Lucky Chai gegen Fernweh

A Small Café: Lucky Chai und Fernweh-Küche in der Müllerstraße

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Rainer Germann 26. April 2023 Gastro-Artikel

A Small Café in der Müllerstraße zaubert ein bisschen Sonne in graue Tage – das liegt auch an dem sympathischen Betreiber-Pärchen.

Auf die Schnelle:

Küche Café · Indisch-mexikanisch · Brunch · Bar am Wochenende
Öffnungszeiten Mo, Mi–Fr 9–16 Uhr, Sa–So 9:30–17 Uhr, Di geschlossen (Website)
Adresse Müllerstraße 17, 80469 München-Isarvorstadt (Glockenbachviertel)
Website asmallcafefornow.com
Preisniveau €
Preiszusatz Getränke ab 3,70 €, Sandwich und Overnight Oats 7,90 € (Besuch April 2023)
Reservierung Keine Reservierung (laut Haus)

Das Café

Eine Fernreise für Kopf und Gaumen

Wäre draußen nicht Münchens Müllerstraße, könnte man glauben, es sind nur ein paar Meter bis ans Meer – A Small Café könnte so auch an einem coolen Beach angesiedelt sein. Und das ist auch das Ziel von Samira und Lucky, denn eine kleine Fernreise sollen die Gäste mit Kopf und Gaumen in ihrem Mitte Februar 2023 eröffneten Café antreten. Das junge Paar ist bereits viel rumgekommen: Samira Ammann stammt ursprünglich vom Bodensee, hat lange Zeit in Lateinamerika gelebt, „schwäbische Wurzeln, mexikanisches Herz“, erklärt sie lachend. Pardeep „Lucky“ Singh wurde in Indien geboren, studierte in Neuseeland und hat sich bei einem Europaaufenthalt in München verliebt. Und in Samira, die beiden haben sich bei einem Catering im Kale & Cake Yogastudio kennengelernt. Hier gab Samira zum Zeitpunkt unseres Besuchs im April 2023 unter dem Motto „Female Movement“ Tanzunterricht mit Fokus auf Latin Music. Der Cateringjob wurde intensiviert, über einen Bekannten bekamen sie Kontakt zum Vorbesitzer ihres kleinen Cafés, der hier den CBD Shop „Charlie Green“ betrieb und schätzungsweise ein bisschen zu lange auf die angekündigte Legalisierung warten musste. Für Samira und Lucky ein Glücksfall, um sich den berühmten Traum vom eigenen Laden zu erfüllen.

Betritt man die kleine Lokalität, versteht man sofort, was die beiden mit Fernreise meinen: bunte Rattan-Schalen aus dem Süden Indiens zieren die Wand hinter der Bar und kontrastieren die grünen Wände, eine kleine Treppe mit schönen Mosaikkacheln führt in einen kleinen Nebenraum, der mit Wandteppichen und exotischen Bildern geschmückt ist. Wer sich hier nicht sofort wohlfühlt, hat selten über den Tellerrand geschaut – bis ins kleinste Detail haben die beiden sympathischen Gastgeber ihr kleines Café eingerichtet, denn vorerst wollen sie auch hier bleiben. Viele Leute wären immer auf der Suche, weil sie glauben, ihnen fehlt hier irgendetwas – Samira und Lucky möchten „das, was fehlt“ mit Atmosphäre und Ambiente hierher bringen und eine Heimat für Fernwehgeplagte schaffen. Und das gilt auch für die Speisen und Getränke.

Die Karte

Chai, Cococcino und Overnight Oats

Getränke

Gut zum Start in den Tag ist ein Cococcino (3,70 Euro), ein Cappuccino (gibt es natürlich auch, außerdem Espresso etc.) aus indischen Kaffee-Bohnen von Goodbean mit Kokosmilch. Ebenso überzeugend sind der hausgemachte und zum Glück nicht zu süße „Lucky Chai“ (4,20 Euro) mit neun verschiedenen Gewürzen nach Singhs Familienrezept und eine „Like Gold“ Curcuma Latte (4,10 Euro). Drei verschiedene Vitaminbomben als Shots probiert man am besten in einem „Wellness Flight“ (8 Euro) oder gleich die frisch gepressten saisonalen Säfte.

Frühstück, Sandwich und Samosa

Obwohl der Autor normalerweise kein Freund von den wieder allseits beliebten Haferflocken/Oat/Porridge-Zubereitungen ist (Kindheitstrauma), wurde er mit der im großen Einweckglas servierten „Overnight Oats“-Variante „Bien Tropical“ (7,90 Euro) eines Besseren belehrt – richtig exotisch, der glutenfreie Hafer fiel fast nicht auf zwischen Passionsfrucht, Ananas und Kokos. Wer es zum Frühstück oder zwischendurch etwas deftiger und eher mexikanisch mag, dem sei ein „Ay Mi Dios“-Sandwich (7,90 Euro) empfohlen: Auf einem großen, reschen Panino sind schwarzes Bohnenmus, Avocado, Tomate, Salat, Salsa Ranchero, Paprika und Napolitos-Kakteen-Streifen angerichtet, leicht pikant und bereits optisch vor dem Zuklappen überzeugend. Ob „Sam O Sam“ (pro Stück 3 Euro) die besten indischen Samosa in der Stadt sind, wie auf der Karte angekündigt, lässt sich von hier aus schwer beurteilen; die vegetarische Variante (gibt es auch vegan) mit Spinat, indischem Paneer-Käse und einem tollen Chutney schmeckte jedenfalls richtig gut. Zum Nachtisch noch „Snaccident“ (4,90 Euro), kleines Haferflockengebäck mit Mandel- oder Haselnusscreme und dazu ein Coco … genau, dann könnte man wieder von vorne anfangen.

Was kostet es?

Preise im A Small Café

Bei unserem Besuch im April 2023 kosteten die Getränke zwischen 3,70 Euro (Cococcino) und 8 Euro (Wellness Flight), das „Ay Mi Dios“-Sandwich und die „Bien Tropical“-Overnight-Oats je 7,90 Euro, die Samosa 3 Euro pro Stück. Weil die Karte wechselt, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die Angaben des Hauses. Freitag- und Samstagabend wird das Café laut Haus zur „A Small Bar“ mit eigenen Signature-Drinks.

Fazit: Mit ein bisschen Sonne schmeckt alles besser finden die sympathischen Betreiber Samira und Lucky vom A Small Café, der damals neuen, und ja, hippen Heimat für vom Fernweh geplagte Münchnerinnen und Münchner, die hier einen exotischen Kurzurlaub machen können, ohne in den Flieger zu steigen.

Rainer Germann schreibt seit vielen Jahren die Gastrokritiken für IN München.

Auf einen Blick

A Small Café Öffnungszeiten, Adresse und Kontakt

AdresseMüllerstraße 17, 80469 München
Das Café liegt im Glockenbachviertel.
ÖffnungszeitenMontag, Mittwoch bis Freitag: 9.00–16.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 9.30–17.00 Uhr
Dienstag: Ruhetag
Laut Website des Hauses; Änderungen auf Instagram
ReservierenKeine Reservierung (laut Haus)