Haar Macht Lust
Kunsthalle München

Haar Macht Lust

Freitag, 20.03.2026
10:00 Uhr – 20:00 Uhr

Kunsthalle München, Theatinerstraße 8, 80333 München
Ausstellungen

Haar Macht Lust

Ob lang, kurz oder rasiert, glatt oder gelockt – Haare sind weit mehr als eine Frage des Stils. Sie erzählen von Schönheit und Begehren, von Macht und Ohnmacht, von Anpassung und Rebellion. Haare sind ein starkes Mittel des Ausdrucks – politisch, religiös, kulturell und persönlich. Mit ihnen bekennen wir Zugehörigkeit, gestalten Identität oder ziehen andere in unseren Bann. Die Ausstellung in der Kunsthalle München lädt zu einem anregenden, sinnlichen und überraschenden Streifzug durch drei Jahrtausende Kunst- und Kulturgeschichte der Haare ein. Rund 200 Exponate – Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videoarbeiten, Schmuckstücke, Möbel, Designobjekte und Couture-Kreationen – von der Antike bis zur Gegenwart zeigen, welche Wirkmacht das scheinbar Alltägliche entfalten kann.



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Bild: Salvador Viniegra y Lasso de la Vega, „der erste Kuss“, 1891, Öl auf Leinwand, 128 x 225 cm, © Photographic Archive, Museo Nacional del Prado, Madrid



Frisuren spielen seit jeher eine zentrale Rolle in der Kommunikation von sozialem Status und gesellschaftlichen Normen. Schon im Alten Ägypten färbten sich Menschen die Haare und trugen Perücken – und bis heute gilt sorgfältig zurechtgemachtes Haar als Zeichen von Selbstinszenierung und Zugehörigkeit. Die Gestaltung von Kopf- und Körperhaar prägt dabei auch Vorstellungen von Geschlecht und gesellschaftlicher Rolle – indem sie diese bestätigt, hinterfragt oder, wie etwa im Drag, bewusst überzeichnet. Anhand von Abbildungen außergewöhnlich behaarter Menschen reflektierten Künstlerinnen und Künstler über Jahrhunderte hinweg die Grenze zwischen Natur und Kultur.



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Bild: Herlinde Koelbl, „Projekt Haare, Punk“, 2007, Fotografie, 100 x 180 cm © Herlinde Koelbl


Darüber hinaus spürt die Ausstellung der besonderen Faszination nach, die Haare auf Menschen ausüben. Sie stehen für Schönheit und Attraktivität – und tragen zugleich eine innere Ambivalenz in sich. In Darstellungen von Figuren wie Maria Magdalena oder Medusa verkörpern sie zugleich Anziehung und Abschreckung. Haare können auch als Quelle von Kraft erscheinen – wie in der biblischen Geschichte des Samson, dessen Stärke in der Länge seines Haars begründet liegt. Dass sie ein Leben lang – dem Volksglauben nach sogar über den Tod hinaus – weiterwachsen, macht sie zu einem Sinnbild menschlicher Vitalität. Seit der Renaissance dienten Haare deshalb auch als Liebespfand oder als Erinnerung an Verstorbene.


Gleichzeitig zeigt der Rundgang, dass Haar immer auch ein Mittel des Widerstands war – ob in den rebellischen Frisuren der Hippies und Punks oder im unbedeckten Haar der Frauen bei den jüngsten iranischen Protesten für Freiheit und Menschenrechte. Selbst die Haarstruktur – etwa bei Schwarzem Haar – kann zum politischen Symbol werden: Charakteristische Frisuren wie der Afro-Look werden zum Zeichen von kultureller Identität und Selbstermächtigung. Umgekehrt galt es über Jahrhunderte als Akt der Demütigung und Unterwerfung, jemandem die Haare abzuschneiden.


In der Ausstellung vertreten sind neben Objekten aus Frühgeschichte und Mittelalter unter anderem Werke von: Sandro Botticelli (1445–1510), Filippo Negroli (ca. 1510–1579), Giorgio Vasari (1511–1574), Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682), Jacques-Louis David (1748–1825), Jean-Baptiste Carpeaux (1827–1875), John William Waterhouse (1849–1917), Alfons Mucha (1860–1939), Albert Weisgerber (1878–1915), J.D. ‚Okhai Ojeikere (1930–2014), Herlinde Koelbl (* 1939), VALIE EXPORT (* 1940), Pieter Hugo (* 1976), Simone Haack (* 1978) und Laetitia Ky (* 1996).


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Bild: Evan Penny, „Torso – Model, Variation 1“, 2016, gefärbtes Silikon, Haar, 36 x 18 x 23 cm, © Evan Penny



Programm:

Führungen für Gruppen: Mo / Mi-Fr 10:00-20:00, Sa 10:00-13:00 nach Anmeldung unter: [email protected];

MVHS-Führung jeweils Mo 15:30 / Do 18:00 / Fr 11:30 / Sa 13:00 (T. +49 (0)89 / 480 06 62 39 oder www.mvhs.de);

Kinderführungen (6-12 J.) in den Ferien am Mi um 15:00 (T. +49 (0)89 / 22 44 12);

AfterworkKH am 3. Mi / Monat mit Führungen ab 18:30, Tombola, DJ Alkalino bis 22:00.


Dazu Kurator*innenführungen, Vorträge, Talks.


Öffnungszeiten: Täglich 10:00-20:00,

3. Mittwoch / Monat bis 22:00 zur AfterworkKH

Ausstellung 20.3. bis 4.10.


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Bild: Nico Koster, „Hair Peace, Bed Peace“ John Lennon & Yoko Ono, 1969, 60×70 cm, Privatsammlung, Amsterdam © Nico Koster

Termine & Tickets

Freitag, 20.03.2026 10:00 Uhr – 20:00 Uhr Tickets
Samstag, 21.03.2026 10:00 Uhr – 20:00 Uhr Tickets
Sonntag, 22.03.2026 10:00 Uhr – 20:00 Uhr Tickets
+ weitere Termine

Veranstaltungsort / Karte

Kunsthalle München
Adresse: Theatinerstraße 8, 80333 München

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