Von neuen Ausstellungen in großen Museen bis zu Vernissagen in kleinen Galerien gibt es viel zu entdecken… bei den neuen Ausstellungen im Oktober
IN München präsentiert die Ausstellungs-Highlights des Monats.
Neue Ausstellungen im Oktober
„Ikebana – Japanische Blumenkunst“ im Museum Fünf Kontinente
Bei Ikebana werden Blumen und Pflanzen so angeordnet, dass ihre natürliche Schönheit, Lebendigkeit und Harmonie sichtbar werden. Die Ursprünge dieser Kunst reichen bis zu den rituellen Blumenopfern buddhistischer Tempel zurück. Im Laufe von mehr als 500 Jahren haben sich verschiedene Ikebana-Stile entwickelt, die Tradition und Kreativität auf einzigartige Weise verbinden. In der Ausstellung werden Arbeiten der ältesten und traditionellsten Ikebana-Schule Japans Ikenobō zusammen mit Werken der Sōgetsu-Schule, einer der jüngsten und innovativsten Ikebana-Schulen Japans, präsentiert. Im Rahmen von Führungen und einem Workshop haben Erwachsene die Möglichkeit, die Vielfalt dieser Kunstform kennenzulernen.
15.9. bis 18.10.
Ssirus W. Pakzad „Face To Face – Soul To Soul“ im Jazzclub Unterfahrt
Ssirus W. Pakzad (*1961) arbeitet seit Mitte der 1980er Jahre als Autor, Fotograf, Moderator (Bayerischer Rundfunk, SWR Kultur) und Musik-Journalist mit Schwerpunkt Jazz (so auch beim ehrenwerten IN München). Seine Bilder finden sich auf über hundert Album- und mehreren Dutzend Buch-Covers und waren bislang in elf Einzel- und vier Gruppenausstellungen in Europa zu sehen. Jüngere Farbfotos von Patricia Brennan, Jamaaladeen Tacuma, Adam O´Farrill und vielen mehr machen gut die Hälfte der Exponate aus. Die andere besteht aus Schwarzweiß-Aufnahmen, die bis ins Jahr 1990 zurückreichen – von Größen wie Roy Hargrove, Ornette Coleman, Erykah Badu, Al Green, Anita Baker, Macy Gray, Ravi Coltrane, Don Cherry, Joe Zawinul oder Dee Dee Bridgewater. Einige dieser intimen Close Up-Porträts gelten heute als junge Klassiker der Jazz-Fotografie.
4.10. bis 13.12.
Fake Noise – True Image: Das Künstlerduo Portmanteau in der Pasinger Fabrik
Sonderbare Musikmaschinen! Klingt strange, umschreibt aber perfekt die elektromechanischen Klangkunstwerke des Münchner Künstlerduos Portmanteau. Die Skulpturen wurden liebevoll erschaffen aus Altem, Gefundenem oder Recyceltem. Sie sind musikalisch, humorvoll und skurril. Die Gäste dürfen, ja sollen selbst Hand anlegen und die verrückten Automaten entdecken: Sie heißen Sittichquirl, Alpinium, Strippenzieher oder Singvase. Wer eine Münze einwirft, bringt Stühle zum Steppen, startet den Klang einer Schafherde oder wird auf Knopfdruck vom „Grobian“ beleidigt. Die Skulpturen sind Kunst für Auge, Ohr und Zwerchfell.
Ab 8.10. 2026 bis 14.3.2027
„Stonehenge. Uralte Geheimnisse, neue Entdeckungen“ in der Archäologischen Staatssammlung
Stonehenge, der berühmte prähistorische Steinkreis im Südwesten Englands, wird durch neue archäologische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse so umfassend verstanden wie nie zuvor. Moderne Ausgrabungen und Analysen zeigen, dass seine Erbauer – frühe Bauern vor 5000 Jahren – Teil einer spannenden und komplexen Kulturlandschaft waren. Die Entwicklung von Stonehenge erstreckte sich über Jahrhunderte und gipfelte um 2500 v. Chr. in jener monumentalen Form, die bis heute fasziniert. Die Ausstellung präsentiert diese Forschungsergebnisse anhand von rund 600 Originalobjekten, Repliken und immersiven Medieninstallationen. Nach erfolgreichen Stationen in Nordamerika ist sie nun komplett überarbeitet und durch Funde aus Bayern ergänzt erstmals in Mitteleuropa zu sehen.
Bis 29.8.2027
Verdichtete Zeit im ERES Projects

Öl ist verdichtete Zeit – entstanden aus den Überresten urzeitlichen Lebens, verborgen in den geologischen Schichten der Erde. Kaum ein Stoff verknüpft Natur, Energie und menschliche Imagination so unmittelbar. Die Ausstellung widmet sich einem Rohstoff, der seit mehr als einem Jahrhundert Landschaften, Ökonomien und gesellschaftliche Vorstellungen prägt. Als Quelle von Fortschritt und Wohlstand steht Öl zugleich für Umweltbelastungen und die Herausforderungen einer fossilen Abhängigkeit. Zwischen Erdgeschichte und globaler Infrastruktur entfaltet sich ein komplexes Geflecht, in dem sich Natur, Ökologie, Wirtschaft und Kultur zu Narrativen von globaler Tragweite verweben. Mit Werken von Monira Al Qadiri, Mark Dion, Goshka Macuga, Ed Ruscha, Niloufar Shirani.
Ab 16.10. bis 16.12.2026
Kaori Nakajima: Noren – Sanfte Grenzen im Kunstpavillon im alten botanischen Garten

Der Noren ist ein traditioneller japanischer Stoffvorhang, der ursprünglich an Eingängen, in Innenräumen oder vor Geschäften verwendet wurde. Er schützt vor Wind, Kälte, Staub und Blicken und bleibt zugleich durchlässig. Anders als eine Tür trennt er nicht endgültig. Er markiert eine Grenze, die sich leicht öffnet, sobald man sie berührt oder durchschreitet. In „NOREN – sanfte Grenzen“ setzt sich die in Japan geborene, Münchner Künstlerin Kaori Nakajima mit solchen Übergängen auseinander: zwischen Innen und Außen, Schutz und Offenheit, Erinnerung und Gegenwart, Nähe und Distanz.
Bis 18.10.2027
Queering History im Florida Lothringer 13
Die Künstler*inneninitiative queer:raum präsentiert 13 zeitgenössische künstlerische Positionen aus den Bereichen Performance, Fotografie, Installation, Skulptur, Film und Text. Ausgehend vom Begriff Queering versteht die Ausstellung Geschichte als etwas, das immer wieder neu gelesen, hinterfragt und erweitert werden kann. Im Mittelpunkt stehen queere Perspektiven auf historische Ereignisse, Biografien und Erinnerungen sowie die Frage, welche Geschichten erzählt werden. Mit Werken von Saige Danyluk, Mar Luís Freisen, Boris Gavrilović, Francesco Giordano, Viola Glink u.v.m.
16. bis 31.10.2026
„Imaginarium“ im Literaturhaus
Treten Sie ein in eine Welt zwischen Buchseiten und Bühnenraum, zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Das tschechische Künstlerkollektiv rund um Matěj Forman lädt Sie ein zu einer Reise durch Bilder, Figuren und Geschichten – und zu der Frage, wie Erzählen eigentlich entsteht. Die labyrinthische Installation führt durch kunstvoll gestaltete Welten verschiedener Handwerkskünstler*innen. Sie lädt ein zum Entdecken, Ausprobieren und Staunen. Wie erzählt Schrift in einem Buch? Wie erzählt ein Bild? Wie erzählt eine Abfolge bewegter Bilder? Und wie beginnt eine eigene Geschichte?
Neu! Ab 3.10. bis 31.1.2027
Experience of Delight in der Halle 50
Die Gruppenausstellung bringt 24 internationale Positionen zusammen – darunter namhafte in München arbeitende Künstler*innen wie Martim Brion, Pedro Boese, Eike Berg, Marco Stanke, Sebastian Lechner, Alexander Deubl, Philipp Messner und Marile Holzner. Das Projekt initiiert einen präzisen visuellen Dialog zwischen figurativer und abstrakter Kunst und hinterfragt zeitgenössische Klischees zugunsten einer unvoreingenommenen Beobachtung. Der Titel bezieht sich auf eine Formulierung des US-amerikanischen Malers Robert Ryman, wonach Kunst eine „Erfahrung der Freude“ bieten solle – verstanden nicht als oberflächlicher Genuss, sondern als tiefes Gefühl der Erfüllung, das aus kritischem Denken, Beobachtung und offenem Hinterfragen erwächst.
Neu! Vernissage: 2.10. 18:00 Uhr. Bis 4.10.2026
Future, Now! im Deutschen Theatermuseum
Was wäre, wenn …? Auf der Bühne wird diese Frage zur Realität auf Zeit. Theater ist ein Labor der Zukunft, ein Möglichkeitsraum. Die Ausstellung zeigt, wie Theater mögliche Welten erfahrbar macht: Sie erzählt von Hoffnungen und Ängsten, Krisen und Handlungsmöglichkeiten, neuen Technologien und gemeinsamer Gestaltung. Zukunft erscheint dabei nicht als fertiger Plan, sondern als etwas, das durch Austausch, Mitwirkung und Entscheidungen entsteht. Historische Beispiele zeigen, wie Theater Zukunft entwirft, gesellschaftliche Konflikte verhandelt und neue Formen des Zusammenlebens erprobt.
Ab 14.10. bis 1.8.2027
The Female Show 2026 im Projektraum Munich Art Gallery

Die Show rückt weibliche Perspektiven in der internationalen Kunstszene in den Mittelpunkt. Nicht als Gegenerzählung, sondern als selbstverständliche Bühne für die Kunst der Gegenwart. Vier Wochen lang geht es um Haltung, Kunst, Austausch und die Freude daran, wie unterschiedlich künstlerische Handschriften sein können und wie viel sie verbindet. Die Kunst ist frei, die Ausstellung das Statement.
Ab 22.10. bis 15.11.2026. Vernissage: 15.10. 18:00 Uhr
38. Open Art Munich Gallery Weekend in Diverse Galerien im Stadtbereich
Mit diesem Wochenende feiern die Münchner Galerien gemeinsam mit zahlreichen Partner-Institutionen und Museen die KünstlerInnen und den Herbst. Das seit 1989 im Münchner Kulturleben fest verankerte Kunstwochenende lockt auch über die Stadtgrenzen hinaus mit Sonderöffnungszeiten, geführten Rundgängen und einem breiten Vermittlungsangebot viele Besucher in die Kunstmetropole und ihre Galerien. Weitere Infos auf openart-munich.de
Neu! 16. bis 18.10.2026
