Neuraum DJ at work

NEURAUM

Wo der Fernbus abfährt, beginnt die Nacht für viele

Verwendet heute eigentlich noch jemand den Begriff Großraumdiskothek? Wie auch immer, auf den Neuraum im Tiefgeschoss des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB), nur wenige Gehminuten von der Hackerbrücke und dem Hauptbahnhof entfernt, passt die Beschreibung ziemlich gut.

Mit einer Gesamtfläche von rund 1.200 m² und mit Platz für etwa 2.400 Gäste ist der Club der größte der Stadt. Mehrere Areas auf verschiedenen Ebenen, bis zu sieben Meter hohe Decken und das industrielle und futuristische Ambiente zählen zu den auffälligsten Merkmalen. Im Sommer steht zusätzlich ein gut beschirmter Außenbereich zur Verfügung. Eröffnet wurde der Neuraum im September 2009 als Nachfolgeprojekt der Nachtgalerie, die sich in den Nuller-Jahren noch an der Hackerbrücke befand und nicht wie heute, nahe der Friedenheimer Brücke.

Der tiefer gelegte Neuraum – Bässe unter Bussen

Hinter dem Club unterm Busbahnhof steht als Betreibergesellschaft die Craft Veranstaltungs AG, deren Köpfe im Volksmund gerne als „Crafties“ bezeichnet werden. Sie investierten damals nach eigenen Angaben über 1 Million € in Ausstattung, Licht- und Soundtechnik. Am meisten davon floss natürlich in den Main Floor, die größte Halle für bis zu 1.200 Personen mit LED-Wand, Videoprojektionen und Laseranlage. Hier liegt der musikalische Fokus auf Partytunes, Chartsmusik und EDM. In der zweitgrößten Area, der Galerie, können bis zu 800 Gäste meist zu Black Music und R’n’B abtanzen. Dazu kommt noch der Salon für etwa 400 Fans von Hardstyle-Sounds und die runde „Keksdose“ mit ihren etwa 50 Plätzen für Menschen, die auf Schlager abgehen.

Das Publikum ist relativ jung, ausgelassen feierwillig und meist noch nicht so lange im Münchner Nachtleben unterwegs. Für einige ist der imposante Neuraum also eine Art Einstiegsdroge in die Clubkultur. Musikalisch wird natürlich die breite Masse angesprochen, auch ganz große Namen wie Gestört aber Geil oder Le Shuuk sorgen für ein volles Haus. Ein Nischenprogramm wäre bei dieser Gesamtkapazität auch die falsche Zielsetzung. Während kleinere Clubs in München oft um ein künstlerisches Format ringen, bespielt der Neuraum vor allem die Sehnsucht nach Eskapismus im XXL-Format. Die Alltagsflucht fällt etwas leichter dank ziemlich günstiger Getränkepreise: Softdrinks für 3,50 €, Bier für 4,50 € und Longdrinks meist für 8,50 €. Da kann man nicht meckern. Größere Gruppen greifen auch gern auf die Longdrink-Packages zurück.

NEURAUM


Arnulfstr. 17
80335 München

Web: https://www.neuraum.net

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