Kaukasus im Glockenbach

June Gastro Bar: Aserbaidschanische Snacks und Wein im Glockenbachviertel

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Rainer Germann 29. Juli 2026 Gastro-Artikel

In der kleinen June Gastro Bar im Glockenbachviertel gibt es aserbaidschanisch-georgische Snacks und Weine.

Wer nicht 44 Stunden mit dem Auto durch Österreich, Kroatien, Serbien, Bulgarien, die Türkei und Georgien fahren oder mit dem Flieger via Istanbul rund acht Stunden unterwegs sein möchte – zum Beispiel, um ein paar Gurzu oder Blinchiki zu essen –, sollte bei den sympathischen Gastgeberinnen Nemo und Günay im Glockenbachviertel vorbeischauen. In der zu unserem Besuch im Juli 2026 neu eröffneten June Gastro Bar servieren sie Spezialitäten aus ihren Heimatländern Aserbaidschan und Georgien als Bar Food, dazu gesellen sich einige Weine (nicht nur) von dort und diverse Cocktails.

Wer einen Platz möchte, schreibt dem Haus laut eigener Angabe eine Direktnachricht auf Instagram.

Auf die Schnelle:

Küche Aserbaidschanisch · Georgisch · Bar Food · Wein
Öffnungszeiten täglich 12–22 Uhr
Adresse Kolosseumstraße 6, 80469 München-Glockenbachviertel
Website instagram.com/junegastrobar
Preisniveau €
Preiszusatz Snacks 8,50–12 € (Besuch Juli 2026)
Reservierung Per Direktnachricht auf Instagram (laut Haus)

Die Küche

Teigtaschen und Pfannkuchen

Die Küche Aserbaidschans speist sich aus diversen Einflüssen, kein Wunder bei der geografischen Lage am Kaspischen Meer zwischen Iran, Armenien, Georgien und Russland – es gibt sogar eine 17 Kilometer lange Grenze zur Türkei. Hackfleisch in Teigtaschen unterschiedlicher Zubereitungsart sind auf der Karte vertreten: Die bereits erwähnten Fried Gurzu (rund 8 Stück, 12 Euro) sind aus klassischem, ungesäuertem Nudelteig, der zu Gyoza-förmigen, etwa fünf Zentimeter langen Taschen geformt und frittiert wird. Der Name leitet sich von der Kobra ab, da die mit einem Gabelabdruck versiegelte Öffnung an die Schuppen einer Schlange erinnern soll. Gefüllt werden die Taschen mit einer recht milden Hackfleisch-Zwiebel-Farce, dazu wird hier ein selbst gemachter fruchtiger Pflaumen-Paprika-Zwiebel-Dip serviert – schmeckt gut, das Hackfleisch könnte gern ein bisschen mehr Pfiff vertragen.

Blinchiki mit roter Soße im Metallschälchen auf einem Tablett, davor ein Glas Weißwein, im Hintergrund die Terrasse
Blinchiki
Blinchiki. © Rainer Germann

Die Blinchiki (10 Euro) sind zwei kleine, gerollte Pfannkuchen (aber doppelt so groß wie die namensverwandten russischen Blini) und waren ebenfalls mit Hackfleisch gefüllt; auf der Karte steht auch eine Variante mit Tvorog (Hüttenkäse), der war aber leider aus.

Im Glas

Weine aus Aserbaidschan

Dazu gab’s aserbaidschanischen Weißwein: Der Salavan (Glas 7 Euro, Flasche 36 Euro) ist ein Easy-Drinking-Wein aus der Sauvignon-Blanc- oder Traminer-Traube, der Sumax (Glas 7,50 Euro, Flasche 34 Euro) eine etwas schwerere Cuvée aus der Rkatsiteli-Traube und Sauvignon Blanc. Der Wein schmeckt nach Honig und ein bisschen Petrol und erinnert gar an einen dort ebenfalls gekelterten Viognier. Der rote Salavan (Glas 7 Euro, Flasche 30 Euro) entpuppt sich als Syrah und war zwar ein ziemlich kräftiger Begleiter für einen Sommerabend, schmeckte aber ebenfalls nicht uninteressant.

Pilzchips und Auberginensalat

Zum Wein gibt es hier „Fried Mushroom Chips“ – alternativ auch mit Rindfleisch oder Hühnchen, dazu ein Aioli-Dip. Ebenfalls empfehlenswert war noch eine große Portion „Crispy Eggplant Salad“ (8,50 Euro): reichlich gegrillte Auberginenstücke auf Rucola mit Kirschtomaten, angemacht mit einem süßlichen Granatapfel-Dressing und bestreut mit weißem Sesam – günstig und gut.

Teller mit gegrillten Auberginenstücken auf Rucola mit Kirschtomaten und Sesam
Eggplant Salad
Crispy Eggplant Salad. © Rainer Germann

Rainer Germann schreibt seit vielen Jahren die Gastrokritiken für IN München.

Auf einen Blick

June Gastro Bar Öffnungszeiten, Adresse und Kontakt

AdresseKolosseumstraße 6, 80469 München
Die kleine Bar liegt im Glockenbachviertel.
ÖffnungszeitenTäglich 12.00–22.00 Uhr
ReservierenPer Direktnachricht auf Instagram