18:00 Uhr – 19:15 Uhr
Münchner Kammerspiele / Münchner Kammerspiele – Schauspielhaus, Maximilianstr. 26-28, 80539
München
Theater
Fünf bis sechs Semmeln und eine kalte Wurst
Von Wirtstöchtern und ihren Müttern
Mit Texten von Lena Christ und Annette Paulmann
Und, hat es dir geschadet? — Lena Christs „Erinnerungen einer Überflüssigen“ weitergedacht – ein Theaterabend über das Überleben.
Nach einer glücklichen Kindheit bei den Großeltern in Glonn kommt die achtjährige Lena Christ zu ihrer Mutter ins Wirtshaus nach München, wo sie fortan in der Küche und in der Gaststube tatkräftig mit anpacken muss, als kostenlose Arbeitskraft im Familienbetrieb. Was sich zunächst wie ein Geschenk anfühlt, entwickelt sich schnell zum Albtraum. Ihre Mutter gönnt ihr keinen guten Tag. Die „Wirtsleni“ leidet unter der Gleichgültigkeit und den brutalen Misshandlungen ihrer Mutter. Immer wieder versucht sie auszubrechen, immer wieder kehrt sie ins Wirtshaus und zur Mutter zurück.
Nach einer gescheiterten Ehe und drei Kindern gelingt ihr der Aufbruch in ein neues Leben – ein Leben als Schriftstellerin. Auf einer Parkbank vor der Alten Pinakothek sitzend beginnt sie, ihr Leben aufzuschreiben. Ihr erstes Buch „Erinnerungen einer Überflüssigen“ erzählt von einem kleinen Mädchen, das mit dem Wind um die Wette rennt und versucht, ihn zu überschreien. Es handelt von der gewaltsamen Unterdrückung der Mutter, den Schlägen des Ehemanns, aber auch vom mutigen Widerstand, vom Nichtaufgeben – und vom Überleben.
Über 100 Jahre später begibt sich Annette Paulmann auf die Suche nach Lena Christ und entdeckt ihre eigene Kindheit wieder – und wie es war, im Wirtshaus mit der Mutter… Ein assoziativer Theaterabend über zwei Biografien, der nach den Abgründen von Ausbeutung, Abhängigkeit und Liebe fragt: Vieles können wir entscheiden, aber nicht, wer unsere Mutter ist – und bleibt.
Besetzung
Mit Annette Paulmann
Regie: Annette Paulmann
Co-Regie Werkraum: Dîlan Z. Çapan
Bühne & Kostüme: Marlene Pieroth
Lichtbild / Schnitt: Kai Metzner
Dramaturgie: Viola Hasselberg
u.v.a.
Pressestimmen
Ein Meisterwerk: Annette Paulmanns Lena-Christ-Solo „Fünf bis sechs Semmeln und eine kalte Wurst“ an den Münchner Kammerspielen. (…) sie macht erlebbar, wie ein fremdes Leben fürs eigene stehen kann und umgekehrt, wie eine individuelle Geschichte sich Raum greift als allgemeingültige Erzählung. Das ist so fein, so klug, dass man gerührt vor Glück staunt. (Süddeutsche Zeitung, 9.10.2023)
„Fünf bis sechs Semmeln und eine kalte Wurst – Von Wirtstöchtern und ihren Müttern“ heißt der Abend, der jetzt im Werkraum Premiere hatte. Und der, soviel sei schon jetzt verraten, ein ganz großartiger ist! Obwohl das Thema kein besonders lustiges ist, schafft Annette Paulmann es immer wieder, einem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. (Abendzeitung, 9.10.2023)
Wie immer kann man sich gar nicht satthören am kullernden Glücksen dieser verwurschtelten Primadonna, an ihrem Tonfall, der ein vorwurfsvoll-naives Staunen über die Zumutungen dieser Welt moduliert. Ein Wunder, dass noch wer fröhlich zu sein vermag – oder zumindest so heiter-melancholisch wie Paulmann, wenn sie mit einem alten Bonanza-Rad ihre Runden auf der Bühne dreht und dazu „Mama, Mama, Mama“ ruft (Münchner Merkur, tz, 9.10.2023)
Termine & Tickets
Von Wirtstöchtern und ihren Müttern
TicketsVeranstaltungsort / Karte
Münchner Kammerspiele / Münchner Kammerspiele – Schauspielhaus
Adresse: Maximilianstr. 26-28,
80539 München
