Gemüsegerichte: Das milde Daal Makhani, langsam gekochte Linsen mit Gewürzen und Butter, wurde vom raffinierten Kofta Shaam Savera, mit indischem Käse gefüllte Spinatknödel in cremiger Tomatensoße, getoppt, ebenfalls gut waren auch die Okra in einer würzigen Tomaten-Zwiebelsoße. Und so ging es weiter: ein sehr mildes Methi Malai Chicken, zubereitet mit Bockshornkleeblättern in einer sehr sahnigen, aber etwas faden Cashewsoße, wurde kontrastiert von einem wunderbar würzig-pikanten Chicken Jalfrezi mit Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Dem fruchtigen Mango Chicken konnte das berühmte Lamm Vindaloo leider nicht die angekündigte Schärfe entgegensetzen, geschmeckt haben aber beide Gerichte. Auch das dazu gereichte Mint Lachha Paratha, ein knuspriges Vollkornfladenbrot mit Minze, konnte überzeugen und das galt auch für das Dessert aus Mango-Creme, Sagoperlen und Kokosmilch auf Cookie-Boden.
Thali für zwei Personen. © Rainer Germann
Das Thali von oben. © Rainer Germann
Was kostet es?
Preise im Chutney on Top
Bei unserem Besuch im August 2025 kostete das Thali für zwei Personen 34,90 Euro, der Delhi Paapdi Chaat 6,90 Euro und das Tawa Sabji 14,90 Euro. Laut Google liegt ein Essen heute bei etwa 20 bis 30 Euro pro Person (Preisspanne der Gäste, nicht vom Haus). Die aktuelle Karte findet ihr auf der Website des Hauses; Essen könnt ihr dort auch online bestellen und abholen.
Fazit: Die liebenswerten Gastgeber haben sich auch um alle anderen Gäste aufmerksam gekümmert; alles hat gut geschmeckt, das ein oder andere Gericht hätte vielleicht noch ein bisschen mehr Mut an Würze und Schärfe vertragen. Gerne kommen wir auch mal zu den Specials – die Bilder der Gerichte auf dem englischsprachigen Flyer machen schon mal Appetit.
Rainer Germann schreibt seit vielen Jahren die Gastrokritiken für IN München.
Auf einen Blick
Chutney on Top Öffnungszeiten, Adresse und Kontakt
Das Chutney on Top liegt in Pasing, in einem Wohnhaus an der Landsberger Straße.



