Das Wahlprogramm von Grünen, CSU und SPD im Vergleich
Wählen ist erste Bürger*innenpflicht! Und das steht am Sonntag, den 8. März an. Haben Sie ohnehin bereits rot angestrichen, eh klar! Und da Sie gerade ein Kulturmagazin in den Händen halten, werfen wir hier einen kurzen Blick in die Wahlprogramme der für München relevanten Parteien mit OB-Kandidaten, bezüglich ihrer kulturellen Pläne für unsere Stadt. Namentlich und alphabetisch: Bündnis 90/Die Grünen, CSU, SPD. Gehen wir’s an:
Die Grünen
1. Die Grünen mit dem Bürgermeisterkandidaten Dominik Kraus: Die Partei hat in ihrem Programm einen eigenen Punkt für den Bereich Kultur. Gleich zu Beginn steht „Kultur bringt Menschen zusammen […] zeigt unterschiedliche Blickwinkel […] alle sollen Kultur erleben und selbst kreativ werden.“ Hier wird Kultur als die Gesellschaft tragender Grundpfeiler verstanden, den man nicht erst ab einem bestimmten Einkommen erleben können soll. Die Förderung der lokalen freien Szene soll durch einen Kulturbeirat geschehen. Vieles ist tief durchgeplant, dass z.B. auch Menschen mit besonderen Bedarfen mitgedacht werden. Die Bedeutung von Kultur als wirtschaftlich treibende Kraft wird aber nur kurz angeschnitten.
CSU
2. Die CSU. Auch im Wahlprogramm der Christsozialen um OB-Kandidaten Clemens Baumgärtner wird im Punkt „Kultur, Sport und Vereinsleben als Orte der Begegnung“ besonders der Aspekt des gesellschaftlichen Zusammenhalts, den Kultur fördert, betont. Die Nennung von Kultur im Verbund mit Sport und Vereinsleben zeigt, dass sie hier eher als Beiwerk im gesellschaftlichen Gefüge gesehen wird. Die Betonung von Kultur als Wirtschaftsfaktor wird mit Blick auf Großveranstaltungen, wie die immer noch nachwirkenden Adele-Konzerte 2024, betont. Dadurch scheint im Programm ein stärker hierarchisierendes Denken zwischen Sub- und Mainstreamkultur durch.
SPD
3. Die SPD mit ihrem Kandidaten und amtierendem OB, Dieter Reiter. Das sozialdemokratische Kulturprogramm der Partei kann man gut als Mischung aus CSU und Grünen begreifen. Hier wird Großveranstaltungen auch ein Platz eingeräumt, gleichzeitig wird aber mitgedacht, wer daran teilhaben kann. So sollen auch für oft hochpreisige Events verbindliche soziale Ticketing-Kontingente eingeführt werden. Weiterhin sei „Vielfalt Prinzip“ und daher wolle man auch „Urban Art, Popkultur, Clubszene, Volkskultur und Straßenmusik“ fördern.
Soweit eine Zusammenfassung in breiten Pinselstrichen. Wer die Kultur noch mehr im Fokus sehen will, kann auch mal einen Blick ins Programm des neu gegründeten Bündnis Kultur um die OB-Kandidatin Christiane Pfau werfen. Und wie die Programme umgesetzt werden, ist bekanntlich nochmal eine ganz andere Geschichte. Nur eins ist sicher: Nicht-wählen hilft den Falschen!

