19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Tolstoi-Bibliothek, Aldringenstr. 4, 80639
München
Sonstige
Zyklus „Das imaginäre Museum“ – Marc Chagall im erweiterten Horizont
Vortrag in der Tolstoi-Bibliothek in russischer Sprache
Wie kann man auf Marc Chagall blicken, sodass sich hinter den vertrauten schwebenden Figuren plötzlich ein ganzer Kosmos öffnet – zugleich vertraut und überraschend fremd?
Diese Veranstaltung ist als Reise durch sein „imaginäres Museum“ konzipiert: einen inneren Raum, in dem der Hof von Witebsk, die Pariser Avantgarde, Geschichte und Gegenwart in einem gemeinsamen Saal zusammentreffen und miteinander ins Gespräch kommen.
Wir sehen, wie die Farbvibrationen von Robert Delaunay neben den klaren, konstruktiven Setzungen von Kazimir Malewitsch stehen – und wie Chagall diese Einflüsse in eine ganz eigene Bildsprache verwandelt.
Im Mittelpunkt stehen:
– Farbe als Kraft, die den Raum trägt, wie Licht im Theater,
– Erinnerung, die in Bildern von Städten und Liebenden wiederkehrt,
– Liebe als Zentrum seiner Kunst – nicht als Thema, sondern als Anziehungspunkt seiner Welt.
Der Weg führt von den frühen Arbeiten bis zu den späten grafischen Zyklen und den Glasfenstern für die Kathedrale Notre-Dame de Reims, wo Licht selbst Teil des Bildes wird.
Es ist eine Begegnung mit einem Künstler, bei dem persönliche Geschichte die Dimension einer Epoche annimmt – und mit einem Museumsraum, der zur Bühne wird: mit Luft, Bewegung und dem Gefühl, dass Malerei im Hier und Jetzt geschieht.
Eintritt: € 7,–
In russischer Sprache!
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Über Lena Lukina
Lena Lukina studierte Kunstgeschichte an der Moskauer Staatlichen Universität sowie am Staatlichen Institut für Kunstwissenschaft.
Seit 2013 konzipiert und realisiert sie öffentliche Vorträge und Kursformate zur russischen und europäischen Kunst. Ihr inhaltlicher Fokus liegt auf epochenübergreifenden Zusammenhängen, präziser Bildanalyse und der lebendigen Vermittlung komplexer künstlerischer Positionen.
In ihrer Arbeit verbindet sie wissenschaftliche Fundierung mit einer klaren, zugänglichen Sprache. Ziel ist es, anspruchsvolle Inhalte differenziert darzustellen, ohne akademische Schwere zu reproduzieren. Dabei entwickelt sie thematische Reihen ebenso wie eigenständige Vortragsformate, darunter den Zyklus „Das imaginäre Museum“.
Lena Lukina verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit heterogenen Gruppen, insbesondere mit Familienpublikum. Sie schafft eine ruhige, offene Atmosphäre, in der Erwachsene konzentriert in Dialog treten können und Kinder parallel einen eigenständigen Zugang zur Kunst finden.
Sie lehrte unter anderem an der Moskauer Staatlichen Universität, in der Allrussischen Staatlichen Bibliothek für ausländische Literatur sowie im Bildungszentrum des Puschkin-Museums für Bildende Künste (Pushkinsky.YOUTH).
Aufzeichnungen mehrerer Kursreihen, darunter Programme aus dem Jahr 2020 im Rahmen des Projekts „Moms in Art“, sind online verfügbar.
Das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk mit seiner Bibliothek und Sozialberatung unterstützt seit Jahrzehnten russischsprachige Zuwanderer und Geflüchtete jeder Nationalität und Konfession.
Die Tolstoi-Bibliothek bietet neben den fast 60.000 Büchern in russischer Sprache ein kulturelles Veranstaltungs- und Kursprogramm. Die Sozialberatung ist eine neutrale Anlaufstelle für alle Zuwanderer, wo niederschwellig und unkompliziert geholfen wird.
(Text: Veranstaltende)
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Tolstoi-Bibliothek
Adresse: Aldringenstr. 4,
80639 München
