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Mit diesen irren Impulsen meistert man den Alltag
Toni und Max Uthoff in der Lach und Schieß
Wenn GenZ auf GenX trifft – und beide herrlich selbstbewusst aneinander vorbeireden. Eigentlich hatte der Mann aus der ZDF-„Anstalt“ ja selbst festgestellt: „Einer zuviel“. Und dann hat er sich doch zusammen mit seiner angenehm scharfzüngigen Tochter auf die Bühne gewagt. Im Kern geht’s immer wieder um die Frage rund um den alten weißen Mann. Wie soll man ihn loswerden, wenn er doch immerhin so verlässlich die Miete bezahlt?
Robert Palfrader im Lustspielhaus
Man möchte ja nicht vorschnell schwarzsehen. Nur gut vorbereitet sein. „Testament“ nennt sich das neue Solo des Ösi-Stars („Wir sind Kaiser“), das natürlich noch nicht seinem letzten Willen Ausdruck verleihen soll. Trotzdem geht es darum, nach der unvermeidlichen Löffelabgabe in Frieden ruhen zu können. Allerdings möchte Pafrader schon auch sicherstellen, dass er aus der letzten Ruhestätte hinaus noch laut und deutlich gehört wird.
Wolfgang Krebs im Schlachthof
Was für eine Vorstellung: Man stelle sich vor, die Social-Media-Accounts von Markus Söder würden wegen nicht gekennzeichneter Werbung für Wurstwaren doch noch plötzlich abgestellt. Es entstünde eine Lücke, die es zu füllen gibt. Ein bayerisches Facebook, Instagram oder TikTok – getreu der Devise „Bayern liebt Dich“, die Wolfgang Krebs ausgibt. Im neuen Programm schlüpft er mal wieder in die Anzüge, Schlabberjacken und Trachtenjoppen der Mächtigen. Genial einfühlsam.
Sonja Gründemann im Schlachthof
Pulver, Pillen, ab und an eine Botox- Spritze – und schon ist man auf der schönen Seite. Oder man glaubt eben das: Mit Meditation und ausreichend Yoga wird man in Kürze begehrenswert, reich und erfolgreich. Was das Internet nicht alles so verspricht. Dort kann man wirklich die Weisheit mit Löffeln fressen. Aber stimmt das am Ende doch nicht? „Jetzt mal Tacheles“, nennt Sonja Gründemann ihre Aufklärungsarbeit.
Philipp Scharrenberg im Lustspielhaus
Zärtliche „Mindfucks“, also sinnliche Verwirrung mit Methode: Darauf hat er sich spezialisiert. Doch der Gordische Knoten in unseren Köpfen ist lösbar. Wie tröstlich!
Fun Facts in der Lach und Schieß im Fat Cat
Jetzt muss der „Karli“ die Krimilast schultern. Doch Ferdinand Hofer, bekannt als noch immer jugendlicher Co-Ermittler im Münchner „Tatort“ kann noch viel mehr – witzig sein, unter anderem. Er ist der aktuelle Stargast im ungewöhnlich originellen Nachrichten-Comedy- Format und steht auch im Mittelpunkt einer angedockten Mixed Show.
Dirk Sterman im Lustspielhaus
Was für eine Vision. Eigentlich wollte Österreichs Lieblingsgastdeutscher ja auch mal Popstar werden. „Stermann singt“ sollte daher auf dem Plakat stehen, mit Songs in der Tradition von Lady Gaga und Roland Kaiser. Durch einen Druckfehler wurde „Stermann sinkt“ daraus. Jetzt ist er angefressen. Oder angetrunken? Im Speisewagen „IC Österreich“ zieht draußen das Land vorbei. Stermann ist unterwegs zum Auftritt, das Publikum sitzt um ihn rum. Und plötzlich spricht die ÖBB. Oder waren es doch zu viele Weißweinschorlen? „20 Spritzer bis Amstetten“ heißt das neue Programm. Jubel!
Thomas Maurer in der Lach und Schieß im Fat Cat
Endlich mal ein überfälliger Perspektivwechsel. Klar, wer viel Kafka liest und auch selbst Stress mit einem überdominanten Vater hat, schleicht meist in fiesen schwarz-grauen Tönen und in entsprechender Moll-Tönung durchs fade Leben. Aber mal ehrlich, meint Maurer: Ist es nicht auch unglaublich komisch, wenn man morgens plötzlich als Ungeziefer aufwacht? Dass Franz Kafka einen stark ausgeprägten Humor, mit spezieller Neigung zum Grotesken, hatte, lässt sich kaum übersehen. Angeblich soll er ausgerechnet in München auf einer seiner seltenen Lesungen eigener Texte laut gekichert haben. Was es nicht alles gibt.
William Wahl im Schlachthof
Für Wortspiele braucht man ein dichtes Fell und eine dicke Haut. So wie ein Wal etwa. Wahlgesänge schickt William Wahl durch den Saal. Es ist der Botschafter der guten Laune. Oder um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: „Die Kehrseite der Medaille ist auch aus Gold.“
Altinger und Liegl in der Lach und Schieß
Wer schon lange auf fast allen kleinen wie großen Bühnen sowie im Fernsehstudio unterwegs ist, hat was erlebt – und nicht nur Positives. Michi Altinger und Alexander Liegl interessieren sich mit der ihnen eigenen unverschämten Boshaftigkeit natürlich vor allem für Pleiten, Pech und Pannen – der geschätzten Damen und Herren Kollegen. „Rampensäue, frisch geschlachtet“ ist ihr Podcast-Programm, das jetzt live den Weg in die Öffentlichkeit findet. Es geht um die schönsten Bühnenkatastrophen.
Helge Schneider im Circus Krone
Doc Snyder trommelt wieder. Und zur Trompete greift der Mann aus der Ruhrregion natürlich auch. Dann schnarrt der Ruf durch den Raum, der dem neuen Solo den Titel gibt: „Ellebogen vom Tich“. Wer sich noch ein wenig Humor in beschissenen Zeiten erhalten will, ist hier goldrichtig.
Josef Hader in den Münchner Kammerspielen
Den Mann mit dem sympathisch flackernden Blick liebt man. Völlig zurecht, bietet er doch so viel an – im Mehrkampf Film, Fernsehen, Bühne. „Hader on Ice“ sollte man kennen. Großes Theater, jetzt auch im Jugendstilambiente.
Spezl Comedy im Hoftheater
8.5.
Anlachen gegen den Stress – ohne Grant und ohne To-do-Liste. Dafür steht der neue Stand-up-Come- dyabend mit Victoria Abelmann-Brockmann, Dominik Kirschner und Gästen. Oder eben Spezln.
Lennard Rosar im Schlachthof
So richtig passt der stark tätowierte junge Mann mit den fein manikürten Fingern nicht in die üblichen Schubladen, diese eckigen Dinger, vollgepackt mit Klischees und Vorurteilen. Er schaut lieber „Shopping Queen“ als Bundesliga, sieht aus wie ein Wikinger und bügelt am liebsten zu getragenen Heavy-Metal-Klängen. Wird man aus ihm schlau? Muss man das? „Schildmaid“, das neue Programm, stellt die richtigen Fragen – auch ans eigene dauererregte Konsum-Ich.
Helmfried von Lüttichau im Lustspielhaus
Als er vor einiger Zeit mit dem naiven Aufbruchsmut des Ü60-Newcomers mit seinem ersten eigenen Bühnenprogramm „Plugged“ loslegt, war noch gar nicht so klar, wohin die Reise des spätberufenen Ausnahmegitarristen geht. Mittlerweile hat auch sein Freund Hubsi, also Christian Tramitz aus alten „Hubert und Staller“-Zeiten, das Solo gesehen. Und fand’s gut. Anlass genug, nach über 200 Shows neu nachzulegen. „Weil’s raus muss – Das zweite Programm“. Dumm nur, dass das zweite angeblich immer das schwierigste Programm sein soll. Er wird’s schon richten, mit der ihm eigenen charmanten Unbeholfenheit.
„Erwins Odyssee – Durst ist schlimmer als Heimweh“ im Lustspielhaus
12./13./14./15.5.
Ein Abend, an dem Geistesgrößen wie Jochen Malsheimer, Sven Kemmler, Nessi Tausendschön sowie die Herren Ulan & Bator ihr Publikum mal so richtig schön schaukeln – in der Wiege der abendländischen Kultur. Anlass ist ein stolzes Datum: 2026 wäre Homer, der berühmte griechische Dichter und Endloserzähler, so richtig schön alt geworden. Hier erlebt man sie noch einmal mit, die Irrfahrt von Erwin Odysseus (nach Trojanischem Krieg verreist). Irgendwann traf auch auf ihn das berühmte E.T.-Zitat zu: „nach Hause“. Eine Pendlerpauschale gab’s seinerzeit noch nicht.
Rolf Miller in der Lach und Schieß im Fat Cat
Stur wie ein Sack Zement bleibt die beklemmend scharf beobachtete Kunstfigur, die der Ausnahme-Minimalist in die Bühnenmitte schiebt. Es ist auch im achten Programm „Wenn nicht wann dann jetzt“ wieder so ein Zeitgenosse, der dumpf der Lebensmaxime folgt: „Es genügt nicht, sich keine Gedanken zu machen, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.“
Matthias Kiefersauer und Thomas Unger im Lach und Schieß im Fat Cat
Flirts, die krachend scheitern. Krumme Lie- besgeschichten. Liebenswerter Münchner Grant: Filmemacher Kiefersauer („München Mord“) und Schauspieler Unger („Das große Hobeditzen“) folgen einer neuen Programmdevise: „Kiefersauer macht lustig, und Thomas ungert herum.“ Spannend.
Mathias Kellner im Lustspielhaus
Wenn eine rauchige Bluesstimme vom Spitzbubenhumor singt: Kellner, ein niederbayeri- scher Oberpfälzer und als Gesamterscheinung eine Wucht, sorgt dafür, dass die Lachtränen fließen. Etwa wenn er kongenial urige Texte zu Klassikern wie „Hotel California“ oder „Johnny B. Goode“ findet. Dabei macht er keinen Hehl aus seiner Verständigungszu- rückhaltung: „Can You Boarisch, Please“ heißt das neue Programm.
Frieda Lewin im Schlachthof
Ihre Fans hat sie schon: Mit sympathisch unaufgeregten Mama-Videos über den Elternalltag der Millennials erreicht sie hunderttausende Follower. Beim Live-Abend mit der „Millennial Muddi“ geht es um Interaktion, mitreißende Musik und ordentlich Schabernack. Und keine Sorge: Man dürfte früh genug wieder zu Hause sein, um den Partner oder die Kinderbetreuer auszulösen.
Volksshow im Volkstheater
Moritz Hürtgen lädt wieder kluge Leute ein, die bei der Alltagsbewältigung helfen. Etwa Lena Kupke, bekannt unter anderem aus Till Reiners Reihe „Happy Hour“ auf 3sat. Oder Fa- bian Grischkat, der zuletzt das passend beti- telte Buch veröffentlichte: „Keine Zukunft ist auch keine Lösung“.
Thomas Franz & Nils Brunsched im Vereinsheim
Es ist ein musikkabarettistisches Kräftemessen, die beiden Möchtegern-Westernstars treten zum Duell an: Saloon-Klavier gegen Westerngitarre. Es geht um den titelgeben- den Gewinnpreis „Für einen Sack voll Tränen“. Pferdeparkplätze nur begrenzt vorhanden!
Alfred Dorfer im Lustspielhaus
Einfach mal mitturnen, auch wenn es dem unbedarften Zuhörer bei Alfred Dorfers Gedankenkaskaden schnell schwindlig werden dürfte. Das liegt daran, dass sein „Gleich“-Stück aber auch tatsächlich ziemlich raffiniert konstruiert ist. Die Zeitebenen überlagern sich. Kaum einer Bühnen-Gewissheit kann man trauen. Der Wiener, einst fast weltberühmt geworden an der Seite von Josef Hader im „Indien“-Stück und -Film, schlüpft von einer Rolle in die nächste: Er spielt Großmütter, Wirte, Bären und Sonnenblumen. Mutig der, wer da noch wagt, den Überblick zu wahren. Ach ja: Preise wirft man Dorfer seit Jahren auch schon hinterher – den Deutschen Kleinkunstpreis sowie den Deutschen und den Bayerischen Kabarettpreis zum Beispiel. Einschüchtern lässt er sich davon zum Glück nicht.
Hosea Ratschiller in der Lach und Schieß im Fat Cat
Der Wiener Kabarettist mit dem Lausbubengrinsen ist Österreichs Mister Nice Guy – und freundlicher Papa. Doch wenn er seiner jungen Familie die wilde Welt erklären soll, wird’s auch für ihn zunehmend schwierig. Und auch das arg verkrampfte Klassentreffen ist natürlich kein „Happy Place“.
Malarina im Lustspielhaus
Die gebürtige Serbin, deren Eltern als sogenannte Gastarbeiter nach Österreich kamen und die nach einer Kindheit in Innsbruck in die Welthauptstadt der Misanthropie wechselte, ist praktisch veranlagt. Eigentlich ist sie Feministin, aber es gibt eben auch Ausnahmen. Dann nämlich, wenn man als vermeintliche Trophäenfrau schneller an den Zaster kommt.
Eva Karl Faltermeier in der Lach und Schieß im Fat Cat
Die Frau mit der Brille hat den Durchblick: KI gaukelt doch nur Perfektion vor. Worum es in der Kunst wirklich geht: das Wegwerfen, das Scheitern, das Aufstehen – und Lächeln. „Scheitern mit Gästen“: Diesmal sind unter anderem Teresa Reichl und Vitus Ehrentaler am Start.
Science Busters im Lustspielhaus
Viele Dinge zwischen Himmel und Erde finden eines unschönen Tages ein Ende: die Menschheit, die Klimakrise, die Milchstraße und vielleicht sogar die Unendlichkeit. Andere lästige Dinge halten sich länger: der Post-Corona-Blues und das scheußliche Long Covid, die Verschwörungserzählungen, der Aberglaube und der strahlende Atommüll. Höchste Zeit, einmal wieder ordentlich durchzufegen und aufzuräumen. Das Ösi-Wissenschaftler-Trio fordert: Fakten in Zeiten der neuen Irrationalität!
Daniel Luis im Schlachthof
Ein wohlmeinender Tipp: Auch wenn man den Mann, der in den sozialen Netzen durch die Decke geht, ganz außerordentlich liebhat. Trotzdem: Lieber nicht in die erste Reihe setzen. Eine Spezialität ist es nämlich, sein Publikum zu grillen. Und wer dann da direkt vor der Nase sitzt, kommt am schnellsten dran.
Christl Sittenauer im Lustspielhaus
Was für ein Macho-Schock: Das Schopenhauer kein Menschenfreund war, wusste sie. Doch nun behauptet auch der Sohn von Christl Sittenauer: „Frauen sind keine Menschen.“ Ja wo samma denn? Im neuen „Komplizin“-Programm sammelt sie neue Verbündete ein. Immerhin sagt man ja: Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen. Um ein Leben zu meistern, braucht man Komplizinnen.
Holger Paetz im Schlachthof
Die Resonanz für die erste „Derbleckn“-Rede von Stefan Zimmer fiel gemischt aus. Bei dieser Buß- und Fastenpredigt gibt es keine zweite Meinung. Paetz ist gut – zum Fürchten!
Götz Fritzrang im Vereinsheim
An Lakonie ist er nicht zu überbieten: „Leben ist, wenn immer einer was will und dann ist man tot“, meint der große Alltagsphilosoph und bildgewaltige Geschichtenerzähler auch im neuen Programm „Götzendienst“. Wenn es noch nicht ganz rund läuft, kann er ja immer noch einen Schuss Wahnsinn ins Getriebe feuern. Ein höchst charmanter Berserker!
Michaela Obertscheider im Schlachthof
Das neue Programm „Vergnügt euch“ kündigt sie als „Handlungsanweisungen für ein süßes, müßiges und erquickliches Leben“ an. Wer wird da nicht gleich neugierig? Eben!
Robert Palfrader im Lustspielhaus
Man möchte ja nicht vorschnell schwarzsehen. Nur gut vorbereitet sein. „Testament“ nennt sich das neue Solo des Ösi-Stars („Wir sind Kaiser“), das natürlich noch nicht seinem letzten Willen Ausdruck verleihen soll. Trotzdem geht es darum, nach der unvermeidlichen Löffelabgabe in Frieden ruhen zu können. Allerdings möchte Pafrader schon auch sicherstellen, dass er aus der letzten Ruhestätte hinaus noch laut und deutlich gehört wird.
Kay Ray im Schlachthof
Er gilt als „the hardest working man in showbiz“. Hierzulande zumindest. Für einen guten Gag verkauft Kay Ray seine Oma. Oder wenigstens Bärbel Bas.
Richard Oehmann in der Lach und Schieß
Eben erst hat er mit dem kongenialen Kollegen Stefan Betz mit dem diesjährigen Singspiel unter dem grausig schönen Titel „Wirf das Handtuch, Lindwurm“, den Nockherberg aufgemischt (und Maggus Söder mal wieder ein bisschen geärgert). Im Ortsgespräch unlängst hatten die beiden schon so viel davon verraten, wie es das gestrenge Paulaner-Regiment im Vorfeld zulässt. Jetzt kann Richard Oehmann, den seine vielen treuen Fans natürlich auch vom „Doctor Döblinger“-Kasperltheater kennen, endlich hemmungslos vom Leder ziehen. „Derbleckerein“ – ohne Netz und Zensur eben. Und ein Blick hinter die Kulissen, bei dem es Insidern möglich ist, die Brotzeit des Landesvaters noch schneller bei Social Media zu posten, als ihm das selbst möglich wäre.
Andre Kramer im Schlachthof
Wer oder was ist auf den Fotos der klassischen Dating-Apps eigentlich genau zu sehen – und was wollen diese Menschen damit konkret bezwecken? Der Titel „Dirty Joking“ legt unmissverständlich nahe, wohin die Neugierde und der Aufdeckungs-, oder soll man besser sagen: Entblätterungsjournalismus, von Andre Kramer zielt. Es geht unter die Gürtellinie. Unterhaltsam wie ein Tanz an der Stange!
Christian Ude in der Lach und Schieß
Vor sage und schreibe 125 Jahren hat sich mit der Schwabinger Legende „Die Elf Scharfrichter“ eines der ältesten Kabarettensembles gegründet. Und es wäre dem humoristischen Tausendsassa, lange Zeit nebenbei auch noch Regent einer Millionenstadt, fast zuzutrauen, dass er auch damals schon mitmischte. Natürlich kann das nicht stimmen, weil Ude ein nimmermüder, weiterhin jugendlich aufgeweckter Satirebeobachter des Zeitgeschehens ist. Zusammen mit Anatol Regnier, Julia von Miller, Roland Hefter, Judith Kemp, Frank Klöttgen und André Hartmann würdigt der anerkannte Schwabingologe das runde Jubiläum.
Toni und Max Uthoff in der Lach und Schieß
Wenn GenZ auf GenX trifft – und beide herrlich selbstbewusst aneinander vorbeireden. Eigentlich hatte der Mann aus der ZDF-„Anstalt“ ja selbst festgestellt: „Einer zuviel“. Und dann hat er sich doch zusammen mit seiner angenehm scharfzüngigen Tochter auf die Bühne gewagt. Im Kern geht’s immer wieder um die Frage rund um den alten weißen Mann. Wie soll man ihn loswerden, wenn er doch immerhin so verlässlich die Miete bezahlt?
Björn Puscha
Ein Mann von erlesener Bildung. Wer kann denn noch frei von der Leber weg auf Latein parlieren? Björn Puscha macht’s möglich. Er stellt sich im neuen Programm „rom.antik“ die berechtigte Frage, ob Rom nur antik ist oder ob es Romantik auch im bayerischen Wirtshaus gibt. Außerdem begleitet er eine Frau von der Präposition zur Emanzipation – und das Publikum im Schweinsgalopp durch die Deklinationen. „Keine Lateinvorkenntnisse erforderlich“, heißt es vom Veranstalter. „Aber bringen sie das beste Bayerisch mit, das Sie haben!“ Wird gemacht.
David Scheid im Lustspielhaus
Steht es um die Welt wirklich so schlecht, oder ist das alles Hysterie? Mit der gebotenen Schärfe knöpft sich der Mann, der sich „The Kabarettist“ nennt, natürlich auch selber gleich mal vor: „Ist meine Wokeness eine Gefahr für nachfolgende Generationen, oder hat man mir nur ins Hirn geschissen?“ Billige Lacher zu erzeugen, wäre zu billig.
Mackefisch im Vereinsheim
Selbstgebaute Koffer-Drums, Rasseln, Tröten, ein Bajo, Gitarre und Keyboad sowieso, und dann auch noch Steppschuhe: Mit vier Armen und vier Beinen arbeiten sich Lucie Mackert und Peter Fischer an gefühlt 20 Instrumenten ab. Fast noch wichtiger ist allerdings der „Komplizirkus“-Gesang: feinstes, fieses Songwriter-Kabarett mit Wums.
Dave Davis
Fade Stimmung allerorten. Alle gehen ins Trübsalblas-Orchester. Er will sich das nicht länger bieten lassen. Also kreischt Dave Davis in die Runde: „Konfetti für alle“. Mit unerschütterlichem Frohsinn defibrilliert er das Jammerflimmern. Ein Aufstand in Farbe.
Chin Meyer im Schlachthof
Wie man es auf lustige Art zum schnellen Geld bringt. Oder zumindest in dessen Nähe. Das verrät Chin Meyer, der „Cash Man“. Er weiß, wie wenig ein Leben ohne Humor wert ist. Eine absolut lohnende Investition!
Luise Kinseher im Lustspielhaus
Sie hat alle Kabarettpreise gewonnen, die es so zu holen gibt. Acht Programme hat sie geschrieben, den Nockherberg um den kleinen Finger gewickelt und zuletzt immer mehr tolle Kinofilme gedreht. Jetzt sollen sich um den Bühnespaß mal die anderen kümmern. Also schickt Luise Kinseher ihre Zwillingsschwester „Mary from Bavary“ allein auf Tour. Und die jubelt natürlich: „Endlich Solo“. Pointenfeuerwerk, juhu!
Maria Maschenka im Fraunhofer Theater
Poetry-Kabarett: Die Grande Dame des gehobenen Wahnsinns präsentiert ihr Soloprogramm „Lügenlyrik & Poetische Wahrheiten“. Heiteres wie Tragisches, Tiefgang und Flachwasser, Erotisches wie Grausames, Lügen und Wahrheiten!
Christina Kiesler im Vereinsheim
Sie stürmt erst in der „Nachspielzeit“ – so auch der Titel fürs aktuelle Solo – aufs Feld und attackiert in überraschend ausgeruhter Offensive die Lachmuskeln. Doch auch die Defensive steht: mit Hirn und Herz.
Nektarios Vlacholoulos im Lustspielhaus
Auch wenn der persönlich KI-Chatbot gerade erst mit Ihnen Schluss gemacht hat und selbst wenn die Schuldnerberatung Ihres Vertrauens gerade bankrott gegangen ist: Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Nektarios nimmt Jammernde zur Seite, ohrfeigt sie sanft mit dem Samthandschuh und flüstert ihnen ins Ohr: „Das ist immer noch der beste Tag, den die Welt heute zu bieten hat.“ So kann man es nämlich eben auch sehen.
Hosea Ratschiller
Der Wiener Kabarettist mit dem Lausbubengrinsen ist Österreichs Mister Nice Guy – und freundlicher Papa. Doch wenn er seiner jungen Familie die wilde Welt erklären soll, wird’s auch für ihn zunehmend schwierig. Und auch das arg verkrampfte Klassentreffen ist natürlich kein „Happy Place“.
Michael Mittermeier
Das lange Warten und das fleißige Proben hat ein Ende: Mittermeier kehrt zurück und geht nach vier Jahrzehnten Spaßmacherkarriere dorthin, wo er noch nie war: in die Zukunft. Sein neues Programm „Flashback“ steigt in die Zeitmaschine, die offenbar allzu lange unbeachtet im heimischen Familienkeller stand. Jetzt schnappt er sich die Übergangsjacke – und los geht’s! „Ich weiß, was du nächsten Sommer getan haben wirst.“
Suse Lichtenberger
Manchmal muss man sich einfach einen Ruck geben. Bei der in Wien geborenen, im Schwarzwald aufgewachsenen Schauspielerin war es mit Mitte 40 dann doch noch so weit. Sie beschloss, aus ihrem Leben als mittelose, freischaffende Gelegenheitskünstlerin, mittelmäßige Mutter und wenig engagierte Umweltaktivistin ein sehr persönlich gehaltenes Erzählprogramm zu machen. „Willkommen zuhause“ ist ein tröstliches Unterfangen, eigene – und anderer Leute – Unzulänglichkeiten wegzulachen. Die Taktik bewährt sich: Lichtenbergers Programme sind und werden ausgezeichnet.
Teresa Reichl
Von der (feministisch fokussierten) Suche nach der Liebe, vom stillen Können und vom Danebenstehen: Neue Weisheiten aus Niederbayern.
Julia von Miller und Anatol Regnier
„Die Welt ist klein geworden“: Und nicht nur das. Die Zeiten sind bitterernst. Mit Kriegen, Krisen, Katastrophen. Man benötigt Trost.
Claus von Wagner im Circus Krone
Eine Welt, die aus den Fugen geraten ist. Wie findet man da sein Gleichgewicht wieder? Der Co-Moderator der ZDF-„Anstalt“ darf keinesfalls mit Max Uthoff verwechselt werden. Er tanzt auf dem Vulkankraterrand und bemüht sich um eine kultivierte Ausrucksweise. Na also: „Projekt Equilibrium“. Hingehen!
Josef Hader
Den Mann mit dem sympathisch flackernden Blick liebt man. Völlig zurecht, bietet er doch so viel an – im Mehrkampf Film, Fernsehen, Bühne. „Hader on Ice“ sollte man kennen. Großes Theater, das das ganz große Rund verdient hat.
Rike Wagner
„Baywatsch Bowle“: Achtsam, weltoffen, selbstoptimiert und bestenfalls auch noch nachhaltig wertschätzend sollte man leben. Gar nicht so leicht, findet sie. Stimmt!
Manuel Rubey und Simon Schwarz
Es ist das Comedy-Meisterwerk – ein Bühnenstück -, über das ganz Österreich ausgelassen lacht. Endlich kommt „Das Restaurant“ auch wieder nach München. Darin erzählen die beiden Freunde, die gemeinsam mindestens vier linke Hände haben, von ihrem absurden Plan und der nicht minder absurden Umsetzung. Eines Abends beschlossen Rubey und Schwarz, gemeinsam ein Lokal zu eröffnen. Der Kabarettist und Schauspieler Simon hat schon einmal in einem Film einen Koch verkörpert. Und Freund Manuel trinkt gern Wein. Passt also. Doch so ganz rund läuft’s dann doch nicht. Und als das Restaurant abbrennt, riecht es nach Brandstiftung.
Sara Brandhuber im Lustspielhaus
Von ihr kann man viel lernen – etwa über die dann doch nur eingeschränkte Sicherheit, die Schnitzschutzhosen bieten. „Gschneitzt und kampelt“, also fesch, legt Sara Brandhuber wieder los. Auf Niederbairisch, Ehrensache!
Franziska Wanninger im Schlachthof
Muss man ihr lassen: Franziska Wanninger steht dazu, dass viele ihrer gut gemeinten Ratschläge auch mal nach hinten losgehen. Trotzdem glühen dann fast die Telefondrähte durch. Man muss sich ja erst einmal besprechen. Dabei hat sie eigentlich so klar gesagt: „Wenn du wen brauchst, ruf mich nicht an“. Mit dem gleichnamigen, ziemlich turbulenten neuen Solo knüpft sie ans Vorgängerprogramm „Für dich soll’s rote Rosen hageln“ an. Humor hat sie.
Sven Bensmann im Theater Leo 17
Feelgood: Er ist der junggebliebene urbane Dorfbub und der Dino-Boy, der es in einem anderen Leben auch zur Disneyprinzessin gebracht hätte. Sven Bensmann setzt auf überwältigend gute Laune, auf Stand-up-Beobachtungen und auf viel Musik. Singen kann er wie kaum ein Zweiter. „Svenomenal“ eben!
Viduara Banara Rajapaksa in der Alten Kongresshalle
„The Paradise Gothic Tour“: Der Comedian, Autor und Regisseur aus Sri Lanka setzt sich mit seiner typisch trockenen Art und viel Witz unter anderem mit der Tech-Kultur von Unternehmen und spirituel- lem Burnout auseinander. Auf Englisch.
