The Cloud by Käfer reist in Season II nach Südamerika – und Jens Madsen wurde 2026 aus dem Stand mit zwei Michelin-Sternen prämiert!
Nicht weniger als eine kulinarische Reise wurde vor zwei Jahren beim Kick Off „The Nomad’s Path“ zum anschließenden Start von The Cloud by Käfer im ehemaligen EssZimmer von Bobby Bräuer versprochen. Verantwortlich für diese ist Bräuers ehemaliger Sous-Chef Jens Madsen, der sich in einer ersten Saison nach Süd- und Ostafrika aufmachte und völlig zurecht vom Guide Michelin 2026 aus dem Stand mit zwei Sternen und als „Opening oft the Year“ ausgezeichnet wurde. Anfang des Jahres durfte sich der Autor dieser Zeilen erneut von Madsens Kreativität auf dem Teller überzeugen und war nicht nur angesichts der Vielzahl an Aromen, sondern auch des futuristischen Ambientes überwältigt. Dazu kommt das bestens eingespielte Team unter der Restaurantleitung von Mona Röthig – kein Wunder, dass man der erneuten Einladung zur Vorstellung der Season II bereits im Vorfeld entgegenfieberte.
Es geht mit „Whispers of the Rainforest“ nach Südamerika: Jens Madsen reiste für die Entwicklung unter anderem nach Belém und Manaus – auf die Märkte, in den Wald und in die Küchen der Menschen vor Ort, wie er begeistert erzählt beim Empfang der anwesenden Pressevertreter*innen, die zuvor in den Genuss einer appetitanregenden Führung durch die BMW Welt kamen. Es geht los mit kulinarischen Preziosen: Kakaoschalenauszug mit Limette-Minze, Maniok-Croustade, gefüllt mit Acai-Püree und getrocknetem Rindfleisch; ein Ingwer-Baiser mit Mate-Gel und Kaviar, getoppt von Zuckerwatte – hier werden die Geschmacksnerven schon mal sensibilisiert für den Abend.

In einem Mini-Kresse-Garten sprießen Kochbananen-Teigtütchen, gefüllt mit Hühnchen im Spinatblatt auf einem Jalapeños-Avocado-Mus, der Service nennt es zurecht „Urwald im Mund“. Eine Sylter-Royal-Auster im Ceviche-Stil unter Mais-Espuma mit winzigen Passionsfrucht-Stückchen, gefolgt von einem Tässchen Cashew-Panna-Cotta, mit gegrillter und fermentierter Limette, Forellenkaviar und Sancho-Blatt: Wahnsinn. Und das war nur der Auftakt zum viergängigen Menü, das im Tagesgeschäft auf sechs- bzw. acht Gänge (270/290 Euro) erweitert wird, dazu kommen noch mindesten so viele Küchengrüße.
Chef-Sommelier Luigi Pecchia reichte zur auf zweierlei Art zubereiteten Lachsforelle (gebeizt und im Lauchblatt gegart) einen Grünen Veltliner „Belle Naturelle“ vom Weingut Jurtschitsch aus dem Kamptal. Dieser konnte mit seinen Quitten-Aprikosen-Anklängen dem Fisch und dazu gereichtem Molo-Verde-Eis (!) auf Sommerkürbis eine gelungene Note hinzufügen und hätte vielleicht auch besser zur Alpengarnele mit Tacaca-Sud (aus Tucupi, Saft aus der Maniokwurzel), Garnelen-Flan und Jambu-Raspeln gepasst, statt des etwas arg süßen Hibiskus-Auszugs mit Zimt und Nelke, den man geschmacksjahreszeitlich eher Richtung Weihnachten verorten würde.
Zum Penzberger Black Angus Rind (als Filet und Pastrami) mit einer kleinen Topinambur-Maniok-Kartoffel-Terrine auf Mole und einem intensivem Kalbsjus, servierte Pecchia einen leicht gechillten 2023er Syrah (nur 13 % Alkohol!) aus dem australischen Yarra Valley – ein gelungenes Match. Zum Nachtisch dann nochmal großes Kino: Mit Cassispulver bestreutes Popcorn, dazu ein Eis aus Chicha Morada, einem traditionellen peruanischen Getränk, dazu abgeflammte Ananas, Maisflan und Popcorncreme. Selten so interessante Komponenten auf rund zehn Quadratzentimeter erlebt.
Fazit: Es scheint, dass Jens Madsen und seinem Team nach der Sterne-Vergabe ein Stein vom Herzen gefallen ist, was sich natürlich in bester Stimmung widerspiegelt. Während Season I sich mehr den Gewürzen und Wärme Ostafrikas verschrieben hatte,
lege Season II mehr Wert auf Techniken und Prozesse, die aus Südamerika hierher transportiert und mit heimischen Zutaten und regionalen Produkten in eine eigene kulinarische Sprache übertragen werden, so Madsen. Für die Gäste bedeutet es eine kulinarische Expedition als ein kostspieliges, aber unvergleichliches Gesamterlebnis, das man nicht mehr vergisst und in dieser Form wohl eher höchst selten, bis gar nicht findet.
Die Season II ist bereits gestartet, geht nach der Sommerpause am 26.8. weiter. Die bereits gehobenen Preise wurden, wie vielerorts nach der Sterne-Vergabe, nicht erhöht – Reservierungen am besten zeitnah unter www.thecloud.restaurant
- Name: The Cloud by Käfer
- Adresse: Olympiapark 1, 80809 München
- Öffnungszeiten: Di-Sa: 19 bis 24 Uhr
- Website: thecloud.restaurant
