Nach 16 Jahren am Gärtnerplatz muss die Galerie Gerhard Grabsdorf zum Jahresende raus, weil sie sich die neue Miete nicht leisten kann. Damit verliert die Innenstadt wieder einen kleinen Kulturort. Bis 27. November läuft die letzte Ausstellung, und die Galerie sucht dringend neue Räume.
Wer schon mal in der Aventinstraße 10 vorbeigeschaut hat, kennt das Gefühl: Man kommt wegen eines Bildes und bleibt für ein Gespräch. Seit 2010 zeigt Gerhard Grabsdorf hier historische und zeitgenössische Fotografie, Malerei, Skulptur und kinetische Kunst, oft von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region, die man anderswo noch nicht sieht. Dazu gibt es Konzerte und Lesungen, und der Eintritt ist frei.
Jetzt soll damit leider Schluss sein. Nach einem Eigentümerwechsel kann die Galerie die neue Miete nicht mehr zahlen, Ende Dezember müssen die Räume leer sein. Die Geschichte ist in München nicht neu: Wo die Mieten steigen, gehen zuerst die kleinen Orte. Die Galerie, der Plattenladen, der Werkstattraum, alles, was einem Viertel Charakter gibt, aber keine Höchstmiete erwirtschaftet. Was nachkommt, sieht in jeder Innenstadt gleich aus. Kultur geht so nicht verloren, weil sie keiner will, sondern weil sich niemand mehr die Fläche dafür leisten kann.
Gerhard Grabsdorf will das nicht hinnehmen. „Ich möchte die Galerie unbedingt weiterführen“, sagt er. „Vielleicht gibt es in München einen Raum, an den bisher noch niemand gedacht hat.“ Jetzt sind Vermieterinnen und Vermieter gefragt, die zeigen wollen, dass in der Münchner Innenstadt noch Platz für Kunst ist, nicht nur für die höchste Miete.
Diesen Raum sucht die Galerie
Diesen Raum sucht die Galerie: 40 bis 50 Quadratmeter, am liebsten im Gärtnerplatzviertel, in der Altstadt oder einem anderen zentralen Viertel, die sich langfristig zu fairen Konditionen als Galerie mieten lassen. Ein ehemaliger Laden oder ein kleines Gewerbeobjekt wäre ideal, und es darf auch etwas sein, das erst später frei wird. Wenn du einen Raum kennst, sag es der Galerie. Und wenn nicht, teil diesen Aufruf: Je mehr Leute davon wissen, desto größer ist die Chance, dass dieser Ort dem Viertel erhalten bleibt.
Am meisten hilft ein Tipp für einen Raum. Gesucht werden 40 bis 50 Quadratmeter in der Altstadt oder der zentralen Innenstadt, möglichst ebenerdig oder gut zugänglich und am besten mit Schaufenster, damit man die Kunst von der Straße aus sieht. Die Kaltmiete sollte idealerweise bei 800 bis 900 Euro im Monat liegen. Unrenovierte Räume oder ein Rückgebäude sind ausdrücklich willkommen, und es darf auch etwas sein, das erst später frei wird. Alternativ sucht Gerhard Grabsdorf einen Partner, eine Sammlerin oder einen Mäzen, der*die aktiv mitmacht oder die Galerie finanziell oder auf andere Weise unterstützt. Wenn du selbst nicht helfen kannst, aber jemanden kennst, für den das interessant sein könnte, gib den Aufruf weiter. Die Zeit läuft, denn der Mietvertrag endet am 31. Dezember. Hinweise gehen direkt an [email protected] oder über das Kontaktformular der Galerie, mehr steht auf der Seite Galerie sucht Zukunft.

