Neben dem Fasching und der Liebe ist der Februar auch der Monat des wohl größten Münchner Humoristen
Alter Hut, aber: Im Februar ist Valentinstag. Also Karl Valentins Tag… Todestag um es genauer zu sagen, nämlich am 9.2. Friede seiner Asche. Er war schon wahrlich ein guter. Nicht zuletzt deswegen verleiht die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla e.V. alljährlich den Karl-Valentin-Orden „an eine Persönlichkeit aus Kunst, Politik, Wissenschaft, Literatur oder Sport für eine humorvolle und hintergründige Bemerkung oder Tat, für außergewöhnliches Schaffen als Künstler“. Dieses Jahr bekommt ihn Schauspieler, Synchronsprecher und Autor Christoph Maria Herbst ans Revers geheftet. Ohne Zweifel auch wohlverdient. Dennoch stellt sich die Frage, was der werte Absurdl aus der Au wohl so dazu sagen würde. Stammen von ihm doch erstens die weisen Worte: „Nieder mit dem Aschermittwoch, nieder mit dem Karneval. Es lebe der erste April!“, in denen er bezüglich der an Fasching um sich greifenden „Lustigkeit“ seine Präferenz zum gehobenen Schabernack klarstellt.
Der Valentin-Karlstadt-Preis
Und zweitens hat Karl Valentin selbst zu Lebzeiten nicht einen einzigen Preis bekommen. Weder den Oscar für die beste Darstellung eines begriffsstutzigen Kunden in „Im Schallplattenladen“ noch den Pulitzer für den „besten auf Touri-Postkarten verwertbaren Oneliner“… Einfach keinen. Nichts. Dementsprechend besteht der Große Valentin-Karlstadt Preis, den die Stadt München valentinesk in unregelmäßigen Abständen, aber stets im Februar verleiht, auch aus ebenjenem, nämlich aus nichts. Keine Trophäe, kein Preisgeld. Laut der Stadt benötigt die Auszeichnung „nicht wie andere Preise eine entsprechende Trophäe oder Geldsumme, um dem Preis Bedeutung zu verleihen“. Der Große Valentin-Karlstadt-Preis habe „als solcher unschätzbaren Wert“ und genüge als Preis sich selbst. Nach Karl Valentin „hat Gott die Welt aus ‚nichts‛ gemacht“. Daraus folgerte er, dass man aus „nichts“ also doch etwas machen könne, dass „nichts“ demnach eine göttliche Bedeutung hat.“ Chapeau!
Bisherige Preisträger*innen
Erhalten haben jenes ehrwürdige Nichts bislang Gerhard Polt und die Biermösl Blosn, Fredl Fesl, Helge Schneider, Sigi Zimmerschied und Gardi Hutter. Nicht dass ich mich in diese Abfolge großer Künstler*innen einzureihen wagen würde, aber: Ich selbst hab auch ein ganz ähnliches Nichts daheim. Nur ausgezeichnet wurd ich nicht damit. Ich darf’s also sogar behalten und kann’s euch gern leihen. Außer ihr seid grad US-Präsident, dann kriegt ihr’s nicht. Ja, inzwischen sind wir sauber in den Schmarrn reingekommen, aber Unsinn ist wohl besser als gar kein Sinn. Und was lernen wir daraus: Nichts! Jetzt wird’s Zeit, dass der Sommer kommt. Dann macht das Valentin-Karlstadt-Musäum endlich wieder auf. Und bis dahin schauen wir uns dort am besten die Hofausstellung „Heimatlos“ an. Schönen Valentinsmonat!
