Tatort München: Das Ermittler-Team um Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) steuert nach 35 Jahren auf seinen letzten Fall zu.
IN München führt durch die Geschichte des Tatort München, was es von der Doppelfolge „Unvergänglich“ zu erwarten gibt und wie es danach weitergeht:
Tatort München: Vor Batic und Leitmayr
Bevor Ivo Batic und Franz Leitmayr 1991 ihren Dienst aufnahmen, war der Münchner Schauplatz im Tatort von häufigen Wechseln und unterschiedlichen Ermittlerfiguren geprägt. In den 1970er-Jahren prägte zunächst Melchior Veigl, gespielt von Gustl Bayrhammer, das Bild des Münchner Tatorts. Seine Fälle zeichneten sich durch einen stark regionalen Ton und eine eher bodenständige Erzählweise aus.
In den 1980er-Jahren folgte Ludwig Lenz (Helmut Fischer), der einen moderneren, teilweise urbaneren und ja, stenzigeren Zugriff wählte. Nach dessen Ausstieg gelang es dem Bayerischen Rundfunk jedoch längere Zeit nicht, ein dauerhaftes neues Ermittlerprofil auszuarbeiten. In dieser Übergangsphase traten mehrere Figuren nur kurzzeitig in Erscheinung, darunter auch Günther Maria Halmer als Kriminalhauptkommissar Siegfried Riedmüller und Hans Brenner als Kommissar Karl Scherrer. Zuletzt übernahm Otto Brandenburg (Horst Bollmann) 1988 und 1989 für zwei Episoden die Ermittlungen.
Erst mit der Einführung von Batic und Leitmayr 1991 fand der Standort zu jener Kontinuität und Popularität, die ihn später zu einem der langlebigsten Tatort-Schauplätze gemacht hat.
Tatort München: Batic, Leitmayr, Reibung und Menschlichkeit
Szene aus dem Tatort „Animals“
Mit dem ersten gemeinsamen Auftritt 1991 in der Folge „Animals“ etablierte das Ermittlerduo Ivo Batic und Franz Leitmayr eine neue Ära des Münchner Tatort. Gespielt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl verkörpern sie zwei gleichberechtigte Kommissare, deren Zusammenarbeit von gegenseitigem Respekt, aber auch von deutlichen Charakterunterschieden geprägt ist. Während Batic als impulsiver, emotionaler Ermittler auftritt, agiert Leitmayr meist reflektierter, kontrollierter und analytischer.
Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg entwickelten sich die Figuren sichtbar weiter: beruflich, privat und im Umgang miteinander. Der Münchner Tatort rückte dabei zunehmend die Persönlichkeiten der Ermittler in den Mittelpunkt – ihre Zweifel, Verletzlichkeiten und moralischen Konflikte. Private Beziehungen, familiäre Brüche und existenzielle Fragen wurden immer wieder aufgegriffen, ohne die kriminalistische Ebene zu vernachlässigen.
Charakteristisch für die Batic-und-Leitmayr-Folgen ist der realistische Ton: Die Fälle sind häufig im sozialen Alltag Münchens verankert, die Auflösung bleibt oft ambivalent. Große Action oder serielle Cliffhanger treten zugunsten psychologischer Tiefe, leiser Zwischentöne und dem ein oder anderen Schmäh zurück.
Das Finale von Batic und Leitmayr: Doppelfolge „Unvergänglich“
Die Doppelfolge „Unvergänglich“ wird an Ostern 2026 auf der ARD ausgestrahlt. Der Plot:
Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) stehen nach 35 gemeinsamen Dienstjahren kurz vor der Rente. Bis zu ihrer Verabschiedung sind es noch vier Tage, als eine weibliche Leiche in einem städtischen Betriebsraum tief unter dem Münchner St.-Quirin-Platz gefunden wird – bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Wer war die Tote? Wer hatte Zugang zu diesem Ort, der nicht öffentlich zugänglich ist, und der nicht der Tatort gewesen sein kann? Wie sollen sie innerhalb so weniger Tage einen Fall aufklären, bei dem sie zunächst nicht einmal das Opfer identifizieren können? Müssen sich Franz und Ivo nach einer Ära erfolgreicher Ermittlungsarbeit mit einem ungelösten Fall aus dem Dienst verabschieden?
Ein dramatischer Tod? Dafür leben der Ivo, der Franz, der Miro und ich zu gern. Aber wir sind auch nicht Keith Richards und Mick Jagger, die mit 80 noch arbeiten müssen. Trotzdem, die 100 machen wir schon noch voll, versprochen. Folgen, nicht Jahre, keine Sorge. Wir freuen uns darauf. – Udo Wachtveitl
Tatort München: Wie es weitergeht
Auch ohne das kultige Duo bleibt München selbstverständlich Tatort-Standort. Ab 2026 übernehmen Carlo Ljubek und Ferdinand Hofer neue Ermittlerrollen im Münchner Team. Der Bayerische Rundfunk setzt damit auf einen klaren Neuanfang, der sich in Ton und Figurenkonstellation vom bisherigen Duo unterscheiden soll. Ihr erster Fall trägt den Arbeitstitel „Zwischenwelten“ und behandelt einen brutalen Raubüberfall in Neuperlach. Wann die folge laufen wird, steht noch nicht fest.

