Neue Kinofilme: Die Starts der Woche vom 11. Juni

Neue Kinofilme: Die Starts der Woche vom 11. Juni

Sci-Fi wie nur Spielberg sie kann, Intimität in Zeiten wild wuchernder Online-Pornografie, Feminismus aus Saudi-Arabien und mehr… in den Filmstarts der Woche.

IN München stellt die spannendsten Kinostarts der Woche vor.

Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit

R: Steven Spielberg. USA.

Spielberg ist zurück und macht mal wieder Science Fiction! „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ Was Ingeborg Bachmann schon wusste, wird hier anhand einer Alien-Invasion, die eigentlich live im Fernsehen zu verfolgen ist und dann doch von den Behörden vertuscht werden soll, illustriert. Emily Blunt und Josh O’Connor in den Hauptrollen… Das kann supercool werden!

Für Fans von „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“

Meine Frau weint

R: Angela Schanelec. D.

Ein gewöhnlicher Arbeitstag auf der Baustelle. Den 40-jährigen Kranführer Thomas erreicht ein Anruf von seiner Frau Carla, er soll sie im Krankenhaus abholen. Dort trifft er sie weinend an und erfährt, dass sie einen Autounfall hatte. Carla erzählt von ihrem Tanzpartner David, mit dem sie sich ein Haus auf dem Land anschauen wollte und der bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Sie versucht mit aller Ehrlichkeit ihrem Mann offen alles zu erzählen, doch Thomas zieht sich mehr und mehr in sich zurück.

Für Fans von kleinen Dramen, die Großes verhandeln.

Truly Naked

R: Muriel d’Ansembourg. NL, B, F.

Alec (Caolán O’Gorman), ein sanftmütiger und introvertierter Teenager, hat das Leben stets durch die Brille der Pornofilmproduktion betrachtet, die er gemeinsam mit seinem Vater Dylan (Andrew Howard) von zu Hause aus betreibt. Er dreht und schneidet die Filme, in denen sein Vater die Hauptrolle spielt. Als die beiden aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage von London in eine verschlafene Küstenstadt ziehen, hofft Alec auf einen Neuanfang und versucht, Freunde zu finden, ohne seinen unkonventionellen Lebensalltag preiszugeben.

Für alle, die in Zeiten digitaler Entfremdung etwas über Nähe lernen wollen.

Azza – Dem Patriarchat davonfahren

R: Stefanie Brockhaus. D, SA.

Doku: Wie kann Azza als saudische Frau ihre Unabhängigkeit gewinnen? Die Protagonistin des Films würde antworten: mit Geschick. Mit 16 verheiratet und heute Mutter von vier Teenagern, träumt sie von der Befreiung aus einer gescheiterten Ehe. Aus ihrer Familie ausgeschlossen und auf sich selbst gestellt, bemüht sie sich, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren, indem sie als Fahrlehrerin für Frauen arbeitet. Hinter dem Steuer eines großen SUVs fühlt sie sich selbstbewusst und meistert – genau wie auf der Straße – die Hindernisse des Lebens

Für Fans von… Für alle


Die Filmstarts vom 4. Juni

Ein Sommer in Paris

R: Valentine Cadic. F.

Paris im Sommer 2024: Während die ganze Stadt wegen der Olympischen Spiele Kopf steht, stolpert die schüchterne Blandine aus der Normandie von einem Missverständnis ins nächste. Eigentlich ist sie gekommen, um bei den Schwimmwettkämpfen der Frauen ihren heimlichen Schwarm anzufeuern. Stattdessen verläuft sie sich in den fremden Straßen, kommt mit dem Gesetz in Konflikt und begegnet scheinbar nur Menschen, die ganz anders ticken als sie.

Für Fans von Großstädten und dem, was sie mit uns Menschen machen.

Good Boy

R: Jan Komasa. UK, POL

Good Boy ist unser Filmtipp des Monats.

Ich verstehe ihren Unmut

R: Kilian Armando Friedrich. D.

Heike (59) arbeitet als Objektleiterin in der Gebäudereinigung und vermittelt täglich zwischen Kund*innen, Unternehmensleitung und Reinigungskräften. Nachdem sie versucht hat, eine Arbeitskraft eines wichtigen Subunternehmers abzuwerben, droht dieser, seine Unterstützung einzustellen, sofern er nicht mehr Stunden und Umsatz erhält. Heike gerät zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrer Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitenden und den Bedingungen des Niedriglohnsektors.

Für Fans aller Arbeiter*innenfilme zwischen Kaurismäki und „Jede Menge Kohle“.

Masters of the Universe

R: Travis Knight. USA.

Der Realfilm zur Cartoonserie zur Comicserie zur Spielzeuglinie aus dem Hause Mattel! Und das nur 44 Jahre nachdem der Hype begann! Sie sehen: So richtig zieht’s mich da nicht ins Kino. Der Vollständigkeit halber ein Handlungsabriss: Nach 15 Jahren der Trennung führt das Schwert der Macht Prinz Adam (Nicholas Galitzine) zurück nach Eternia, wo er entdeckt, dass seine Heimat unter der heimtückischen Herrschaft von Skeletor (Jared Leto) in Trümmern liegt. Um seine Familie und seine Welt zu retten, muss sich Adam mit seinen engsten Verbündeten zusammenschließen.

Für Fans von Schauspieler*innen, die lebloser aussehen, als die Spielzeuge, die sie verkörpern.

Sommer auf Asphalt

R: Simon Ostermann. D.

Les (Mala Emde) lebt schnell, spontan und unbeschwert. Tagsüber rast sie als Fahrradkurierin durch die Stadt, nach Feierabend stürzt sie irgendwo mit ihren Freunden ab. Anhalten, innehalten oder sich Gedanken über die Zukunft machen? Nicht mit Les. Zumindest nicht, bis ihr Vater Bert (Christoph Maria Herbst) – mit dem sie eigentlich so gut wie keinen Kontakt hat – ganz unerwartet vor der Tür steht und nach einem Unfall sogar ungefragt für seine Tochter aufs Rad steigt…

Für Fans von „Arthur & Claire“ und anderen intergenerationalen „Odd-Couple“ Filmen.

Dao

R: Alain Gomis. F, SEN u.a.

Eine Hochzeit in Frankreich und eine Trauerfeier in Guinea-Bissau: Durch diese beiden Rituale verbindet der Regisseur familiäre Erinnerung mit kollektiver Geschichte und filmischer Fiktion – zwischen Europa und Westafrika, Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart. Der Film erzählt von einer Generation, die zwischen verschiedenen Orten und Erinnerungen lebt. Im Zentrum steht die Frage: Was bleibt, wenn Familien über Kontinente verstreut leben? Welche Geschichten werden erzählt? Und welche bleiben lange unausgesprochen?

Für Fans fernöstlicher Weisheit in filmischem Gewand.


Die Filmstarts vom 28.5.

Verflucht Normal

R: Kirk Jones. UK.

Dass die Queen ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire auszeichnen würde, damit hätte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten John Davidson selbst. In den frühen 1980er Jahren wächst John (Scott Ellis Watson) in einer schottischen Kleinstadt auf. Im Alter von 12 Jahren beginnt er unter heftigen Nerven-Tics zu leiden. Unter der erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf…

Für Fans von Feelgood mit Hirn

Solo Mio

R: Dan Kinnane, Charles Francis Kinnane. USA.

Jahrelang hat Matt (Kevin James) gespart, um seiner Verlobten (Julie Ann Emery) eine Traumhochzeit in Italien und unvergessliche Flitterwochen zu ermöglichen. Doch dann lässt seine Zukünftige ihn plötzlich allein vor dem Altar zurück. Mit gebrochenem Herzen bleibt Matt nichts anderes übrig, als die teuer gebuchte Reise allein anzutreten. Dabei trifft er auf die quirlige Italienerin Gia (Nicole Grimaudo), deren Frohmut ihm neue Perspektiven eröffnet…

Für all jene, die über Pfingsten nicht verreisen und dennoch etwas Italo-Luft schnuppern wollen.

Mauern aus Sand

R: Čejen Černić Čanak. KRO, LIT u.a.

Marko glaubt, seinen Weg gefunden zu haben: In der Schule wird er als Sportler gefeiert, mit seiner Freundin führt er eine stabile Beziehung, in der Werkstatt seines Vaters wartet ein guter Job. Er ist einer, den alle mögen – und als es darum geht, sein kroatisches Heimatdorf vor einer Flut zu schützen, stapelt er Sandsäcke, wie alle anderen auch. Doch dann taucht ein Freund aus der Vergangenheit auf und weckt Gefühle, die Markos sorgsam zusammengebautes Selbstbild in Frage stellen – und das Selbstverständnis der konservativen Dorfgemeinschaft gleich mit.

Für Fans von melancholisch erzählten Geschichte über das Erwachsenwerden und großem queeren Kino.


Die Filmstarts vom 21. Mai

The Mandalorian & Grogu

R: Jon Favreau. USA.

Mal wieder Star Wars auf der großen Leinwand: Der Mandalorianer und Grogu brechen zu ihrer bisher aufregendsten Mission auf. Das Imperium ist gefallen, doch imperiale Kriegsherren sind weiterhin in der ganzen Galaxis verstreut. Während die noch junge Neue Republik zu schützen versucht, wofür die Rebellion gekämpft hat, erhält sie Unterstützung vom legendären mandalorianischen Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) und seinem jungen Schüler Grogu.

Für Fans von The Mandalorian, Andor, Ahsoka und wie diese Serien alle heißen.

Vivaldi und Ich

R: Damiano Michieletto. IT.

Im Venedig des 18. Jahrhunderts wächst die talentierte Violinistin Cecilia im Ospedale della Pietà auf – einem Heim für verwaiste Mädchen, das die dort lebenden Kinder in das Studium der Musik einführt und dessen Orchester weltweit angesehen ist. Bei ihren Auftritten für wohlhabende Gönner bleibt Cecilia stets hinter einer Maske verborgen: Sie soll nicht als eigenständige Person gesehen werden. Doch mit der Ankunft eines neuen Lehrers bekommt sie erstmals die Chance, der Enge ihres bisherigen Lebens und der Aussicht einer arrangierten Ehe zu entkommen. Antonio Vivaldi, der neue Leiter des Orchesters, ermutigt sie, ihren eigenen Weg zu gehen…

Für Fans von Vergangenheit, die mehr Fantasie als Vergangenheit ist.

Eagles of the Republic

R: Tarik Saleh. SWE, FRA, DEN.

Als „Pharao der Leinwand“ förmlich vergöttert, liegt dem smarten Schauspieler George Fahmy ganz Ägypten zu Füßen. Wegen seines weltlichen Auftretens fällt er jedoch eines Tages bei Behörden und Bevölkerung in Missgunst. Zu verlockend sind die Reize der jungen Frauen, zu süß das mondäne Leben im pulsierenden Kairo. Widerwillig übernimmt er daher die Hauptrolle in einem staatlich finanzierten Propagandafilm, der von dem rätselhaften Regierungsbeamten Dr. Mansour mit Adlersaugen überwacht wird. Noch ahnt niemand, dass das Projekt für alle kreativen und politischen Akteure gleichermaßen zum nervenaufreibenden Drahtseilakt wird.

Für Fans fesselnder Politthriller in glamouröser Vintage-Optik

In The Grey

R: Guy Ritchie. UK, US.

„Mit automatischen Waffen und Sprengstoff gehen sie genauso geschickt um wie mit Einfluss, Macht und Worten: Ein Team von Eliteagenten (Eiza González, Jake Gyllenhaal, Henry Cavill), das in globalen Grauzonen agiert, wird auf einen skrupellosen Despoten angesetzt, der eine Milliarde Dollar hinterzogen hat.“ Kultregisseur Guy Ritchie hat in den letzten Jahren eher nicht mit Qualität von sich reden gemacht. Vielleicht kann er diesmal mit so einem guten Cast überzeugen.

Für Fans von Jake Gyllenhaal, denen ich an dieser Stelle als Gleichgesinnter zuproste!

Home Entertainment

R: Dietrich Brüggemann. D.

Wer kennt es nicht: Marie und Florian (Nadine Dubois und Joseph Bundschuh) wollten eigentlich zuhause nur etwas essen und einen Film schauen. Doch der gemütliche Abend auf dem Sofa wird zu einem Höllentrip durch Streamingportale, Gutscheincodes, Lieferservice-Apps und kaputte Fernbedienungen. Die Situation eskaliert zwischen den beiden und bringt immer genervteres Doch-noch Ansprechen von allerlei Unausgesprochenem zu Tage. Wird ihre Beziehung das überstehen?

Für Fans deutscher Mumblecore-Komödien wie „Dicke Mädchen“.