Man with gray hair wearing a black t-shirt stands outdoors on a cobblestone street, looking up at the camera.

Lesungen im Mai: Wenn die Leidenschaft zupackt

Vom Grant ohne Gesülze und vom Verliebtsein als Fan

München-Mexico: One Revolution after another – 100 Jahre B. Traven

Einer der berühmtesten Söhne der Stadt, den kaum jemand wirklich kennt – jedenfalls nicht unter dem Namen Ret Marut. Er wurde 1925 – im mexikanischen Exil, wohin er sich vor dem aufziehenden Nazi-Furor flüchten konnte – mit einem Roman weltbekannt: „Das Totenschiff“, veröffentlicht unter dem Pseudonym B. Traven. Erst auf seinem Totenbett verriet der Autor, wer er wirklich ist und woher er stammte: aus München. Ralf G. Landmesser erinnert an ihn. (Fraunhofer, 3.5.)

Ausradiert / American Fiction – Percival Everett in Conversation

Percival Everett hat selbst schon so viele Romane geschrieben, dass er ein guter Gewährsmann für die frei liegen- den Nerven im US-Literaturbetrieb ist. Der „Pulitzer“- und „National Book Award“-Preisträger spricht in „Aus- radiert“ mit dem SZ-Magazin-Chefredakteur Michael Ebert über ameri kanische Mythen, über Politik und über rassistische Stereotype. (Literaturhaus, 4.5.)

Shelly Kupferberg »Stunden wie Tage«

Shelly Kupferberg erinnert in ihrem Roman „Stunden wie Tage“ an eine mutige Widerständlerin aus der Gruppe „Rote Kapelle“. (Literaturhaus, 6.5.)

Markus Kavka „FC Bayern – Eine Liebeserklärung“

Es hätte kein schönerer Moment für diese Lesung herbeigezaubert werden können: Markus Kavka verneigt sich in „Bayern München – Eine Liebeserklärung“ vor dem Verein, der üblicherweise ganz Deutschland spaltet, auf den sich derzeit aber doch fast alle einigen können. Selbstironie, meisterlich! (Fat Cat Black Box, 8.5.)

Das glückliche Schicksal – Matthias Nawrat im Gespräch mit Edgar Selge

Matthias Nawarat lotete in seinem Kammerspiel die Machtbeziehungen zwischen Wanda, einer polnischen Sozialpsychologin, und eines im venezianischen Exil lebenden Philosophen aus. Wer verhört hier wen? Nawrat spricht dann auch mit dem Schauspieler Edgar Selge, der einer seiner großen Bewun- derer ist. (Literaturhaus, 12.5.)

DOK.FEST: Glück gehabt! – Buchpremiere mit Franz Xaver Gernstl

Mit seiner sympathischen, unverstellten, neugierigen und gelegentlich unerschrocken naiven Art, die Menschen nach ihren Träumen zu fragen und ihnen gut zu zuhören, hat Franz Xaver Gernstl TV-Geschichte geschrieben. Dass der BR die Zusammenarbeit mit ihm einstellte, ist ein Skandal. „Glück gehabt!“ heißt sein Buch zu seinen Reisen. (Literaturhaus, 15.5.)

Benjamin von Stuckrad-Barre & Jan Delay „Vorglühen 2026“

Man glaubt es kaum: Udo Lindenberg wird dieser Tage auch schon 80 Jahre alt. Am Vorabend glühen Bewunderer Benjamin von Stuckrad-Barre und Jan Delay vor. Sie servieren einen Mix aus Liedern, Texten und Geschichten des nuscheligen Songpoeten. (Gasteig HP 8, 16.5.)

Sven Stricker & Bjarne Mädel „Sörensen geht aufs Haus“

Auch wer die „Sörensen“-Romane von Sven Stricker liest, hat früher oder später den Schauspieler Bjarne Mädel vor Augen, der in den Verfilmungen den Kommissar spielt. Naheliegend, Mädel mit zur „Sörensen geht aufs Haus“-Lesung zu bringen. Zusammen übrigens mit dem Musiker Jan-Peter Pflug, der zu den Hörbüchern die Musik komponiert. (Volkstheater, 16.5.)

Heinz Strunk „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“

Vom banalen Grauen der Vorstädte und der Urlaubsorte in der Nebensaison: Heinz Strunk erzählt in „Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ von Haushaltsrobotern, die andächtig bei einem Puppentheater zusehen. Und von Rentnern, die sich am Fischbuffet eine Schlacht liefern. Schön fies beobachtet. (Volkstheater, 17.5.)

Krimi Festival: Anatomie: Prof. Jens Waschke liest aus seinem Anatomie-Krimi „Einbein“

Für Nervenstarke: Jens Waschke, LMU-Professor, Autor und Vorstand der Anatomie, liest an einem der ungewöhnlichsten Orte der Stadt – an seinem eigenen Arbeitsplatz. Flankierend zu seiner Lesung aus dem eigenen Anatomie-Roman gibt es eine Führung durch den berühmten Präpariersaal und die Anatomische Sammlung. Krimifestival München, vom Feinsten. (Anatomische Anstalt, Pettenkoferstr. 11, 18.5.)

Taumelndes Blau

Eine Hommage an Dagmar Nick, die vor 100 Jahren in Breslau geborene Lyrikerin: Vor ihr verneigen sich vier Autorinnen, die sich noch immer von Nicks Lebenslust und Wissenshunger inspirieren lassen – Franziska Gänsler, Lena Gorelik, Annegret Liepold und Nora Zapf. (Lyrik Kabinett, 18.5.)

Krimifestival München: Andreas Föhr

Kommissar Clemens Wallner und Polizeiobermeister Leonhard Kreuthner ermitteln wieder – auf schlitzohrig komischen Fällen im Landkreis Miesbach: Dafür steht Bestsellerautor Andreas Föhr, der schon Drehbücher für „Der Bulle von Tölz“ oder „Die Rosenheim-Cops“ schrieb. (Drehleier, 19.5.)

Isar Slam

Wie immer Pflicht: Isar Slam. (Muffathalle, 27.5.)

Christiane Rösinger „The Joy of Ageing“

Mit den betulichen Selbsthilfe-Ratgebern, den Kalendersprüchen, der Urkraft der Natur und der Resilienz-Rotze braucht man Christiane Rösinger nicht kommen. Die „Lassie Singers“- und „Britta“-Musikerin, die in Kreuzberg lebt, macht sich keine Illusionen über das Altern. Und sie lässt sich nicht ge- fallen, wie die Gesellschaft mit Frauen umzuspringen meint, die nicht mehr ganz jung sind: „The Joy of Ageing“. (Volkstheater, 30.5.)