Münchens Festgelände – unter den Augen der Bavaria
Die Theresienwiese ist Münchens rund 42 Hektar großes Festgelände in der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt und vor allem als Schauplatz des Oktoberfests weltbekannt. Doch auch Frühlingsfest, Flohmarkt und das Tollwood Winterfestival bringen das Gelände rund ums Jahr zum Leben.
Was wäre die Theresienwiese ohne das Oktoberfest? Auf jeden Fall nicht weltbekannt. Auch der Name „Wiesn“ hätte sich ohne den berühmten Festplatz kaum als Synonym für das größte Volksfest der Welt etabliert. Daneben locken auch das Frühlingsfest, der große Flohmarkt oder das Tollwood Winterfestival jedes Jahr zahlreiche Besucher*innen an. Mit Bavaria und Ruhmeshalle im Westen sowie St. Paul im Norden lohnt sich die Theresienwiese aber auch außerhalb der großen Veranstaltungen für einen Abstecher.
Fakten zur Theresienwiese:
- Entstehung: 1810 als fester Ort für ein Pferderennen unter diesem Namen etabliert
- Ursprung: Pferderennen zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Therese von Sachsen-Hildburghausen am 17. Oktober 1810
- Ideengeber: Andreas Michael Dall’Armi
- Fläche: 42 Hektar (entspricht etwa 60 Fußballfeldern)
- Höhe der Bavaria: 18 Meter
- Höhe der Paulskirche: 97 Meter
Wie kam die Theresienwiese eigentlich zu ihrem Namen?
Der Name geht auf Therese von Sachsen-Hildburghausen zurück. Sie heiratete am 12. Oktober 1810 den bayerischen Kronprinzen Ludwig, den späteren König Ludwig I. Zum Abschluss der mehrtägigen Hochzeitsfeiern fand am 17. Oktober ein großes Pferderennen auf einer Wiese vor den damaligen Toren Münchens statt.
Die Idee dazu hatte Andreas Michael Dall’Armi von der Bayerischen Nationalgarde. Zu Ehren der Braut erhielt der Festplatz den Namen „Theresens-Wiese“, aus dem später „Theresienwiese“ wurde. Bereits 1811 folgte das nächste Fest – der Ausgangspunkt für die Geschichte des Oktoberfests.
Seit wann wacht die Bavaria über die Theresienwiese?
Die 18 Meter hohe Schutzpatronin Bayerns wurde zwischen 1843 und 1850 vom Münchner Künstler Ludwig Schwanthaler im Auftrag Ludwigs I. entworfen und aus Bronze gegossen. Das größte Münchner Madl zu schaffen, war damals eine technische Meisterleistung.
Eingerahmt wird die Bavaria vom Kolossalbau der Ruhmeshalle, die viel bayerische Geschichte atmet. Denn in der dreiflügeligen Säulenhalle stehen einige Büsten bedeutender Bayern aus den letzten Jahrhunderten, darunter der Maler Albrecht Dürer, der Komponist Carl Orff und der Schriftsteller Ludwig Thoma.
Was findet auf der Theresienwiese statt?
Wenn nicht gerade das weltberühmte Oktoberfest die Trachtenträgertradition mit bisweilen tragischen Geschmacksverirrungen “bereichert”, kann es auf der Theresienwiese recht beschaulich zugehen. Ein paar Skater und Radler, Spaziergänger und Gassigeher kreuzen im Alltag das Areal und bilden so ein ziemliches Kontrastprogramm zum Trubel während der Festivitäten. Neben der Wiesn findet hier ja auch noch das Frühlingsfest mit Münchens größtem Flohmarkt und einem Oldtimerfestival sowie das Winter-Tollwoodfestival zum Jahresende statt.
Wo hat man den besten Blick auf die Theresienwiese?
Den allerbesten Blick auf die Theresienwiese habt ihr vom Turm der St. Pauls-Kirche am Nordrand der Theresienwiese – allerdings nur zur Wiesn. Dann ist die Aussichtsplattform am Hauptturm nämlich geöffnet und man kann wunderbar bis zu den Alpen blicken. Das zwischen 1892 und 1906 erbaute, katholische Gotteshaus im neugotischen Stil hat übrigens derselbe Architekt entworfen wie das Neue Rathaus am Marienplatz: Georg Ritter von Hauberrisser. Die Paulskirche erlebte auch einmal einen tragischen Flugzeugabsturz: im Dezember 1960 streifte ein US-amerikanisches Flugzeug den Hauptturm und stürzte ab auf eine Straßenbahn. 20 Flugzeuginsassen und 32 Menschen am Boden starben bei dem Unglück.
Kann man die Bavaria besichtigen?
Die Bavaria könnt ihr während der Sommersaison auch von innen besichtigen. Über eine steile Wendeltreppe gelangt ihr bis zur Aussichtsplattform im Kopf der Statue, von wo aus ihr wunderbar auf die Theresienwiese blicken könnt.
U-Bahn, S-Bahn und Alternativen – Anfahrt zur Theresienwiese
Am schnellsten erreicht ihr die Theresienwiese mit den U-Bahn-Linien U4 und U5 über die Station Theresienwiese. Während des Oktoberfests sieht das Ganze allerdings etwas anders aus: Die Station ist dann so stark frequentiert, dass es sich lohnt, ein paar Meter mehr in Kauf zu nehmen, um schneller auf die Wiesn zu kommen. Mit den U-Bahn Linien U3 und U6 könnt ihr bequem am Goetheplatz oder an der Poccistraße aussteigen. Nach einem rund zehnminütigen Spaziergang erreicht ihr das Festgelände. Wer mit der S-Bahn anreist, steigt am besten an der Hackerbrücke aus. Von dort aus genießt ihr erst den Blick über die Gleise und lauft dann etwa 15 Minuten zum Haupteingang der Wiesn.
Fun Fact: Während des Oktoberfests kann die MVG die Rolltreppen an der Station Theresienwiese von normalerweise 0,5 auf 0,6 Meter pro Sekunde beschleunigen.
