Crash

Frischer Wind im Rockclub Crash

Münchens älteste Discothek, die seit 1968 unter demselben Namen bekannt ist, bekommt eine Frischzellenkur. Florian Faltermeier und Patricia Bauernbeck haben jetzt im Crash das Sagen. IN München konnte schon mit den neuen Machern sprechen.

Das Crash gilt als echter Dino unter Münchens Clubs – ein Urgestein der Rockszene, das Generationen von Nachtschwärmern begleitet hat. Gegründet 1968 in der Lindwurmstraße, eröffnete der „Rockschuppen“ in den Räumen eines ehemaligen Kinos. Von den legendären Anfangszeiten ist vielen noch in Erinnerung, dass ein gewisser Thomas Gottschalk dort sein BR-Gehalt mit DJ-Jobs aufbesserte. Und dass bei einem Club-Geburtstag mal ein Dutzend Pferde vor der Tür standen, weil man spaßeshalber urbane Cowboys im Sattel mit Freigetränken angelockt hatte.

Heute befindet sich in den Räumlichkeiten der Strom Club. Nach 25 Jahren zog das Crash nach Schwabing um. Seit 1993 ist die Discothek in der Ainmillerstraße 10 zu Hause, wo Betreiber Günter „Hasso” Haslinger im einstigen Gaslight Club eine neue Heimat fand. Haslinger blieb dieser Location bis heute treu. Doch mit fast 70 Jahren hat er nun beschlossen, in Rente zu gehen und den Staffelstab weiterzureichen – an zwei jüngere Nachteulen: Florian Faltermeier und Patricia Bauernbeck, besser bekannt als Flo und Pati.

Ihre Verbindung zum Crash reicht weit zurück. Schon als Teenager standen sie regelmäßig vor der Bühne. „Das Crash war einer der ersten Orte, an dem wir Münchens Rockszene erlebt haben“, erinnert sich Patricia. Später wurden die beiden selbst Teil des Teams: Flo legte über elf Jahre als DJ auf, Patricia arbeitete sieben Jahre lang – zuerst an der Garderobe, später an der Bar. Und hier, zwischen lauter Musik und langen Nächten, begann auch ihre gemeinsame Geschichte: „Wir haben uns im Crash kennengelernt. Aus dieser Begegnung wurde eine zehnjährige Beziehung – und jetzt übernehmen wir genau den Ort, an dem alles begann.“

Vieles, aber längst nicht alles bleibt gleich im Crash

Seit Jahrzehnten ist das Crash ein fester Bestandteil der Münchner Nacht- und Musikszene. Generationen von Rockfans haben hier gelacht, gefeiert und Freundschaften geschlossen. Mit der Übernahme wollen Flo und Pati genau diese besondere Atmosphäre bewahren – und den Club zugleich in die Zukunft führen. Das Crash soll bleiben, was es immer war: ein ehrlicher, lauter und unverstellter Treffpunkt für Rockliebhaber und Nachtschwärmer. „In einer Zeit, in der immer mehr Clubs verschwinden, ist es uns besonders wichtig, diesen Ort für die Münchner Subkultur zu erhalten“, betonen die beiden. 

Doch natürlich bleibt nicht komplett alles beim Alten: Patricia verriet uns im Gespräch schon mal, dass die alte Haus- und Hofbiermarke gewechselt werden soll. Überhaupt wird sich die Getränkekarte in ein paar Punkten ändern. „Die Preise sollen aber ungefähr gleich bleiben, wir sind ja nicht überteuert, das wollen wir auch so lassen”, schiebt die Neuwirtin hinterher. „An der oberen Bar wird es es allerdings keine Cocktails mehr geben, da überlegen wir uns gerade ein anderes Konzept mit einer Extrakarte.”

Was die Partynächte angeht, bleiben die bewährten rockigen Formate und auch Specials wie die Dark Night erhalten, allerdings wird einiges auf etwas moderner gedreht. Ganz neu im Programm ist ein Metalcore-Abend einmal im Monat, Premiere ist am 23. Mai. Auch die Country- und Southern-Bluesrock-Fans sollen regelmäßig auf ihre Kosten kommen.  

Abschied und Einstand am ersten Juni-Wochenende

Ein Wochenende sollte man sich auf jeden Fall vormerken, das erste im Juni nämlich: Am Freitag, dem 5. Juni findet die große Abschiedsfeier für die alten Betreiber statt, mit den ersten 100 Bieren for free und passendem Rocksound der 70er- und 80er-Jahre. Tags darauf am Samstag wird der offizielle Einstand von Pati und Flo gefeiert und das „Next chapter” eingeläutet – mit Metalcore, Modern Rock, Pop und Punk sowie günstigen Getränkepreisen, die an längst vergangene Zeiten erinnern.