Alpenküche in Gern

Das Obers: Gehobene Alpenküche in Gern

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Rainer Germann 24. Juni 2025 Restaurants

Das Obers entführt mit gehobener Alpenküche in eines der schönsten Stadtviertel Münchens.

Auf die Schnelle:

Küche Alpenküche · südtirolerisch-österreichisch · modern
Öffnungszeiten Mi–Fr 12–15 und 17–22 Uhr, Sa 12–22 Uhr (Herbst/Winter); Adventssonntage 11.30–17 Uhr; Mo, Di und sonst So geschlossen
Adresse Gerner Straße 48, 80638 München-Gern
Telefon +49 89 92744428
Website dasobers.de
Preisniveau €€€
Preiszusatz Hauptgerichte 23–39 €, Mahlzeit mit zwei Gängen 35 €, Ö-Makase mit fünf Gängen 85 € (Stand Oktober 2026)
Reservierung Online reservieren

Das Haus

Ein Eckhaus in Gern

„Als ob Jürgen Wolfsgruber Gedanken lesen könnte. So ein Restaurant wie das Obers habe ich mir seit Jahren gewünscht“, schreibt ein begeisterter Gast in seiner Rezension im Netz und vergibt 5 von 5 Sternen. Da wird die Messlatte ziemlich hoch gehängt, aber der Autor dieser Zeilen hat bereits vom dritten Lokal des umtriebigen Gastronomen und Küchenchefs gehört und gelesen. Wolfsgruber hat in Eigenregie für sein Sparkling Bistro Mitte der 2010er-Jahre einen Michelin-Stern erkocht (und hält ihn bis jetzt), eröffnete mit dem „Tschecherl“ ein österreichisches Bistro („Östro“) und hat sich bei einem Spaziergang durch Gern, dem wohl idyllischsten Viertel Münchens, in eine Location verliebt, die ehemals eine Bäckerei und danach zwanzig Jahre den Italiener „Tiziano“ beherbergte.

Das Obers bietet rund 30 Plätze, dazu kommt noch eine kleine, hübsche Terrasse. Im vorderen Bereich hält ein Weinregal eine Auswahl (auch zum Mitnehmen) bereit, die es auch im Restaurant flaschen- beziehungsweise glasweise zu bestellen gibt; hinten führt eine kleine Treppe in einen zweiten Gastraum mit Blick auf die Küche.

Die Küche

Südtiroler Küchenchef, Ö-Makase und à la carte

In dieser werkelt der Südtiroler Küchenchef Lukas Gietl mit seinem Team; bereits mittags gibt es ein kleines Pairing (zwei Gerichte, 35 Euro), abends ein Ö-Makase-Menü mit fünf Gängen (85 Euro), hier wird der Gast von der Küche überrascht. Ein Blick in die Runde des an einem Samstagabend voll ausgebuchten Lokals zeigt: Etwa die Hälfte der Gäste hat sich fürs Menü entschieden, der Rest wählt, wie auch wir, à la carte.

Adria-Thunfisch zum Veltliner

Als Wein wurde uns ein Grüner Veltliner von Aigner, Kremstal Reserve „Ried Obere Sandgrube“ (Flasche 50 Euro) empfohlen – ein Wein, den man sich merken muss und der (ausnahmsweise) keineswegs überteuert war. Leider war das Roastbeef schon aus, deshalb haben wir auf Adria-Thunfisch, Fisolen, Wachtelei & Paradeiser (24 Euro) umgeschwenkt – unter hübsch angerichteten, knackigen grünen Bohnen, zuckersüßen Kirschtomaten, einem Streu Schwarzaugenbohnen und einem halbierten Wachtelei waren vier schöne Tranchen vom kurz angebratenen, ansonsten rohen Thunfisch bester Qualität versteckt. Zusammen mit dem Veltliner – großes Gaumenkino.

Gnocchi und Milchkalb

Das ging auch mit den Hauptgängen weiter: Da Lukas’ Schlutzkrapfen auch aus waren, kamen wir in den Genuss von hausgemachten Gnocchi mit Morcheln und grünem Spargel (25 Euro). Der aufmerksame und sympathische Mann im Service verriet uns, dass zermahlenes Schüttelbrot im Gnocchi-Teig war, die leicht sahnige Soße mit den Morcheln war zum Kopfreinstecken – dass eines der Spargelstücke holzig war: geschenkt, aber insgesamt hätte die Portion gerne etwas größer ausfallen können.

Zum Milchkalb aus dem Sarntal mit Artischocke „Barigoule“ & Grünspargel (38 Euro) durfte es dann ein kleiner Roter, aber nicht zu stark, sein: Der empfohlene, offen aus der Magnum ausgeschenkte 2021er Syrah von Will Arnold aus Colombier-le-Vieux (0,1 l für 10 Euro) hatte nur 11,5 Prozent und passte bestens zu der nun eher üppigen Portion des butterzarten, rosa gebratenen Lamms am Knochen. Die Kombination von den geschmorten Artischockenstücken mit Tomaten und Olivenscheibchen statt Pilzen und Speck hinterließ eine schön mediterrane Note.

Palatschinken zum Schluss

Als Abschluss dann noch die Palatschinken, gefüllt mit Wachauer Marille (12 Euro) – auch hier steht der Genuss im Vordergrund: zwei mit sehr fruchtigem Marillenmus gefüllte Teigrollen, basta.

Was kostet es?

Preise im Obers

Bei unserem Besuch 2025 kosteten der Adria-Thunfisch 24 Euro, die Gnocchi 25 Euro, das Milchkalb 38 Euro und die Palatschinken 12 Euro. Auf der aktuellen Karte (Stand Oktober 2026) liegen die Hauptgerichte bei 23 bis 39 Euro; das Menü „Mahlzeit“ mit zwei Gängen kostet 35 Euro (Mittwoch bis Freitag mittags), das Ö-Makase-Menü mit fünf Gängen 85 Euro. Weil die Karte wechselt, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die Website des Hauses.

Fazit: Der eingangs erwähnte Gast hat recht: Das Obers ist ein Lokal, wie man es sich oft wünscht, und nicht umsonst wird es gerade auch vom Michelin empfohlen. Unprätentiös und lässig, aber höchst professionell; gehobene Küche ohne Schnickschnack. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt aufgrund von Produktqualität, Kochkunst und Service – das betrifft auch die Weinauswahl. Das Publikum: gut situiert, der Gegend entsprechend, altersmäßig bunt gemischt. Das nächste Mal wird definitiv das Ö-Makase-Menü probiert. Und man glaubt es kaum – Gern liegt doch fast mitten in der Stadt.

Rainer Germann schreibt seit vielen Jahren die Gastrokritiken für IN München.

Auf einen Blick

das Obers Öffnungszeiten, Adresse und Kontakt

AdresseGerner Straße 48, 80638 München
Das Obers liegt in einem historischen Eckhaus in Gern, unweit von Schloss Nymphenburg.
ÖffnungszeitenMittwoch bis Freitag: 12.00–15.00 und 17.00–22.00 Uhr (Herbst/Winter)
Samstag: 12.00–22.00 Uhr
An den Adventssonntagen: 11.30–17.00 Uhr
Montag und Dienstag: Ruhetag