Two young women perform live music: one with a guitar and the other at a keyboard, on a lit stage with pink lighting and balloons overhead.

Neue Kinofilme: Die Starts der Woche vom 9. Juli

Ein tragikomisches Familienmosaik, eine phantastische Reise in den Südpazifik, eine große Doku über Hebammen aus unterschiedlichen Ländern und mehr… in den Filmstarts der Woche.

IN München stellt die spannendsten Kinostarts der Woche vor.

Etwas ganz Besonderes

R: Eva Trobisch. D.

„Alle glücklichen Familien gleichen einander; jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ Das Tolstoi‘sche Bonmot muss auch Lea einsehen, als sie sich bei einer Castingshow bewirbt. Der Redakteur fragt: „Wer bist Du und was macht Dich aus?“ Lea weiß es nicht und beginnt, nach einem passenden Ich zu suchen, während zeitgleich die Pension ihrer Familie ums wirtschaftliche Überleben kämpft. Leas Eltern, Matze und Rieke sind frisch getrennt da Rieke schwanger von einem neuen Mann ist.

Für Fans komplexer Familienmosaike.

Virginia Woolf’s Night & Day

R: Tina Gharavi. UK, D.

London, 1910. Katharine Hilbery schwärmt für Mathematik und tut alles, um der Liebe aus dem Weg zu gehen. Als ihr Vater sie bei einer Veranstaltung der Astronomischen Gesellschaft erwischt, die nur Männern vorbehalten ist, verlangt er, dass sie ihre wissenschaftlichen Ambitionen aufgibt und ihren ältesten Freund William heiratet. Doch dann lernt Katharine bei einer Teeparty die temperamentvolle Frauenrechtlerin Mary kennen. Und stolpert dabei auch noch über einen charmanten Mann aus der Arbeiterklasse…

Für Fans unromantischer Liebeskomödien, in denen es doch auch noch um mehr geht.

Vaiana

R: Thomas Kail. USA.

Auch in der Realverfilmung des Animationsabenteuers folgt Vaiana dem Ruf des Ozeans und wagt sich zum ersten Mal über das Riff ihrer Heimatinsel Motunui hinaus. Gemeinsam mit dem berühmt-berüchtigten Halbgott Maui begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise über die Weiten des Meeres, um die Zukunft ihres Volkes zu sichern.

Für Fans sommerlicher Family-Filme, die auf Nummer sicher gehen.

Wise Women – Fünf Hebammen, Fünf Kulturen

R: Nicole Scherg. Ö.

Die Regisseurin begleitet fünf Hebammen aus verschiedenen Teilen der Welt bei ihrer Arbeit: Genet Gebru aus Äthiopien, Aïcha El Fathi aus Marokko, Kanchan Mala Shrestha aus Nepal, Gunda Gutscher aus Österreich und Sheila Santos aus Brasilien. Sie alle unterstützen Frauen in einem der intensivsten und prägendsten Momente ihres Lebens: der Geburt eines Kindes.

Für jene, die im Kino mit den wahrlich existenziellen Momenten konfrontiert werden wollen.


Die Filmstarts vom 2.7.

Minions & Monster

R: Pierre Coffin. USA.

Wenn die Filmreklame sogar im Supermarkt auf den Süßkrampackungen prangt, kann das heißen, dass man sich besser ernähren sollte, aber eben auch, dass ein neuer Mega-Mainstream-Blockbuster ansteht. Die gelben Nerverl sind einfach nicht totzukriegen, -wohl anders als die Konsument*innen oben genannter Süßigkeiten- und werden ihr Publikum wohl auch in diesem Streifen, in dem sie in den 1920er Jahren einen Film drehen wollen, finden.

Für Fans von Filmvorführungen bei großer Lärmkulisse im Raum.

The Piano Tuner

R: Daniel Roher. USA.

Jazz-Krimi – oldschool und doch modern: Die überaus sensiblen Fähigkeiten eines hoch talentierten Klavierstimmers lassen ihn eine unerwartete Begabung zum Knacken von Tresoren entdecken – was sein Leben total auf den Kopf stellt. Ein kreatives Spielfilmdebüt eines jungen Regisseurs, der mit Leo Woodall ein aufstrebendes Schauspieltalent als Hauptdarsteller und mit Dustin Hoffmann an seiner Seite eine Legende gewinnen konnte.

Für Fans von Thelonious Monk und/oder Raymond Chandler

Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg

R: Yann Samuell. F.

Wenn zwei sich auf den Weg machen: Die Lehrerin Fred und der rebellische Jugendliche Adam könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Fred an ihrem zunehmend wankenden, aber geordneten Leben festhält, versucht Adam seiner Vergangenheit aus Pflegeheimen, Schulverweisen und Jugendhaft um jeden Preis zu entkommen. Ein Resozialisierungsprogramm führt die beiden gemeinsam auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Zwischen Streit, Schweigen und unerwarteten Wendungen werden sie gezwungen, sich ihren Problemen zu stellen.

Für Fans unwahrscheinlicher Filmfreundschaften irgendwo „Indien“ und „Dangerous Minds“

Eine stürmische Affäre

R: Ludovica Rampoldi. IT.

Eruptiv: Der Seismologe Rocco ist ein eigentlich glücklich verheirateter Mann in seinen besten Jahren, der seine Freitagabende mit Schach-Boxen verbringt – bis er eines Tages die junge Mutter Lea kennenlernt und nicht lange zögert, eine Affäre mit ihr zu beginnen. Doch die eifersüchtige Journalistin gibt sich nicht mit diskreten Treffen in Hotelzimmern zufrieden, sondern dringt immer tiefer in Roccos Privatleben ein. Als die obsessive Stalkerin auch noch heimlich dessen Ehefrau, eine Psychotherapeutin, aufsucht, wird aus der Affäre ein Spiel mit dem Feuer.

Für alle, die grad überlegen ihr Familienleben aufs Spiel zu setzen. Vielleicht ja sogar Sie!


Die Filmstarts vom 25. Juni

Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war

R: Regina Schilling. D.

In einer poetischen Spurensuche lässt die Regisseurin das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin.

Für Fans von Bachmann und/oder Hüller. Ich hoffe, das seid ihr, meine Lieben, denn beide sind es wert verehrt zu werden.

Resurrection

R: Bi Gan. CH, F.

Der Regisseur will in diesem bildgewaltigen Opus nicht weniger als die Sprache des Films neu erfinden: In der erzählten Welt sind alle, die nicht mehr träumen können, dazu verdammt, ewig zu leben. Und die anderen – die Träumenden, „Fantasmer“ genannt – wandern durch endlose, traumhafte Landschaften. Und wir Zuschauer*innen gleich mit.

Für Fans visuell eindrücklicher Epen à la Inception.

Donkey Days

R: Rosanne Pel. NL, D.

Anna und Charlotte leben in konstantem Wettbewerb miteinander. So jedenfalls will es Mutter Ines, die mal die eine bevorzugt, und es die andere spüren lässt. Trotzdem kehren die ungleichen Schwestern – die eine queer und unangepasst, die andere eine vermeintlich toughe Erfolgsfrau – in das Haus ihrer Kindheit in Norddeutschland zurück. Alte Wunden brechen auf und gut gehütete Geheimnisse kommen ans Licht: Wessen Asche versteckt ihre Mutter? Was verbindet sie mit einer ungarischen Eselfarm?

(Aktuell leider in keinem Kino angekündigt.)

Für Fans von „Au hasard Balthazar“, „EO“ und anderen Eselfilmklassikern.

Obsession – Du sollst mich lieben

R: Curry Barker. USA.

Be careful what you wish for: Der hoffnungslose Romantiker Bear nutzt ein „One-Wish-Willow”, um seinen Crush für sich zu gewinnen. Dieser magische Gegenstand erfüllt Wünsche, wenn man ihn zerbricht. Zunächst scheint er genau das zu bekommen, was er sich schon immer wünschte. Doch schnell muss er feststellen, dass manche Wünsche einen finsteren, unheimlichen Tribut fordern.

Für Fans diabolischer Deals zwischen Faust und „The Monkey’s Paw“

Jackass 5: Einer geht noch

R: Jeff Tremaine. USA.

Nun ja, es geht immer noch um erwachsene Männer, die sich völlig grundlos ekelerregenden und/oder gewaltvollen Aufgaben stellen, während sie von ihren Mitstreitern meist ausgelacht werden. Schon lustig zu sehen, dass diese Dudes in mehr als 25 Jahren nichts dazugelernt haben und ihren Pipi-Kacka-Humor auch mit mehr Budget nicht ad acta legen wollten. Hochtrabend kann man sagen, dass hier der Zwang zum maximalen Spektakel, wie er auf Instagram und Co betrieben wird, subvertiert sei; niedertrabend, dass sie es einfach lustig finden sich bspw. Elektroschockgeräte an die Hodensäcke zu klemmen.

Für den 13-jährigen Jungen in uns allen.

Die Filmstarts vom 18. Juni

LOL 2.0

R: Lisa Azuelos. F.

Anne (Sophie Marceau), Mitte 50, genießt erstmals seit dem Auszug ihrer Kinder einen selbstbestimmten Alltag, doch die neu gewonnene Ruhe währt nur kurz. Ihre 23-jährige Tochter Louise (Thaïs Alessandrin) kehrt nach beruflichen Rückschlägen und einer gescheiterten Beziehung zurück in das Familienheim. Mit ihrer Rückkehr wird das Haus wieder lebendig, alte Konflikte treten zutage, und Mutter wie Tochter müssen ihre Beziehung und Rollen neu definieren. 

Für Fans charmanter Familienfilme.

Backrooms

R: Kane Parsons. USA.

Kahle, verschachtelte Büroflure, endlose beige-gelbe Wände, ein unaufhörliches, unerträglich lautes Surren von Leuchtstoffröhren: Die „Backrooms“ beschreiben eine neue Art von Albtraum, eine menschenleere Parallelwelt sich wiederholender, fensterloser Stockwerke, die unsere Realität auf den ersten Blick spiegelt und sich ihr doch mit jedem Schritt weiter entzieht. Verstörend verlassen wirken die labyrinthischen Räume, doch allein ist man dort nicht, denn: Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve, Mark Duplass und andere sind auch da!

Für Fans des Romans „House of Leaves“ von Mark Z. Danielewski. (Echte Leseempfehlung!)

The Death of Robin Hood

R: Michael Sarnoski. USA.

Auch Helden müssen sterben, aber so? Robin Hood (Hugh Jackman) ringt nach einem Leben voller Verbrechen und Mord mit seiner Vergangenheit und wird nach einer Schlacht, die seine letzte sein sollte, schwer verletzt. In den Händen einer geheimnisvollen Frau (Jodie Comer) wird ihm eine Chance auf Erlösung geboten.

(Wohl nicht nur) für Fans der gleichnamigen, frühneuenglischen Ballade, auf der der Film basiert

The Love That Remains

R: Hlynur Pálmason. IS.

Gemeinsam mit ihren drei Kindern und Familienhund „Panda“ führen Anna und Magnús ein unaufgeregtes Leben an der weiten Küste Islands. Magnús, der von allen nur Maggi genannt wird, ist als Hochseefischer oft tagelang auf dem Meer, während Anna auf ihren Durchbruch als Künstlerin hofft. Dazwischen wandern sie mit den Kindern in den Bergen, stechen Fische auf den Seen, laufen Schlittschuh, schießen Bogen, sammeln Heidelbeeren oder beobachten Wildpferde und Wale. Dabei haben sich Anna und Maggi schon vor einer ganzen Weile getrennt.

Für Fans von in Ödnis eingebetteter menschlicher Wärme.

Gorgonà

R: Evi Kalogiropoulou. GR.

Griechenland in einer nicht allzu fernen Zukunft: Ressourcenknappheit hat das Land ins Chaos gestürzt. In den verbliebenen Städten streiten sich rivalisierende Banden um Wasser, Treibstoff und Frauen. Die junge Maria wächst in dieser von Männern dominierten Welt auf und kämpft um Anerkennung und ums Überleben. Sie sieht keinen Ausweg aus der Spirale der Gewalt, zumal sie von Bandenchef Nikos gegen den Willen seiner Handlanger zu seiner Nachfolgerin auserkoren wurde. Als die mysteriöse Sängerin Eleni in Marias Leben tritt, eröffnet sich ihr eine Alternative.

Für Fans antipatriarchaler Filmvisionen. <3