Lacodo: Vietnamesische Tradition und japanische Kochkunst in der Wurzerstraße
Das Lacodo vereint vietnamesische Traditionsküche mit japanischer Kochkunst in pittoreskem Ambiente.
Auf die Schnelle:
| Küche | Japanisch · Vietnamesisch · Sushi | |
| Öffnungszeiten | Mo–Fr 11.30–15 und 17.30–23 Uhr, Sa 11.30–15 und 17.30–24 Uhr, So geschlossen | |
| Adresse | Wurzerstraße 18, 80539 München-Altstadt | |
| Telefon | +49 89 43575958 | |
| Website | lacodo.de | |
| Preisniveau | €€€ | |
| Preiszusatz | Hauptgerichte 21–45 €, Nigiri ab 5,50 € | |
| Reservierung | Online über OpenTable |
Das Haus
Art déco und Hanoi um die Ecke vom Kempinski
Die Adresse gehört zu den besten der Stadt – direkt ums Eck vom Vier Jahreszeiten Kempinski in der Wurzerstraße gelegen, war das Lacodo bei unserem Besuch im April 2026 die neueste Lokalität, die mit einem diesmal fast schon pittoresken Design und einer modernen pan-asiatischen Fusionküche aufwarten wollte. Genau das richtige vor einem Besuch der tollen Inszenierung von „Cabaret“ im Residenztheater, denn irgendwie spielten auch Art Deco und die Dekadenz der Berliner Vorkriegs-Varietés eine Rolle bei der Raumgestaltung, genau wie opulente florale Motive und dezente südostasiatische Elemente. So stellt man sich eine Art Kit Kat Club im Hanoi der 1930er Jahre vor. Nett empfangen wurde der nicht reservierte (und diesmal nicht eingeladene) Gast nebst Begleitung, und an einem Tisch an der Fensterfront platziert. Am frühen Abend noch spärlich besucht, waren um 19.30 Uhr dann fast alle Plätze besetzt.
Die Küche
Sushi, Wagyu und Betelblatt
Spring Rolls und Nigiri
Los ging es mit einem Lacodo Sprizz (9,50 Euro), Limoncello, Basilikum und Prosecco, ein frischer Aperitif, der Appetit macht. Da wir wenig Zeit hatten, uns vor dem Theater auch nicht vollschlagen wollten und seit einer Japanreise im Herbst kein Sushi mehr gegessen haben (geht mehreren so, die die Qualität dort kennengelernt haben – „ach, soo schmeckt das!“), haben wir uns entschlossen, es hier mal wieder zu probieren. Doch zuvor gab es ein paar Crispy Spring Rolls (15,90 Euro), mit Garnelen, Shitake-Pilzen und Lauchzwiebeln in einem wunderbaren Tempura-Teig – großer Genuss bei einem oft und selten so gut servierten Gericht, der besondere Kick war die hausgemachte Kumquats-Fischsoße als Dip dazu.
Nigiri Moriawase versammelte Lachs, Bluefin Tuna, Hamachi (Gelbschwanzmakrele), Garnele, Aal und Avocado (6 Stück, 27 Euro). Die Qualität war (für München) wirklich gut, so gut, dass wir noch eine eigene Selektion nachbestellt haben, unter anderem auch mit Wolfsbarsch und eine Variante mit Wagyu Beef (2 Stück, 13 Euro). Auch hier wurden wir nicht enttäuscht, ob man die Show mit dem Trockeneis bei dieser Qualität unbedingt braucht, sei dahingestellt – toll aussehen tut’s freilich. Dazu gab es ein bisschen qualitativ hochwertigen Sake, der natürlich kalt serviert wurde.
Sushi mit Wagyu und Garnele. © Rainer Germann
Bo La Lot zum Schluss
Zum Abschluss dann noch ein vietnamesischer Klassiker: Bo La Lot, das ist normalerweise Rindfleisch oder Rinderhack in Betelblätter gewickelt, hier wird das Ganze mit Wagyu zubereitet und wieder mit einem raffinierten, hausgemachten Dip und gehackten Erdnüssen serviert (4 Röllchen, 15,90 Euro). Ein Lieblingsgericht, das auch wunderbar angerichtet war und ebenso geschmeckt hat.
Was kostet es?
Preise im Lacodo
Bei unserem Besuch im April 2026 kosteten die Crispy Spring Rolls 15,90 Euro, die Nigiri Moriawase 27 Euro, das Bo La Lot 15,90 Euro und der Lacodo Sprizz 9,50 Euro. Die Hauptgerichte nennt Rainer Germann mit 20 bis 39 Euro; auf den online einsehbaren Karten (Stand Frühjahr 2026) liegen sie bei 21 bis 45 Euro, Nigiri ab 5,50 Euro. Weil die Karte wechselt, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die Angaben des Hauses.
Fazit: Ein wirklich außergewöhnlich schönes Restaurant, das nicht nur vom Interieur, sondern auch von der Qualität der Speisen heraussticht. Auch im Vergleich zu vielen neuen asiatischen Lokalitäten, die zwar (fast) alle was hermachen, man aber doch viele Gemeinsamkeiten entdeckt (Pflanzen von der Decke, Winkekatzen, Neonschriftzüge). Das Lacodo wird auf Social Media gleich mal als „Date Spot“ gefeiert: Meine Begleitung und ich kennen uns schon länger, aber haben uns ein bisschen so gefühlt an diesem Abend. Das lag auch an dem sympathischen jungen Mann im Service, der uns bestens beraten und für den nächsten Besuch schon ein paar besondere Hauptgerichte (20 bis 39 Euro), wie zum Beispiel den Black Cod mit grünem Spargel auf einer leichten, grünen Curry-Soße, „Black Pepper Beef“, „Velvet Duck“ oder die Lamb Chops mit Oyster Sauce empfohlen hat. Sehr gerne, in dieser Reihenfolge.
Rainer Germann schreibt seit vielen Jahren die Gastrokritiken für IN München.
Auf einen Blick
Lacodo Öffnungszeiten, Adresse und Kontakt
Das Lacodo liegt in der Altstadt, wenige Schritte von der Maximilianstraße und dem Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski.
Samstag: 11.30–15.00 und 17.30–24.00 Uhr
Sonntag: Ruhetag

