Von neuen Ausstellungen in großen Museen bis zu Vernissagen in kleinen Galerien gibt es viel zu entdecken… bei den neuen Ausstellungen im August
IN München präsentiert die Ausstellungs-Highlights des Monats.
Neue Ausstellungen im August
„UM-BENANNT. Straßennamen und Erinnerungskultur in München nach 1945“ in der UB der LMU
Seit 80 Jahren befindet sich das Hauptgebäude der LMU am Geschwister-Scholl-Platz 1, der wie andere Straßen und Plätze in München nach Mitgliedern der Weißen Rose benannt wurde. Die Ehrung von Widerstandskämpferinnen, Widerstandskämpfern und Opfern des NS-Regimes durch die Benennung von Straßen und Plätzen sollte Ausdruck der politischen Neuordnung und der Abkehr vom Nationalsozialismus in München sein. Die politischen und gesellschaftlichen Debatten über den Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus, Ehrungen und Erinnerungskultur unmittelbar nach Kriegsende sind die zentralen Themen der Ausstellung. Die von Studierenden der LMU unter der Anleitung der Historikerin Constanze Jeitler kuratierte Ausstellung lädt dazu ein, den Stadtplan als Spiegel historischer Debatten und aktueller Deutungskämpfe neu zu entdecken.
Bis 17.10.
„Ragnar Axelsson: Greenland“ im Kunstfoyer
Seit über vierzig Jahren bereist der Fotograf Ragnar Axelsson die gefrorene Wildnis Grönlands und dokumentiert das Leben der Inuit – von Jägern und Familien, die am Rande der bewohnten Welt leben. Freundschaft und Vertrauen sind der Schlüssel, um ihr Leben zu dokumentieren. Was dabei entsteht, ist ein intimes Portrait einer Welt, die nur wenige Außenstehende jemals von innen gesehen haben. In Schwarz-Weiß-Bildern destilliert Ragnar die Arktis auf ihre rohe Essenz: Eis, Wind, Dunkelheit, Tiere, Berge und Portraits. Seine Fotografien vermitteln sowohl Schönheit als auch Bedrohung.
Bis 1.11.
„Public Art: Focus Year 2026 – Pool People“ im Stadtraum
Lokale und internationale Künstler*innen widmen sich der Frage, wie wir mit unserer Umgebung kommunizieren, wie wir mit ihr in Wechselwirkung treten, wie wir selbst darin wirksam werden. Um den öffentlichen Raum in Ruhe wiederzuentdecken als einen Ort, an dem vieles möglich ist. Im August: „Pool People“ von Christiane Huber im Michaelibad. In Performance, Unterwasser-Sound-Installation und Pool-Party erkundet „Pool People“ das Potenzial von Freibädern als Orte gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Infos hierzu und den weiteren Projekten auf publicartmuenchen.de
Ab 1. bis 16.8.
„Tomás Saraceno: Verwobene Welten“ im Haus der Kunst
Tomás Saraceno (geb. 1973, San Miguel de Tucumán, Argentinien) verbindet Kunst, Architektur und Wissenschaft miteinander, um mögliche ökosoziale Zukunftsvisionen zu entwerfen. Die Ausstellung präsentiert seine zentralen Forschungsprojekte Aerocene und Arachnophilia sowie eine neue, gemeinsam produzierte Auftragsarbeit, die gemeinsam mit Indigenen Gemeinschaften von Red Atacama aus Las Salinas Grandes im Norden Argentiniens entwickelt worden ist. Deren fortwährender Kampf gegen den Lithiumabbau und die damit verbundene Beeinträchtigung der lebenswichtigen Wasserkreisläufe in der Region bilden den Ausgangspunkt für ein Kunstwerk, das sich über die Grenzen des Ausstellungsraums hinaus erstreckt. Im Haus der Kunst materialisieren sich diese Ideen in Gestalt von Luft-Skulpturen, Habitaten für verschiedenste Spezies und Environments, die neue Arten von Aufmerksamkeit erfordern.
Bus 7.2.2027
„Alles Rosa – von Rosé zu Pink und Fuchsia“ in der Galerie Handwerk
Hier wird das ganze Spektrum einer Farbe abgebildet, das von „Mountbatten Pink“ über „Fuchsia“ und „Amaranth“ bis hin zu Schiaparellis „Shocking Pink“ reicht. Kuratorin Elke-Helene Hügel hat 58 Künstlerinnen und Künstler aus neun Ländern zusammengetrommelt, die explizit rosa in ihrer Farbpalette haben. So entstand die Idee für eine Ausstellung mit Arbeiten aus Holz, Glas, Keramik, Papier, Textil und aus Materialien, die von Natur aus rosa sind, wie beispielsweise Muscheln oder Steine. Zu den Highlights gehört der chinesische Porzellanmeister Zhou Songjian, dessen Arbeiten mit einer außergewöhnlichen rosafarbenen Glasur erstmals in der Galerie gezeigt werden.
Ab 11.8. bis 19.9.
Das Valentin-Karlstadt-Musäum ist wieder offen
Lange wurde gewerkelt, jetzt ist es zur Freude aller Fans gehobenen, bajuwarischen Unsinns wieder offen: Das Valentin-Karlstadt-Musäum. Und wie! Fliegen Sie mit Liesl Karlstadt und Karl Valentin zum Mond. Das Raumflugzeug steht bereit, steigen Sie ein! Liesl Karlstadt ist eine völlig neue Dauerausstellung gewdmet. Eine außergewöhnliche Frauenbiografie: ihr Wirken als Künstlerin im Duo mit Karl Valentin und solo sowie ihr Leben jenseits der Konvention werden in allen Facetten beleuchtet. Und auch bei Karl Valentin himself ist vieles geblieben und doch ganz neu. Überraschende Exponate aus dem Kölner Nachlass und Originale aus den Tiefen des Museums-Archivs kamen hinzu. „An jedem Eck a Gaudi“ gilt auch künftig für die Geschichte der Münchner Volkssänger, fühlen Sie den Münchner Vorstadtblues. Auf den ersten Blick scheint das Turmstüberl ganz das Alte zu sein, doch auch hier wurde in der Sammlung gestöbert und so mancher Schatz gehoben. Dazu ein Kino, eine Ausstellung zu München auf dem Weg zur Millionenstadt u.v.m.
„Sternenstaub und Meeresgrund: Miriam Frank und Philipp Liehr“ im Valentin-Karlstadt-Musäum
Die in München arbeitende Miriam Frank lädt ein auf eine Reise in geheimnisvolle Tiefen. Vor allem das Meer und seine Bewohner stehen dabei im Mittelpunkt. Von bärtigen Seemännern über Tierwelten des Ozeans bis zu mystischen Gestalten der Meerjungfrauen erzählen ihre Arbeiten. Schon während ihres Studiums der Illustration hat sie begonnen, mit den verschiedensten Materialien zu arbeiten und ist so auch zum Tätowieren gekommen. Mittlerweile wird sie weltweit in Ausstellungen gezeigt. In unerforschte Weiten des Weltalls dringt der in Halle lebende und arbeitende Künstler Philipp Liehr mit seinen Astronauten vor. Humorvoll und manchmal kritisch zeigt er was weit über den Wolken im Weltall passiert.
Bis 10.11.
