Interaktives Projekt

Münchens vergangene Kulturorte

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Einst einer der wichtigsten Jazz-Clubs Europas – Das Domicile in der Leopoldstraße (1965 – 1981)

Kult-DJ Florian Keller sammelt Wissen über nicht mehr existente Münchner Kulturorte. Mit Eurer Hilfe.

Öffnet man die Karte, auf der der international bekannte Münchner Funk- und Soul-DJ vergangene kulturelle Orte der Landeshauptstadt -also Konzertlocations, Clubs, Kinos, Plattenläden, Bars etc.- sammelt, stellen sich direkt einige Fragen: Gab es im Plattenladen Discothek 2001 am Isartor die aktuelle T.Rex-Scheibe immer direkt am Erscheinungstag? Wie war das in den 1950ern mit den Amerikanern im selbst so genannten G.I. Club Birdland am Max-Weber-Platz? Hat Münchens erste Diskothek, das Sahara Dancing (bestehend von 1963 – 1972) die Beatlemania am Paulanerplatz spürbar gemacht? Aber auch: Wie ekstatisch das wohl war, in den Anfängen der Rave-Kultur der 1990er Jahre im Ultraschall in den ehemaligen Pfanni-Werken am Ostbahnhof?

Initiator der Aktion – DJ und Funkster Florian Keller

Sie sehen: Beim Durchklicken der interaktiven Karte kommt man schnell ins Schwelgen und sehnt sich in ein München, das es in der Form einfach nicht mehr gibt und in dieser Gleichzeitigkeit auch nie gab. Perfekt passend zur aktuellen Nostalgiewelle. Und da gerade das nostalgische Schwelgen das Schöne an der Karte ist, die man unter floriankeller.net/start/muenchen ansehen kann, gibt es auch für die Betrachter*innen die Funktion, zu den jeweiligen Orten eigene Anekdoten und Fotos hochzuladen oder selbst zusätzliche Orte einzutragen. Zwischendrin ein Eingeständnis: Der Schreiber dieser Zeilen ist 30 Jahre alt, kann sich demnach nicht vorstellen, dass in der bayrischen Landeshauptstadt vor 1989 irgendwas von Bedeutung passiert sein soll und kennt die meisten vermerkten Orte nur aus Erzählungen.

Aber trotzdem: Die bislang überlieferten Anekdoten versammeln wertvolles kulturelles Wissen. So lernt man zum Beispiel Folgendes: Einst hat sich in der Bar Eve, die in der Nähe des Karolinenplatzes zu Trank und Tanz einlud, kein geringerer als Elvis Presley mit der schönen Tänzerin Irene Mann im Armdrücken gemessen. Der Fotobeweis ist in Florian Kellers interaktiver Karte zu finden. Ein weiterer eindrücklicher Fund: Die riesige Werbung zum wohl leicht exotisierenden Film „Der Dieb von Bagdad“, die in dessen Erscheinungsjahr 1940 am von 1929 bis 1974 bestehenden Luitpoldkino in der Brienner Straße prangte. Solche Artefakte findet auch die blutjunge retro-affine Klientel wie ich ziemlich cool.

Infos wie die genannten darf jede(r), der/die sich dazu befugt fühlt, beisteuern. Im besten Falle schreibt man seine Infos mit Bildern erstmal in die Kommentarspalte, da die Beiträge so zunächst geprüft werden können. Aber insgesamt gilt: Beiträge sind sehr erwünscht!

Nicht nur beim Herrn Keller, sondern auch bei uns. Haben Sie interessante Geschichten aus dem Münchner Kulturleben vergangener Tage, die Sie gerne mit der IN-München-Leserschaft teilen wollen? Dann schreiben Sie gerne eine E-Mail an die redaktion@in-muenchen.de Wir werden die Einsendungen sichten und nach einer Rücksprache mit Ihnen in einem Artikel auf unserer Webseite veröffentlichen und bedanken uns an dieser Stelle schon mal im Voraus!

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