Turtle Collective – haunted
Feierwerk Farbenladen

Turtle Collective – haunted

Sonntag, 08.11.2026
17:00 Uhr – 22:00 Uhr
und weitere Termine Eintritt frei

Feierwerk München / Feierwerk Farbenladen, Hansastr. 39-41, 81373 München
Ausstellungen

Turtle Collective – haunted

Im November öffnet das Turtle Collective erstmals seine Türen und beginnt mit einem Abend, der sich dem Verhältnis von Raum, Erinnerung und medialer Übersetzung widmet.

VERNISSAGE 1 am 8.11.2026

Lilly Gladenbeck (Fotografie), Emma Passi (Piano) und Lara Wüster (Text) entwickeln gemeinsam eine interdisziplinäre Installation, in der ein verlassenes, heimgesuchtes (Puppen-)Haus zum Resonanzraum wird. Fotografie, Sprache und Musik stehen dabei nicht nebeneinander, sondern greifen ineinander: Bilder erzeugen Narration, Klänge verändern Wahrnehmung, Sprache öffnet neue Räume. Im Wechsel von Artist Talk, Lesung und Live-Piano-Konzert entsteht eine Arbeit über Anwesenheit und Abwesenheit, über Erinnerung, Projektion und die Frage, wie ein Ort durch unterschiedliche künstlerische Medien aktiviert werden kann.

Im zweiten Teil des Abends präsentiert die Fotografin Louisa Cayenne Moreth (Fotografie) eine Arbeit über Frauen im Moment des Übergangs. Im Zentrum steht die Schwelle als räumliche wie symbolische Figur – als Zustand zwischen Innen und Außen, Bekanntem und Unbekanntem, Beharren und Veränderung. Außerdem präsentiert Eva Pabst ihren künstlerischen Mixed-Media-Prozess und die daraus entstandene Malerei zum Thema des Kollektivs.

Die Vernissage eröffnet zugleich das Turtle Collective als Ausstellungsraum und bildet den Auftakt zum Ausstellungsmonat November.

VERNISSAGE 2 am 21.11.2026

Charlotte Rohde (Bildende Kunst) und Lara Wüster (Text) präsentieren eine gemeinsam entwickelte historische Bild-Text-Installation, die von der Begegnung zweier deutscher Männer und ihren Erfahrungen während des Zweiten Weltkriegs ausgeht. Ausgangspunkt sind originale Briefe und Fotografien aus den Jahren 1942 und 1943 – geschrieben von der Ostfront und aus Casablanca nach Hause.

Zwischen historischen Dokumenten, visueller Kunst und literarischem Text untersucht die Arbeit, wie nationalsozialistische Ideologie Beziehungen, Sprache und Selbstbilder durchdringt. Was bleibt unausgesprochen? Was wird selbstverständlich? Und wie lässt sich heute künstlerisch mit Dokumenten arbeiten, in denen persönliche Nähe und historische Gewalt untrennbar miteinander verbunden sind?

Im zweiten Teil des Abends wird „Let Me Come With You – ‘Moonlight Sonata’, after the poem by Giannis Ritsos“ gezeigt. Inspiriert von Ritsos’ Moonlight Sonata folgt die immersive Arbeit der Künstlerin Christina Gerg einer älteren Frau in Schwarz, die aus einem verfallenden, von Erinnerungen erfüllten Haus zu einem schweigenden jungen Mann spricht. Zwischen Einsamkeit und Begehren, Stillstand und dem Wunsch, noch einmal ins Leben hinauszutreten, wird das Haus selbst zum Speicher von Vergangenheit.

In einer etwa siebenminütigen, als Loop angelegten Installation entstehen durch Video, Partikel und Gaussian Splats fragmentierte Figuren und innere Landschaften – eine spektrale Welt zwischen Erinnerung, Verfall und Sehnsucht.

Für die Vernissage „haunted – heimgesucht“ des Turtle Kollektivs zeigen die beteiligten Künstler*innen ihre im Austausch entstandenen interdisziplinären Auseinandersetzungen mit dem Thema. Im Mittelpunkt stehen visuelle, installative und textbasierte Arbeiten sowie kurze Künstlerinnengespräche und Raum für Fragen und Austausch bei Prosecco und Musik.

FINISSAGE am 28.11.2026

Zum Abschluss von „haunted – heimgesucht“ kommen Literatur, Performance, Bewegung und Sound in einem gemeinsamen Abend zusammen. Im Zentrum stehen unterschiedliche Formen des Erinnerns und Einschreibens: in Sprache, in Körper, in Beziehungen und in Räume.

Mit „My Body Is a Haunted House“ präsentieren Salomé Rodrigues, Katharina Wulkow und Fotis Tsiroukis eine gemeinsam entwickelte Performance über Trauma, Schmerz und Konfrontation – und über die Frage, wie der Körper bewahrt, was der Verstand zu vergessen versucht. In der Zusammenarbeit von Autorin, Tänzerin und Sound Artist überlagern, unterbrechen und verstärken sich Sprache, Bewegung und Klang. Es entsteht eine intime, immersive Arbeit, in der Körper und Stimme gleichermaßen zu Trägern von Erinnerung werden.

Die literarische Auseinandersetzung bildet einen zweiten zentralen Schwerpunkt des Abends. Lara Wüster liest aus der gemeinsam mit Charlotte Rohde entwickelten historischen Bild-Text-Arbeit und überführt deren Beschäftigung mit Erinnerung, Ideologie und privater Überlieferung in den gesprochenen Raum. Sabrina Laue und Ferenc Liebig bringen weitere literarische Positionen und Stimmen in das Programm ein.

Mit einer Tanz- und Hoop-Performance von Jasmine Schmauder wird der Ausstellungsraum schließlich selbst zum Bewegungsraum: Körper, Rhythmus und Wiederholung verändern seine Wahrnehmung und schreiben sich temporär in ihn ein.

Den Übergang vom performativen Programm in den gemeinsamen Abschluss gestaltet Flexquisite aus Berlin mit Sound und Bass. So wird die Finissage nicht nur zum Ende der Ausstellung, sondern zu ihrer letzten Transformation – einem Abend, an dem Text, Stimme, Körper und Klang auf unterschiedliche Weise erfahrbar machen, was uns heimsucht und was in uns weiterwirkt.

(Text: Veranstaltende)

Termine

Eintritt frei

Sonntag, 08.11.2026 17:00 Uhr – 22:00 Uhr
Samstag, 21.11.2026 17:00 Uhr – 22:00 Uhr
Samstag, 28.11.2026 17:00 Uhr – 22:00 Uhr

Veranstaltungsort / Karte

Feierwerk München / Feierwerk Farbenladen
Adresse: Hansastr. 39-41, 81373 München

Veranstaltungen / Ausstellungen