Residenztheater

Die Ärztin

Mittwoch, 17.12.2025
19:30 Uhr

Residenztheater, Max-Joseph-Platz 1, 80539 München
Theater

Die Ärztin

Robert Icke hat Arthur Schnitzlers Stück «Professor Bernhardi» kongenial in die Gegenwart übersetzt. Die Ärztin Ruth Wolff gerät bei ihm nicht nur in Konflikt mit ihrem Kollegium und den Maximen der katholischen Kirche, sondern auch in einen medialen Shitstorm. Die Londoner «Times»feierte«Die Ärztin» als eine «Operation am offenen Herzen unserer Gegenwart, die immer komplizierter wird, je tiefer man schneidet».




Die Ärztin

von Robert Icke sehr frei nach «Professor Bernhardi» von Arthur Schnitzler

aus dem Englischen von Christina Schlögl

Premiere 21. November 2024


Besetzung

Ruth Wolff: Lisa Wagner

Charlie: Sibylle Canonica

Sami: Felicia Chin-Malenski

Brian Cyprian: Delschad Numan Khorschid

Roger Hardiman: Moritz Treuenfels

Paul Murphy: Patrick I‪sermeyer

Michael Copley: Cathrin Störmer

Junior: Markus Subramaniam

Rebecca Roberts: Carolin Conrad

Pfarrer Jacob Rice / Vater von Emily Ronan: Thomas Reisinger

Jemima Flint, Gesundheitsministerin: Hanna Scheibe


Künstlerische Leitung

Inszenierung: Miloš Lolić

Bühne: Volker Thiele

Kostüme: Ellen Hofmann

Komposition: Valerio Tricoli

Videodesign: Tobias Haberländer

Licht: Verena Mayr

Dramaturgie: Katrin Michaels


Die Besprechung unseres Bühnenschau-Autors Peter Eidenberger:

Aus Arthur Schnitzlers „Charakterkomödie” von 1912 „Professor Bernhardi” – jüdischer Mediziner verweigert im katholischen Österreich einem Priester den Zugang zu sterbender Patientin – wird beim britischen Autor Robert Icke „Die Ärztin” (uraufgeführt 2019). Ruth Wolff ist Chefin einer Privatklinik und gerät – bei gleichem Konfliktimpuls wie bei Schnitzler – in einen zerstörenden Multi-Shitstorm. In dem inzwischen viel gespielten Stück mischt sich in Diskussionen und Rechthaberei alles: Antisemitismus, Meinungshoheit, Mobbing, Machtmechanismen, Karriere- und Finanzinteressen, Social Media. So wird etwa aus einer Wut-Replik wie „Affentheater” nicht weniger als eine rassistische Debatte. Man kennt diese Aufre – gungs(un)kultur: in Ickes Nachdichtung spiegelt sich die Debatten-Kakophonie unserer Gegenwart.


Zwei Stunden in einem dreieckigen Bühnensegment (für die Klinik und Priva tes): die Inszenierung von Miloš Lolić am Cuvilliéstheater setzt auf vermeintlich altmodisches Theater: dem Text sehr genau zuhören, wenig Aktion, präzise gesetzte Psychologie. Mit einem solchen Ensemble geht das eindrucksvoll. Grandios selbstbewusst bis zur Arroganz: Lisa Wagner in der Titelrolle. Unbeirrt ihrer Überzeugung folgend (als Koryphäe in der Alzheimer-Forschung) wird sie nach und nach klein gemacht (und bleibt doch stark): von ihrem Gegenspieler (Moritz Treuenfels), dem Pfarrer (Thomas Reisinger), der alten Freundin (Hanna Scheibe), und in einer TV-Debatte, mit Argumentationen, die immer abstruser werden. Donnernder Applaus und reichlich Diskussionsfutter.

Termine & Tickets

Mittwoch, 17.12.2025 19:30 Uhr – w/ English surtitles Tickets
Samstag, 31.01.2026 19:30 Uhr Tickets

Veranstaltungsort / Karte

Residenztheater
Adresse: Max-Joseph-Platz 1, 80539 München

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