Ob Alte oder Neue Musik. Der März hält so manche Entdeckungen parat.
HörBar: Of Forests And Fields
So schön das Wedeln über verschneite Pisten und weiß überzuckerte Wälder aus sein mögen. Spätestens mit Ende der Olympischen Winterspiele reicht es auch langsam mal mit der kalten Jahreszeit. Dies scheinen sich auch die Münchner Symphoniker zu denken, die den März mit einem angemessen frühlingshaften Konzert im Technikum eröffnen. Unter dem Motto „Of Forests and Fields“ werden von ihnen mit dem ersten Satz aus Beethovens „Pastorale“ grüne Felder und Wiesen heraufbeschworen. Auf den Rest der Sinfonie wird man diesmal jedoch vergeblich warten. Denn weiter geht es danach mit der Französin Rita Strohl, einer Zeitgenossin von Camille Saint-Saëns und Gabriel Fauré, deren „Symphonie de la Forêt“ hier von Chefdirigent Joseph Bastian vorgestellt wird. Ergänzt mit Musik von Ralph Vaugh Williams und Jean Sibelius, sowie mit der argentinischen Antwort auf Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Den feurigen „Cuatro Estaciones Porteñas“ von Tango-König Astor Piazzolla. Solisten ist die Geigerin Lea Brückner. (5.3. Technikum)
Münchner Philharmoniker: Elgar / Andrew Manze
Die Philharmoniker widmen sich indessen „The Dream of Gerontius“, dem größten Meisterwerk aus der Feder von Edward Elgar. So lautet zumindest die eigene Einschätzung des britischen Komponisten, der am Ende der Partitur notierte „This is the best of me“. In seinem Heimatland würde man dem wohl rückhaltlos zustimmen. Dort zählt das monumentale Oratorium, dank seiner sinnlichen Musik und den überaus dankbaren Chorpartien seit der Uraufführung anno 1900 zum absoluten Standardrepertoire. Und so dürfte auch Dirigent Andrew Manze die Tonsprache Elgars quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben. Mit Beth Taylor, Andrew Staples und Andrew Foster-Williams liegen natürlich auch die Solopartien fest in schottisch-englischer Hand, womit der authentische Klang endgültig garantiert sein sollte. (6./7.3. Isarphilharmonie)
Béla Bartók: Herzog Blaubarts Burg
Was die originalgetreue Aussprache betrifft, muss man sich wohl auch bei der anstehenden Premiere von Béla Bartóks „A kékszakállú herceg vára“ keine Gedanken machen. In unseren Breiten besser bekannt als „Herzog Blaubarts Burg“. Ein Klassiker des 20. Jahrhunderts, den das Jewish Chamber Orchestra in Kooperation mit den Kammerspielen zeigt. Die Protagonisten dieses spannenden Musiktheater-Krimis sind die ungarische Mezzo-Sopranistin Andrea Brassói-Jörös, sowie ihr Landsmann Levente Páll, der Münchner Opernfans vom Gärtnerplatztheater her bestens bekannt sein dürfte, wo er zuletzt in Borodins „Fürst Igor“ brillierte. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Daniel Grossmann, der das Werk in einer transparenten Bearbeitung für Kammerbesetzung vorstellt. (15.3. Kammerspiele)
Münchener Kammerorchester: Onofri / Eberle / Haydn, Hokosawa, Beethoven
Am Anfang war das Wort. Zumindest wenn man sich auf die ersten Verse des Johannes-Evangeliums beruft. In der Musik verorten wir den Beginn aber wahrscheinlich eher in der Stille, die dem ersten Klang vorausgeht. Was danach kommt, hat unter anderem Joseph Haydn in seinem Oratorium „Die Schöpfung“ auf eindrucksvolle Weise vertont. Das von ihm in Noten gesetzte Chaos vor dem Urknall ist nun der Dreh- und Angelpunkt beim Abo-Konzert des Münchener Kammerorchesters. Eingerahmt wird Haydns Geniestreich mit einem Schlagzeugsolo der chinesischen Komponistin Yiran Zhao, die ihr Werk den Titel „Joik“ gegeben hat. Sowie mit Toshio Hosokawas Violinkonzert „Genesis“, das der Komponist der Geigerin Veronika Eberle anlässlich der Geburt ihres Kindes widmete. Sie ist daher nun ebenso wieder mit von der Partie wie Schlagzeuger Mathias Lachenmayr. Die Gesamtleitung liegt bei Dirigent Enrico Onofri, der den Abend mit Beethovens Sinfonie Nr. 1 beschließen wird. (19.3. Prinzregententheater)
Themenkonzerte der Bayerischen Staatsoper im BrainLab
An der Bayerischen Staatsoper wirft bereits die im Mai anstehende Uraufführung von Brett Deans „Of One Blood“ ihre Schatten voraus. Und bei neuen Werken schadet es bekanntlich nicht, dem Publikum vorab ein wenig Kontext zu geben. Erste Einblicke in die Klangwelten des australischen Komponisten bietet daher nun eine Reihe von Themenkonzerten im Brainlab, die Deans Musik mit Werken zurückliegender Epochen in Dialog stellen. Den Anfang macht da Cembalist Mahan Esfahani, der Deans „Byrdsong Studies“ gemeinsam mit englischen Komponisten der Tudor Zeit präsentiert. Und am zweiten Abend greift der Komponist dann sogar selbst aktiv ins Geschehen mit ein und wird als gelernter Bratscher seine „Intimate Decisions“ für Viola solo zur Aufführung bringen. Den Abschluss bildet schließlich an Tag drei die Mezzosopranistin Emily Sierra, die neben Liedern von Brett Dean ebenso die von Robert Schumann vertonten „Gedichte der Königin Maria Stuart“ interpretieren wird. Begleitet wird sie dabei von Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters. (20.-23.3. Brainlab Firmenzentrale)
Münchner Symphoniker: Sternenklang
Das Lied war auch eine der großen Stärken des Komponisten Henri Duparc. Doch bei den Symphonikern ist er nun ausnahmsweise mit seinem traumverlorenen „Aux étoiles“ vertreten. Das soghafte Orchesterstück eröffnet ein kleines, aber feines Konzert in der Allerheiligen Hofkirche, mit dem sich der französische Dirigent Swann van Rechem dem Münchner Publikum vorstellen wird. Nach dem Ausflug zu den Sternen holt uns Robert Schumanns Opus 52 wieder zurück auf die Erde, ehe Geigerin Yuki Manuela Janke mit dem Violinkonzert von Felix Mendelssohn-Bartholdy einen stimmigen Schlusspunkt setzt. (21.3. Allerheiligen Hofkirche)
Fazil Say im Prinzregententheater
Der Morgen danach gehört dann ganz Fazil Say und seinem großen Hausgott Wolfgang Amadeus Mozart. Dem Pasticcio-Konzert KV 41 des jungen Wunderkindes wird hierbei das knapp zwei Jahrzehnte später entstandene Klavierkonzert KV 488 gegenübergestellt wird. Womit Say interessante Einblicke in Mozarts musikalische Entwicklung gewährt. Für weitere Kontrastfarben sorgen Mozarts Fantasia in d-Moll, sowie die Weltpremiere des von Say selbst komponierte „Bosporus Romance“, mit der er erneut eine musikalische Brücke in seine türkische Heimat schlägt. Begleitet wird Fazil Say bei diesem Unterfangen von Aslihan And an der Querflöte. Es spielt das Münchener Kammerorchester. (22.3. Prinzregententheater)
