Kein Hai, aber hai

Hai Seafood Izakaya: Kleine Teller zum Teilen in Haidhausen

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Rainer Germann 25. August 2026 Essen und Trinken

Das Hai Seafood Izakaya ist zwar nicht zwingend authentisch, aber einen Besuch wert.

Auf die Schnelle:

Küche Japanisch · Crossover · Seafood · Izakaya
Öffnungszeiten täglich 11:30–15:00 und 17:30–23:30 Uhr
Adresse Kellerstraße 29, 81667 München-Haidhausen
Telefon +49 89 32787345
Website hai-seafood.de
Preisniveau €€
Preiszusatz Kleine Gerichte 6–18 €, Austern 6,80 € pro Stück (Speisekarte der Website, Stand Februar 2026)
Reservierung Online reservieren

Das Lokal

Ein Wortspiel in Haidhausen

Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet Izakaya eine japanische (Bier-)Kneipe, in der man vor allem Getränke und dazu viele kleine Gerichte bestellt und teilt. Für die Speisen stimmt das auch in dem hübschen Lokal in Haidhausen, die Einrichtung setzt aber statt auf rustikalen Charme eher auf eine helle, klare Linie, Grünpflanzen, Lampenschirme und große Hiragana-Schriftzeichen sorgen für ein bisschen Folklore. Der Name ist ein Wortspiel aus dem japanischen hai (はい) für „ja, jawohl“ und dem berühmten Meeresräuber, der zwar hier nicht auf der Karte steht, aber eine schöne Assoziation hergibt.

Blauer Teller mit Fischmotiv, Stäbchenablage in Fischform und Wasserglas auf einem dunklen Tisch
Gedeckter Tisch
Kleine Details am Tisch: Fischteller und Stäbchenablage. © Rainer Germann

Im Glas

Crémant, Rosé und Yuzu-Sake

Leider stehen auch keine japanischen Biere wie das vom Autor bevorzugte Sapporo oder wenigstens Asahi „Super Dry“ auf der Karte, sondern König Ludwig und Warsteiner Pils. Dafür gibt es gut trinkbaren Crémant de Loire von Bouvet Ladubay (0,1 l zu 7,90 Euro) oder einen „Hai Spritz“ mit Yuzu-Sake, Prosecco, Soda und Zitrone (12,90 Euro). Wir entscheiden uns für eine Flasche Côtes de Provence Rosé „L’Aubade“ (32 Euro), ein frischer, einfacher Wein, der zu sommerlichen Temperaturen und asiatischer Küche gut passt.

Die Küche

Was wir geteilt haben

Gurkensalat und Lachs-Tataki

Wie auch im traditionellen Izakaya gibt es verschiedene kleine Gerichte zum Teilen, Teller aus anderen Provenienzen wie ein chinesischer Glasnudelsalat (8 Euro, mit dem unten erwähnten Sommer-Special 5 Euro) mischen sich unter authentische japanische Küche. Wir verzichten auf den Standard-Einstieg mit Edamame und beginnen mit einem weiteren Klassiker, der uns auch in Osaka besonders gut geschmeckt hat: Minigurken-Salat mit Miso-Sesamöl-Dressing und geröstetem Sesam (9 Euro). Die üppige Portion konnte jedem Vergleich standhalten – so darf es gerne weitergehen.

Rechteckiger Teller mit Lachs-Tataki in Sesam und roter Soße, dahinter eine Schale Minigurken-Salat
Lachs-Tataki und Minigurken-Salat
Lachs-Tataki und Minigurken-Salat. © Rainer Germann

Ach so: Der freundliche junge Mann im Service wies uns darauf hin, dass es ein „Sommer-Special“ gäbe: Bei einem Pro-Kopf-Verzehr ab 25 Euro würden die Gerichte von einer speziellen Sommerkarte zwischen drei und fünf Euro weniger zu Buche schlagen. Das lässt sich machen und es ging weiter mit einem wunderbaren Lachs-Tataki (normal 12 Euro, jetzt 8 Euro), kleinen Tranchen von dem außen leicht angebratenen, innen rohen Salmoniden, in einer wunderbar süßlichen Mirin-Sesam-Soße. Auch der frittierte Tofu-Takoyaki (9 Euro, im Special 5 Euro) mit einer fruchtigen, veganen Soße, die normalerweise zu den namensgebenden Oktopus-Bällchen gereicht wird, konnte vollauf überzeugen.

Wand mit Weinregal, Grünpflanzen und weißen Fliesen über gedeckten Tischen im Hai Seafood Izakaya
Das Weinregal
Das Weinregal im Gastraum. © Rainer Germann

Wagyu-Nigiri und Salt-Pepper-Garnelen

Gerne hätten wir, bevor es weitergeht, ein Schlückchen Sake dazwischengeschoben, aber anders als Izakaya-üblich gab es diesen leider nicht glasweise, sondern nur in der Premium-Version ab 39 Euro für die 0,3-l-Flasche Rihaku „Wandering Poet“ Junmai Ginjo – der Poet musste leider ohne uns weiterwandern. Dass originales japanisches Wagyu-Rind (Kobe, Kagoshima) in Deutschland teuer ist, war uns bekannt – trotzdem fanden wir ein (!) Nigiri mit einer hauchdünnen Scheibe Aburi A5-Wagyu auf „handgeformtem“ (wie sonst?) Sushi-Reis für 19 Euro doch etwas kostspielig, vor allem, da das Fleisch auch zu durchgegart war und nur noch wenig von seinem besonderen Geschmack zu bieten hatte.

Drei Salt-Pepper-Garnelen auf gebutterten Maiskolbenstücken auf einem hellen Teller
Salt-Pepper-Garnelen
Salt-Pepper-Garnelen auf Maiskolben. © Rainer Germann

Das konnten die folgenden Salt-Pepper-Garnelen auf Maiskolben (12 Euro, im Special 8 Euro) wieder wettmachen – hier waren drei fleischige, perfekt gegarte und pikant gewürzte Meeresfrüchte auf je einem gebutterten Maiskolbensockel angerichtet – köstlich!

Weißer Teller mit Tuna-Tatar und Kapern, dahinter ein weiterer Teller und ein Glas Wein
Tuna-Tatar
Tuna-Tatar mit Kapern. © Rainer Germann

Weiter ging es noch mit einer kleinen Portion Tuna-Tatar mit Kapern (14 Euro, im Special 8 Euro), hier überdeckte leider der üppige Anteil roher roter Zwiebeln die feine Symbiose von Fisch und Kapern; beim Auberginen-Sandwich mit Rinderhack (10 Euro, im Special 8 Euro) stellte sich die süße chinesische Yuxiang-Soße als schmackhaft, aber nicht pikant wie angekündigt heraus; schön kross und gut abgeschmeckt erwies sich die Beef-Frühlingsrolle mit kleinen Stückchen vom grünen Spargel, auch der süß-saure Dip dazu konnte überzeugen.

Fazit: Kein klassisches Izakaya, eher eine modernere Crossover-Version mit einer Speisekarte, auf der nicht nur für Seafood-Fans einiges dabei ist. Und fast alle Gerichte haben bis auf ein paar Kleinigkeiten durchaus überzeugt; dasselbe gilt für die Preisgestaltung (vor allem mit dem Special!), wenn man von dem Wagyu-Nigiri und dem Premium-Sake absieht. Das nächste Mal, und das wird es geben, stürzen wir uns noch mal gezielt auf Sachen aus dem Meer wie Sashimi, Austern oder „Boiled Seafood“ für zwei Personen, das am Nebentisch zum Entzücken der Gäste vor sich hin blubberte.

Rainer Germann schreibt seit vielen Jahren die Gastrokritiken für IN München.

Auf einen Blick

Hai Seafood Izakaya Öffnungszeiten, Adresse und Kontakt

AdresseKellerstraße 29, 81667 München
Das Lokal liegt in Haidhausen.
ÖffnungszeitenTäglich 11.30–15.00 Uhr und 17.30–23.30 Uhr