Wie wär’s? Einfach mal wieder abtauchen in Fantasiewelten
Ein Abend in Memoriam Wiglaf Droste mit Christof Meueler
Willi Winkler von der „SZ“ nannten ihn den „Kurt Tucholsky unserer Tage“. Seit fast sieben Jahren fehlt Wiglaf Droste, der scharfzüngige Satiriker und wilde Lebensabenteurer, sehr. Christof Meueler, der lange sein Redakteur und Freund war, erinnert an den viel zu früh verstorbenen Autor. Er stellt seine aktuelle Droste-Biografie „Die Welt in Schach halten“ vor. Und Franz Dobler, ebenfalls Freund und Weggefährte, liest seine Texte. (Optimal, 11.4.)
Krimifestival München: Dunkle Geheimnisse
Mörderische Schatten über der Stadt: Das Krimifestival nimmt wieder Fahrt auf. Offizieller Beginn ist die Auftaktvorstellung des True-Crime-Formats Dunkle Geheimnisse des Krimi- und Waffen-Experten Ludwig Waldinger und von Marion Gehlert, Chefredakteurin von München TV. (Deutsches Theater, 13.4.)
Vicki Vomit „Mein Klampf“
Neuer Unfug: Vicki Vomit, der sich eigentlich schon 2020 gar nicht still und leise von den Bühnen verabschieden wollte und dann durch Corona, auch nur so eine Unart mexikanischen Fake-„Biers“, ausgebremst wurde, meldet sich zurück. Man glaube es ihm einfach. Er hat zuletzt ein Buch geschrieben: „Mein Klampf“. Höchste Zeit für eine Lesung. (Schlachthof, 14.4.)
Max Goldt liest „Aber?“
Er ist einer der feinsinnigsten Satiriker und ein Meister der kleinen Form, die dann im Nachwirken ganz groß rauskommt: Max Goldt, einst Bandmitglied bei Foyers des Arts, schreibt seit über drei Jahrzehnten. Jetzt liest er daraus mal wieder vor – und erinnert sicher auch an seinen Freund Wiglaf Droste. (Lustspielhaus, 15.4.)
U20 Poetry Slam
Mikros frei für die Mutigen: U20 Poetry Slam – nicht verpassen. (Volkstheater, 16.4.)
Julius Fischer – Ich hasse Menschen. Eine Fortpflanzung
Dafür, dass er sich auf Lesebühnen so wohl fühlt (und auch so erfolgreich agiert), wirkt es fast ein wenig unglaubwürdig, wenn Julius Fischer in seinem neuen Buch behauptet: „Ich hasse Menschen“. Allerdings verfolgt der Autor, Musiker und gelegentliche Moderator dabei ein höheres Ziel: Er möchte den zuletzt arg strapazierten Hass wieder gesellschaftsfähig machen. Dafür hat er sich zuletzt sogar viel mit Mitmenschen getroffen. (Lach und Schieß, 17.4.)
Maria Maschenka
Erotisches, Gemeines, Lügen, Wahrheiten, Flaches und Tiefgängiges: Maria Maschenka trägt ihre grandiose Lyrik auf die Bühne. Außerdem kann sie, was kaum jemand schafft: Auf spontane Zurufe aus dem Publikum hin schleudert sie schnell improvisierte Gedichte aus der Hüfte. (Fraunhofer, 18.4.)
Martin Becker & Tabea Soergel „Die Feuer von Prag“
Ein Spionagekrimi, der nicht nur die untergehende k.u.k.-Monarchie in Atem hielt: Martin Becker und Tabea Soergel lassen in „Die Feuer von Prag“ den legendären rasenden Reporter Egon Erwin Kisch und seine Kollegin Lenka Weißbach ermitteln. Was trieb Oberst Redl auf dem brennenden Schiff auf der Moldau? (Muffathalle, 21.4.)
Peter Probst: „Am helllichten Tag“
Ein Krimifest im Kleinen: Peter Probst, Grimme-Preis-prämierter Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur, der zu den zivilgesellschaftlich und sozial engagiertesten Köpfen der Stadt zählt, stellt beim Krimifestival seinen neuen Roman „Am helllichten Tag“ vor. (Glatteis, 23.4.)
Sendlinger Revolutionsensemble – Leben unter Vorbehalt
Wie reagieren, wenn es wirklich ernst und bitter-braun wird? Das Sendlinger Revolutionsensemble möchte Lehren aus der Vergangenheit ziehen. In der literarischen Rückschau geht es ums Exil in Texten und um die Verarbeitungs-, aber auch Verdrängungsstrategie von Künstlern wie Erich Kästner. (Fraunhofer, 23.4.)
Isar Slam
Wortgewaltig und ein Pflichttermin: Isar Slam. (Muffathalle, 29.4.)
Literatur Fest: Wenn die Literatur ihre Freiheit feiert

Streert Art-Aktivist Dan Perjovschi kommt zum Literaturfest 2026.
Vom 21. bis 30. April setzt das Literaturfest München auf spannende, brisante Begegnungen — Zehn Tage Literatur und Debatten: Unter dem Motto „Freiheit!“ kuratiert die Autorin Dana Grigorcea das Literaturfest-Programm im Literaturhaus sowie an zahlreichen Orten in der Stadt. In Lesungen, Gesprächen und interaktiven Formaten soll es, so Grigorcea, um „intime Freiheiten gehen, um die Freiheit als Menschenrecht bis hin zur Kunstfreiheit“. Gerade in politisch angespannten Zeiten gelte es, „trotziger denn je, unsere Freiheit zu feiern – mit der Kunst“. Zu den Gästen zählen „Freedom Artist“ Dan Perjovschi, die Aktivistinnen Maria Kalesnikava und Maria Aljochina („Pussy Riot“, s. Ortsgespräch) sowie US-Singer-Songwriter Daniel Kahn. Erstmals ist auch die Bayerische Staatsoper als Kooperationspartnerin beteiligt. Neben klassischen Lesungen setzt das Festival verstärkt auf partizipative Formate – von „Silent Reading“ über Workshops bis hin zu Filmvorführungen. Viele Veranstaltungen werden zudem gestreamt.
Die „Münchner Schiene“, diesmal kuratiert von Christina Madenach und Christian Schüle und dem Team der Münchner Volkshochschule, ergänzt das Programm um den Blick hinter die Kulissen des Schreibens. In 18 Veranstaltungen will man dort Sprache, Wort und Text in ihrer verschwenderischen Vielfalt feiern, aber auch einen nachdenklichen Blick auf die kulturpolitischen Rahmenbedingungen, unter denen heute Literatur entsteht, werfen. Auch politisch positioniert sich das Festival klar. Geschäftsführerin Tanja Graf sagt: „In Zeiten, in welchen sich die Grenzen auch inner- halb Europas wieder schließen, Autokraten nach Belieben demokratische Verfassungen ändern, längst gelebte gesellschaftliche Freiheiten neu eingeschränkt und Kulturver- anstaltungen zum Politikum werden – in solchen Zeiten, also genau jetzt, müssen wir das Thema Freiheit neu beleuchten.“ Ende April wird München damit erneut zur Bühne für Literatur – und für die Frage, wie frei sie heute noch ist.
