Ab 1.Mai bekleidet mit Dominik Krause der erste Grüne das Amt des Münchner OBs
Jetzt geht’s los für Dominik Krause. Am 1.5. tritt der 35-Jährige offiziell sein Amt als erster grüner Oberbürgermeister der Stadt München an. Große Hoffnungen werden in ihn gesetzt: Mietpreise sollen unter Kontrolle gebracht, die Luft soll besser, die Innenstadt autofreier und Brücken zwischen politischen Positionen sollen geschlagen werden. Oft wird in aktuellen Gesprächen dabei der Vergleich zur französischen Politikerin Anne Hidalgo gezogen, die von 2014 bis 2026 für die sozialdemokratische Partei PS Bürgermeisterin von Paris war. Dieses Jahr ließ sie sich nicht erneut zur Wahl aufstellen. Auf feministischen und wissenschaftlich fundierten Grundsätzen aufbauend hat sie die französische Hauptstadt so erfolgreich in eine „Ökostadt“ umgebaut, dass auch das konservative Lager zu unerwartet großen Teilen applaudierte. Und was in der Stadt der Liebe funktioniert, kann man ja auch in der vermeintlichen Weltstadt mit Herz mal probieren, dachten die hiesigen Wähler*innen. Was heißt das konkret?
Vorbild Paris?
Hidalgo hat Bürgersteige verbreitert, Bäume gepflanzt, Schnellstraßen in Promenaden verwandelt und insgesamt 1400 Kilometer Radwege anlegen lassen. Das Resultat: Die Luftverschmutzung in Paris ist nur noch halb so schlimm wie vor 20 Jahren. Und in München? Hier wurden auch unter Dieter Reiter schon viele Radwege geschaffen, eine Bürgersteigverbeiterung wird aktuell z.B. in der Augustenstraße umgesetzt. Es ist zu erwarten, dass der Kurs beibehalten und intensiviert wird. In Krauses Sofortprogramm für die Zeit nach Amtsübernahme steht davon zwar noch nicht viel, aber nur weil er für Projekte dieser Größenordnung auch die Deckung des Stadtrats braucht. Dafür sollen direkt die Zuständigkeiten des ÖPNV gebündelt werden, was sie verlässlicher und uns einen Umstieg auf die Öffis attraktiver machen soll.
In den Kommentaren von Krauses Instagram-Profil, wo Aktionen wie das Bäume-Pflanzen in der Arndstraße oder der Umbau des Willy-Brandt-Platzes dokumentiert werden, sieht man ein Problem, das auf Krause zukommen wird: Den Münchner*innen klarmachen, dass wir bei aktuellen wissenschaftlichen Prognosen und dem hohen Zuzug in unsere Stadt besser möglichst bald auf unser Auto verzichten sollten. Das gilt natürlich besonders für die Münchner*innen, denen andere Fortbewegungsarten offenstehen. Aber wie dem auch sei: Ich wünsche allen Krause-Wähler*innen, dass wir… äh… sie in den kommenden sechs Jahren vieles von dem bekommen, was sie wollen und nicht von der Realpolitik enttäuscht werden. Den Krause-Nichtwähler*innen wünsche ich, dass sie offenen Verstandes beobachten, wie sich unsere Stadt verändert und unvoreingenommen werten, was um sie herum geschieht. Vielleicht ist da auch was für sie dabei. Ist doch denkbar. Und allem voran wünsche ich Dominik Krause einen guten, inspirierenden Start in sein Amt.


