Klassik im Februar: Die Mischung macht’s

Klassik im Februar: Die Mischung macht’s

Spannende Kontrastprogramme werfen neues Licht auf vertraute Klassiker

Münchener Kammerorchester / Maistre: Händel, Mozart, Boieldieu u.a.

Musik in Worte zu fassen, fällt nicht immer leicht. Da wundert es kaum, dass bei manchen Instrumenten immer wieder dieselben, oft auch klischeehaften Vergleiche herangezogen werden. Bei der Harfe ist man da gern einmal bei engelsgleichen Klängen angekommen. Und dies, obwohl sich auf den 47 Saiten einer handelsüblichen Konzertharfe weit mehr als nur zarte Liebesweisen zupfen lassen. Dies beweist Xavier de Maistre bei seinen Auftritten immer wieder auf höchst virtuose Art. Bei seinem jüngsten Abstecher nach München stehen diesmal zwei reich ausgeschmückte Concerti aus der Feder von Georg Friedrich Händel auf dem Programm, ergänzt durch das kaum weniger spektakuläre Konzert in C-Dur von François-Adrien Boieldieu. Begleitet wird er dabei vom Münchener Kammerorchester, das de Maistre auch zwei kurze Verschnaufpausen gönnt, in Gestalt von Carl Philipp Emanuel Bachs Streichersinfonie in G-Dur und Mozarts Divertimento KV 136. Die Leitung hat Konzertmeister Daniel Giglberger. (8.2. Prinzregententheater)


Piano-Duo Kalabova & Gugg

Strawinskys tragikomisches Ballett „Petruschka“ zählt wahrscheinlich zu den beliebtesten Werken des Komponisten. Und genau wie bei seinem „Sacre“ gibt es auch hier neben der opulenten Orchestrierung noch eine vom Komponisten selbst während der Probenphase erstellte Version für Klavier zu vier Händen. Eine Fassung, durch die das Duo Tereza Gugg-Kalabova und Johannes Gugg die Musik noch einmal in neuem Licht erscheinen lässt. Transparent und auf das Wesentliche reduziert. Abgerundet wird der Abend durch Schuberts Sonate „Grand Duo“ in C-Dur sowie das 2014 aus der Taufe gehobene „VAN“ der polnischen Komponistin Hanna Kulenty. (11.2. Künstlerhaus)


Münchner Symphoniker: Sphären

Großes Pathos versprechen am selben Abend dagegen die Münchner Symphoniker, die sich gemeinsam mit dem Motettenchor an Mozarts Requiem wagen. Ergänzt wird das Fragment dabei unter anderem durch Beethovens „Coriolan“-Ouvertüre sowie Musik von Hugo Wolf und Amy Beach. Eine ebenso kontrastreiche wie spannende Mischung, wie man sie von Chefdirigent Joseph Bastian gewohnt ist. Die Gesangs-Soli werden von Camille Schnoor, Magnus Dietrich, Anke Vondung und Hanno Müller-Brachmann bestritten. (11.2. Herkulessaal)


Kammerorchester des BRSO: Kian Soltani

Für Kontrastprogramm sorgt am selben Wochenende das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das den Februar zwar mit einem „Musica Viva“ Double-Feature beginnt, dann aber in Kammerbesetzung schnell zu Tschaikowsky zurückfindet. Seine berühmten „Rokoko-Variationen“ stehen da ebenso auf dem Programm wie das Nocturne in d-Moll, das im Prinzregententheater in einer Fassung für Cello und Orchester zu hören sein wird. Solist ist dabei der Österreicher Kian Soltani, der in München immer wieder ein gern gesehener Gast auf dem Konzertpodium ist. Und womit ließe sich diese Matinee besser abrunden als mit einem Komponisten, den Tschaikowsky Zeit seines Lebens verehrte? Natürlich Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Symphonie Nr. 29 nach der Pause erklingt. Die Gesamtleitung liegt bei Konzertmeister Radoslaw Szulc. (15.2. Prinzregententheater)


Münchner Rundfunkorchester: 3. Sonntagskonzert – A Tribute to Benjamin Britten

In großer Besetzung begegnet man dem BRSO dann wieder Ende des Monats in der Residenz. Hier tritt Maestro Iván Fischer für Mendelssohns „Schottische“ ans Pult. Im ersten Teil des Abends geht es musikalisch aber zunächst noch in die ungarische Heimat des Dirigenten, mit den „Drei Dorfszenen“ von Béla Bartók, bei denen es Verstärkung von den Damen des BR-Chores gibt, sowie mit dem zweiten Violinkonzert des Komponisten, mit dem sich Geigerin Vilde Frang bei ihrer Münchner Fangemeinde zurückmeldet. (26./27.2. Herkulessaal)