Isartor

Isartor

Ein Stück Stadtgeschichte und Hochburg des Münchner Humors

Das Isartor ist eines von nur drei noch bestehenden mittelalterlichen Stadttoren in München. Es verkörpert nicht nur ein Stück Stadtgeschichte, sondern beherbergt mit dem noch bis Sommer 2026 geschlossenen Valentin-Karlstadt-Musäum auch einen Schauplatz für den typischen Münchner Humor.

Am östlichen Rand der Altstadt gelegen, bildet das Isartor eine Art Übergang vom Tal Richtung Isarvorstadt und Lehel. Es war das östliche Haupttor der zweiten Stadtmauer und damit einer der wichtigsten Zugänge in die mittelalterliche Stadt. Das Isartor entstand im Zuge der großen Stadterweiterung unter Ludwig dem Bayern, als München zwischen 1285 und 1347 eine zweite Stadtmauer erhielt. Der eigentliche Torturm wurde 1337 fertiggestellt und schloss die Festungsarbeiten für die sogenannte „Äußere Stadt“ ab. Ursprünglich bestand das Tor nur aus dem rund 40 Meter hohen, rechteckigen Turm, der bis heute die Anlage dominiert. Erst mit dem Bau der Zwingermauer kamen die vorgelagerten Seitentürme hinzu.

Über die Jahrhunderte verfiel das Isartor zusehends. Im 19. Jahrhundert ließ König Ludwig I. das stark beschädigte Tor wiederherstellen und beauftragte 1833 den Architekten Friedrich von Gärtner mit der Restaurierung. Zwischen 1833 und 1835 erhielt das Isartor seine heutige Form mit ummauertem Vorhof, Flankentürmen und Schmuckelementen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Toranlage schwer beschädigt und anschließend zwischen 1946 und 1957 wieder aufgebaut.

Architektur und Erscheinungsbild des Isartors

Das Isartor besteht aus einem hohen, querrechteckigen Torturm, einem von Mauern umschlossenen trapezförmigen Vorhof sowie zwei achteckigen Flankentürmen mit dreibogiger Stirnfront zur Stadtseite. Zwischen den Seitentürmen führen drei Durchgangsbögen in die Altstadt. Früher war der mittlere Bogen größer und wurde von zwei kleineren Seitenöffnungen flankiert. Das heutige Bild geht auf Gärtners Restaurierung zurück, die die mittelalterliche Wehranlage in historisierender Form betonte.

Besonders auffällig ist das große Fassadenfresko auf der Stadtseite, das Bernhard Neher 1835 schuf. Es zeigt den Triumphzug Kaiser Ludwigs des Bayern nach der Schlacht von Ampfing 1322 und unterstreicht die enge Verbindung des Tores zu dieser Herrscherfigur. Wappenbilder an den Flankentürmen verweisen zusätzlich auf die bayerische Geschichte und alte Stadtpatrone. Ein kurioses Detail ist die Turmuhr: 2005 erhielt der Torturm neue Uhren, deren Zeiger rückwärts laufen und deren Ziffernblatt spiegelverkehrt gestaltet ist. Diese Umkehrung ist eine augenzwinkernde Hommage an den Komiker Karl Valentin, dessen Name untrennbar mit dem Bauwerk verbunden ist.

Valentin-Karlstadt-Musäum im Isartor

Seit 1959 beherbergt das Isartor das Valentin-Karlstadt-Musäum, das dem Münchner Komiker Karl Valentin und seiner Partnerin Liesl Karlstadt gewidmet ist. Gegründet wurde es vom Restaurator und Maler Hannes König, der zur Eröffnung symbolträchtig einen vier Kilo schweren Ziegelstein als Einladung verschickte. Im Zuge einer Sanierung in den 1970er Jahren wurde das Museum um Räume im Nordturm erweitert und entwickelte sich zur Pilgerstätte für Karl-Valentin-Fans.

Die Sammlung umfasst unter anderem Filme, Fotos, Dokumente und kuriose Objekte wie den pelzbesetzten „Winterzahnstocher“ und andere spaßige Gegenstände aus dem Leben von Karl Valentin und Liesl Karlstadt, dazu eine umfangreiche Ausstellung zu den Münchner Volkssängern. Zum Museum gehört das gemütliche „Turmstüberl“, ausgestattet mit Originalmobiliar aus dem legendären „Café Stefanie“ und dem „Café Größenwahn“. Das Musäum war lange privat geführt und ging 2018 in die Trägerschaft der Stadt München über, um den Bestand dauerhaft zu sichern. Aktuell wird das Isartor brandschutztechnisch ertüchtigt. Das Valentin-Karlstadt-Musäum ist voraussichtlich noch bis Sommer 2026 geschlossen.

Isartor


Tal 50
80331 München

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