Das Internet-Phänomen „Liminal Horror“ auf der großen Leinwand, Sophie Marceau in einer leichtfüßigen Komödie, Robin Hood stirbt und mehr… in den Filmstarts der Woche.
IN München stellt die spannendsten Kinostarts der Woche vor.
LOL 2.0
R: Lisa Azuelos. F.
Anne (Sophie Marceau), Mitte 50, genießt erstmals seit dem Auszug ihrer Kinder einen selbstbestimmten Alltag, doch die neu gewonnene Ruhe währt nur kurz. Ihre 23-jährige Tochter Louise (Thaïs Alessandrin) kehrt nach beruflichen Rückschlägen und einer gescheiterten Beziehung zurück in das Familienheim. Mit ihrer Rückkehr wird das Haus wieder lebendig, alte Konflikte treten zutage, und Mutter wie Tochter müssen ihre Beziehung und Rollen neu definieren.
Für Fans charmanter Familienfilme.
Backrooms
R: Kane Parsons. USA.
Kahle, verschachtelte Büroflure, endlose beige-gelbe Wände, ein unaufhörliches, unerträglich lautes Surren von Leuchtstoffröhren: Die „Backrooms“ beschreiben eine neue Art von Albtraum, eine menschenleere Parallelwelt sich wiederholender, fensterloser Stockwerke, die unsere Realität auf den ersten Blick spiegelt und sich ihr doch mit jedem Schritt weiter entzieht. Verstörend verlassen wirken die labyrinthischen Räume, doch allein ist man dort nicht, denn: Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve, Mark Duplass und andere sind auch da!
Für Fans des Romans „House of Leaves“ von Mark Z. Danielewski. (Echte Leseempfehlung!)
The Death of Robin Hood
R: Michael Sarnoski. USA.
Auch Helden müssen sterben, aber so? Robin Hood (Hugh Jackman) ringt nach einem Leben voller Verbrechen und Mord mit seiner Vergangenheit und wird nach einer Schlacht, die seine letzte sein sollte, schwer verletzt. In den Händen einer geheimnisvollen Frau (Jodie Comer) wird ihm eine Chance auf Erlösung geboten.
(Wohl nicht nur) für Fans der gleichnamigen, frühneuenglischen Ballade, auf der der Film basiert
The Love That Remains
R: Hlynur Pálmason. IS.
Gemeinsam mit ihren drei Kindern und Familienhund „Panda“ führen Anna und Magnús ein unaufgeregtes Leben an der weiten Küste Islands. Magnús, der von allen nur Maggi genannt wird, ist als Hochseefischer oft tagelang auf dem Meer, während Anna auf ihren Durchbruch als Künstlerin hofft. Dazwischen wandern sie mit den Kindern in den Bergen, stechen Fische auf den Seen, laufen Schlittschuh, schießen Bogen, sammeln Heidelbeeren oder beobachten Wildpferde und Wale. Dabei haben sich Anna und Maggi schon vor einer ganzen Weile getrennt.
Für Fans von in Ödnis eingebetteter menschlicher Wärme.
Gorgonà
R: Evi Kalogiropoulou. GR.
Griechenland in einer nicht allzu fernen Zukunft: Ressourcenknappheit hat das Land ins Chaos gestürzt. In den verbliebenen Städten streiten sich rivalisierende Banden um Wasser, Treibstoff und Frauen. Die junge Maria wächst in dieser von Männern dominierten Welt auf und kämpft um Anerkennung und ums Überleben. Sie sieht keinen Ausweg aus der Spirale der Gewalt, zumal sie von Bandenchef Nikos gegen den Willen seiner Handlanger zu seiner Nachfolgerin auserkoren wurde. Als die mysteriöse Sängerin Eleni in Marias Leben tritt, eröffnet sich ihr eine Alternative.
Für Fans antipatriarchaler Filmvisionen. <3
Die Filmstarts vom 11. Juni
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
R: Steven Spielberg. USA.
Spielberg ist zurück und macht mal wieder Science Fiction! „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ Was Ingeborg Bachmann schon wusste, wird hier anhand einer Alien-Invasion, die eigentlich live im Fernsehen zu verfolgen ist und dann doch von den Behörden vertuscht werden soll, illustriert. Emily Blunt und Josh O’Connor in den Hauptrollen… Das kann supercool werden!
Für Fans von „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“
Meine Frau weint
R: Angela Schanelec. D.
Ein gewöhnlicher Arbeitstag auf der Baustelle. Den 40-jährigen Kranführer Thomas erreicht ein Anruf von seiner Frau Carla, er soll sie im Krankenhaus abholen. Dort trifft er sie weinend an und erfährt, dass sie einen Autounfall hatte. Carla erzählt von ihrem Tanzpartner David, mit dem sie sich ein Haus auf dem Land anschauen wollte und der bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Sie versucht mit aller Ehrlichkeit ihrem Mann offen alles zu erzählen, doch Thomas zieht sich mehr und mehr in sich zurück.
Für Fans von kleinen Dramen, die Großes verhandeln.
Truly Naked
R: Muriel d’Ansembourg. NL, B, F.
Alec (Caolán O’Gorman), ein sanftmütiger und introvertierter Teenager, hat das Leben stets durch die Brille der Pornofilmproduktion betrachtet, die er gemeinsam mit seinem Vater Dylan (Andrew Howard) von zu Hause aus betreibt. Er dreht und schneidet die Filme, in denen sein Vater die Hauptrolle spielt. Als die beiden aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage von London in eine verschlafene Küstenstadt ziehen, hofft Alec auf einen Neuanfang und versucht, Freunde zu finden, ohne seinen unkonventionellen Lebensalltag preiszugeben.
Für alle, die in Zeiten digitaler Entfremdung etwas über Nähe lernen wollen.
Azza – Dem Patriarchat davonfahren
R: Stefanie Brockhaus. D, SA.
Doku: Wie kann Azza als saudische Frau ihre Unabhängigkeit gewinnen? Die Protagonistin des Films würde antworten: mit Geschick. Mit 16 verheiratet und heute Mutter von vier Teenagern, träumt sie von der Befreiung aus einer gescheiterten Ehe. Aus ihrer Familie ausgeschlossen und auf sich selbst gestellt, bemüht sie sich, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren, indem sie als Fahrlehrerin für Frauen arbeitet. Hinter dem Steuer eines großen SUVs fühlt sie sich selbstbewusst und meistert – genau wie auf der Straße – die Hindernisse des Lebens
Für Fans von… Für alle
Die Filmstarts vom 4. Juni
Ein Sommer in Paris
R: Valentine Cadic. F.
Paris im Sommer 2024: Während die ganze Stadt wegen der Olympischen Spiele Kopf steht, stolpert die schüchterne Blandine aus der Normandie von einem Missverständnis ins nächste. Eigentlich ist sie gekommen, um bei den Schwimmwettkämpfen der Frauen ihren heimlichen Schwarm anzufeuern. Stattdessen verläuft sie sich in den fremden Straßen, kommt mit dem Gesetz in Konflikt und begegnet scheinbar nur Menschen, die ganz anders ticken als sie.
Für Fans von Großstädten und dem, was sie mit uns Menschen machen.
Good Boy
R: Jan Komasa. UK, POL
Good Boy ist unser Filmtipp des Monats.
Ich verstehe ihren Unmut
R: Kilian Armando Friedrich. D.
Heike (59) arbeitet als Objektleiterin in der Gebäudereinigung und vermittelt täglich zwischen Kund*innen, Unternehmensleitung und Reinigungskräften. Nachdem sie versucht hat, eine Arbeitskraft eines wichtigen Subunternehmers abzuwerben, droht dieser, seine Unterstützung einzustellen, sofern er nicht mehr Stunden und Umsatz erhält. Heike gerät zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrer Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitenden und den Bedingungen des Niedriglohnsektors.
Für Fans aller Arbeiter*innenfilme zwischen Kaurismäki und „Jede Menge Kohle“.
Masters of the Universe
R: Travis Knight. USA.
Der Realfilm zur Cartoonserie zur Comicserie zur Spielzeuglinie aus dem Hause Mattel! Und das nur 44 Jahre nachdem der Hype begann! Sie sehen: So richtig zieht’s mich da nicht ins Kino. Der Vollständigkeit halber ein Handlungsabriss: Nach 15 Jahren der Trennung führt das Schwert der Macht Prinz Adam (Nicholas Galitzine) zurück nach Eternia, wo er entdeckt, dass seine Heimat unter der heimtückischen Herrschaft von Skeletor (Jared Leto) in Trümmern liegt. Um seine Familie und seine Welt zu retten, muss sich Adam mit seinen engsten Verbündeten zusammenschließen.
Für Fans von Schauspieler*innen, die lebloser aussehen, als die Spielzeuge, die sie verkörpern.
Sommer auf Asphalt
R: Simon Ostermann. D.
Les (Mala Emde) lebt schnell, spontan und unbeschwert. Tagsüber rast sie als Fahrradkurierin durch die Stadt, nach Feierabend stürzt sie irgendwo mit ihren Freunden ab. Anhalten, innehalten oder sich Gedanken über die Zukunft machen? Nicht mit Les. Zumindest nicht, bis ihr Vater Bert (Christoph Maria Herbst) – mit dem sie eigentlich so gut wie keinen Kontakt hat – ganz unerwartet vor der Tür steht und nach einem Unfall sogar ungefragt für seine Tochter aufs Rad steigt…
Für Fans von „Arthur & Claire“ und anderen intergenerationalen „Odd-Couple“ Filmen.
Dao
R: Alain Gomis. F, SEN u.a.
Eine Hochzeit in Frankreich und eine Trauerfeier in Guinea-Bissau: Durch diese beiden Rituale verbindet der Regisseur familiäre Erinnerung mit kollektiver Geschichte und filmischer Fiktion – zwischen Europa und Westafrika, Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart. Der Film erzählt von einer Generation, die zwischen verschiedenen Orten und Erinnerungen lebt. Im Zentrum steht die Frage: Was bleibt, wenn Familien über Kontinente verstreut leben? Welche Geschichten werden erzählt? Und welche bleiben lange unausgesprochen?
Für Fans fernöstlicher Weisheit in filmischem Gewand.
Die Filmstarts vom 28.5.
Verflucht Normal
R: Kirk Jones. UK.
Dass die Queen ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire auszeichnen würde, damit hätte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten John Davidson selbst. In den frühen 1980er Jahren wächst John (Scott Ellis Watson) in einer schottischen Kleinstadt auf. Im Alter von 12 Jahren beginnt er unter heftigen Nerven-Tics zu leiden. Unter der erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf…
Für Fans von Feelgood mit Hirn
Solo Mio
R: Dan Kinnane, Charles Francis Kinnane. USA.
Jahrelang hat Matt (Kevin James) gespart, um seiner Verlobten (Julie Ann Emery) eine Traumhochzeit in Italien und unvergessliche Flitterwochen zu ermöglichen. Doch dann lässt seine Zukünftige ihn plötzlich allein vor dem Altar zurück. Mit gebrochenem Herzen bleibt Matt nichts anderes übrig, als die teuer gebuchte Reise allein anzutreten. Dabei trifft er auf die quirlige Italienerin Gia (Nicole Grimaudo), deren Frohmut ihm neue Perspektiven eröffnet…
Für all jene, die über Pfingsten nicht verreisen und dennoch etwas Italo-Luft schnuppern wollen.
Mauern aus Sand
R: Čejen Černić Čanak. KRO, LIT u.a.
Marko glaubt, seinen Weg gefunden zu haben: In der Schule wird er als Sportler gefeiert, mit seiner Freundin führt er eine stabile Beziehung, in der Werkstatt seines Vaters wartet ein guter Job. Er ist einer, den alle mögen – und als es darum geht, sein kroatisches Heimatdorf vor einer Flut zu schützen, stapelt er Sandsäcke, wie alle anderen auch. Doch dann taucht ein Freund aus der Vergangenheit auf und weckt Gefühle, die Markos sorgsam zusammengebautes Selbstbild in Frage stellen – und das Selbstverständnis der konservativen Dorfgemeinschaft gleich mit.
Für Fans von melancholisch erzählten Geschichte über das Erwachsenwerden und großem queeren Kino.
