Shoo Loong Kan: Sichuan Hot Pot im Forum Schwanthalerhöhe
Südwestchina an der Theresienwiese: Im Forum Schwanthalerhöhe hat das Hot-Pot-Restaurant Shoo Loong Kan eröffnet.
Auf die Schnelle:
| Küche | Chinesisch · Sichuan · Hot Pot | |
| Öffnungszeiten | Mo–Fr 12:00–15:00 und 17:30–23:30 Uhr; Sa–So 12:00–23:30 Uhr | |
| Adresse | Theresienhöhe 5 (Forum Schwanthalerhöhe, Eingang West, Schießstättstraße), 80339 München-Westend | |
| Telefon | +49 89 89356888 | |
| Website | shooloongkan-muenchen.de | |
| Preisniveau | €€€ | |
| Preiszusatz | Brühen 10–18 €, einzelne Teller ab 5,90 €; mit Getränken 70–100 € pro Person (Stand Oktober 2026) | |
| Reservierung | Online unter Online reservieren, telefonisch unter 089 89356888 oder per E-Mail an [email protected] |
Das Haus
Ein Drachenhügel im Forum
Wenn Chinesen etwas machen, dann muss es perfekt sein: Forum-Centermanager Vladimir Tinchev kann ein Liedchen davon singen, wie er bei einer Presseeinladung den Anwesenden erklärte. Allein sieben Geschäfte zu einem Restaurant dieser Größenordnung (über 300 Sitzplätze) umzubauen, war eine gewaltige Aufgabe, dazu kamen Verzögerungen bei Lieferung der originalen Einrichtung aus China und anspruchsvolle Vorstellungen der neuen Mieter an technische Details. Mitte September war es nach einem Soft Opening dann so weit, und mit einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit zahlreicher Vertreter*innen des Konzepts aus dem Heimatland, inklusive Drachentanz und Schauspiel wurde offiziell eröffnet. Auch wir waren eingeladen und erlebten einen wirklich unterhaltsamen, genussvollen und zugegeben feucht-fröhlichen Abend, dazu später mehr.
Rote Laternen und Hot-Pot-Tische im Gastraum.
Das Konzept
Gekocht wird am Tisch
Von Sichuan nach München
Die Hot-Pot-Kette startete 2014 in Sichuan und zählt nach eigenen Angaben heute mehr als 3000 Restaurants in 36 Ländern und Regionen, die allermeisten davon in China. In Deutschland ist München nach Düsseldorf am Start, Köln, Dortmund und Bremen sollen folgen, Berlin und Frankfurt sind schon wieder geschlossen. Das Prinzip ist überall gleich: Gekocht wird am Tisch. Erst wählt man den Topf, als Yin-Yang geteilt oder gleich dreigeteilt, dann die Brühen. Wer sich traut, nimmt das tiefrote Sichuan-Chiliöl mit dem typischen Málà-Kribbeln auf der Zunge (wie beim Sichuan-Pfeffer), eher Zartbesaitete greifen zu Tomate, Rinderknochen oder Pilz (volle Umami-Breitseite!). Dann wandern Zutaten wie Wagyu, Lammrolle, Garnelen, Lotuswurzel, Enoki oder Entenblut-Tofu in den Sud.
Tablet, Tipps und viel Zeit
Wer zum ersten Mal kommt, wird vom Service auch bei der Bedienung des Bestell-Tablets angeleitet. Außerdem wird davon abgeraten, die scharfe Sichuan-Brühe zu trinken, käme immer wieder mal vor, verrät uns der junge Mann im Service, mit oft fatalen Reaktionen. Auch sollte man bei der Wahl des Schärfegrades erstmal eher europäisch-dezent vorgehen – hochsteigern könne man sich immer noch. Und: Hot Pot ist kein schnelles Essen, sondern ein langer Abend mit Freunden um einen dampfenden Topf.
Die Küche
Drei Brühen, fünf Gäste
Sichuan, Tomate und Goldbrühe
Gesagt, getan – zu fünft lassen wir den Topf dreiteilen: einmal die Sichuan-Brühe in der mildesten Variante (wirklich scharf genug!), einmal Tomate und einmal die „sauer-scharfe“ Goldbrühe, diese schmeckt ebenfalls fast fruchtig. Dazu wird reichlich australisches Wagyu, weitere Rindfleisch-, Fisch-, Garnelen-Varianten (auch empfehlenswert: Zunge) sowie Gemüse wie Spinat, Pak-Choi, riesige Karottenräder, Bambussprossen, Tofu-Variationen und Pilzmischungen als gesundes Gegengewicht bestellt. Sich seine eigene Soße an einer großen Station zu mischen, macht richtig Spaß, für Gäste mit weniger Fantasie stehen Anweisungen für fünf Klassiker bereit, zum Beispiel eine Chili-Erdnuss-Gewürz-Mischung oder einen gelungenen Sesampasten-Dip mit fermentiertem Tofu.
Hot Pot ist Teamarbeit: Köche am Tisch. © Rainer Germann
Garzeiten und Mut zum Experiment
Anschließend wurden, wie angewiesen, alle Zutaten nacheinander und nach den unterschiedlichen Garzeiten (Wagyu vielleicht nur fünf Sekunden, die Karotten eher fünf Minuten) über Stunden in den Brühen versenkt und sich nebenbei mit Tsingtao-Bierchen und Rosé vergnügt. Herrlich. Auch nach fortschreitendem Genuss haben wir uns zwar noch nicht an Angebote wie Gänse- und Schweinedarm und -hirn oder Hühnermägen gewagt, dafür aber „Tintenfisch im Raketenschnitt“ und „Tofuhaut-Säckchen mit Garnelen“ geordert.
Fazit: Wer hier zu viert einen schönen Abend verbringen und sich wie wir ordentlich was gönnen möchte, sollte inkl. Getränke (Flasche Rosé 33 Euro, Tsingtao 4,90 Euro) mit 70 bis 100 Euro pro Person rechnen. Die Brühen kosten 10 bis 18 Euro, die einzelnen Teller kosten zwischen 5,90 Euro (Tofu) und 70/39 Euro (jap./austral. Wagyu). Es gibt auch Pärchen-Tische und für Feiern Separees wie aus einem James-Bond-Film. Ein Riesenspaß, irgendwie auch wild und bisschen chaotisch, aber überwiegend köstlich. „Shoo Loong Kan“, chinesisch Xiaolongkan, heißt übersetzt etwa „kleiner Drachenhügel“, benannt nach einem Viertel in Chongqing. Bei uns ist zwar nur die Schwanthalerhöhe im Westend zu erklimmen, aber es rentiert sich. Ob das auch für ein Hot-Pot-Restaurant in dieser Größenordnung gilt, wird sich zeigen.
Rainer Germann schreibt seit vielen Jahren die Gastrokritiken für IN München.
Auf einen Blick
Shoo Loong Kan Öffnungszeiten, Adresse und Kontakt
Das Restaurant liegt im Forum Schwanthalerhöhe im Westend, Eingang West an der Schießstättstraße. Mit dem Auto: im Navi „Gollierstraße 3“ eingeben, das ist das richtige Parkhaus.
Samstag und Sonntag: 12.00–23.30 Uhr
