IN München stellt die spannendsten Kinostarts der Woche vor.
Biermann
R: Jens Meurer. D.
Wolf Biermann hat schon immer polarisiert, bis heute. Die poetische Kraft seiner Lieder hat seit über 60 Jahren für kleine und große politische Beben gesorgt. Und so ist die Musik der Ausgangspunkt, sich der Jahrhundertpersönlichkeit Biermann zu nähern. Die Kamera begleitet den 90-Jährigen bei zahlreichen Treffen mit jungen Künstler*innen, Politiker*innen sowie seiner Familie und setzt die gewonnenen Bilder in eine Collage von Zeitdokumenten, darunter bisher noch nicht veröffentlichte Archiv-Bilder.
Für all jene, die sehen wollen, wieviel man in einem Leben machen kann. Und dann selbst loslegen.
Queens of the Dead
R: Tina Romero. USA.
Die Tochter des Vaters moderner Zombie-Filme dreht einen queeren Zombie-Film? Saufett, oder? Schauplatz ist eine riesige Lagerhaus-Party im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Mitten in der Nacht bricht eine Zombie-Apokalypse aus. Eine bunt gemischte Truppe aus Dragqueens, Club-Kids und Partygästen muss ihre persönlichen Dramen und Rivalitäten beiseitelegen. Bewaffnet mit High Heels, Glitter und Cocktailshakern kämpfen sie gemeinsam ums pure Überleben gegen die gehirnhungrigen Untoten.
Für Fans von „Priscilla – Königin der Wüste“ und „Die Geisterstadt der Zombies“
Die Blutgräfin
R: Ulrike Ottinger. Ö, LUX, D.
Halloween ist nah, daher die zweite Horrorkomödie: Jahrhunderte nach ihrem mysteriösen Verschwinden taucht die Blutgräfin (Isabelle Huppert) im heutigen Wien wieder auf. Der Legende nach ist sie eine der fleißigsten Vampirinnen des 16. Jahrhunderts, die sich reihenweise Dienstmädchen schmecken ließ. Gemeinsam mit ihrer treuen Zofe Hermine (Birgit Minichmayr) versucht sie, ein gefährliches Buch aufzuspüren. Doch auch die Konkurrenz ist hinter dem Buch her…
Für Fans „grotesker Gelage grandioser Grande Dames“. So stehts schon im Pressrelease und schöner kann man’s nicht formulieren.
Barbara Buser – Pionierin der Nachhaltigkeit
R: Gabriele Schärer. D.
Die preisgekrönte Basler Architektin Barbara Buser rettet Gebäude vor dem Abriss und baut diese mit wiederverwendetem Material um. Sie verwandelt ehemalige Industrieareale zu urbanen Lebensräumen, die für einen sorgfältigen Umgang mit unserer Umwelt und dem Miteinander stehen. Als Frau, die in einer Männerdomäne erfolgreich ihren eigenen Weg geht, ist Buser Vorbild für die junge Generation, die für eine nachhaltigere, gerechtere Welt kämpft.
Für alle, die sehen wollen, dass es auch noch Grund zur Hoffnung gibt.
Klara und die Sonne
R: Taika Waititi. USA.
Klara (Jenna Ortega) ist eine „künstliche Freundin“: ein Roboter mit künstlicher Intelligenz, gebaut, um einem Kind die perfekte Gefährtin zu sein. Sie kommt ins Zuhause der jungen Josie (Mia Tharia), und schnell wächst eine enge Bindung. Doch Josie ist schwer krank, und je mehr Klara ihr helfen will, desto drängender wird die Frage, was es eigentlich heißt, ein menschenähnliches Wesen zu sein. Taika Waititi verfilmt den Roman von Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro, mit dabei ist auch Amy Adams.
Für alle, die nach dem Kino ihren Saugroboter etwas netter behandeln
Other Mommy
R: Rob Savage. USA.
Für die kleine Bela (Arabella Olivia Clark) ist ihre Mutter (Jessica Chastain) der wichtigste Mensch der Welt. Doch in ihrem Zuhause häufen sich unheimliche Ereignisse: Immer wieder besucht sie eine Gestalt, die aussieht wie ihre Mutter, und flüstert „Jetzt krieche ich in dein Herz“. Bald müssen die Eltern einsehen, dass das kein Hirngespinst ihrer Tochter ist. Halloween-Grusel vom „Host“-Regisseur Rob Savage.
Für alle, die beim Gutenachtkuss lieber zweimal hinschauen
By Any Means
R: Elegance Bratton. USA.
Mississippi, 1966: Der junge schwarze FBI-Agent Strider (Yahya Abdul-Mateen II) ermittelt im Mord an einem Bürgerrechtsaktivisten. Die örtliche Polizei ist korrupt und offen rassistisch, die Ermittlungen kommen nicht voran. Also greift Strider zu ungewöhnlichen Mitteln und tut sich mit dem berüchtigten Mafia-Killer Greg Scarpa (Mark Wahlberg) zusammen. Gemeinsam stößt das ungleiche Duo auf eine Verschwörung.
Für alle, die wissen wollen, wie weit man für Gerechtigkeit gehen darf
Glaube
R: Alauda Ruiz de Azúa. SPA, FR.
Die 17-jährige Ainara (Blanca Soroa) führt auf den ersten Blick ein ganz normales Teenagerleben: katholische Schule, Schwarm im Chor, heimliche Trinkgelage mit den Freundinnen. Doch nach dem Abschluss will sie nicht studieren, sondern ins Kloster gehen und Nonne werden. Ihre Familie ist fassungslos – und ein leises, eindringliches Familiendrama nimmt seinen Lauf.
Für alle, die wissen, dass die größte Rebellion manchmal ganz leise ist
Free at Heart
R: Max Hegewald. D.
Sebastian ist 16 und genießt den Frühsommer: tagsüber Schule, abends mit den Freunden am See. Dann nimmt sein Vater den gleichaltrigen Kolja in die Familie auf, angeblich den Sohn einer kürzlich verstorbenen Freundin. Die beiden Jungen fühlen sich schnell zueinander hingezogen – ohne zu ahnen, dass sie Halbbrüder sind. Intensives Jugenddrama mit Linus Moog und Aurel Klug.
Für alle, die sich an den einen Sommer erinnern, der alles verändert hat
Das Geheimnis der gestohlenen Maske
R: Nancy Mac Granaky-Quaye. D.
Johannas Großvater Keto ist aus Tansania zu Besuch, und die Elfjährige geht mit ihm ins Museum. Dort entdeckt Keto eine Maske, die seiner Meinung nach aus seinem Heimatdorf stammt. Als das wertvolle Stück kurz darauf verschwindet, gerät ausgerechnet er unter Verdacht. Gemeinsam mit ihren Freunden Sweta und Anton macht sich Johanna auf die Suche nach dem echten Dieb.
Für junge Detektiv*innen ab 6 und alle, die sich fragen, wem die Schätze in unseren Museen eigentlich gehören
Die Filmstarts vom 22. Oktober
Moscas – Fliegen und andere Gäste
R: Fernando Eimbcke. MEX, SP.
Olga führt ein streng abgezirkeltes Leben in einem großen Wohnblock in Mexico Stadt, ohne Freundschaften und Beziehungen. Als sie in einer finanziellen Notlage ein Zimmer untervermieten muss, zieht ein Mann vom Land ein, der seine erkrankte Frau im nahegelegenen Hospital unterstützt. Erst spät bemerkt Olga, dass der Mann nachts seinen 9jährigen Sohn mit in die Wohnung schmuggelt. So groß ihre Wut sein mag, sie kann sich dem Charme des Jungen nicht entziehen, der nichts unversucht lässt, um zu seiner Mutter ins Krankenhaus zu gelangen.
Für Fans von großer, liebevoller Menschlichkeit auf der Leinwand
Ali G: Who Iz I?
R: Sacha Baron Cohen. UK.
Booyakasha, wieder eine Mockumentary! Nach zwanzig Jahren „chillen, kiffen und bumsen“ muss Ali G schockiert feststellen, dass seine langjährige Freundin Julie im achten Monat schwanger ist. Da es nun ein zusätzliches Maul zu stopfen gilt, schwingt er seinen Allerwertesten vom Sofa und macht sich auf den Weg nach Amerika, um an seinen früheren Ruhm anzuknüpfen… Wieder mal konfrontiert Cohen in einer Rolle (vgl. Bruno und Borat) Uneingeweihte und fördert Erstaunliches zutage.
Für Fans von… echten Reaktionen auf gespieltes Chaos. Hurz!
Liebhaberinnen
R: Koxi. D, LUX.
Moderne Adaption des Romans von Elfriede Jelinek: Die Liebhaberinnen, das sind die Messehostess Brigitte (Johanna Wokalek) und die junge Paula (Hannah Schiller). Mit dem schrumpfenden Marktwert ihrer Weiblichkeit vor Augen, macht Brigitte den wohlhabenden Heinz (Ben Münchow) zu ihrem Liebhaber. Sie schafft gerade noch den Weg nach oben, während Paula die Härten des Lebens erst noch kennenlernen muss.
Für Fans von… Für Gegner*innen des Patriarchats.
Der perfekte Urlaub
R: Bora Dagtekin. D.
Mehr als fünf Millionen Deutsche reisen jedes Jahr nach Mallorca. Leo (Elyas M’Barek), Pepe (Florian David Fitz), Rocco (Wotan Wilke Möhring) und Simon (Frederick Lau) nehmen sich ebenfalls eine Auszeit im 17. Bundesland. Erst mal Wunden lecken, sich sammeln, Abstand gewinnen. Guter Plan. Blöd nur, dass aus dem entspannten Jungs-Trip nichts wird: Eva (Jessica Schwarz), Carlotta (Karoline Herfurth) und ihre beste Freundin Maus (Diana Amft) haben sich in derselben Villa auf Malle einquartiert.
Für Fans von „Das perfekte Geheimnis“, dessen Fortsetzung Dagtekin mit diesem Film auf uns loslässt.
Chopin – Eine Sonate in Paris
R: Michal Kwiecinski. PL.
Paris, 1835. Aufruhr herrscht in Europa. Frédéric Chopin ist 25 und der Star der Stadt. Doch hinter dem strahlenden Glanz verbergen sich Schatten: Chopins Gesundheit ist fragil und seine Musik zeigt eine Seele, die schwermütiger ist, als er offenbart. Chopin verliebt sich in die Schriftstellerin George Sand, eine unkonventionelle, scharfzüngige und furchtlose Stimme ihrer Zeit. Mit ihr erlebt er kreative Höhenflüge und schmerzhafte Krisen.
Für Fans aufwändig ausgestatteter Filme, in denen auch mal etwas Schmonz dabei sein darf.
Die andere Seite
R: Mariko Minoguchi. D.
Ein Virus, der Mensch und Tier tötet, hat die Gesellschaft gespalten: Infizierte werden ausgegrenzt und in Lager gebracht. Die Ärztin Hanna (Nina Hoss) ist infiziert und lebt allein in der alpinen Wildnis, bis sie auf die junge Lila (Precious Mariam Sanusi) trifft. Gemeinsam schlagen sich die beiden Ausgestoßenen über die Alpen nach Süden durch, wo es Infizierten angeblich besser gehen soll. Die Münchner Regisseurin Minoguchi („Mein Ende. Dein Anfang.“) legt einen finsteren dystopischen Thriller-Roadmovie vor – nuanciert erzählt und von Hoss großartig getragen. Nicht umsonst unser Filmtipp des Monats!
Für alle, die die Alpen mal ganz ohne Heimatfilm-Gemütlichkeit erleben wollen
Clayface
R: James Watkins. USA.
Origin-Story eines der berüchtigtsten Bösewichte aus dem Batman-Universum: Der aufstrebende Schauspieler Matt Hagen (Tom Rhys Harries) steht in Gotham City kurz vor dem großen Durchbruch, als ein Gangster sein Gesicht brutal entstellt. Eine neuartige, experimentelle Behandlung gibt ihm sein Gesicht zurück – doch der Preis ist hoch: Sein Körper verwandelt sich in eine formbare, lehmartige Masse. DC als waschechter Body-Horror, am Drehbuch hat Mike Flanagan mitgeschrieben.
Für alle, die schon immer wussten, dass Schauspieler formbar sein müssen
Bob Trevino Likes It
R: Tracie Laymon. USA.
Lily Trevino (Barbie Ferreira) sehnt sich nach Nähe zu ihrem Vater Bob (French Stewart) – der ihr lieber eine Rechnung über die Kosten ihrer Erziehung präsentiert. Als er den Kontakt ganz abbricht, sucht sie ihn über soziale Medien und landet bei einem ganz anderen Bob Trevino (John Leguizamo). Der kinderlose Fremde likt ihre Posts, merkt, wie einsam sie ist, und aus der Verwechslung wird eine unerwartete Freundschaft. Warmherzige Tragikomödie über die Familie, die man sich aussucht.
Für alle, die beim nächsten Like genauer hinschauen, wer da eigentlich klickt
Materia Prima – New Energy. Old Powers?
R: Jens Schanze. D.
Ohne Lithium keine Smartphones, keine E-Autos, keine Energiewende. Im Andenhochland Boliviens liegt das weltweit größte Vorkommen – europäische Unternehmen wollen sich den Rohstoff sichern, die Menschen vor Ort sehen darin eine Chance gegen die Armut. Jens Schanze folgt der Spur des Lithiums und zeigt, wie sich in diesem neuen Goldrausch 500 Jahre Kolonialgeschichte spiegeln.
Für alle, die ihr Smartphone nach dem Kino mal etwas länger anschauen – von außen
Die Filmstarts vom 15. Oktober
Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte
R: Volker Schlöndorff. D.
Ein Panorama des letzten Jahrhunderts deutscher Geschichte in einem Haus an einem märkischen See: Schauplatz für Geschichten und Lebenswege der wechselnden Besitzer und ihrer Schicksale, die miteinander verwoben und von monumentalen historischen Ereignissen geprägt sind. Die Bewohner erleben die Weimarer Republik, das Dritte Reich, den Krieg und dessen Ende, die DDR und die Wendezeit, während sie auf der Suche nach Heimat und einem Ort der Zugehörigkeit sind.
Für Fans großer deutscher Erzählpanoramen zwischen „In die Sonne schauen“ und „Buddenbrooks“
Das Ding mit den Federn
R: Dylan Southern. UK.
Nach dem unerwarteten Tod seiner Frau ist ein junger Vater (Benedict Cumberbatch) mit seinen kleinen Söhnen plötzlich auf sich allein gestellt. Doch je mehr er sich um Halt bemüht, desto deutlicher spürt er in seiner Wohnung eine unheilvolle Präsenz: eine übergroße, menschenähnliche Krähe, die aus den Schatten auftaucht und sich nicht mehr verscheuchen lässt. Je tiefer sich der Vater in seiner Verzweiflung verliert, desto schwerer lässt sich die Kreatur von seiner eigenen aufgewühlten Psyche trennen…
Für Fans der Romanvorlage von Max Porter, die aktuell auch auf der Bühne des Volkstheaters adaptiert wird
London
R: Sebastian Brameshuber. Ö.
Ein Roadmovie über den Zauber alltäglicher Begegnungen: Bobby fährt immer wieder dieselbe Strecke zwischen Wien und Salzburg. Er nimmt Menschen mit, eigentlich um Benzinkosten zu sparen. Gemeinsam teilen sie ein Stück Weg und für einen kurzen Moment auch ihr Leben. Im Auto kommen sie ins Gespräch über Liebe und Krieg, Familie und Erinnerung, Herkunft und Zukunft. Ein junger Soldat, ein Supermarktlehrling, ein Wissenschaftler, eine queere Frau kurz vor ihrer Hochzeit – flüchtige Augenblicke? Ein Mosaik der Gegenwart!
Für Fans von Night on Earth, Indien und Taxi Teheran
Sacrifice
R: Romain Gavras. USA, GR u.a.
Action-Satire? Nach dem feurigen Tod ihrer Mutter folgen Joan (Anya Taylor-Joy) und ihre Geschwister einer rätselhaften Prophezeiung: Sie glauben, es sei ihre Bestimmung, die Erde zu reinigen. Ihr Weg führt sie zu einem glamourösen Charity-Galadinner, das sie mit ihrer radikalen Gruppe überfallen – und drei unerwartete Geiseln für ein grausames Ritual nehmen: ihren Helden, Filmstar Mike Tyler (Chris Evans); ihren Schurken, den eiskalten Milliardär Ben Bracken (Vincent Cassel); und ihre Geliebte, die unglückliche Performerin Katie (Ambika Mod).
Für Fans von „Triangle of Sadness“, „The Menu“ und „Veni Vidi Vici“
Sinn und Sinnlichkeit
R: Georgia Oakley. GB, USA.
Jane Austen, frisch aufgelegt: Nach dem Tod ihres Vaters müssen die Schwestern Elinor und Marianne Dashwood mit ihrer Mutter das Zuhause verlassen und in ein bescheidenes Cottage ziehen. Elinor träumt von einer Zukunft mit Edward Ferrars, obwohl seine Familie einer Verbindung nie zustimmen würde. Marianne stürzt sich dagegen in eine stürmische Romanze mit dem neuen Nachbarn John Willoughby. Vernunft gegen Gefühl, neu besetzt mit Daisy Edgar-Jones, Esmé Creed-Miles und Caitríona Balfe.
Für alle, die beim Wort „Cottage“ schon seufzen.
Street Fighter
R: Kitao Sakurai. USA.
Das Kult-Videospiel kommt wieder auf die Leinwand: Ryu und Ken waren einst beste Freunde, dann trennten sich ihre Wege. Die mysteriöse Chun-Li holt beide zum World Warrior Tournament, bei dem nur die stärksten Kämpfer der Welt antreten. Doch hinter den Kulissen zieht der skrupellose M. Bison die Fäden. Mit Andrew Koji, Noah Centineo und Callina Liang.
Für alle, denen beim Wort „Hadouken“ noch die Daumen zucken.
Whalefall
R: Brian Duffield. USA.
Jay sucht an der kalifornischen Küste nach seinem verschollenen Vater – und wird beim Tauchen von einem riesigen Pottwal verschluckt. Er überlebt, doch sein Sauerstoff reicht nur noch für eine Stunde. Im Bauch des Tiers beginnt ein verzweifelter Kampf ums Überleben, bei dem ihm ausgerechnet die Lektionen seines Vaters helfen. Mit Austin Abrams, Josh Brolin und Elisabeth Shue.
Für alle, denen Pinocchio im Walbauch immer zu wenig Thriller war.
Monster Mia
R: Verena Fels. D, Ö, E.
Animationsspaß passend zu Halloween: Mia ist überzeugt, dass es Monster gibt, sagt das auch laut – und ist deshalb in der Schule die Außenseiterin. Nach einem Zwischenfall landet sie auf der Finsterwald Academy, und siehe da: Mia hatte recht! Jetzt drückt sie mit Monstern die Schulbank und will unbedingt als eine von ihnen anerkannt werden. Blöd nur, dass Schulleiter Van Vlad einen finsteren Plan schmiedet.
Für kleine Gruselfans und ihre großen Begleiter*innen.
Call Me Queen
R: Emily Atef. D, GB, F, Kenia.
Nairobi in den 1990er Jahren: Queen zieht ihre beiden Kinder allein groß und lässt sich von keinem Widerstand kleinkriegen. Als sie die irische Auslandskorrespondentin Anna kennenlernt, beginnt eine ganz besondere Freundschaft. Nach Queens AIDS-Erkrankung sichert Anna ihre medizinische Versorgung – Queen überlebt und kämpft fortan in Nairobi für Gleichheit und gegen Diskriminierung. Mit Eliane Umuhire in der Hauptrolle.
Für alle, die Kino mit Haltung und Herz mögen.
Die Filmstarts vom 8. Oktober
Alte Liebe
R: Andreas Dresen. D.
Seit seiner Pensionierung meckert Harry (Joachim Król) nur noch rum, trinkt Weizenbier und pflegt seinen Rittersporn. Findet Lore (Dagmar Manzel). Sie klammert sich an ihren Job als Bibliothekarin, organisiert peinliche Lesungen und verehrt ihre Dichter wie Propheten. Findet Harry. Für ein altes Ehepaar reden die beiden erstaunlich viel – und meinen doch meistens etwas anderes. Als Tochter Julia zum dritten Mal heiraten will, ist der Streit programmiert und doch nur die Spitze des Eisbergs.
Für Leute, die sich freuen, dass die Lebensrealität alter Paare mal nicht so gnadenlos dargestellt wird wie in „Amour“ von Haneke oder in „Vortex“ von Noé.
Meeting the Buddha
R: Marta György-Kessler. D, TB.
Erleuchtende Doku: Der Film folgt den Reisen des 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje – dem Oberhaupt der tibetischen Karma-Kagyü-Linie sowie von Lama Ole Nydahl und erzählt eine Geschichte von Freundschaft, Mut und einer Vision, die Grenzen überschreitet und unzählige Leben verändert. Vor dem Hintergrund politischer Umwälzungen in Tibet und kultureller Veränderungen im Westen erzählt die Regisseurin die geschichtsträchtige und zugleich sehr persönliche Geschichte davon, wie zeitlose Weisheit ihren Weg in das heutige Leben gefunden hat.
Für Fans von „Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit“, dem Vorgängerfilm der Regisseurin.
Hope
R: Na Hong-jin. SK.
Lovecraft meets Cop-Thriller: Die Polizei ermittelt im Fall einer mysteriösen Kreatur, die das abgelegene Dorf Hope Harbor terrorisiert. Bei der Jagd auf das Wesen im nahe gelegenen Wald wird eine Gruppe Jäger selbst zur Beute. Aus den ersten Vorzeichen dieser Katastrophe erwächst bald eine Tragödie kosmischen Ausmaßes.
Für Fans laaaanger Verfolgungsjagden: Zu Fuß, zu Pferd, zu Auto und… zu Monster?
The Social Reckoning
R: Aaron Sorkin. USA.
Hat zwar nichts gebracht, aber die Geschichte ist es definitiv wert, erzählt zu werden: In diesem wahren David-gegen-Goliath-Plot wendet sich die junge Facebook-Ingenieurin Frances Haugen (Mikey Madison) an Jeff Horwitz (Jeremy Allen White), einen Reporter des Wall Street Journal. Sie begeben sich auf eine gefährliche Reise, die schließlich dazu führt, dass die bestgehüteten Geheimnisse des sozialen Netzwerks aufgedeckt werden.
Für Fans der Radikalen Anti Smartphone Front (RASF), die innerstädtisch aktuell flyßig flyern.
Eine Krankheit wie ein Gedicht
R: Jelena Ilić. D.
„Drogeninduzierte, chronifizierte schizoaffektive Psychose des manischen Formenkreises, Typ polytox, kein Morphintyp“ – so lautet die Diagnose des Vaters der Regisseurin. Übersetzt heißt das: Er durchlebt immer wieder denselben Kreislauf. Psychosen reißen ihn aus der Realität, Klinikaufenthalte holen ihn zurück, danach folgt die depressive Scham. Intime Doku mit viel Wärme und Humor in ihrer Tragik.
Für… Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.
Lügen über meine Mutter
R: Aron Lehmann. D.
Westdeutsche Provinz, Mitte der 80er: Elas Vater Werner (Golo Euler) hat einen Schuldigen dafür gefunden, dass er nicht befördert wird – das Gewicht seiner Frau Cornelia (Rosalie Thomass). Tag für Tag sieht das Mädchen zu, wie die Mutter die Sticheleien erträgt. Bis sie sich wehrt. Aron Lehmann verfilmt Daniela Dröschers Roman, der 2022 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand.
Für alle, die den Roman verschlungen haben – und für alle, die ihn danach lesen werden.
Forgotten Island
R: Januel Mercado, Joel Crawford. USA.
Seit sie Kinder sind, träumen die besten Freundinnen Jo und Raissa von der sagenumwobenen Insel Nakali. Kurz bevor sich nach der Highschool ihre Wege trennen, führt sie ein magisches Portal genau dorthin: zu mystischen Kreaturen und dem tollpatschigen Werhund Raww. Der neue DreamWorks-Animationsfilm, mitinszeniert von Joel Crawford („Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch“).
Für Furries und solche, die es werden wollen.
Beware Boiúna
R: Mike P. Nelson. USA, D, COL.
Eigentlich will das Ärzteteam im Amazonas-Regenwald nur helfen. Doch auf ihrer humanitären Mission wecken die Medizinerinnen und Mediziner (u. a. Jessica Rothe und Logan Marshall-Green) die Boiúna, eine riesige Schlangenkreatur aus der südamerikanischen Mythologie. Zwischen dichtem Urwald, feindlicher Natur und wachsender Panik beginnt ein brutaler Kampf ums Überleben.
Für Fans von „Anaconda“ und allen, die beim Wort „Dschungelcamp“ an etwas anderes denken als ans Fernsehen.