Grünwalder Stadion, Fußball München, 1860 München

Grünwalder Stadion

Stadion an der Grünwalder Straße – Einmal Löwe, immer Löwe

Das Grünwalder Stadion ist seit seiner Erbauung 1911 eine nahezu mythische Pilgerstätte für alle Fans des TSV 1860 München und eine und eine der traditionsreichsten noch erhaltenen Sportarenen in Deutschland. Von vielen Fans einfach liebevoll „Sechzger“ genannt, blickt es auf eine bewegte und teils dramatische Geschichte zurück.

Erbaut wurde das Stadion an der Grünwalder Straße 1911 von Wilhelm Hilber, dem damaligen Vizepräsident des TV 1860, der hatte das Gelände für 700.000 Reichsmark von der Familie Peter während der Inflationszeit gekauft. Auch die erste zwölf Meter lange Holztribüne, die wegen ihrer Form von den Münchnern „Zündholzschachterl“ genannt wurde, wurde damals errichtet und bot 160 überdachte Sitzplätze. Unter der Tribüne waren Garderoben und Waschräume untergebracht.

Fakten:

  • Kapazität:  15.000 Zuschauer
  • Grundsteinlegung: Eröffnung 1911
  • Veranstaltungen: Fussball-Spiele

Die erste Tribüne wurde dann 1925 abgerissen und einem Neubau einer überdachten Sitztribüne für 1.600 Besucher und der legendären Stehhalle mit 25.000 Plätzen in Stahlbetonbauweise Platz zu machen. Das Gesamtfassungsvermögen konnte so auf rund 35.000 Besucher gesteigert werden. Das Sechzger wurde so die größte Arena Süddeutschlands. Die Form der Haupttribüne (an der Volckmerstraße) ist im wesentlichen heute noch erhalten.

Nach der Erweiterung zog auch der FC Bayern aufgrund des großen Zuschauerinteresses ins Grünwalder Stadion um und wurde auch von anderen Münchner Klubs als Heimspielstätte genutzt

Aus einer finanziellen Notlage heraus musste das Stadion 1937 vom TSV 1860 München für 357.560 RM an die Landeshauptstadt München verkauft werden und wurde nur ein Jahr später nach einer Generalsanierung in Städtischer Sportplatz an der Grünwalder Straße umbenannt.

Das Grünwalder Stadion in einer historischen Aufnahme.

Zerstörung und Wiederaufbau

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Stadion schwer getroffen: Zwei Fliegerangriffe im Herbst 1943 zerstörten große Teile der Tribünen und machten das Spielfeld unbenutzbar. Dennoch kehrte bereits 1945 wieder Leben zurück – unter provisorischen Bedingungen wurde der Spielbetrieb im notdürftig instandgesetzten Stadion wieder aufgenommen.

In den folgenden Jahren begann der systematische Wiederaufbau. 1951 waren die wichtigsten Arbeiten an den Tribünen abgeschlossen, orientiert an den ursprünglichen Plänen aus den 1920er-Jahren. Bis Ende der 1950er wurde die Anlage weiter ausgebaut: Die Kurven erhielten feste Tribünen aus Stahlbeton, so wurde die Westkurve gebaut, die allein 12.000 Zuschauern Platz bot und eine neue Flutlichtanlage ersetzte die bis dahin provisorische Beleuchtung. Die manuelle Anzeigetafel, die bis heute benutzt wird wurde ebenfalls mit dem Bau der Westkurve installiert.

 © loewenwiki.de

Die manuelle Anzeigetafel ist Kult und gehört zum Mythos des „Sechzgers“.

Rückschläge und Umbauten

Auch in den Jahrzehnten danach blieb das Stadion nicht von Rückschlägen verschont. 1971 zerstörte ein Brand den Dachstuhl der Haupttribüne, der jedoch innerhalb weniger Monate wieder aufgebaut wurde – inklusive neuer Reporter-Kabinen.

Nur kurze Zeit später folgte der nächste Einschnitt: Ein Orkan riss 1972 das Dach der Stehhalle ab. In der Folge wurden Teile der Anlage zurückgebaut, und das Stadion diente mehrere Jahre lediglich als Bezirkssportanlage. Erst Ende der 1970er erhielt es mit dem Neubau der Gegengerade (mit rund 4.700 Sitzplätzen) wieder eine größere, moderne Tribüne.

Anpassungen an neue Anforderungen

In den 1990er- und 2000er-Jahren wurde das Stadion immer wieder an neue Sicherheits- und Ligaanforderungen angepasst. Dazu gehörten unter anderem Blocktrennungen durch Zäune, Umstrukturierungen der Zuschauerbereiche sowie infrastrukturelle Veränderungen wie neue Sanitäranlagen. Mit der Einführung der 3. Liga im Jahr 2008 wurden weitere Maßnahmen notwendig, etwa die Einrichtung von Polizeicontainern und eine Neuordnung der Gästeblöcke. Diese Anpassungen führten zeitweise auch zu einer Reduzierung der Gesamtkapazität.

Modernisierung und neue Perspektiven

Ein entscheidender Schritt für die Zukunft fiel 2009 mit dem Beschluss des Münchner Stadtrats, das Stadion langfristig zu erhalten und zu modernisieren. In den Jahren 2012 und 2013 wurde die Haupttribüne umfassend saniert und die Ostkurve neu gebaut. Dabei wurde die Kapazität zunächst reduziert, unter anderem durch Sicherheitsmaßnahmen in der Westkurve. Erst 2017/18 konnten gesperrte Bereiche wieder geöffnet werden, wodurch sich das Fassungsvermögen auf rund 15.000 Zuschauer erhöhte.

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