Ein großer Jazz-Krimi in legendärer Besetzung, gelbe Nerverl und zwei europäische Dramen… in den Filmstarts der Woche.
IN München stellt die spannendsten Kinostarts der Woche vor.
Minions & Monster
R: Pierre Coffin. USA.
Wenn die Filmreklame sogar im Supermarkt auf den Süßkrampackungen prangt, kann das heißen, dass man sich besser ernähren sollte, aber eben auch, dass ein neuer Mega-Mainstream-Blockbuster ansteht. Die gelben Nerverl sind einfach nicht totzukriegen, -wohl anders als die Konsument*innen oben genannter Süßigkeiten- und werden ihr Publikum wohl auch in diesem Streifen, in dem sie in den 1920er Jahren einen Film drehen wollen, finden.
Für Fans von Filmvorführungen bei großer Lärmkulisse im Raum.
The Piano Tuner
R: Daniel Roher. USA.
Jazz-Krimi – oldschool und doch modern: Die überaus sensiblen Fähigkeiten eines hoch talentierten Klavierstimmers lassen ihn eine unerwartete Begabung zum Knacken von Tresoren entdecken – was sein Leben total auf den Kopf stellt. Ein kreatives Spielfilmdebüt eines jungen Regisseurs, der mit Leo Woodall ein aufstrebendes Schauspieltalent als Hauptdarsteller und mit Dustin Hoffmann an seiner Seite eine Legende gewinnen konnte.
Für Fans von Thelonious Monk und/oder Raymond Chandler
Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg
R: Yann Samuell. F.
Wenn zwei sich auf den Weg machen: Die Lehrerin Fred und der rebellische Jugendliche Adam könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Fred an ihrem zunehmend wankenden, aber geordneten Leben festhält, versucht Adam seiner Vergangenheit aus Pflegeheimen, Schulverweisen und Jugendhaft um jeden Preis zu entkommen. Ein Resozialisierungsprogramm führt die beiden gemeinsam auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Zwischen Streit, Schweigen und unerwarteten Wendungen werden sie gezwungen, sich ihren Problemen zu stellen.
Für Fans unwahrscheinlicher Filmfreundschaften irgendwo „Indien“ und „Dangerous Minds“
Eine stürmische Affäre
R: Ludovica Rampoldi. IT.
Eruptiv: Der Seismologe Rocco ist ein eigentlich glücklich verheirateter Mann in seinen besten Jahren, der seine Freitagabende mit Schach-Boxen verbringt – bis er eines Tages die junge Mutter Lea kennenlernt und nicht lange zögert, eine Affäre mit ihr zu beginnen. Doch die eifersüchtige Journalistin gibt sich nicht mit diskreten Treffen in Hotelzimmern zufrieden, sondern dringt immer tiefer in Roccos Privatleben ein. Als die obsessive Stalkerin auch noch heimlich dessen Ehefrau, eine Psychotherapeutin, aufsucht, wird aus der Affäre ein Spiel mit dem Feuer.
Für alle, die grad überlegen ihr Familienleben aufs Spiel zu setzen. Vielleicht ja sogar Sie!
Die Filmstarts vom 25. Juni
Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war
R: Regina Schilling. D.
In einer poetischen Spurensuche lässt die Regisseurin das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin.
Für Fans von Bachmann und/oder Hüller. Ich hoffe, das seid ihr, meine Lieben, denn beide sind es wert verehrt zu werden.
Resurrection
R: Bi Gan. CH, F.
Der Regisseur will in diesem bildgewaltigen Opus nicht weniger als die Sprache des Films neu erfinden: In der erzählten Welt sind alle, die nicht mehr träumen können, dazu verdammt, ewig zu leben. Und die anderen – die Träumenden, „Fantasmer“ genannt – wandern durch endlose, traumhafte Landschaften. Und wir Zuschauer*innen gleich mit.
Für Fans visuell eindrücklicher Epen à la Inception.
Donkey Days
R: Rosanne Pel. NL, D.
Anna und Charlotte leben in konstantem Wettbewerb miteinander. So jedenfalls will es Mutter Ines, die mal die eine bevorzugt, und es die andere spüren lässt. Trotzdem kehren die ungleichen Schwestern – die eine queer und unangepasst, die andere eine vermeintlich toughe Erfolgsfrau – in das Haus ihrer Kindheit in Norddeutschland zurück. Alte Wunden brechen auf und gut gehütete Geheimnisse kommen ans Licht: Wessen Asche versteckt ihre Mutter? Was verbindet sie mit einer ungarischen Eselfarm?
(Aktuell leider in keinem Kino angekündigt.)
Für Fans von „Au hasard Balthazar“, „EO“ und anderen Eselfilmklassikern.
Obsession – Du sollst mich lieben
R: Curry Barker. USA.
Be careful what you wish for: Der hoffnungslose Romantiker Bear nutzt ein „One-Wish-Willow”, um seinen Crush für sich zu gewinnen. Dieser magische Gegenstand erfüllt Wünsche, wenn man ihn zerbricht. Zunächst scheint er genau das zu bekommen, was er sich schon immer wünschte. Doch schnell muss er feststellen, dass manche Wünsche einen finsteren, unheimlichen Tribut fordern.
Für Fans diabolischer Deals zwischen Faust und „The Monkey’s Paw“
Jackass 5: Einer geht noch
R: Jeff Tremaine. USA.
Nun ja, es geht immer noch um erwachsene Männer, die sich völlig grundlos ekelerregenden und/oder gewaltvollen Aufgaben stellen, während sie von ihren Mitstreitern meist ausgelacht werden. Schon lustig zu sehen, dass diese Dudes in mehr als 25 Jahren nichts dazugelernt haben und ihren Pipi-Kacka-Humor auch mit mehr Budget nicht ad acta legen wollten. Hochtrabend kann man sagen, dass hier der Zwang zum maximalen Spektakel, wie er auf Instagram und Co betrieben wird, subvertiert sei; niedertrabend, dass sie es einfach lustig finden sich bspw. Elektroschockgeräte an die Hodensäcke zu klemmen.
Für den 13-jährigen Jungen in uns allen.
Die Filmstarts vom 18. Juni
LOL 2.0
R: Lisa Azuelos. F.
Anne (Sophie Marceau), Mitte 50, genießt erstmals seit dem Auszug ihrer Kinder einen selbstbestimmten Alltag, doch die neu gewonnene Ruhe währt nur kurz. Ihre 23-jährige Tochter Louise (Thaïs Alessandrin) kehrt nach beruflichen Rückschlägen und einer gescheiterten Beziehung zurück in das Familienheim. Mit ihrer Rückkehr wird das Haus wieder lebendig, alte Konflikte treten zutage, und Mutter wie Tochter müssen ihre Beziehung und Rollen neu definieren.
Für Fans charmanter Familienfilme.
Backrooms
R: Kane Parsons. USA.
Kahle, verschachtelte Büroflure, endlose beige-gelbe Wände, ein unaufhörliches, unerträglich lautes Surren von Leuchtstoffröhren: Die „Backrooms“ beschreiben eine neue Art von Albtraum, eine menschenleere Parallelwelt sich wiederholender, fensterloser Stockwerke, die unsere Realität auf den ersten Blick spiegelt und sich ihr doch mit jedem Schritt weiter entzieht. Verstörend verlassen wirken die labyrinthischen Räume, doch allein ist man dort nicht, denn: Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve, Mark Duplass und andere sind auch da!
Für Fans des Romans „House of Leaves“ von Mark Z. Danielewski. (Echte Leseempfehlung!)
The Death of Robin Hood
R: Michael Sarnoski. USA.
Auch Helden müssen sterben, aber so? Robin Hood (Hugh Jackman) ringt nach einem Leben voller Verbrechen und Mord mit seiner Vergangenheit und wird nach einer Schlacht, die seine letzte sein sollte, schwer verletzt. In den Händen einer geheimnisvollen Frau (Jodie Comer) wird ihm eine Chance auf Erlösung geboten.
(Wohl nicht nur) für Fans der gleichnamigen, frühneuenglischen Ballade, auf der der Film basiert
The Love That Remains
R: Hlynur Pálmason. IS.
Gemeinsam mit ihren drei Kindern und Familienhund „Panda“ führen Anna und Magnús ein unaufgeregtes Leben an der weiten Küste Islands. Magnús, der von allen nur Maggi genannt wird, ist als Hochseefischer oft tagelang auf dem Meer, während Anna auf ihren Durchbruch als Künstlerin hofft. Dazwischen wandern sie mit den Kindern in den Bergen, stechen Fische auf den Seen, laufen Schlittschuh, schießen Bogen, sammeln Heidelbeeren oder beobachten Wildpferde und Wale. Dabei haben sich Anna und Maggi schon vor einer ganzen Weile getrennt.
Für Fans von in Ödnis eingebetteter menschlicher Wärme.
Gorgonà
R: Evi Kalogiropoulou. GR.
Griechenland in einer nicht allzu fernen Zukunft: Ressourcenknappheit hat das Land ins Chaos gestürzt. In den verbliebenen Städten streiten sich rivalisierende Banden um Wasser, Treibstoff und Frauen. Die junge Maria wächst in dieser von Männern dominierten Welt auf und kämpft um Anerkennung und ums Überleben. Sie sieht keinen Ausweg aus der Spirale der Gewalt, zumal sie von Bandenchef Nikos gegen den Willen seiner Handlanger zu seiner Nachfolgerin auserkoren wurde. Als die mysteriöse Sängerin Eleni in Marias Leben tritt, eröffnet sich ihr eine Alternative.
Für Fans antipatriarchaler Filmvisionen. <3
Die Filmstarts vom 11. Juni
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
R: Steven Spielberg. USA.
Spielberg ist zurück und macht mal wieder Science Fiction! „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ Was Ingeborg Bachmann schon wusste, wird hier anhand einer Alien-Invasion, die eigentlich live im Fernsehen zu verfolgen ist und dann doch von den Behörden vertuscht werden soll, illustriert. Emily Blunt und Josh O’Connor in den Hauptrollen… Das kann supercool werden!
Für Fans von „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“
Meine Frau weint
R: Angela Schanelec. D.
Ein gewöhnlicher Arbeitstag auf der Baustelle. Den 40-jährigen Kranführer Thomas erreicht ein Anruf von seiner Frau Carla, er soll sie im Krankenhaus abholen. Dort trifft er sie weinend an und erfährt, dass sie einen Autounfall hatte. Carla erzählt von ihrem Tanzpartner David, mit dem sie sich ein Haus auf dem Land anschauen wollte und der bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Sie versucht mit aller Ehrlichkeit ihrem Mann offen alles zu erzählen, doch Thomas zieht sich mehr und mehr in sich zurück.
Für Fans von kleinen Dramen, die Großes verhandeln.
Truly Naked
R: Muriel d’Ansembourg. NL, B, F.
Alec (Caolán O’Gorman), ein sanftmütiger und introvertierter Teenager, hat das Leben stets durch die Brille der Pornofilmproduktion betrachtet, die er gemeinsam mit seinem Vater Dylan (Andrew Howard) von zu Hause aus betreibt. Er dreht und schneidet die Filme, in denen sein Vater die Hauptrolle spielt. Als die beiden aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage von London in eine verschlafene Küstenstadt ziehen, hofft Alec auf einen Neuanfang und versucht, Freunde zu finden, ohne seinen unkonventionellen Lebensalltag preiszugeben.
Für alle, die in Zeiten digitaler Entfremdung etwas über Nähe lernen wollen.
Azza – Dem Patriarchat davonfahren
R: Stefanie Brockhaus. D, SA.
Doku: Wie kann Azza als saudische Frau ihre Unabhängigkeit gewinnen? Die Protagonistin des Films würde antworten: mit Geschick. Mit 16 verheiratet und heute Mutter von vier Teenagern, träumt sie von der Befreiung aus einer gescheiterten Ehe. Aus ihrer Familie ausgeschlossen und auf sich selbst gestellt, bemüht sie sich, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren, indem sie als Fahrlehrerin für Frauen arbeitet. Hinter dem Steuer eines großen SUVs fühlt sie sich selbstbewusst und meistert – genau wie auf der Straße – die Hindernisse des Lebens
Für Fans von… Für alle
