Amerikahaus München

Amerikahaus München – Bayerns transatlantisches Zentrum

War in der Vergangenheit die Geschichte des Amerikahauses ist eng mit der Demokratisierung Deutschlands verbunden, widmet sich die Stiftung Bayerisches Amerikahaus heute der Pflege der transatlantischen Beziehungen. Vor allem durch ein Veranstaltungsprogramm mit Lesungen, Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerten, Vorträgen und Podiumsdiskussionen belebt das Amerikahaus die Kultur in München.

Im Schatten des Obelisken am Karolinenplatz steht das Amerikahau seit Jahrzehnten für kulturellen Austausch, Bildung und transatlantischen Dialog. Heute als bayerische Bildungseinrichtung weitergeführt, begann kurz das Amerikahaus nach dem Zweiten Weltkrieg als ehrgeiziges Projekt der amerikanischen Militärregierung, das als Ziel eine „re-education“ und infolge dessen die Demokratisierung Deutschlands zum Ziel hatte.

Das „Amerikahaus“ 1952 noch im ehemaligen Führerbau in der Arcisstraße.

Bereits im Oktober 1945 wurde in der Medizinischen Lesehalle am Beethovenplatz der erste „American Reading Room“ eröffnet – weltweit die erste Einrichtung dieser Art. Anfangs nur begrenzt zugänglich, öffnete sich die Bibliothek im Januar 1946 der breiten Öffentlichkeit. Eine Spende mit deutscher Exilliteratur ergänzte die rund 500 amerikanischen Bücher und 20 Zeitschriften. Der Zuspruch war groß, und bald musste die Bibliothek mehrfach umziehen, ehe sie 1948 ihr vorläufiges Zuhause in der Arcisstraße fand – im ehemaligen „Führerbau“, der heute die Hochschule für Musik und Theater beherbergt. Die Münchner nannten das Zentrum schon bald liebevoll „Amerikahaus“, ein Name, den auch die Amerikaner übernahmen. Das heutige Amerikahaus am Karolinenplatz wurde im Mai 1957 eingeweiht und bezogen.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war das Hauptziel des Amerikahauses eine „re-education“, die Demokratisierung Deutschlands durch Information und Bildung – inspiriert vom amerikanischen Gesellschaftsmodell. Die gesamte Bandbreite der US-amerikanischen Kultur, Politik und Gesellschaft wurde vermittelt, dabei aber auch immer kritisch beleuchtet. Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte sowie Film- und Literaturangebote lockten monatlich bis zu 80.000 Besucherinnen und Besucher an. Mit Bücherbussen und Film-Mobilen wurde auch das Münchner Umland erreicht – Finanziert wurden diese Aktivitäten zunächst von der US-Militärregierung, später von der United States Information Agency (USIA).

Mit dem Beginn des Kalten Krieges verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Stärkung der transatlantischen Beziehungen. Insbesondere Jazzkonzerte, Vorträge und Kunstausstellungen spielten eine zentrale Rolle und prägten das kulturelle Leben der Stadt entscheidend mit. Während des Vietnamkriegs oder angesichts gesellschaftlicher Spannungen in den USA – wurde das Amerikahaus auch zum Ort kritischer Auseinandersetzung und Ziel von Protesten.

Schwarz-weiß-Foto von Personen die im Recherchezentrum (ehemalige Bibliothek) des Amerikahaus an Tischen lesen. Daneben sind Bücherregale aufgereiht ©Amerikahaus München

Die ehemalige Bibliothek, heute Recherchezentrum, in den 1950er Jahren.

1997 erfolgte ein Einschnitt: Im Zuge von Sparmaßnahmen stellte die US-Regierung ihre Aktivitäten im Amerikahaus ein. Seitdem wird das Haus als bayerische Institution weitergeführt – und bleibt bis heute ein lebendiger Ort des internationalen Austauschs, der Bildung und Kultur.

Neben dem breiten Angebot an Veranstaltungen für die unter anderem der geräumige Theatersaal zur Verfügung steht, ist ein großer Bereich des Hauses dem Recherchezentrum vorbehalten. Das Zentrum unterstützt nordamerikabezogene Recherche-Projekte sowohl vor Ort als auch digital und beantwortet Fragen von Schüler*innen, Studierenden und Medienvertreter*innen, aus der interessierten Öffentlichkeit, den Verwaltungen und der Politik. 

Dazu berät die Austausch- und Studienberatung  junge Menschen, die in den USA oder Kanada studieren, die High School besuchen oder ein Praktikum absolvieren möchten. Außerdem fördert die Bayerische Amerika-Akademie die interdisziplinäre wissenschaftliche Kooperation und Internationalisierung im Bereich der sozial- und geisteswissenschaftlichen Nordamerika-Forschung. Sie unterstützt Forschung und Lehre zu Nordamerika an den bayerischen Universitäten und vergibt Stipendien.

Anfahrt, Karte, Kontakt Amerikahaus:

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Amerikahaus München


Karolinenplatz 3
80333 München

Web: https://www.amerikahaus.de/

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