Kabarett und Comedy im März: Auf zur Krawall-Therapie

Kabarett und Comedy im März: Auf zur Krawall-Therapie

Mit diesen neuen Lehrstunden stärkt man den Widerstandsgeist.

Thomas Schreckenberger im Vereinsheim

Wer kennt das nicht? Man liest morgens die ersten Nachrichtenseiten – und schon fürchtet man, der einzige Normal(doofe) auf der Welt zu sein. Durchgeknallte Extremisten bedrohen die Demokratie, machtgeile Demente den Fortbestand des Planeten. Und doch mahnt Thomas Schreckenberger zur Milde: „Irre sind menschlich“.


Lorenz Hinterberger im Schlachthof

Eigentlich wäre er ja so gerne Rockstar. Aber dann ist da eben doch der Lehrer- alltag in Wien, dem nur mit Humor und Hartnäckigkeit zu begegnen ist. „Was willst du machen?“ heißt das Programm. Und die Antwort lautet klar: Stand-up- Musik-Comedy mit Schmäh.


Volksshow #23 im Volkstheater

Mit der „Volksshow“-Schulung wappnet man sich für den Mist, der in stürmischen Vorfrühlingstagen so durch die Luft fliegt. Moritz Hürtgen hat diesmal die Autorin und Drehbuchschreiberin Carla Kaspari („Das Ende ist beruhigend“) eingeladen. Und der „Titanic“-, „taz“- und „Zitty“-Car- toonist Hannes Richert bringt mit seinen Zeichnungen selbst treue Fans um den Verstand. Und gelegentlich auf die Zinne.


Sarah Hakenberg im Lustspielhaus

Sie bekennt frank und frei: Es ist der „Mut zur Tücke“, der sie stark macht. Im gleich- namigen neuen Programm schrammelt Sarah Hakenberg mit ihrer Ukulele über die Abgründe hinweg. Es geht in den neuen Schmähliedern um viel – um vermeintlich unpolitische Wähler, um unpassende Magen-Darm-Zwischenfälle, schadenfrohe Vermieter, unentspannte Eltern und mindestens genauso wenig entspannende US-Präsidenten.


Altinger und Liegl in der Lach & Schieß

Ihr neues Programm „Rampensäue, frisch geschlachtet“ tischt noch einmal die schönsten Bühnenkatastrophen auf. Der Erfolgs-Podcast kommt nun auf die Bühne – live, versteht sich. Mit Pannen darf gerechnet werden.


Stefan Kröll im Schlachthof

Frischer Optimismus, direkt aus dem Rosenheimer Land: Die Zeiten sind ernst, sogar tatsächlich „Schee wuid“, wie Kröll sein neues Solo nennt. Umso wichtiger, dass er auch Querverbindungen schafft – auf der Achterbahn. Wenn Lachfalten zur Lebensfreude beitragen…


Stefan Waghubinger im Schlachthof

Darauf muss man erst mal kommen. Die Spezialität ist: „Österreichisches Nörgeln – mit deutscher Gründlichkeit“. Davon strotzt seine neues „Versunkene Sätze“- Programm. Kaum einer formuliert so routiniert wie er. Wer mit Stefan Waghubinger abtaucht, landet im Tiefsinn. Und das Lächeln sitzt später auch an Land noch.


Ulan & Bator in der Lach und Schieß

Krazy Kabarett: „Undsinn“. Ihren treuen Fans gelten die beiden Herren mit den irren Mützen längst als würdige Monty- Python-Erben. Alle anderen werden ein- fach staunen: über Ulan & Bator. Unfug vom Feinsten!


Simon Pearce

Comedy steckt ihm in den Knochen. Kein Wunder, dass das neue Programm „Fun- ny Bones“ heißen muss. Er verwandelt Alltagstrubel in saftige Stand-up-Einla- gen. Alles was Simon Pearce erlebt, lan- det direkt auf der Bühne. Wer ko, der ko!


Christian Ude im Lustspielhaus

Er war ja lange weltweit der einzige Kabarettist, der so ganz nebenbei Oberbürgermeister war und mit viel Nonchalance eine Stadt regierte (und die Leute mit launigen Ansprachen vom Durchdrehen abhielt). Und Geschichten kann er noch immer großartig erzählen – von seinem eigenen Aufwachsen fast ganz von Beginn an als Schwabinger, von der Schauburg, vom Oskar-von-Miller-Gymnasium, vom Monaco Franze und vom Dieter Hildebrandt. Am Klavier begleitet ihn André Hartmann, mit dem Ude zuletzt die „Lach & Schieß“ zusammen mit treuen Weggefährten „gerettet“ hatte.


Toni und Max Uthoff in der Lach und Schieß

Wenn GenZ auf GenX trifft – und beide herrlich selbstbewusst aneinander vor- beireden. Eigentlich hatte der Mann aus der ZDF-„Anstalt“ ja selbst festgestellt: „Einer zuviel“. Und dann hat er sich doch zusammen mit seiner angenehm scharfzüngigen Tochter auf die Bühne gewagt. Im Kern geht’s immer wieder um die Frage rund um den alten weißen Mann. Wie soll man ihn loswerden, wenn er doch im- merhin so verlässlich die Miete bezahlt?


Eva Karl Faltermeier in der Lach und Schieß

Der grantige Blick ist ihr Markenzeichen, trifft’s aber nicht wirklich. Eigentlich will sie ja nur die Nerven bewahren. Das ist auch die Leitidee für das neue Nachrichtenformat „Fun Facts“, in der die gelernte Journalistin und leidenschaftlich leidende Kabarettistin Eva Karl Faltermeier die Nachrichtenlage seziert. Im Anschluss an den Newsblock schwenkt sie zum launigen Gespräch mit Gästen wie Teresa Reichl, Ted Ehmerich, Maria Hafner und Andreas Dombert rüber.


Hosea Ratschiller

Der Wiener Kabarettist mit dem Lausbubengrinsen ist Österreichs Mister Nice Guy – und freundlicher Papa. Doch wenn er seiner jungen Familie die wilde Welt erklären soll, wird’s auch für ihn zunehmend schwierig. Und auch das arg verkrampfte Klassentreffen ist natürlich kein „Happy Place“.


Kathi Wolf im Schlachthof

Sie nennt sich selbst die „Klapsenbeste“: Kathi Wolf ist Psychologin. Und ihre beste Kundin. Ihr Gedankenkarussell führt mal zum Weltschmerz, dann zum Aktivismus und nicht selten zum Spagat zwischen Stand-up und politischem Kabarett.


Matthias Kiefersauer und Thomas Unger in der Lach und Schieß

Flirts, die krachend scheitern. Krumme Liebesgeschichten. Liebenswerter Münchner Grant: Filmemacher Kiefersauer („München Mord“) und Schauspieler Unger („Das große Hobeditzen“) folgen einer neuen Programmdevise: „Kiefersauer macht lustig, und Thomas ungert herum.“ Spannend.


Titanic Boygroup im Lustspielhaus

Gelernt ist gelernt: Martin Sonneborn kennt das EU-Parlament bestens. Zusammen mit seinen Kollegen Thomas Gsella und Oliver Maria Schmitt hat er bei der „Titanic“ Satirekunst zu neuen Höhen getrieben. Gemeinsam blicken die Herren nun auf „300 Jahre Krawall für Deutschland“ zurück.


Blözinger im Lustspielhaus

Kopf-Kino-Kabarett: Wer hat’s erfunden? Na klar, die Herren Robert Blöchl und Ro- land Penzinger, die sich gemeinsam Blözinger nennen. Ihr Programm „Das Ziel ist im Weg“ braucht keine Leinwand, um in die Breite zu gehen.


Alice Köfer & Christl Sittenauer im Vereinsheim

Berlin trifft Baviaria, für einen Abend mit Hirn, Humor und Haltung. Beide folgen der Devise: Timing ist alles, der Rest ergibt sich. Sympathisch!

Stefan Leonhardsberger im Lustspielhaus

Neues Programm – yippie! Das neue Solo „Herzklopfen“ berichtet von Sperrmüll- Dates mit der Ehefrau, von spontanen Kon- trollbesuchen des Jugendamts, von heimli- chen Haschkeksen und vom Kräftemessen mit einem Nachbarn, der einfach besser nagelt. Zu den Gags gibt’s zudem Gesang.


Faisal Kawusi im Schlachthof

„Reininkarnation“ – stärker denn je zurück: Keine Angst vor dem Tabubruch hat Faisal Kawusi. Und dank seiner Größe kann er sich ohnehin kaum verstecken. Also nichts wie rauf auf die große Bühne. Dort arbeitet der Anarcho-Comedian, der sich selbst als „der sympathische Afghane von nebenan“ bezeichnet und über viele Fernsehshows bekannt wurde, die Alltagsabsurditäten ab.


Jochen Malmsheimer im Lustspielhaus

Der wortgewaltige Mann mit der gut geschliffenen Satire-Streitaxt ist zurück: „Halt mal, Schatz!“ ist seine Bestandsaufnahme eines Lebensentwurfs, auf dessen verschlungenen Pfaden sich auch Kinder tummeln. Es darf gelacht werden – gerne auch aus Schadenfreude.


Faltsch Wagoni in der Lach und Schieß

Sie sind Zweifler vom Feinsten, keine Verzweifler: Und deswegen blicken Silvana und Thomas Prosperi, die sich seit jeher Faltsch Wagoni, nennen, auch gelassen zurück auf den Zustand der Zustände. „Die letzten Ironesen“ eben.


Mirja Boes im Schlachthof

Melk mir ’nen Biber, ruft Mirja Boes – re- klamiert die Bühne für sich. Besser ge- sagt fürs neue Krawallspaßprogramm „Arschbombe Olé“. Allerdings ist Vor- sicht geboten: Immer öfter geht der gu- ten Frau jetzt die Empathie flöten. „Man muss auch mal loslassen“, sagt sie jetzt. „Auch bei Engelchen flieg.“


Starbugs Comedy im Theater Leo 17

Die Schweiz, wie sie (eher selten) singt, aber lacht: Zeit für eine Erfrischung – einen Refresh: Das Power-Trio Starbugs Comedy steht im neuen „Crash Boom Bang“-Programm wieder sprungbereit vor dem Publikum. Die Drei spulen im Mix aus Tanz, Akrobatik und Comedy das Leben vor und zurück – in Zeitlupe und im Zeitraffer-Modus.


Kawus Kalantar im Lustspielhaus

Unberechenbar komisch: Der Stand-up-Star aus Berlin ist eine Lichtgestalt der deutschen Stand-up-Szene. „Witzlebenstraße“ – muss man erleben!


Luise Kinseher im Kulturhaus Milbertshofen

Sie hat alle Kabarettpreise gewonnen, die es so zu holen gibt. Acht Programme hat sie geschrieben, den Nockherberg um den kleinen Finger gewickelt und zuletzt immer mehr tolle Kinofilme gedreht. Jetzt sollen sich um den Bühnenspaß mal die anderen kümmern. Also schickt Luise Kinseher ihre Zwil- lingsschwester „Mary from Bavary“ allein auf Tour. Und die jubelt natürlich: „Endlich Solo“. Pointenfeuerwerk, juhu!


Sara Brandhuber im Lustspielhaus

Von ihr kann man viel lernen – etwa über die dann doch nur eingeschränkte Sicherheit, die Schnitzschutzhosen bieten. „Gschneitzt und kampelt“, also fesch, legt Sara Brandhuber wieder los. Auf Niederbairisch, Ehrensache!


Franziska Wanninger im Schlachthof

Muss man ihr lassen: Franziska Wanninger steht dazu, dass viele ihrer gut gemeinten Ratschläge auch mal nach hinten losgehen. Trotzdem glühen dann fast die Telefondrähte durch. Man muss sich ja erst einmal besprechen. Dabei hat sie eigentlich so klar gesagt: „Wenn du wen brauchst, ruf mich nicht an“. Mit dem gleichnamigen, ziemlich turbulenten neuen Solo knüpft sie ans Vorgängerprogramm „Für dich soll’s rote Rosen hageln“ an. Humor hat sie.


Sven Bensmann im Theater Leo 17

Feelgood: Er ist der junggebliebene urbane Dorfbub und der Dino-Boy, der es in einem anderen Leben auch zur Disneyprinzessin gebracht hätte. Sven Bensmann setzt auf überwältigend gute Laune, auf Stand-up-Beobachtungen und auf viel Musik. Singen kann er wie kaum ein Zweiter. „Svenomenal“ eben!


Viduara Banara Rajapaksa in der Alten Kongresshalle

„The Paradise Gothic Tour“: Der Comedian, Autor und Regisseur aus Sri Lanka setzt sich mit seiner typisch trockenen Art und viel Witz unter anderem mit der Tech-Kultur von Unternehmen und spirituel- lem Burnout auseinander. Auf Englisch.