Der perfekte Indierock-Soundtrack für einen ausgelassenen Roadtrip – Als dann: Einsteigen, Mütze auf und Motor an, Fenster runterkurbeln, Radio auf laut und ungeniert mitgesungen…
„Der wilde, wilde Westen…“ Nein, halt, STOPP ! Nicht von Truck sondern von Drug Stop soll hier die Schreibe sein. Die nämlich, also die fünfköpfige Band, ist das neue Projekt von Markus „Don Marco“ Naegele. Den wiederum kennen viele aus seiner Zeit als Chef von Heyne Hardcore, war er doch verantwortlich für tonnenweise hochklassige Rock- und Popliteratur von den Beastie Boys über Bruce Springsteen bis zu den Ramones. Dazu veranstaltete er die sehr beliebte Live-Reihe „It’s A Hardcore Night“, in der Lesungen und Musik Hand in Hand für geistreiches Amüsement sorgten. Mittlerweile hat er den Verlag gewechselt und zwischendrin mit „Lost In Music“ eine weitere Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Doch damit ist jetzt Schluss, denn Naegele will es noch einmal mit seiner eigenen Musik wissen, denn nach Fuck Yeah und Don Marco & die kleine Freiheit hat er mit Drug Stop wieder zu englischen Texten zurückgefunden und eine nigelnagelneue Begleitband um sich geschart. Das Quintett mixt seinen 90er-Jahre-Indie-Slacker-Rock mit krautig-psychedelischen Elementen, die dank punktueller Bläser-Einsätze sogar bis in free-jazzige Gefilde vordringen – und dabei ebenso wenig vor Gospel-Anleihen, geschweige denn vor normativen Feedback-Orgien oder – apropos Wilder Westen – einem Hauch Country zurückschrecken.
Das im Januar auf Vinyl bei Rheinschallplatten – jenem Label also, dass sich bereits mit Veröffentlichungen von Katie Smockers Wedding Party, Beißpony, Sasebo, Monobo u.a. einen ehrenwerten Namen im Münchner Underground machen konnte – erscheinende Debütalbum „Love You All The Time“ liefert alles in allem den perfekten Soundtrack für einen ausgelassenen Roadtrip. Als dann: Motor an, Mütze auf, Fenster runterkurbeln, Radio auf laut und ungeniert mitgesungen beim zwischen C86 und Twang changierenden Gitarrenschrammel von „57 Years“, dem elegant-lässigen Northern-Soul-Vibe von „Cutting Crew“, einer Hommage an die gleichnamige britisch-kanadische 80s-One-Hit-Wonder-Band („(I Just) Died in Your Arms“) oder der ebenso hypnotischen wie unwiderstehlichen Slacker-Hymne „Heaven“. Der Titelsong umarmt die Hörenden mit filigran geschichteten (Gitarren-)Melodien á la Tom Petty, während das Saxophon in „(You Got The) Money“ mächtig aufs Gaspedal tritt. Schwermütig schwankend dann „Garbage“, „Erase Me“ kommt intensiv und in aller Dringlichkeit daher und „Maybe I’m The Only One For Me“ verwurschtelt gekonnt Psychedelia und 70er-Krautrock. Und so ließe sich ein jeder Song von Drug Stop herausgreifen, um zu attestieren: Hier entsteht ein schwer zu fassendes Zwischenreich verschiedener Rock-Stile, das dann wiederum den ganz besonderen Reiz der fünf Münchner Musiker ausmacht.
Apropos: Besonders erwähnenswert wären zu guter Letzt noch die ungewöhnlichen Outfits. Hierbei handelt es sich um rosafarbene (!) Overalls, die Don Marco und seine Jungs bei jedem ihrer Konzert wie musikalische Handwerker der Liebe wirken lassen. Getreu dem Motto „Pretty in Pink“ stellen sie ihr Debütalbum dann sicherheitshalber auch gleich zwei Mal live vor und zwar am 14.1. in der Glockenbachwerkstatt und am 16.1. in der Tam Tam Treppenbar.
Q & A
1. Was inspiriert dich?
Kluge, freundliche, kreative Menschen.
2. Dein absoluter Geheimtipp für München?
Die gedämpfte Artischoke im Restaurant Makassar und die Zimtschnecke mit Pistaziencreme bei der Zimtschneckenfabrik.
3. Wo siehst du dich in zehn Jahren?
Da will ich jetzt ehrlich gesagt nicht drüber nachdenken. Hauptsache gesund.
4. Was ge-/missfällt dir in/an München?
Mir gefällt, dass die Münchner Zivilgesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg allen rechtsradikalen Bewegungen immer direkt die Stirn geboten hat. Was mir missfällt, sind die vielen Autos und die abartigen Mietpreise.
5. Welchen (Münchner) Prominenten würde(s)t du gerne zum Kaffee/Bier treffen?
Ich hätte Freddie Mercury gern auf ein Bier getroffen, als er in München gelebt hat.
6. München ist für mich wie …
Florenz, nur anders.
Weitere Infos unter: http://linktr.ee/drugstopband
