Geisha am Gärtnerplatz: Sushi im Nebel
Die GEISHA PAN ASIA & SUSHI BAR am Gärtnerplatz kann mit Gimmicks, aber auch Qualität aufwarten.
Klappern gehört zum Handwerk, heißt ein altes Sprichwort, und ja, gerade die jüngeren asiatischen Restaurants in dieser Stadt haben sich dies auf die Fahne geschrieben. Nicht schlecht hat der Autor gestaunt, als er vor ein paar Jahren im Secret Garden am Viktualienmarkt einen Teller mit veganem Sushi, umhüllt von Trockeneis-Nebel, für rund zehn Euro die Portion serviert bekommen hat. Wer immer dachte, dass Rauch, Nebel und Schäumchen der strahlenden Himmelskörper-Küche vorbehalten sind, hat die Rechnung ohne eine junge Generation geschäftstüchtiger asiatischer Gastronominnen gemacht, die nicht nur ihre Restaurationen mittels Pflanzen und origineller Dekorationen in wahre Dschungel-Camps (ohne Kakerlaken+TV-Bewohnerinnen) verwandeln, sondern auch optisch Kunst auf die Teller bringen.
Auf die Schnelle:
| Küche | Sushi · Pan-Asia · Japanisch | |
| Öffnungszeiten | Täglich 8:00–23:30 Uhr | |
| Adresse | Corneliusstraße 2, 80469 München-Isarvorstadt (Gärtnerplatzviertel) | |
| Telefon | +49 89 24212525 | |
| Website | geisha-sushibar.de | |
| Preisniveau | €€€ | |
| Preiszusatz | Vorspeisen 6–16 €, Hauptgerichte 20–35 €, Wagyu-Menüs bis 89 € pro Person (Karte 11.2025) | |
| Reservierung | Online reservieren |
Das Haus
Eine Person der Künste
Als „Person der Künste“ wird eine Geisha im großen Netz-Lexikon bezeichnet, und auch wenn keines dieser sagenumwobenen weiblichen Wesen bei unserem Besuch im Januar 2025 gesichtet wurde – hier wird man nicht nur optisch durch die bereits erwähnten Zutaten einer modernen asiatischen Lokalität überrascht. Zu unserem Besuch gab es auch eine Filiale in Schwabing.

Hinter der Theke wird vor den Augen der Gäste angerichtet. © Rainer Germann
Leider ist das Lokal sehr eng bestuhlt, sodass der romantischen Zweisamkeit leicht einmal das Gespräch am Nebentisch in die Quere kommen könnte – anderseits kann eine nachbarschaftliche Unterhaltung über Speis und Trank die ein oder andere Beziehung spontan auch (wieder)beleben. Eine Umsetzung aufgrund kalter Zugluft, die auch der Service bemerkte, aber nicht abstellen konnte, ging reibungslos über die Bühne – überhaupt ist das Personal freundlich-professionell. Nach jedem Teller wurde nachgefragt, wie es geschmeckt hätte – und meist konnte man dies nur mit einem „richtig gut“ beantworten.
Die Küche
Tortillas, Teigtaschen und Rolls
Tortillas im Nebel
Als Weinbegleitung für eine lockere Abfolge von verschiedenen Vorspeisen und Sushi fiel die Wahl auf einen Chateau Tour St. Honoré Après Plage Rosé 2023 (Flasche 37 Euro), der zwar schön passte, aber in diesem Fall sehr sportlich kalkuliert war (x 5 zum Handelspreis). Los ging es mit zwei bierdeckelgroßen dünnen Tortillas, auf denen Scheibchen vom Butterfisch mit Kresse, Jalapeño, Trüffel und spicy Mayonnaise angerichtet waren. Von den Jalapeños haben wir nichts gesehen und bemerkt, kann sein, dass sie in der Mayo-Creme verarbeitet wurden; die Trüffel-Späne dezent, aber bemerkenswert stimmig (8 Euro). Das Ganze recht spektakulär angerichtet auf einem schönen Steingutteller, aus einem Räucherstäbchentöpfchen strömt der Nebel, natürlich eine Schau.
Akari und Tsuki
Unter dem Namen Akari (10 Euro) bekommt man acht Tranchen superzartes, paniertes Hähnchenfleisch, dazu gibt es Gurkenstreifen und eine wirklich köstliche, eher leichte als klebrige Sesamsoße. Hinter Tsuki (10 Euro) verbergen sich fünf kleine knusprige Teigtäschchen, die mit Garnelen-Farce gefüllt wieder in die spicy Mayonnaise gedippt werden – bei allen Gerichten könnte man doppelt zuschlagen, aber es soll ja auch noch Sushi geben.

Crunchy Rolls und Inside-Out
Des herkömmlichen Maki, Sashimi und Nigiri ein bisschen überdrüssig, fällt die Wahl in letzter Zeit des Öfteren auf frittierte Röllchen: Spicy Tuna Crunchy (acht Stück, 14 Euro) sind solche Rolls, gefüllt mit Tuna-Tatar, Frühlingszwiebeln und Sesam – toller Biss, schönes Spiel zwischen dem noch warmen, knusprigen Teig und dem kalten Thunfisch, der geschmacklich überzeugen konnte. Getoppt wurde das Gericht von einer Art Guacamole, ein weiteres Beispiel nach den Tortillas, dass hier ein bisschen angesagtes Latin-Crossover ansteht. Ren (16 Euro) versammelt vier recht große Stücke Inside-Out-Rolls, die mit Garnelen in Tempura-Teig, Frischkäse, Frühlingszwiebel gefüllt sind, mit flambierten Lachsstreifen, Lachskaviar und Jalapeno (dezent) angerichtet werden und auch wieder richtig gut geschmeckt haben.
Was kostet es?
Preise im Geisha
Die Preise in Rainers Kritik stammen vom Besuch im Januar 2025. Auf der Karte der Website (Stand November 2025) kosten die genannten Gerichte weiterhin so viel: Tortillas 8 Euro für zwei Stück, Akari und Tsuki 10 Euro, Spicy Tuna Crunchy 14 Euro, Ren 16 Euro, der Rosé 37 Euro die Flasche. Vorspeisen liegen bei 6 bis 16 Euro, Hauptgerichte bei 20 bis 35 Euro; die Wagyu-Menüs gibt es bis 89 Euro pro Person. Weil die Karte wechselt, lohnt vor dem Besuch ein Blick auf die Website des Hauses.
Fazit: Auch wenn hier viel Trockeneis-Nebel, Sushi auf dem Dampfschiffchen und andere Gimmicks sowie der um 19.30 Uhr bisschen zu laute Clubsound für insta-taugliche Event-Gastronomie sorgen sollen – die Qualität der Speisen kann durchaus überzeugen, der Service und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt – außer beim Wein. Ansonsten gerne wieder, am besten zu viert, dann gibt’s ’nen Sushi-Dampfer und: man kennt sich schon.
Rainer Germann schreibt seit vielen Jahren die Gastrokritiken für IN München.
Auf einen Blick
Geisha am Gärtnerplatz Öffnungszeiten, Adresse und Kontakt
Die Pan-Asia-Sushi-Bar liegt im Gärtnerplatzviertel, wenige Schritte vom Gärtnerplatz.
