In der kleinen June Gastro Bar im Glockenbachviertel gibt es aserbaidschanisch-georgische Snacks und Weine
Wer nicht 44 Stunden mit dem Auto durch Österreich, Kroatien, Serbien, Bulgarien, die Türkei und Georgien fahren oder mit dem Flieger via Istanbul rund acht Stunden unterwegs sein möchte – zum Beispiel, um ein paar Gurzu oder Blinchiki zu essen –, sollte bei den sympathischen Gastgeberinnen Nemo und Günay im Glockenbachviertel vorbeischauen. In der neu eröffneten June Gastro Bar servieren sie Spezialitäten aus ihren Heimatländern Aserbaidschan und Georgien als Bar Food, dazu gesellen sich einige Weine (nicht nur) von dort und diverse Cocktails.
Die Küche Aserbaidschans speist sich aus diversen Einflüssen, kein Wunder bei der geografischen Lage am Kaspischen Meer zwischen Iran, Armenien, Georgien und Russland – es gibt sogar eine 17 Kilometer lange Grenze zur Türkei. Hackfleisch in Teigtaschen unterschiedlicher Zubereitungsart sind auf der Karte vertreten: Die bereits erwähnten Fried Gurzu (rund 8 Stk./12) sind aus klassischem, ungesäuertem Nudelteig, der zu Gyoza-förmigen, etwa fünf Zentimeter langen Taschen geformt und frittiert wird. Der Name leitet sich von der Kobra ab, da die mit einem Gabelabdruck versiegelte Öffnung an die Schuppen einer Schlange erinnern soll. Gefüllt werden die Taschen mit einer recht milden Hackfleisch-Zwiebel-Farce, dazu wird hier ein selbst gemachter fruchtiger Pflaumen-Paprika-Zwiebel-Dip serviert – schmeckt gut, das Hackfleisch könnte gern ein bisschen mehr Pfiff vertragen.
Die Blinchiki (10) sind zwei kleine, gerollte Pfannkuchen (aber doppelt so groß wie die namensverwandten russischen Blini) und waren ebenfalls mit Hackfleisch gefüllt; auf der Karte steht auch eine Variante mit Tvorog (Hüttenkäse), der war aber leider aus. Dazu gab’s aserbaidschanischen Weißwein: Der Salavan (Glas 7/Fl. 36) ist ein Easy-Drinking-Wein aus der Sauvignon-Blanc- oder Traminer-Traube, der Sumax (Glas 7,50/Fl. 34) eine etwas schwerere Cuvée aus der Rkatsiteli-Traube und Sauvignon Blanc. Der Wein schmeckt nach Honig und ein bisschen Petrol und erinnert gar an einen dort ebenfalls gekelterten Viognier. Der rote Salavan (7/30) entpuppt sich als Syrah und war zwar ein ziemlich kräftiger Begleiter für einen Sommerabend, schmeckte aber ebenfalls nicht uninteressant.
Zum Wein gibt es hier „Fried Mushroom Chips“ – alternativ auch mit Rindfleisch oder Hühnchen, dazu ein Aioli-Dip. Ebenfalls empfehlenswert war noch eine große Portion „Crispy Eggplant Salad“ (8,50): reichlich gegrillte Auberginenstücke auf Rucola mit Kirschtomaten, angemacht mit einem süßlichen Granatapfel-Dressing und bestreut mit weißem Sesam – günstig und gut.
- Name: June Gastro Bar
- Adresse: Kolosseumstr. 6; 80469 München
- Öffnungszeiten: Tägl. 12 bis 22 Uhr
- Website:www.instagram.com/p/Da5fSQTjexe
