Dunkelbunt durch den Herbst: Im November wird es abseits der Baumkronen auch in den Museen unserer Stadt farbenfroh… bei den neuen Ausstellungen im November
IN München präsentiert die Ausstellungs-Highlights des Monats.
Neue Ausstellungen im November
In my Head im Museum Brandhorst
Die Ausstellung stellt acht künstlerische Positionen der Gegenwart in den Fokus und lädt dazu ein, tief in das Schaffen dieser Künstler:innen einzutauchen. Der Titel verweist auf den kreativen Prozess, in dem Wirklichkeit im Kopf verwandelt und in Kunst überführt wird. Anhand zentraler Werke entstehen so konzentrierte Begegnungen mit unterschiedlichen künstlerischen Sichtweisen und Ausdrucksformen. Die Sammlungsausstellung folgt dabei einem grundlegenden Prinzip des Museums Brandhorst: Sie zeigt ausgewählte Œuvres in ihrer Vielschichtigkeit. Im Fokus der Schau stehen dabei Werke von Nicole Eisenman, Jana Euler, Louis Fratino, LaToya Ruby Frazier, Deana Lawson, Martine Syms, Wolfgang Tillmans und Kara Walker.
Neu! Ab 30.10. bis 30.5.2027
Polarwelten – Die immersive Ausstellung über die Arktis und Antarktis im Pineapple Cube
Weltpremiere in München! Majestätische Gletscher ziehen vorüber, Eisbären, Pinguine und Wale tauchen auf, Polarlichter tanzen über den Himmel, Mitternachtssonne und Polarnacht bringen das Zeitgefühl gehörig durcheinander. Herzstück der Schau ist ein 360-Grad-Raum, in dem riesige Projektionen und echte Naturklänge zu einer rund 25-minütigen Expedition ans Ende der Welt verschmelzen. Drumherum erfährt man in Themenwelten, was Arktis und Antarktis unterscheidet, wie in einem nachgebauten Forschungscamp unter extremen Bedingungen über Klima, Ozeane und Eis geforscht wird und wie die Inuit mit jahrtausendealtem Wissen im ewigen Eis leben. Ein Erlebnis für die ganze Familie, ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit Herz: Was in der Spendenbox für Greenpeace landet, verdoppeln die Veranstalter.
Neu! Ab 30.10.2026 bis 28.2.2027
Serienkiller – Die True Crime Ausstellung im Pineapple Cube
Podcasts, Dokus und Serien zum Thema boomen wie nie. Nach der Deutschland-Premiere in Köln kommt diese Ausstellung nun nach München und fragt, was hinter den Schlagzeilen steckt. Auf einer rund 90-minütigen Reise durch 20 Stationen geht es um Fälle wie Jeffrey Dahmer, Ted Bundy und John Wayne Gacy, aber auch um Jack Unterweger und Fritz Honka aus dem deutschsprachigen Raum. In einem nachgebauten Ermittlungsbüro lernt man, wie Täterprofile entstehen, per Virtual Reality schlüpft man selbst in die Rolle der Fahnder. Eine eigene Galerie zeigt, wie Filme und Serien die Grenze zwischen Fakt und Fiktion verwischen. Und bei aller Faszination für das Böse bleibt auch Raum, um der Opfer zu gedenken. Zutritt ab 16 Jahren.
Neu! Ab 18.11.2026 bis 4.4.2027
Kabuki. Schauspiel, Drucke, Fankultur im Museum Fünf Kontinente
Liebe und Eifersucht, heimtückische Morde, Loyalität und Ehre: Seit dem frühen 17. Jahrhundert begeistert das japanische Kabuki-Theater mit spektakulären Inszenierungen aus Tanz, Musik und Schauspiel. Und es erfand ganz nebenbei den Starkult, mit (ausschließlich männlichen) Darstellern, die Männer- wie Frauenrollen spielten und von ihren Fans verehrt wurden. Deren liebstes Medium war der Farbholzschnitt. Die Ausstellung versammelt über 200 davon aus drei Jahrhunderten, von Utagawa Kunisada bis Natori Shunsen. Besonderer Clou: 13 Drucke des geheimnisumwobenen Tōshūsai Sharaku, so viele wie in München zuletzt 1909. Prachtvolle Bühnentextilien und Ausschnitte aktueller Inszenierungen holen das Theater ins Museum. Und weil die Drucke lichtempfindlich sind, wird zur Halbzeit ein Großteil ausgetauscht. Wer zweimal kommt, sieht also doppelt so viel.
Neu! Ab 23.10.2026 bis 2.5.2027
Maria Jarema. Revolutionäre Kommissarin der Abstraktion im Lenbachhaus
Bildhauerin, Malerin, Druckgrafikerin, Bühnen- und Kostümbildnerin, Schauspielerin, Autorin von Manifesten gegen die Klassengesellschaft und für die Selbstbestimmung der Frau: Maria Jarema (1908–1958) konnte vieles. In Krakau gründete sie 1932 mit Mitstudierenden die Krakauer Gruppe, aus Protest gegen nationalistische Tendenzen an der Kunstakademie. In Paris begegnete sie dem Surrealismus, mit Tadeusz Kantor machte sie experimentelles Theater, und genau dieses Gespür für Rhythmus, Bewegung und Körper prägt auch ihre abstrakten Bilder. In Krakau ist sie bis heute allgegenwärtig, in Deutschland wird eine der bedeutendsten Künstlerinnen der polnischen Moderne nun erstmals umfassend gewürdigt. Zu sehen sind Gemälde, Monotypien, Skulpturen und Kostüme aus allen Schaffensphasen. Den Titel lieferte übrigens Kantor mit einem humorvollen Porträt seiner Weggefährtin.
Neu! Ab 27.10.2026 bis 25.4.2027
I’ll see it through the cherry pie in der Bergson Gallery
Im Zentrum der Ausstellung von Luisa Baldhuber und Stefan Holzmair steht die Frage, wie Wirklichkeit in einer Welt konstruiert wird, in der Bilder ihre vermeintliche Eindeutigkeit verlieren. Holzmair greift in seinen Werken in bestehende Ordnungen ein. Durch Fragmentierung und Dekontextualisierung verwandelt er uns vertraute Bildinhalte und Raumstrukturen zu phantasmatischen Bildern. Baldhubers durch dichroitisches Glas gefilterte Bildräume basieren auf persönlichen Handyfotografien und bewegen sich zwischen digitaler Bildwelt, räumlicher Konstruktion und inneren Sehnsuchtsorten.
Neu! Bis 17.1.2027
Make it make Sense in der Pinakothek der Moderne
71 Abschlussarbeiten aus 28 Hochschulen, eine konsequent auf Wiederverwendung ausgerichtete Ausstellungsarchitektur und ein Programm an der Schnittstelle von Hochschule, Kultur und Wirtschaft: Die Ausstellung untersucht, wie sich Design verändert, wenn seine Aufgaben über Form und Funktion hinausreichen. In ihrer Vielfalt zeigen die Arbeiten wesentliche Fragestellungen der Gegenwart auf – und bilden Methoden ab, mit denen eine neue Generation von Gestalter*innen nach Antworten sucht. Wie können Reststoffe zu neuen Materialien werden? Wie lassen sich digitale Technologien sinnvoll einsetzen? Wie kann Gestaltung Wissen vermitteln, gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen oder neue Formen des Zusammenlebens entwerfen?
Neu! Bis 29.11.2026
Mater. Gonzalo Borondo im Museum Villa Stuck
Mit der Ausstellung präsentiert das Museum Villa Stuck die zweite Intervention des Künstlers Gonzalo Borondo (*1989 in Valladolid, Spanien) im Haus. Die immersive und interdisziplinäre Ausstellung bewegt sich zwischen Installation, Klangraum und begehbarer Bildmaschine. Im Zentrum steht die Kunst als Brücke zwischen dem Greifbaren und dem Symbolischen. Borondo nutzt spirituelle Bildwelten als Metaphern für existenzielle und persönliche Erfahrungen. Die Ausstellung entfaltet sich wie eine monumentale Oper und überschreitet gemeinsam mit der Dichterin Ángela Segovia und dem Musiker Niño de Elche die Grenzen traditioneller Kunstgattungen.
Neu! Ab 28.10.2026 bis 29.3.2027
Mario Fani: Spurensuche im Kunstraum in der Au
Der toskanische Maler Mario Fani malt mit Öl auf Leinwand und reiht sich in eine Kunstrichtung ein, die im Dialog mit einigen wichtigen Strömungen der modernen und zeitgenössischen Malerei fest in der figurativen Kunst verankert ist. Fani erforscht leere Räume. Leer und doch gefüllt, mit Luft, mit Licht und mit dem, was vorher war, ebenso wie mit der einladenden Erwartung des Zukünftigen. Seine dargestellten Objekte sind unscheinbar. Doch auf der Leinwand verwandeln sie sich in ein Gegenüber. Fani malt diese realistisch anmutenden Objekte, um ihre Körper und ihr Spiel mit dem Licht zu erspüren. Auf der Leinwand entsteht aus dem Zusammenspiel zwischen Licht und Dunkelheit ein Sog, der Augen und Sinne tastend in die Tiefen des Bildes vordringen lässt.
Neu! Ab 14.11. bis 31.12.2026
Domberg Akademie: Who cares? in der Jugendkirche Haidhausen
Die Ausstellung der Künstlerin Sandra Di Stefano geht von einem einfachen anthropologischen Gedanken aus: Zivilisation beginnt dort, wo Menschen füreinander sorgen. Und doch bleibt genau diese Sorgearbeit oft unsichtbar. In Malerei, Objektkunst und begehbarer Installation macht Di Stefano Care-Arbeit sichtbar und stellt zugleich sozialkritische Fragen: Wer sorgt für wen? Unter welchen Bedingungen? Und welche Verantwortung tragen wir als Gesellschaft? Dabei zielt „Who cares?“ ausdrücklich nicht auf Anklage, sondern versteht sich als Einladung, die eigenen Erfahrungen mit Fürsorge, Abhängigkeit und Verantwortung neu zu befragen.
Neu! Ab 30.10. bis 8.11.2026