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Die besten Indie-Partys in München

Der Kassettenclub im Milla Club
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Indie hören und fühlen: Der Kassettenclub im Milla Club

Nach der Schließung vom Folks!, dem Café Cord und dem Maxe Belle Spitz – und freilich dem Mutterschiff Atomic Café 2014 – ist es Zeit, neue Indie-Anlaufstellen zu suchen.

Das Substanz (Ruppertstr. 28) ist ein wahres Indie-Urgestein – hier spielten schon stilprägende Bands wie The Charlatans. Seit über 31 Jahren ist Jürgen Franke Gastgeber für Indie und Alternative aller Art. Dort gibt es Freitag, den 12. November endlich wieder „Champagne Supernova Vol.28“; Indie-Hymnen mit Armin Linder. Auch als Geheimtipp wird die Tatsache gehandelt, dass Bands, die in der Stadt spielen, nach ihrem Gig oft noch im Substanz vorbeischauen… „Es ist ein Wohnzimmer, ein Club, so eine Mischung, die nie gleich sein soll“, so Jürgen Franke.

Der Strom Club (Lindwurmstr. 88) selbst ist durch und durch Indie: Frank Bergmeyer leitet seine Location mit viel Herzblut. „Wir sind ein Relikt, es gibt fast keine Clubs mehr mit Indie-Partys, es ist fast wie Trüffeln suchen!“ Hier im Strom Club finden nicht nur Premiumkonzerte mit Bands wie Ash oder The Hunna statt, es gibt seit Jahren fest verankerte Partyreihen wie die „Visions-Partys“ mit DJ Albert Royal: „Musikalisch definieren manche Indie als alles, was irgendwie so klingt wie Britpop, andere ordnen darunter Bands wie Fugazi, Minor Threat oder Wave-Bands der 80er Jahre ein. Dieses Schubladendenken ist aber einfach überholt und sollte man hinter sich lassen. Wer möchte, kann aber zum Beispiel am Samstag, 27. November zur nächsten „Visions Party“ in den Strom Club kommen. Die „Visions Party“ feiert im Frühling 2022 übrigens ihren 15. Geburtstag“, sagt DJ Albert Royal. Dazu neu im Programm im Strom: Die „You’ve Got The Love“-Party, benannt nach Florence + the Machine mit DJ Robert Johannsson, der nächste Termin ist der 11. Februar 22. Neu ab Samstag, den 29. Januar, ist die noch namenlose Party mit DJ Max Power; dazu startet auch die seit vier Jahren beliebte „Momentum“-Party am 19. November wieder.

Im Milla (Holzstraße 28), dem ehemaligen Bachbett Club, gastieren ebenfalls – freilich auch neben guten Indie-Konzerten wie von Motorama – feine Indie-Partys. Hier hält DJ Marc Zimmermann mit seinen „Kassettenclub“ Hof. „Es ist toll, nach mehreren Streamingmonaten und nach über 20 Monaten ohne live-Party auch wieder in echt vor Menschen aufzulegen und zu feiern. „Musik aus vier Dekaden Underground Music“ ist das Motto, die nächste Ausgabe ist dann am 11. Dezember. Außerdem gibt es am Freitag den 26. November auch noch den „Lostclub“ mit Postpunk und Wave und der UK-Legende Martinoldgoth als Gast-DJ im Strom – und Anfang Januar das Debut von „Synthicide“ im Evergreen. Am 12. November, zelebriert Manuel Palacio seine Party „Fancy Footwork“. Nach einer Station im Paradiso wird Manuel wieder regelmäßig im Milla auf die Tube drücken: „Zusammen zelebrieren wir Amore und reißen Mauern ein!“

Zwei weitere große Indie-Institutionen sind freilich sowohl das Muffatwerk (Zellstr. 4), als auch das Backstage (Holzstraße 28). Im Backstage von Hans-Georg Stocker herrscht seit über 30 Jahren reger Betrieb. Die selbst betitelte „Mutter aller Alternative Partys“ ‚Freak Out‘ wird am Samstag, den 13. November wieder regulär jeden zweiten Samstag auf zwei fetten Areas stattfinden.

Im Muffatwerk gab es diesen Sommer bereits Open-Air-Indie-Veranstaltungen. Derzeit arbeiten die Geschäftsführer Dietmar Lupfer und Christian Waggershauser und ihr Team an vielen Shows mit weitgehend klassischem Gitarrenindie: So spielen am 30. November Cassia und am 11. Dezember steigt die Konzertreihe „Munich Rocks!“ bei freiem Eintritt mit vielen lokalen Rock- und Indie-Bands. Am 29. Dezember begeht man das „Muffat Winterfest“ mit Konzerten und dem Partygast „in_die_Disko XXL“ vom Ex Cord-Club.

Die Glockenbachwerkstatt (Oberanger 26) ist weiterhin ein Garant für Indie-Vibes, dort fanden vor Corona in diesem Bereich hauptsächlich Sixties- und Garage-Punk-Konzerte statt. „Es macht uns Indie, dass wir ganz unterschiedlichen Sub-Kulturen eine Bühne und ein Zuhause bieten“, so Andreas Alt von der „Glocke“. Direkt in der Blumenstraße 7 beheimatet ist man quasi um’s Eck vom Unter Deck. Dort ist immer ab Mittwoch offen und ein offenes Ohr für Indie. Die heimelige Bar im Schiffsdekor und roten Lampen plus maritimer Videokunst bietet Indie-Rock live oder vom DJ.

Im Feierwerk setzen die Macher konstant und konstant gut auf Indie-Partys und Konzerte. So spielte dort in der Kranhalle am 2. November das neue Indie-Aushängeschild The Sherlocks ihren Hit „Chasing Shadows“, am 26. November sind die Indie-Popper Moonmates gebucht. Partymäßig bleibt man sich mit Veranstaltungen wie der Dark-Wave-Sause „Katzenclub“ von David Englert am 27. November als „Festival“ auf drei Areas treu. Dann, am Samstag, den 15. Januar 22 gibt es die „Katzenclub-Party“ mit Clan of Xymox, darauf am Mittwoch, den 23. Februar featured der „Katzenclub“ das Label Cold Transmission (Hansastr. 39-41).

Der Schwarze Hahn (Ohlmüllerstr. 8) bei der Isar läuft gut; neuerdings legt Ex-Keller DJ Dan L. hier auf und sogar Fremdveranstaltungen werden in Betracht gezogen: So steht die „Teenage Kicks“-Party am 11. November in der Bar X Lehel (Sternstr. 10) auf dem Programm. Anton Valero, ehemals vom Max Belle Spitz, ist inzwischen ebenfalls in der X Bar Lehel aktiv geworden: In dem Laden von Franky Schmitt mit den roten Ledersofas legt er am Wochenende regelmäßig auf, so auch am 12. November.

Im Flex (Ringseisstr. 11A) verdichtet sich die Szene: „Das meiste von dem was heute in dieser Stadt als „Indie“ gilt ist durch und durch verhipstert. Mit Craft Beer oder GinTonic (inkl. Gurke) haben wir nix zu tun (…). Wir sehen uns eher in der Metal und Punk Richtung, aber wollen uns nicht nur darauf reduzieren lassen. Wenn es sein muss, dann benutzte ich dafür den Begriff „alternative Szene“ und diese Szene ist in München wirklich sehr klein“, mailt Tobias Greiner. Läden wie das Tumult oder Raw haben dicht gemacht, lediglich das Café Kosmos (Dachauer Str. 7) habe noch auf.

Das Baader Café (Baaderstr. 47) ist eine nicht gentrifizierte Institution im Viertel, nicht nur zum Vorglühen. Seit 1985 pilgern dort Alternative-Fans hin. Nun ist fast an jedem Abend wieder DJ-Programm; man trifft dort auf szenebekannte Namen wie DJ Gefahr. Auch einen Besuch wert in der Baaderstraße 49: Die Unhaltbar von Stefan Krammer. Im Import Export (Schwere-Reiter-Str. 2h), schließlich huldigt man einer großen Münchner Indie-Institution mit einer Party am 8. Januar 22: Dem Tanzlokal Größenwahn!

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