10:00 Uhr – 20:00 Uhr
Haus der Kunst, Prinzregentenstr. 1, 80538
München
Ausstellungen / Museen
Tomás Saraceno. Verwobene Welten
Tomás Saraceno (geb. 1973, San Miguel de Tucumán, Argentinien) verbindet Kunst, Architektur und Wissenschaft miteinander, um mögliche ökosoziale Zukunftsvisionen zu entwerfen. Die Ausstellung präsentiert seine zentralen Forschungsprojekte Aerocene und Arachnophilia sowie eine neue, gemeinsam produzierte Auftragsarbeit – ein dauerhaftes Land-Art-Werk mit dem Titel The Sanctuary of Water (2026) -, die mit Indigenen Gemeinschaften von Red Atacama aus Las Salinas Grandes im Norden Argentiniens entwickelt worden ist. Deren fortwährender Kampf gegen den Lithiumabbau und die damit verbundene Beeinträchtigung der lebenswichtigen Wasserkreisläufe in der Region bilden den Ausgangspunkt für ein Kunstwerk, das sich über die Grenzen des Ausstellungsraums hinaus erstreckt.
Im Haus der Kunst materialisieren sich diese Ideen in Gestalt von Luft-Skulpturen, Habitaten für verschiedenste Spezies und Environments, die neue Arten von Aufmerksamkeit erfordern. Gemeinsam bieten die Arbeiten eine Plattform, um die Formen der Koexistenz von Menschen und nicht-menschlichen Wesen neu zu überdenken. Sie geben zugleich Anstoß für einen breiteren Dialog über die ökologischen und die sozialen Kräfte, welche die globale Energiewende prägen.
Unter Beteiligung zahlreicher Mitwirkender, die die Installationen und das Programm gestalten, verwandelt die Ausstellung das Gebäude in einen Raum für planetarische Resonanz. Sie lädt dazu ein, das Haus auf eine andere Art zu erleben. Im Dialog mit weiteren Programmen zeigt sie neue Wege auf, wie wir die verflochtenen Systeme, die uns erhalten, wahrnehmen, uns vorstellen und in ihnen leben können.
Kuratiert von Sarah Johanna Theurer und Andrea Lissoni
Museo Aero Solar

Bild: Ausstellungsansicht, Foto: Agostino Osio
Die Skulptur Museo Aero Solar in der Mittelhalle ist ein frei zugänglicher Teil der Ausstellung „Tomás Saraceno in collaboration. Verwobene Welten“. Das Museo Aero Solar ist ein fliegendes Museum und eine Solarskulptur aus gebrauchten Plastiktüten. Es wird von vielen Menschen gemeinsam gebaut. An jedem neuen Ausstellungsort sammeln die Teilnehmenden Plastiktüten und fügen diese hinzu. Es ist kein abgeschlossenes Kunstwerk, sondern ein fortlaufender gemeinsamer Prozess – ein transnationales Museum der Erfahrungen und ein Monument kollektiven Handelns.
Im Anschluss an das aktuelle Erdzeitalter, dem Anthopozän, in dessen Verlauf Menschen durch Industrialisierung und Massenkonsum das Klima und die Atmosphäre grundlegend verändert haben, beschreibt Saraceno mit „Aerocene“ ein Konzept, welches die Luft ins Zentrum stellt. Luft und Wasser sind die Elemente, die alle Lebewesen teilen und keine Grenzen kennen. Somit steht „Aerocene“ für ein Zeitalter der Verbundenheit statt der Beherrschung und für eine andere Vorstellung von Fortschritt:
„Aerocene ist ein Vorschlag für ein neues Zeitalter in, auf, für und mit der Luft – hin zu einem Bündnis im Gleichgewicht mit den Elementen… Frei von Grenzen, frei von fossilen Brennstoffen, frei von neokolonialer Ausbeutung.“ – Aerocene Gemeinschaft
Bei „Aerocene“ geht es um die Frage, wie wir anders leben könnten. Das Museo Aero Solar ist ein beispielhaftes Projekt für das Konzept des „Aerocene“. Statt auf fossile Brennstoffe zu setzen, schweben aerosolare Skulpturen allein durch Sonnenlicht und Luft. Sie steigen durch Wärme auf und treiben mit dem Wind, getragen von denselben Strömungen, die Samen und Wolken bewegen.
In dieser Vision geht es beim Fliegen nicht mehr nur um Kontrolle und Geschwindigkeit. Das Kunstwerk wird zu einer Übung für Einfühlung, Entschleunigung und Zusammenleben. Es ist eine Einladung über eine nachhaltige und verantwortungsvolle Zukunft nachzudenken.
Round Table am Fr 17.7. 17:00-19:00, Terrassensaal
mit Vertreter*innen des Red-Atacama-Netzwerks (Miguel Casimiro, Iván Arjona Acoria, Luisa Casimiro), dem Menschenrechts- und Umweltaktivisten Gastón Chillier, Künstlerin und Kuratorin Andrei Fernandez und Tomás Saraceno: Gespräch über die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Künstler und den Indigenen Gemeinschaften, den Kampf um das Wasser in Las Salinas Grandes und den wachsenden Druck durch internationale Bergbaukonzerne und Lithiumabbau, sowie die Entstehung der Skulptur „The Sanctuary of Water“ (2026).
Weiteres Programm mit Führungen u.a. unter: https://www.hausderkunst.de/kalender
Eröffnung am Do 16.7. um 19:00
Öffnungszeiten: Mi-Mo 10:00-20:00
Open Haus letzter Fr / Monat 16:00-22:00
geschlossen: 24.+31.12.
Ausstellung: 17.7.2026 bis 7.2.2027
Mittelhalle, Ostgalerie
Termine & Tickets
Veranstaltungsort / Karte
Haus der Kunst
Adresse: Prinzregentenstr. 1,
80538 München
