Gastro-Kritik

Das Suzuki Nomnom Kitchen: Little Tokio am Isartor

Das Suzuki Nomnom Kitchen in der Rumfordstraße
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Das Suzuki Nomnom Kitchen in der Rumfordstraße

Das Suzuki Nomnom Kitchen in der Rumfordstraße ist ein japanischer Store in einem Bistro – oder anders rum? 

Das japanische Feinkostgeschäft von Yoko Suzuki aus Tokio gibt es schon seit 2002, und war die Anlaufadresse für Japanerinnen und Japaner in München, die neu in der Stadt waren. Hier fanden Expats Spezialitäten aus der Heimat, die vor 20 Jahren eher schwer zu bekommen waren und natürlich den ein oder anderen Ratschlag von Fr. Suzuki über die Besonderheiten der neuen Heimat München und ihrer Bewohner.

2019 wurde zusätzlich ein kleines Bistro eröffnet, mittlerweile ist der Shop etwas in den Hintergrund gerückt, aber immer noch werden diverse japanische Produkte wie Tee, Masken, Keramik, Kunstdrucke, Fächer, Schmuck und Bücher in Regalen präsentiert. Das schlicht mit hellem Holz eingerichtete japanische Bistro hat einen ganz eigenen Charme – man sitzt auf niedrigen Hockern an großen Tischen oder direkt am Fenster, ein paar Bastkorblampen, ein paar Bilder und wie gesagt ein paar Regale, fertig.

Hier kommt japanische Hausmannskost auf den Tisch, viele Sachen sind selbst hergestellt zum Beispiel die Paste für die Miso-Suppe (2,50). Diese unterscheidet sich nicht nur vom Preis – der Geschmack wirkt rustikaler/originaler, was definitiv an der Brühe liegt. Auch optisch sind die Speisen eher schlicht gestaltet: das Toriteri Don ist ein blasses Gericht mit Teriyaki-Hühnchen, Rührei und Reis, das aber geschmacklich überzeugen kann, auch wenn etwas Sojasoße dazu kommen muss.

Ein Highlight ist die Noodle Soup (7,50), wahlweise mit Udon oder Soba-Nudeln sowie gekochtem Ei, Schweine- oder Hühnchenfleisch als Topping (1,50/2,50). Die Soba-Nudeln aus Buchweizengries waren mit etwas grünen Bohnenstreifen, Röstzwiebel, sehr schmackhaften süßen Tofu-Scheiben und Hühnchen angerichtet, und schmeckte richtig gut. Beliebt, vor allem bei den Gästen aus den umliegenden Büros und als Take Away, sind auch die täglich wechselnden Bento-Boxen (9,50) und die Poke Bowls – die kommen zwar ursprünglich aus Hawaii, aber das ist ja auch nur ums Eck. Als Nachtisch sind die Daifuku (3), auch Mochi genannt, zu empfehlen: das sind kleine Reiskuchen mit verschiedenen Füllungen, köstlich.

Fazit: Sehr ordentliche japanische Hausmannskost in unaufgeregter Atmosphäre – kein Wunder, dass auch viele Landsleute der Betreiberin den Bistro-Store nicht nur zum Mittagessen aufsuchen.

Suzuki Nomnom Kitchen, Rumfordstr.40
Mo bis Sa: 11 bis 20 Uhr; Tel: 089 21 669 555; www.feinkost-ysuzuki.com

Autor: Rainer Germann

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