Gastro-Kritik

Abacco’s: Fleisch auf Stein

Das Abacco’s am Oberanger

Die Schweizer Steakhouse-Gruppe Abacco’s hat ihre erste Filiale in München am Oberanger eröffnet

„We Are The Beef“ heißt es unter dem Namensschild und das „weltbeste Steak“ wäre hier im Angebot. Zuerst einmal die Fakten: Abacco’s ist seit zehn Jahren in der Schweiz sehr erfolgreich, vor vier Jahren wurde dann der deutsche Markt in Angriff genommen, mittlerweile gibt es Filialen in Stuttgart, Köln, Korntal-Münchingen, Bonn und nun auch in München. Das Ganze funktioniert auf Franchise-Basis, die Münchner Filiale hat sich im ehemaligen Ocui im Linde-Haus am Oberanger niedergelassen.

Betritt man das modern eingerichtete, in dunklen Holztönen gehaltene Lokal, fällt erst mal die schön illuminierte Bar ins Auge, kupferfarbene Lampenschirme verbreiten auch ein gediegenes Licht in dem großzügig in zwei Räumlichkeiten unterteilen Restaurant, das rein optisch so gar nichts mit dem Vorgänger oder Mitbewerbern von Blockhouse bis Asado zu tun hat. Die Rede sei hier wohlgemerkt von Franchise-Unternehmen, nicht von individuellen „Meat Houses“ wie The Lonely Broccoli, The Grill oder Louis Grillroom, die spielen auf einem anderen kulinarischen Level über das Steak hinaus.

Am Wochenende empfiehlt sich im Abacco’s in jedem Fall eine Reservierung, ab 19 Uhr sind alle Plätze belegt, das Konzept kommt an, keine Frage. Im Schweizer Steakhouse gibt es (leider) kein regionales Fleisch sondern US Prime Steaks von den Züchtern Dan Morgan aus Nebraska und Manuel Loza aus Rosario, Argentinien – die Karte versichert, dass beide Betriebe nachhaltig, ohne Verwendung von Antibiotika und mit bio-zertifizierter Aufzucht arbeiten.

Fries á Discretion

Ein besonderes gastronomisches Erlebnis bietet das gemeinsame Zubereiten der verschiedenen Steak-Cuts auf den heißen Steinplatten, die auf einem Holzbrett mit drei verschieden hausgemachten „Sössli“ und „House Fries“ gereicht werden. Fritten und Soßen werden á Discretion, also umsonst, wie der Schweizer sagt, serviert und können beliebig nachgeordert werden. Auch weitere Beilagen (3,50 pro Portion) wie House Salad (gehackt im New York-Style), Grillgemüse, Baked Potato, Maiskolben, Süßkartoffel Fries oder Rahmspinat können umsonst nachbestellt werden.

Wir wählen ein argentinisches Rinderfilet (200 gr. für 32,90), ein argentinisches Hüftsteak (200 gr. für 17,90) und ein US Prime New York Strip (250 gr. für 24,90). Die Steaks kommen sehr zügig und zischend scharf angebraten an den Tisch, man befördert sie von dem heißen Stein auf einen warmen, schneidet sich beliebige Portionen ab und grillt sie je nach Gusto auf dem heißen Stein weiter. Das Ganze birgt neben dem gewünschten Garzustand auch noch den Vorteil, dass auch ein größeres Stück Fleisch (alle 10 Steak-Cuts plus Iberico-Schwein und Lammfilet gibt es in verschiedenen Gewichtsklassen, gestaffelt in 50 oder 100 gr. Schritten) auf dem Teller nicht kalt wird.

Das Fleisch schmeckt wirklich gut und ziemlich unterschiedlich aufgrund von Maserung, Fettanteil und Herkunft, was zu einem regen und kurzweiligen Austausch am Tisch führt. Auch die House Fries und probierten Beilagen (Salat, Baked Potato, Maiskolben) konnten überzeugen, zu trinken gab es Bier (4,30), Wasser (für faire 3,90 pro Liter) und einen Provence-Rosé Fortant (Fl. 29,90). Mittags kostet ein US Prime Hüftsteak (150 gr.) nur 9,90 Euro, die wunderbare Café de Paris-Butter (2,90) sollte man sich aber jederzeit dazu gönnen.

Ob im Abbacco’s das „weltbeste Steak“ serviert wird, sei dahingestellt, geschmeckt hat es aber auf alle Fälle.

Autor: Rainer Germann

Abbacco’s, Oberanger 31-33, 80331 München
Täglich 11.30 Uhr bis 23.30, Tel.: 089 242 12 444, www.abaccos-steakhouse.de

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