Ein preisgekröntes Tourette-Drama aus UK, Kevin James verliebt sich in Italien und das Leben eines jungen Mannes nimmt eine Wendung, die er so nicht kommen sah… in den Filmstarts der Woche.
IN München stellt die spannendsten Kinostarts der Woche vor.
Verflucht Normal
R: Kirk Jones. UK.
Dass die Queen ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire auszeichnen würde, damit hätte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten John Davidson selbst. In den frühen 1980er Jahren wächst John (Scott Ellis Watson) in einer schottischen Kleinstadt auf. Im Alter von 12 Jahren beginnt er unter heftigen Nerven-Tics zu leiden. Unter der erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf…
Für Fans von Feelgood mit Hirn
Solo Mio
R: Dan Kinnane, Charles Francis Kinnane. USA.
Jahrelang hat Matt (Kevin James) gespart, um seiner Verlobten (Julie Ann Emery) eine Traumhochzeit in Italien und unvergessliche Flitterwochen zu ermöglichen. Doch dann lässt seine Zukünftige ihn plötzlich allein vor dem Altar zurück. Mit gebrochenem Herzen bleibt Matt nichts anderes übrig, als die teuer gebuchte Reise allein anzutreten. Dabei trifft er auf die quirlige Italienerin Gia (Nicole Grimaudo), deren Frohmut ihm neue Perspektiven eröffnet…
Für all jene, die über Pfingsten nicht verreisen und dennoch etwas Italo-Luft schnuppern wollen.
Mauern aus Sand
R: Čejen Černić Čanak. KRO, LIT u.a.
Marko glaubt, seinen Weg gefunden zu haben: In der Schule wird er als Sportler gefeiert, mit seiner Freundin führt er eine stabile Beziehung, in der Werkstatt seines Vaters wartet ein guter Job. Er ist einer, den alle mögen – und als es darum geht, sein kroatisches Heimatdorf vor einer Flut zu schützen, stapelt er Sandsäcke, wie alle anderen auch. Doch dann taucht ein Freund aus der Vergangenheit auf und weckt Gefühle, die Markos sorgsam zusammengebautes Selbstbild in Frage stellen – und das Selbstverständnis der konservativen Dorfgemeinschaft gleich mit.
Für Fans von melancholisch erzählten Geschichte über das Erwachsenwerden und großem queeren Kino.
Die Filmstarts vom 21. Mai
The Mandalorian & Grogu
R: Jon Favreau. USA.
Mal wieder Star Wars auf der großen Leinwand: Der Mandalorianer und Grogu brechen zu ihrer bisher aufregendsten Mission auf. Das Imperium ist gefallen, doch imperiale Kriegsherren sind weiterhin in der ganzen Galaxis verstreut. Während die noch junge Neue Republik zu schützen versucht, wofür die Rebellion gekämpft hat, erhält sie Unterstützung vom legendären mandalorianischen Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) und seinem jungen Schüler Grogu.
Für Fans von The Mandalorian, Andor, Ahsoka und wie diese Serien alle heißen.
Vivaldi und Ich
R: Damiano Michieletto. IT.
Im Venedig des 18. Jahrhunderts wächst die talentierte Violinistin Cecilia im Ospedale della Pietà auf – einem Heim für verwaiste Mädchen, das die dort lebenden Kinder in das Studium der Musik einführt und dessen Orchester weltweit angesehen ist. Bei ihren Auftritten für wohlhabende Gönner bleibt Cecilia stets hinter einer Maske verborgen: Sie soll nicht als eigenständige Person gesehen werden. Doch mit der Ankunft eines neuen Lehrers bekommt sie erstmals die Chance, der Enge ihres bisherigen Lebens und der Aussicht einer arrangierten Ehe zu entkommen. Antonio Vivaldi, der neue Leiter des Orchesters, ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu gehen…
Für Fans von Vergangenheit, die mehr Fantasie als Vergangenheit ist.
Eagles of the Republic
R: Tarik Saleh. SWE, FRA, DEN.
Als „Pharao der Leinwand“ förmlich vergöttert, liegt dem smarten Schauspieler George Fahmy ganz Ägypten zu Füßen. Wegen seines weltlichen Auftretens fällt er jedoch eines Tages bei Behörden und Bevölkerung in Missgunst. Zu verlockend sind die Reize der jungen Frauen, zu süß das mondäne Leben im pulsierenden Kairo. Widerwillig übernimmt er daher die Hauptrolle in einem staatlich finanzierten Propagandafilm, der von dem rätselhaften Regierungsbeamten Dr. Mansour mit Adlersaugen überwacht wird. Noch ahnt niemand, dass das Projekt für alle kreativen und politischen Akteure gleichermaßen zum nervenaufreibenden Drahtseilakt wird.
Für Fans fesselnder Politthriller in glamouröser Vintage-Optik
In The Grey
R: Guy Ritchie. UK, US.
„Mit automatischen Waffen und Sprengstoff gehen sie genauso geschickt um wie mit Einfluss, Macht und Worten: Ein Team von Eliteagenten (Eiza González, Jake Gyllenhaal, Henry Cavill), das in globalen Grauzonen agiert, wird auf einen skrupellosen Despoten angesetzt, der eine Milliarde Dollar hinterzogen hat.“ Kultregisseur Guy Ritchie hat in den letzten Jahren eher nicht mit Qualität von sich reden gemacht. Vielleicht kann er diesmal mit so einem guten Cast überzeugen.
Für Fans von Jake Gyllenhaal, denen ich an dieser Stelle als Gleichgesinnter zuproste!
Home Entertainment
R: Dietrich Brüggemann. D.
Wer kennt es nicht: Marie und Florian (Nadine Dubois und Joseph Bundschuh) wollten eigentlich zuhause nur etwas essen und einen Film schauen. Doch der gemütliche Abend auf dem Sofa wird zu einem Höllentrip durch Streamingportale, Gutscheincodes, Lieferservice-Apps und kaputte Fernbedienungen. Die Situation eskaliert zwischen den beiden und bringt immer genervteres Doch-noch Ansprechen von allerlei Unausgesprochenem zu Tage. Wird ihre Beziehung das überstehen?
Für Fans deutscher Mumblecore-Komödien wie „Dicke Mädchen“.
Die Filmstarts vom 14. Mai
Wacken – Hearts Full of Metal
R: Cordula Kablitz-Post. D.
Einmal im Jahr wird der kleine Ort Wacken in Schleswig-Holstein zu dem Treffpunkt für Rock- und Metal-Fans aus aller Welt. Zum 35. Jubiläum des Wacken Open AIR, bei dem rund 85.0000 Fans erwartet werden, liefert der Film einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen. Festivalgründer Holger Hübner und Thomas Jensen erzählen die spektakuläre Geschichte des weltbekannten Festivals, das als kleine Dorfparty anfing und mittlerweile international berühmt ist.
Für all jene, die ihre Häupter gerne zu verzerrten Saiteninstrumentenklängen auf und ab wippen lassen.
Glennkill: Ein Schafskrimi
R: Kyle Balda. USA.
Schäfer George (Hugh Jackman) liest seinen geliebten Schafen jeden Abend Krimis vor und nimmt an, dass sie kein Wort davon verstehen. Doch als ein mysteriöser Vorfall das friedliche Leben auf der Farm durchbricht, wird den Schafen bewusst, dass sie selbst nun die Ermittlungen übernehmen müssen. Also folgen sie der Spur der Beweise und machen menschliche Verdächtige ausfindig. Dabei beweisen sie, dass auch Schafe brillant darin sein können, Verbrechen aufzuklären.
Für jene, die Shaun das Schaf gerne etwas blutrünstiger hätten.
Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang
R: David Dietl. D.
Ein Klassiker im neuen Gewand: Taxifahrer und Münchner Original Wiggerl (Maximilian Brückner) landet nach einem Autounfall im Himmel – aber statt Bier und Blasmusik gibt’s hier nur Soja-Manna und Yoga zu Harfenklängen. Ein Albtraum für den aufmüpfigen bayerischen Dickkopf. Damit im Himmel wieder Ruhe und Frieden einkehrt, schickt man ihn kurzerhand mit einer Mission zurück. Wenn er es schafft, sein Karma-Konto auf Vordermann zu bringen, darf er auf der Erde bleiben.
Für Fans von Münchner Mythen zwischen Dietl und Thoma
Andor Hirsch
R: László Nemes. HU.
Eben noch demokratisch gewählt, und schon kommt ein Film, der die verlorengegangene Demokratie zum Thema hat auf unsere Leinwände: Nach dem ungarischen Volksaufstand von 1956 wächst ein kleiner Junge bei seiner Mutter auf, die ihm die idealisierte Geschichte seines verstorbenen Vaters erzählt. Doch eines Tages taucht ein brutaler Mann auf, der behauptet, sein leiblicher Vater zu sein.
Für Fans von Filmen, in denen sich große und kleine Geschichte durchdringen.
Was an Empfindsamkeit bleibt
R: Daniela Magnani-Hüller. D.
Vierzehn Jahre nachdem die Filmemacherin den versuchten Femizid eines Mitschülers überlebt hat, kehrt sie zu den prägenden Momenten und Menschen von damals zurück. Es sind Erinnerungen voller Wärme und Zuversicht, aber auch von Kälte und Brutalität. In einer fragmentarischen, selbstreflexiven Erzählform nähert sie sich dem Erlebten erneut an und begegnet den Personen, die in den drei Jahren um die Tat für sie eine wichtige Rolle spielten: einer Lehrerin, einer ehemaligen Mitschülerin, einem Arzt u.a.
Besonders für all jene, die immer noch nicht begriffen haben, dass das Patriarchat abgeschafft werden sollte.
Palästinä 36
R: Annemarie Jacir.
Palästina 1936: Immer mehr Dörfer erheben sich gegen die britische Kolonialmacht, die ihren Einfluss mit Gewalt durchsetzt. Gleichzeitig siedeln sich europäische Juden, die vor dem Nationalsozialismus geflohen sind, in der Region an. Zwischen seinem ländlichen Heimatdorf und dem zunehmend angespannten Jerusalem pendelt der unparteiische Yusuf. Nach einem folgenschweren Ereignis schlägt sich der junge Mann auf die Seite des Widerstands. Während sich persönliche Schicksale und politische Umbrüche verweben, spitzt sich die Lage dramatisch zu – ein entscheidender Moment, der den Ursprung des Konflikts der gesamten Region markiert.
Für Fans historischer Filme, die bis ins Heute strahlen.
Die Filmstarts vom 7. Mai
Wild Foxes
R: Valéry Carnoy. F, B.
Der junge talentierte Boxer Camille träumt von einer Zukunft im Profisport. Camille ist ehrgeizig, gilt als unschlagbar im Ring – und füttert heimlich Füchse im angrenzenden Wald. Als er bei einem Waldausflug von einem Felsen abstürzt, überlebt er nur knapp. Nach schneller Genesung wird Camille von unerklärlichen Schmerzen heimgesucht, die seinen Traum von einer Karriere bedrohen. Auch die Beziehung zu seinem Team verschlechtert sich, denn in der Welt der jungen Boxer gibt es für Schwäche keinen Platz. Als ein wichtiges Turnier in Brüssel ansteht, setzt Camille alles auf eine Karte…
Für jene, die seit „Raging Bull“ auf einen weiteren Boxfilm mit Zwischentönen gewartet haben.
Whistle
R: Corin Hardy. USA.
Mehr Aztekenhorror für die Welt: Der Fund eines geheimnisvollen Artefakts setzt eine Kette blutiger Ereignisse an der Pellington High in Gang. Die uralte aztekische Totenpfeife hält einen Fluch gefangen. Wer sie bläst, ist zu einem furchtbaren Tod verdammt, wie auch alle anderen, die den markerschütternden Schrei des Instruments hören… Manche sagen: Eine entlegene Metapher für Schoolshootings. Andere: Tumber Horrorspaß.
Für Fans von… Warum müssen in diesen Filmen eigentlich immer Teenager ihr Ende finden?
Nürnberg
R: James Vanderbilt. USA.
Hermann Göring (Russell Crowe) wird von den Alliierten verhaftet und soll als ranghöchster noch verbliebener Nazi für die unfassbaren Taten des NS-Regimes zur Rechenschaft gezogen werden. Der Psychiater Dr. Kelley (Rami Malek) wird beauftragt, alle Angeklagten auf ihre Prozessfähigkeit hin zu untersuchen. Schnell ist er von Görings Scharfsinn und Charisma eingenommen und obwohl er dessen Machtspiele durchschaut, kann sich Dr. Kelley der manipulativen Stärke und Faszination des Bösen nur schwer entziehen.
Für Fans dramaturgisch überspitzter Filme über das 3. Reich, wie sie nur in den USA gedreht werden.
Das Gewicht der Welt
R: Florian Heinzen-Ziob. D.
Wissenschaft soll sachlich sein: Fakten statt Gefühle. Aber eine neue Generation Naturwissenschaftler*innen erlebt, wie ihre Forschung durch den Klimawandel aus den Fugen gerät. Statt die Wunder der Natur zu entdecken, sind Maria, Doktorin der Glaziologie, Sebastian, Professor für Physikalische Chemie, und Nana, Molekularbiologin, Chronisten einer untergehenden Welt. Aber niemand hört auf sie. Was tun? Statt sich frustriert in den Elfenbeinturm ihrer Forschung zurückzuziehen, verlassen sie das Labor und werden zu Aktivist*innen…
Für Fans unseres Planeten.
